Bogenschießen
Aus GamblingButlerWiki DE
Bogenschießen ist ein Präzisionssport, bei dem es darum geht mit Hilfe eines Bogens den Pfeil in ein bestimmtes Ziel zu schießen. Bogenschießen ist eine Wissenschaft. Vom richtigen Bogen über die passenden Pfeile bis hin zur Schutzkleidung gibt es unzählige Dinge, die ein professioneller Bogenschütze beachten muss. Moderne Sportbögen können mit einer Vielzahl an technischen Hilfsmitteln ausgestattet werden.
Für viele ist Bogenschießen nicht nur ein Sport sondern auch eine faszinierende Form, Körper und Geist in Einklang zu bringen, denn es erfordert Konzentration und Ruhe. Andere finden im traditionellen Bogenschießen ein Abenteuer in freier Natur und bauen sich ihre gesamte Ausrüstung selbst. Ob einzeln oder im Team, ob mit teuren modernen Sportbögen oder einfachen Holzlangbögen, ob in freier Natur oder in der Halle, diese vielseitige Sportart bietet Spaß und Abwechslung für Alt und Jung.
Inhaltsverzeichnis
|
[bearbeiten] Geschichte
Bogenschießen ist eine sehr alte Tradition, die bereits in der Steinzeit zu Jagdzwecken praktiziert wurde. Später wurden Pfeil und Bogen auch als Kriegswaffen eingesetzt. Ein Bogenschütze im 14. Jahrhundert feuerte 10 bis 20 Pfeile pro Minute seinem Ziel entgegen. Diese Kriegspfeile waren sehr wirkungsvolle Distanzwaffen, da ihre Reichweite zwischen 180 und 320 Metern betrug. In England, dem „Mutterland“ des Bogensports, entwickelte sich das Bogenschießen bereits sehr früh zu einer Sportart mit festen Regeln. Mit der Erfindung von Feuerwaffen verschwand der Bogen für einige Zeit von der Bildfläche.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlebten Pfeil und Bogen eine Renaissance. Als Pioniere des modernen Bogensports gelten zum Beispiel die Amerikaner Saxton Pope, Art Young oder Howard Hill, die diese alte Tradition wieder aufleben ließen und fast bis zur Perfektion weiterentwickelten. Durch die abenteuerlichen Jagdreisen dieser Männer erlangten Pfeil und Bogen neue Popularität. Der Bogenbauer Howard Hill wurde durch seine Auftritte als Kunstschütze besonders berühmt. Er trat auch als Double in bekannten Filmen, wie zum Beispiel in Errol Flynns „Robin Hood“, auf. Bei den Dreharbeiten für „Robin Hood“ verzichtete man bewusst auf Trickaufnahmen und sogar die berühmte Szene als Robin Hood (Howard Hill) einen Pfeil durch einen zweiten spaltet („Robin Hood-Schuss“) wurde ohne technische Hilfsmittel gedreht.
Zwischen 1900 und 1920 wurde Bogenschießen immer wieder in die Liste der olympischen Disziplinen aufgenommen, dann aber wieder ausgeschlossen. Erst seit 1972 ist Bogenschießen ein fixer Bestandteil der Olympischen Spiele.
Ein Fragment des wahrscheinlich ältesten Bogens der Welt fand man in Mannheim-Vogelstang. Das Alter des Kiefernholzbogens wird auf 17 600 Jahre geschätzt und seine ursprüngliche Länge auf ca. 110 cm.
[bearbeiten] Disziplinen
[bearbeiten] Traditionelles Bogenschießen
Unter traditionellem Bogenschießen versteht man das Schießen ohne technische Hilfsmittel. Man nennt diese Sportart auch instinktives oder unbewusstes Bogenschießen. Der Schütze verlässt sich dabei ausschließlich auf seine Hand-Augen-Koordination. Er visiert das Ziel mit bloßem Auge an und das Gehirn steuert die Hand in die richtige Position. Man verwendet hauptsächlich Langbögen aber auch Recurves. Beim traditionellen Bogenschießen werden hauptsächlich 3D-Ziele aus festem Schaumstoff verwendet, häufig Tiere, die im Wald und auf Wiesen aufgestellt werden. Für einen Treffer bekommt man, je nachdem wo das Tier getroffen wurde, eine bestimmt Punktzahl.
