Radsport

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Der Radsport zählt zu den beliebtesten Sportarten überhaupt. Vor allem in West- und Mitteleuropa ist der Straßenradrennsport besonders populär. Die „Grands Tours“ (Tour de France, Giro d’Italia, Vuelta a Espana), haben einen fixen Platz im öffentlichen Leben und in den Medien gefunden. Große Radsportnationen sind Frankreich, Italien, Spanien, Belgien und die Niederlande.

Der Begriff „Radsport“ umfasst allerdings nicht nur die bekanntesten Straßenrennen, sondern auch viele andere faszinierende Sportarten, wie zum Beispiel Kunstradfahren, Radball oder Downhill-Rennen. Radsport kann auf Asphaltstraßen, im Gelände, auf der Rennbahn, im Velodrom oder in der Halle praktiziert werden und bietet Unmengen an Möglichkeiten. Von Ausdauer- über Kurzzeitleistungssport bis hin zu spielerischen und akrobatisch-künstlerischen Darbietungen, auf dem Zweirad (oder auch auf dem Einrad) sind dem Sportsgeist keine Grenzen gesetzt.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Geschichte

Das Fahrrad wurde 1817 von Karl Drais in Mannheim erfunden. Karl Friedrich Christian Ludwig Freiherr Drais von Sauerbronn war ein deutscher Forstmann und bedeutender Erfinder. Das erste Fahrrad von Drais hatte keine Pedale. Man saß zwischen den Rädern und stieß sich mit den Füßen ab. Karl Drais nannte seine Erfindung „Laufmaschine“, doch die Presse gab dem Rad bald den Namen „Draisine“. Grund für die Erfindung soll angeblich die Hungersnot nach dem Tambora-Vulkanausbruch, der zu massivem Pferdesterben geführt hat, gewesen sein. Ziel war es, das Pferd irgendwie zu ersetzen.

Erst 50 Jahre später baute man die ersten Fahrräder mit Pedalantrieb, wobei die Pedale starr an der Vorderachse befestigt waren. Der einseitige Kettenantrieb des Hinterrades wurde erst 1878 eingeführt. Das Fahrrad erfreute sich in Europa in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts besonders großer Beliebtheit, denn es war (und ist bis heute) das preiswerteste individuelle Verkehrsmittel.

Das erste Straßenradrennen soll schon 1865 im französischen Amiens stattgefunden haben. Viele der damaligen Rennen, wie zum Beispiel Paris-Roubaix oder Mailand-San Remo, werden noch heute ausgetragen und gelten als „Klassiker“. Im späten 19. Jahrhundert wuchs das sportliche Interesse am Zweirad und ab den 1890ern fanden immer mehr Distanzrennen über mindestens 500km statt. 1903 fand schließlich das erste Etappenrennen statt: die Tour de France. Bei der ersten Tour wurden insgesamt 2 428km in sechs Etappen zurückgelegt. Von der Jahrhundertwende bis zum Ersten Weltkrieg war der Radsport, neben dem Boxen, die beliebteste Sportart überhaupt.

Disziplinen

[bearbeiten] Straßenradsport

Unter Straßenradsport versteht man Radrennen auf öffentlichen Straßen und Wegen.

Der internationale Radsportverband (UCI, Union Cycliste Internationale) unterscheidet zwei Arten von Straßenrennen: Eintagesrennen und Etappenrennen. Beim UCI-Eintagesrennen wird eine Strecke von 250km an einem Tag zurückgelegt.

Etappenrennen dauern mehrere Tage oder Wochen. Die Fahrer absolvieren täglich eine bestimmte Strecke (Etappe). Das Gesamtergebnis steht erst am Schluss des Etappenrennens fest, nachdem alle einzelnen Ergebnisse addiert wurden.

Bedeutende Etappenrennen: die „Grands Tours“

[bearbeiten] Tour de France

Das bekannteste Etappenrennen ist die Tour de France. Die Tour de France ist ein Straßenradrennen für Elitefahrer, das jährlich mit wechselnden Strecken durchgeführt wird.