[bearbeiten] Target
In der Disziplin Target wird auf Zielscheiben mit Ringwertung geschossen. Die Zielscheibe ist von innen nach außen in fünf Farben unterteilt (Gelb, Rot, Blau, Schwarz, Weiß), wobei jede Farbe wiederum in zwei Ringe geteilt ist. Für jede Farbe gibt es je nach Ring eine bestimmte Punktzahl:
- Gelb/Gold = 10 bzw. 9 Punkte
- Rot = 8/7 Punkte
- Blau = 6/5 Punkte
- Schwarz = 4/3 Punkte
- Weiß = 2/1 Punkt(e)
Trifft man die Auflage nicht, so wird dies als „M“ („miss“) gewertet.
Beim Compoundschießen in der Halle aus 18 Metern Entfernung ist der Zehnerbereich kleiner als beim Recurve und extra gekennzeichnet. Diese Kennzeichnung wird „X“ genannt und wird auch beim Schießen im Freien verwendet. Dort wird sie als Innenzehner gewertet. Bei Ringgleichheit gewinnt derjenige mit den meisten Innenzehnern.
Der Schießablauf wird über eine Ampel geregelt und die Länge der Schießzeit ist je nach Wettbewerb unterschiedlich.
Zu den bekanntesten Wettbewerben gehören:
[bearbeiten] FITA-Runde (Fédération Internationale de Tir à l’Arc)
Die FITA-Runde ist eine Freiluftdisziplin, in der jeder Schütze 144 Pfeile schießt. Es werden 4 mal 36 Pfeile auf verschiedene Distanzen geschossen, üblicherweise an einem Tag. Eine Doppel-FITA dauert zwei Tage. Die Standardentfernungen sind 90m, 70m, 50m und 30m, wobei es für Frauen, Junioren, Kadetten und Schüler verkürzte Entfernungen und andere Auflagengrößen (Durchmesser der Zielscheibe) gibt.
- 90m und 70m (Frauen 70m und 60m) > Auflagengröße 122cm
- 50m und 30m > Auflagengröße 80cm
Bei der kürzesten Distanz werden die Scheiben meist auf einem Dämpfer angebracht
[bearbeiten] FITA Halle
2 Durchgänge, je30 Pfeile auf 18m Entfernung. Es wird auf 40cm Auflagen (Schüler 60cm) bzw. auf 3er-Spot-Auflagen geschossen
[bearbeiten] Kleine oder halbe FITA
50m und 30m, jeweils 36 Pfeile, Auflagengröße 80cm
[bearbeiten] 900er Runde
Je 30 Pfeile auf 60m, 50m und 40m, Auflagengröße 120cm
[bearbeiten] Olympische Runde
2 mal 36 Pfeile auf 70m Entfernung, dann weiter im K.O.-Verfahren bis zum Finale.
[bearbeiten] Bogenliga in der Halle
Mannschaften bestehend aus 3 Schützen treten gegeneinander an. Pro Schütze werden 3 Pfeile auf 18m geschossen, wobei alle Schützen ihre Pfeile innerhalb von 2 Minuten verschossen haben müssen.
[bearbeiten] Bogenliga im Freien
Hier schießen ebenfalls Mannschaften zu je 3 Schützen gegeneinander. 3 Pfeile pro Schütze aus 50m Entfernung auf 80cm Auflagen. Alle Pfeile müssen innerhalb von 3 min verschossen werden, von jedem Schützen werden 3 mal 3 Pfeile geschossen. Jede Mannschaft tritt gegen jede andere Mannschaft an, der Sieger bekommt jeweils 2 Punkte, bei Gleichstand 1 Punkt. Dann werden die Punkte zusammengezählt. Bei Gleichstand zählen die Ringzahlen.
[bearbeiten] Feldbogenschießen
Feldbogenschießen wird im Gelände praktiziert. Die Zielscheiben sind schwarz, nur der innerste Ring ist goldfarben. Die Ringzahl geht von 5 bis 1. Der Schütze muss sehr gut Entfernungen schätzen können, da beim Feldbogenschießen nur bei 12 von 24 Scheiben die Entfernungen bekannt sind. Geschossen wird auch bergauf und bergab, bis zu einem Winkel von 45°.
[bearbeiten] 3D Bogenschießen, Jagdbogenschießen
Beim 3D Bogenschießen werden Jagdsituationen nachgestellt. Es wird auf Scheiben mit Tierbildern oder Schaumstofftiere aus unbekannter Entfernung geschossen. Der Bereich mit der höchsten Punktzahl befindet sich da, wo bei dem Tier Herz und Lunge liegen würden. Dieser Bereich wird „Kill“ genannt. Auf einem Parcours befinden sich üblicherweise 28 Ziele, auf die jeweils bis zu 3 Pfeile geschossen werden. Geschossen wird bergauf, bergab, über Schluchten und Hügel und zwischen Bäumen hindurch oder sogar in Baumkronen auf Schaumstoffeichhörnchen.
[bearbeiten] Kyudo – Japanisches Bogenschießen
Die Kunst des japanischen Bogenschießens ist hunderte von Jahren alt. Beim Kyudo geht es nicht nur um das Schießen und Treffen sondern auch um zeremonielle Bewegungsformen und spirituelle Aspekte. Der Kyudo-Bogen, genannt Yumi, unterscheidet sich von westlichen Sportbögen vor allem durch seine asymmetrische Form. Der obere Wurfarm ist länger als der untere, wahrscheinlich weil die Holzstäbe aus denen man früher die Bögen anfertigte unregelmäßig dick waren und man den Bogen somit weiter unten anfassen musste um das Gleichgewicht herzustellen. Diese Form wird noch heute beibehalten. Der Yumi wird aus Bambus gefertigt und ist daher sehr belastbar. Kyudo wird in traditioneller japanischer Kleidung parktiziert.
[bearbeiten] Mit dem Bogen auf die Jagd
Das Erlegen von Wild mit Pfeil und Bogen sowie das Bogenfischen sind in einigen Ländern Westeuropas, in Österreich und Deutschland zum Beispiel, verboten. In manchen Ländern kann eine Lizenz erworben werden, um als Tourist mit dem Bogen auf die Jagd gehen zu können.
[bearbeiten] Ausrüstung
[bearbeiten] Schutzwaren und Hilfsmittel
Neben Pfeil und Bogen gibt es zahlreiche Accessoires und Schutzwaren, die beim Bogensport zum Einsatz kommen. Der Bogen ist meistens mit einer Pfeilauflage versehen und die gefiederten Pfeile werden in einem Köcher aufbewahrt. Die Kleidung sollte möglichst anliegend sein. Empfehlenswert sind außerdem Armschutz, Fingerschutz („Fingertab“) für die Hand, die die Sehne zieht und eventuell Brustschutz. Der Armschutz ist eine Platte aus verstärktem Leder, welche den Arm vor der vorschnellenden Sehne schützt. Der Fingerschutz ist ein Handschuh aus weichem Leder, der Blasen an den Fingerkuppen vermeidet.
[bearbeiten] Bogen und Sehne
Der Bogen besteht aus dem eigentlichen Bogen und der Bogensehne, einer langen Schnur, die aus mehreren Strängen besteht. An jedem Ende der Sehne befindet sich ein sogenanntes Öhrchen, eine Schlaufe, die am Wurfarm des Bogens (am Bogenende) eingehängt wird. Die Öhrchen, ebenso wie der Griffbereich, der Mittelteil der Sehne, sind zum Schutz vor Abnützung mit Wickelgarn umwickelt. Bogensehnen können aus natürlichen Materialien oder Kunststoff bestehen. Unter den Naturfasern findet man Brennnessel, Lein, Hanf, Ramie, Baumwolle, Kapok (Dschungelbaumwolle), Bambusfasern und Holzstreifen. Es werden auch tierische Fasern, wie Tiersehne, Darm, ungegerbte Haut, Leder, Haare, Seide, selten sogar Muschelseide, für die Herstellung von Bogensehnen verwendet. Kunststoffsehnen bestehen oft aus mehrfach gewickeltem Dacron (PET). Es werden auch kaum dehnbare (weniger als 1% Dehnung) Spezialkunststoffe wie Fast-Flite, der erste Kunststoff der extra für Bogensehnen entwickelt wurde, S4, UltraCam, XCel, TSPlus usw. verwendet. Sehnen aus diesen Spezialkunststoffen sind für einfache Holzbögen nicht geeignet. Beim Strammziehen durch den schießenden Bogen dehnt sich die Kunststoffsehne nicht sondern stoppt die vorschnellenden Wurfarme sofort, wodurch das Wurfarmende eines Holzbogens abgerissen oder eingeschnitten werden kann. Anstelle von Holzbögen werden Horn- oder Kompositbögen verwendet. Der Wirkungsgrad eines Kompositbogens mit einer Fast-Flite Sehne ist viel höher (beinahe 90%) als bei anderen Bogentypen.