Die erste Tour fand 1903 statt und wurde, mit Ausnahme von 1915-18 und 1940-46, jährlich veranstaltet. Seit 1954 werden bei der Streckenführung auch Nachbarländer (Schweiz, Deutschland, Luxemburg, Belgien, Niederlande, Spanien, Großbritannien) einbezogen. Seit 1967 wird als Prolog ein kurzes Einzelzeitfahren von 2-8 km ausgetragen. Beim Einzelzeitfahren fahren ganze Mannschaften, jedoch fährt jeder für sich alleine und bekommt seine gefahrene Zeit angerechnet. Der Prolog dient als Auftaktrennen der Tour und soll die Zuschauer mit dem Fahrerfeld bekannt machen. 2007 begann der Prolog in London und für 2008 ist anstelle des Prologs eine vollwertige Etappe geplant. Auch während der Tour werden meist 2 Einzelzeitfahren veranstaltet sowie Bergprüfungen in den Pyrenäen und Alpen. Die Tour de France endet immer auf der Avenue des Champs-Elysées in Paris. In der Regel beträgt die Streckenlänge zwischen 3 500 und 4000 Kilometer, über 20 bis 23 Etappen.

[bearbeiten] Organisation der Tour

Die Tour de France wird von der französischen Amaury Sport Organisation (ASO) geplant, deren Chef oberste Kontrolle über die Tour hat. 2006 wurde diese Funktion von Christian Prudhomme übernommen. Er ist es, der sich, oft einige Jahre im Voraus, zusammen mit seinen Mitarbeitern den Streckenverlauf der Tour ausdenkt. Möchte eine Stadt Teil des Streckenverlaufes sein, muss sie rechtzeitig bei der ASO eine Bewerbung einreichen. Der Tourdirektor muss dann unter hunderten von Kombinationsmöglichkeiten die beste auswählen, wobei auch internationale Vorschriften zu beachten sind.

Teil der Tourstrecke zu sein ist eine einmalige Gelegenheit für eine Stadt. Die Tour ist eine der publikumsreichsten Sportveranstaltungen der Welt und mit dem Besuch der etwa 4500 Fahrer und deren Zuschauer sind Schlagzeilen garantiert. Stammt ein Tourteilnehmer aus dem zu durchfahrenden Ort, hält dieser oft kurz an um Freunde, Familie und Fans zu begrüßen. Dies wird vom Fahrerfeld geduldet, aber am Schluss der Etappe wird darauf keine Rücksicht genommen. Jedes Jahr bauen begeisterte Fans Kunstwerke entlang der Tourstrecke auf und feuern die Profis mit Plakaten an. Einer der bekanntesten Tour-Fans ist der Deutsche Didi Senft, der seit Jahren im Teufelskostüm bei den Übertragungen zu sehen ist.

[bearbeiten] Teilnehmer

Die Teilnehmer der Tour de France bestehen aus professionellen Firmenteams. Jedes Jahr nehmen 21 bis 22 Profimannschaften mit je neun Fahrern teil, darunter die 20 Teams der UCI Pro Tour. Die Teams kommen größtenteils aus Frankreich, Spanien, Italien, den Niederlanden, der Schweiz, Belgien, Deutschland und den USA. Es werden aber auch Einzelfahrer zugelassen. Diese stammen häufig aus Mittel- und Osteuropa, Skandinavien, Kasachstan, Kolumbien, Südafrika und Australien.

Niemand hat bis heute so oft an der Tour de France teilgenommen wie der Niederländer Joop Zoetemelk. Er beendete die Tour 16-mal und stand 7-mal auf dem Podium.

[bearbeiten] Preisgeld

Das erste Tour de France-Preisgeld betrug 1903 20 000 Francs und wurde seitdem ständig erhöht. 2004 waren es rund 3 Millionen Euro, wobei der Gesamtsieger rund 400 000 bekam. 2007 bekam der Gesamtsieger (gelbes Trikot) 450 000 €. Das Preisgeld hat allerdings in den letzten Jahren an Bedeutung verloren, da die meisten Radprofis ihr Gehalt durch langfristige Verträge mit ihren Radsportteams beziehen. Der Erfolg bei der Tour de France ist aber dennoch von großer Bedeutung, da der Marktwert eines Radprofis daran bemessen wird. Deshalb ist es üblich, dass die Sieger ihre Preisgelder in die Mannschaftskasse legen, als Anerkennung der Mannschaftsleistung. Die Toursieger können dann ohnehin mit höher dotierten Verträgen rechnen.