[bearbeiten] Bogentypen
[bearbeiten] (Englischer) Langbogen
Der Langbogen ist sozusagen die Urform des Bogens. Er ist etwas größer als der Schütze und besteht meist aus einem Stück. Beim Langbogen sind keine Visiereinrichtungen vorgesehen, daher wird er oft beim traditionellen/instinktiven Bogenschießen verwendet.
[bearbeiten] Recurvebogen
Der Recurvebogen ist der am häufigsten verwendete Bogentyp. Er ist kürzer als der Langbogen und seine Wurfarme sind nach vorne gebogen. In dieser Biegung (Recurve) wird die meiste Energie gespeichert und es kann mehr Energie auf den Pfeil übertragen werden als mit einem Langbogen. Der Recurvebogen kann in seine Einzelteile (zwei Wurfarme und ein Mittelteil) zerlegt werden, was den Transport vereinfacht und den Vorteil hat, dass man die einzelnen Teile ersetzen und austauschen kann ohne einen neuen Bogen kaufen zu müssen. Üblicherweise verfügt der Recurvebogen über ein Visier und Stabilisatoren.
[bearbeiten] Compoundbogen
Der Compoundbogen ist der technisch aufwendigste Bogentyp. An seinen Enden befinden sich exzentrische Umlenkrollen, über die die Sehne geführt wird. Diese kleinen Räder, die sogenannten Camwheels, reduzieren das Gewicht, das der Schütze tragen muss. Das zusätzliche Kabel verläuft parallel zur Sehne, wickelt sich beim Auszug des Bogens um die Exzenter und übernimmt einen Teil der Zugkraft. Dank dieses Systems profitiert der Schütze von einer Gewichtsreduzierung von 60 bis 70%.
Der Mittelteil des Compoundbogens besteht aus Leichtmetall, die Wurfarme aus Karbon. Der Bogen verfügt über ein Visier mit Wasserwage, Vergrößerungsglas (Scope) und Sehnenlochvisier (Peep-sight) sowie über eine Auslösehilfe (Release). Beim Compoundbogenschießen werden Aluminium- oder Karbonpfeile verwendet. Abgesehen von den Olympischen Spielen, ist der Compoundbogen auf allen Turnieren zugelassen.
[bearbeiten] Pfeile
Der Pfeil besteht aus einem Holz- oder Kunststoffschaft mit einer Spitze am vorderen und Stabilisatoren aus echten oder Kunststofffedern am hinteren Ende. Am hinteren Ende, nach den Stabilisatoren, befindet sich die Nocke, die den Kontakt zur Sehne sicherstellt. Das Gewicht des Pfeiles wird in „grain“ angegeben, wobei 1 grain 0,0648 Gramm entspricht. Das typische Pfeilgewicht beträgt bis zu ca. 500 grain. Je leichter der Pfeil desto höher die Geschwindigkeit.
[bearbeiten] Schaft
Der Pfeilschaft ist normalerweise nur etwas länger als der Auszug des Schützen, kann aber auch kürzer sein. Ist der Schaft kürzer als der Auszug, verwendet man einen sogenannten „Overdraw“, eine Auflage, die es ermöglichst kürzere Pfeile zu verschießen. Traditionellerweise besteht der Pfeilschaft aus Holz und ist etwa ein Drittel Zoll dick. Der Pfeil muss eine an den Bogen angepasste Steifigkeit haben, welche „Spinewert“ genannt wird. Ein falscher Spine führt zu einem unruhigen Flug oder zum Anschlagen des Pfeilschaftes an den Bogen. Bei Bögen ohne Schussfenster spielt der Spinewert eine besonders wichtige Rolle, da sich der Pfeil beim Abschuss um den Bogen biegen und dann gerade aus fliegen muss. Um den Spinewert zu ermitteln, platziert man den Pfeil auf zwei Stützen mit einem Abstand von 28 Zoll. In die Mitte des Pfeiles hängt man ein 1,94 Pfund (880g) schweres Gewicht. Der Spinewert, also das Durchbiegen des Pfeiles wird in 1/1000 Zoll gemessen. Pfeile aus Aluminium oder Karbonfaser sind meist sehr steif und kommen vor allem bei starken Bögen mit Schussfenster zum Einsatz.
[bearbeiten] Pfeilspitzen
Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen Bulletspitzen und Feldspitzen. Bulletspitzen haben eine runde, spitz zulaufende Form, die an Pistolenkugeln erinnert. Diese Spitzen sind für Schaumstoffziele geeignet, da sie nur ein kleines Loch hinterlassen. Die traditionellen Feldspitzen mit der typischen Robin-Hood-Klinge würden den Schaumstoff durchschneiden.
[bearbeiten] Stabilisatoren/Befiederung
Die Befiederung stabilisiert die Flugbahn des Pfeiles. Sind die Federn schräg zur Längsachse des Pfeiles angebracht, rotiert er. Je nach Entfernung des Zieles gibt es unterschiedliche Federnformen. Ein sogenannter „Saubuckel“ zum Beispiel, ist so geformt, dass der Luftwiderstand möglichst gering ist. Er lässt den Pfeil leise und weit fliegen. Ein „Fluflu“-Pfeil hingegen ist laut und fliegt nicht so weit, dafür stabilisiert er sehr schnell seinen Flug, was für nähere Ziele optimal ist. Heute werden drei Arten von Federn verwendet: Truthahnfedern, Adlerfedern und Kunststofffedern. Truthahnfedern kommen vor allem bei 3D-Jagdturnieren zum Einsatz. Der Nachteil natürlicher Federn ist, dass sie sich bei Nässe vollsaugen und am Schaft anliegen. Diesem Problem kann aber mit speziellen Imprägnierungssprays vorgebeugt werden. Natürliche Federn haben den großen Vorteil, dass der Pfeil nicht so stark abgelenkt wird wenn die Befiederung ein Hindernis streift. Dies ist auch beim Abschuss von Vorteil wenn die Federn das Bogenfenster, die Auflage oder den Handrücken streifen. Adlerfedern sind sehr teuer (mehrere hundert Euro pro Pfeil) und gelten vor allem im Kyudo als beste Qualität. Sie widerstehen sogar einem Aufprall der Feder auf Stein. Kunststofffedern sind am weitesten verbreitet und in verschiedenen Längen und Steifigkeiten erhältlich. Für lange Distanzen im Freien (90m) verwendet der Sportbogenschütze sogenannte „Spin Wings“ aus Kunststoff, welche parallel zur Pfeilachse eingedreht sind, sodass sie sich besonders schnell drehen. Für Compoundbogenpfeile gibt es eine neue Art von Befiederung, die FOB-Vanes genannt wird. Es handelt sich um einen dreiflügligen Plastikimpeller, welcher einen aerodynamischen Flug und eine schnelle Umdrehung bewirkt.
[bearbeiten] Nocke
Die Nocke gewährleistet, dass der Pfeil sicher auf der Sehne sitzt. Ursprünglich war sie ein am Schaftende, quer zum Verlauf der Holzmaserung eingesägter Schlitz. Um die Nocke zu verstärken kann auch ein Inlay aus hartem Holz, Horn oder Knochen verwendet werden, in das dann der Schlitz gesägt wird. Eine eingesägte Nocke wird „Selfnock“ genannt. Es gibt auch Kunststoffnocken, die auf den Schaft aufgeklebt werden. Die klassische Ausführung der Nocke ist mit einem geraden Schlitz versehen. Besitzt dieser Schlitz einen Drall, beginnt sich der Pfeil bereits auf der Bogensehne zu drehen. Diese Turbonocken sind auch mit kurzen Plastikfedern erhältlich.