[bearbeiten] Geschwindigkeit

Die durchschnittliche Geschwindigkeit liegt bei knapp über 40km/h. Bei der ersten Tour lag sie noch bei 25,7km/h, wobei man bedenken muss, dass während der ersten Jahrzehnte die gesamte Tour länger war und mit Rädern ohne Gangschaltung zurückgelegt wurde. Die schnellste Tour absolvierte Lance Armstrong 2005 mit 41,7km/h.

[bearbeiten] Trikots und Klassements

Die besten Fahrer der verschiedenen Wertungen erkennt man durch farblich abgehobene Trikots, die von Sponsoren zur Verfügung gestellt werden. Auf jede Etappe folgt eine feierliche Zeremonie wenn den Fahrern die Trikots angezogen werden. Der Etappensieger wird auch geehrt, bekommt aber kein spezielles Trikot. Ist ein Fahrer im Besitz mehrerer Wertungstrikots, trägt er das wichtigere in folgender Reihenfolge: Gelbes, Grünes, Bergtrikot, Weißes Trikot. Das nächstniedrigere wird vom Zweitplatzierten getragen, der allerdings nicht als „Träger“ gilt.

Gelbes Trikot – Gesamtwertung

Der Führende der Gesamtwertung, also der Fahrer mit der geringsten Gesamtzeit, trägt das berühmte gelbe Trikot (maillot jaune). Die Zeiten aller Etappen werden addiert und eventuelle Zeitgutschriften werden abgezogen. Jeder Etappensieger erhält eine Zeitgutschrift von 20 Sekunden, der Etappenzweite erhält 12 und der Dritte 8 Sekunden. Bei Zwischensprints werden 6, 4 und 2 Sekunden gutgeschrieben. Beträgt am Ende der Zeitunterschied mehrerer Fahrer weniger als eine Sekunde, so werden die Zeitfahrresultate, die auf hundertstel Sekunden genau gestoppt werden, berücksichtigt. Heutzutage liegen zwischen den besten Fahrern nur wenige Minuten, während der Letze mit 3 bis 4 Stunden Rückstand in Paris ankommt. Am längsten, insgesamt 96 Etappen, trug der aus Belgien stammende fünffache Toursieger Eddy Merckx das gelbe Trikot. Der Luxemburger Nicolas Frantz war der einzige Fahrer, der das Gelbe Trikot von der ersten bis zur letzten Etappe trug (1928).

Grünes Trikot – Sprintwertung

Die Wertung des besten Sprinters erfolgt durch ein Punktesystem, wobei vor allem Etappenankünfte und Zwischensprints bewertet werden. Hierbei zählen Flachetappen deutlich mehr als Bergetappen. Alleiniger Rekordhalter in der Sprintwertung ist der Berliner Erik Zabel, der das grüne Trikot sechsmal hintereinander nach Paris tragen konnte und zwar von 1996 bis 2001. 2007 wurde ihm allerdings das Trikot von 1996 aberkannt, da er zugegeben hatte, mit EPO gedopt zu haben.

Bergtrikot – Bergwertung

Das Bergtrikot ist weiß mit roten Punkten. Es existiert seit 1933 und wurde erstmals von einer Schokoladenfabrik gesponsert, deren Produkte in weiß-rot gemustertem Papier verpackt waren. Nach jedem Anstieg werden Punkte für das Bergtrikot vergeben, wobei die Kategorien von 4 (leicht) bis 1 (schwer) sowie hors de catégorie (HC, außerordentlich schwer) reichen. Der französische Radprofi Richard Virenque gewann als Einziger siebenmal die Bergwertung (zwischen 1994 und 2004).

Weißes Trikot

Mit dem weißen Trikot, das seit 1975 vergeben wird, wird der beste Jungprofi ausgezeichnet. Fahrer, die im Jahr der Tour höchstens 25 Jahre alt sind kommen für die Vergabe des weißen Trikots in Frage. Jan Ullrich gewann bei seinem Toursieg 1997 das weiße und das gelbe Trikot, da er erst 23 Jahre alt war.

Rote Rückennummer

Die rote Rückennummer zeichnet nach jeder Etappe den kämpferischsten Fahrer des gesamten Fahrerfeldes aus. Sie ist die einzige Auszeichnung, die durch eine Fachjury ermittelt wird. Diese besteht aus 8 Mitgliedern (Rennleiter, Sportler, Journalisten usw.) und entscheidet nach jeder Etappe, wer am meisten Kampfgeist gezeigt hat. Die rote Rückennummer wird jeden Morgen feierlich auf dem Podium der Fahrer überreicht. Pro getragenen Tag fließen 2 000€ in die Mannschaftskasse. Am Ende wird der kämpferischste Fahrer der gesamten Tour gewählt, wobei das Preisgeld 20 000€ beträgt.