[bearbeiten] Technische Hilfsmittel
Wie bereits erwähnt kann man seinen Bogen, vor allem den Compoundbogen, mit zahlreichen technischen Hilfsmitteln aufrüsten. Zu diesen gehören Bogenvisiere, die mit Kimme und Korn beim Gewehr vergleichbar sind. Als Kimme dient beim Compoundbogen das sogenannte Peep-Sight und als Korn ein Pinvisier oder Scope.
[bearbeiten] Peep-Sight
Das Peep-Sight ist ein Plastik- oder Metallteilchen, welches in die Sehne eingebunden wird. Es hat ein kleines Loch durch das man durchschaut um mit Hilfe eines Pinvisiers oder eines Scopes sein Ziel anzuvisieren. Es ermöglicht sehr präzise zu zielen.
[bearbeiten] Pinvisiere
Pinvisiere können je nach Disziplin bis zu fünf Pins haben. Diese können auf die verschiedenen Entfernungen eingestellt werden und man verwendet sie vor allem beim 3D-Schießen. Für das Schießen im Dunkeln können die Pinköpfe auch mit LED Beleuchtung versehen werden.
[bearbeiten] Scope und Wasserwaage
Das Scope ist eine Linse, oft mit optischer Vergrößerung, in deren Mitte sich ein Punkt, Kreis oder Fadenkreuz befindet. Um einen präzisen Abschuss zu garantieren, ist im Scope eine Wasserwaage eingebaut, um den Bogen genau senkrecht ausrichten zu können.
[bearbeiten] Release
Das Release ist eine Abschusshilfe, welche es ermöglicht, dass der Schütze die Sehne nicht mit den Fingern ziehen muss. Ein Release gleicht einem Gewehrabzug. Es wird entweder mit einer Schlaufe ans Handgelenk befestigt oder wie ein Pistolengriff in der Hand gehalten. Der Abschuss mit einer solchen Abschusshilfe ist viel genauer als mit der Hand.
[bearbeiten] Overdraw
Das Overdraw ist eine Verlängerung der Pfeilauflage, die es ermöglicht kürzere Pfeile abzuschießen.
[bearbeiten] Vereine und Organisationen
[bearbeiten] FITA (Fédération Internationale de Tir à l’Arc)
Die wichtigste weltweite Bogenschützenorganisation ist die FITA (Fédération Internationale de Tir à l’Arc. Von ihr wurden Regeln erarbeitet, die bei olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften sowie nationalen Wettbewerben gelten. Die FITA wurde 1931 in Polen gegründet und hat ihren Hauptsitz in Lausanne (Schweiz). Sie zählt heute weltweit 140 Mitgliedsverbände, darunter der Österreichische Bogensportverband, der Deutsche Schützenbund, der Schweizer Bogenschützen-Verband, die französische Fédération Francaise de Tir à l’Arc, die italienische FITARCO.
[bearbeiten] Große Bogenschützen
[bearbeiten] Weltmeisterschaften Leibzig 2007
Am 15. 07. 2007 fanden in Leibzig die 44. Weltmeisterschaften im Compound- und Recurvebogenschießen statt.
Die Weltmeistertitel im Compoundbogenschießen gingen an die Italienerin Eugenia Salvi und den Kanadier Dietmar Trillus.
Im Recurvebogenschießen holten sich bei den Damen die Italienerin Natalia Valeeva und bei den Herren der Südkoreaner Dong Hyun den Weltmeistertitel.
[bearbeiten] Olympische Sommerspiele Athen 2004
Bei den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen gewann bei den Damen im Recurve Einzelwettbewerb die Koreanerin Sung-Hyun Park. Silber ging mit Sung-Jin Lee ebenfalls an Korea und Bronze an Alison Williamson aus Großbritannien.
Bei den Herren holte sich der Italiener Marco Galiazzo die Goldmedaille. Der zweite und dritte Platz gingen an den Japaner Hiroshi Yamamoto und den Australier Tim Cuddihy.
Im Recurve Mannschaftswettbewerb ging die Goldmedaille sowohl bei den Damen als auch bei den Herren an Korea. Silber und Bronze gingen bei den Damen an China und China-Taipei und bei den Herren an China-Taipei und die Ukraine.