Mannschaftswertung

Bei der Mannschaftswertung wird nach jeder Etappe die beste Mannschaft ermittelt. Hierbei werden die Zeiten der besten 3 Fahrer addiert. Das Preisgeld für das beste Team der Gesamttour beträgt 50000€.

[bearbeiten] Strategien der Teams

Die Ziele der teilnehmenden Teams können durchaus sehr unterschiedlich sein. Manche Teams wollen möglichst viele Preise gewinnen, andere spezialisieren sich auf Preise einer bestimmten Wertung oder wollen durch Einzelauftritte die Aufmerksamkeit der Medien erregen. Deshalb muss jedes Team taktisch kluge Entscheidungen treffen, um sein Ziel zu erreichen und das Potential seiner Mitglieder voll zur Geltung zu bringen.

[bearbeiten] Ausreißversuche

Als Ausreißversuch oder Attacke bezeichnet man den Versuch einer Gruppe oder eines einzelnen Fahrers, sich vom Hauptfeld zu lösen und mit einem Vorsprung das Rennen anzuführen. Bei der Tour de France können solche Ausreißversuche wenn sie taktisch klug durchgeführt werden erfolgreich sein wenn

- die Interessen des Fahrerfeldes sehr unterschiedlich sind, und deshalb keine Gruppe die Verfolgung aufnimmt.
- in einer Ausreißergruppe möglichst viele Teams durch mehrere Fahrer vertreten sind und niemand seinem Teammitglied die Chance auf einen Etappensieg rauben will
- die Fluchtgruppe sehr schnell einen großen Vorsprung zwischen sich und das Feld schafft
- Hindernisse wie Zugschranken das Feld an der Verfolgung hindern.
[bearbeiten] Zeitnahme und Zeitlimit

Alle Fahrer eines Teams werden mit der gleichen Zeit bewertet. Es gibt für jede Etappe, außer für den Prolog, ein Zeitlimit, innerhalb dessen jeder Fahrer die Etappe beenden muss. Dieses Limit wird unter Berücksichtigung des Schwierigkeitsgrades und der Durchschnittsgeschwindigkeit berechnet und variiert zwischen 104% und 118% der Zeit des Etappensiegers. Das Zeitlimit kann aber verlängert werden, wenn sonst mehr als 20% der Fahrer zu spät eintreffen würden.

[bearbeiten] Verpflegung

Auf jeder Etappe gibt es Verpflegungszonen, wo den Fahrern von der Tourorganisation genehmigte Verpflegungsbeutel gereicht werden. Dies ist enorm wichtig, da die Athleten sehr schnell viel Energie verbrennen (6000 – 10 000 Kilokalorien auf einer schweren Bergetappe).Die Profis dürfen auch Lebensmittel entgegennehmen, die ihnen von Zuschauern gereicht werden, allerdings auf eigene Gefahr.

[bearbeiten] Pannenhilfe und ärztliche Hilfe

Technische Hilfe kann vom Team oder von den neutralen Materialwagen geleistet werden. Ein Pannenstopp darf nur hinter einer Ausreißergruppe und hinter dem Hauptfeld am rechten Straßenrand eingelegt werden. Was ärztliche Hilfe betrifft, so dürfen die Fahrer nur von einem Arzt des offiziellen ärztlichen Dienstes behandelt und nur hinter dem Peloton (dem geschlossenen Hauptfeld) behandelt werden.

[bearbeiten] Rennverstöße und Aufgabe

Die Rennkommission überwacht die Einhaltung der Regeln indem sie das Rennen auf Motorrädern begleitet. Verstöße können mit Geldstrafen (in Schweizer Franken), Zeitstrafen, Zurücksetzung im Tagesklassement oder Disqualifikation bestraft werden. Zu diesen Verstößen gehören das Anschieben oder Ziehen eines Kollegen (natürlich auch das Sich-anschieben-lassen bzw. Ziehen-lassen), das benutzen von Autos oder Motorrädern als Windschatten oder das Verlassen der Fahrlinie beim Sprint.

Wird ein Fahrer vom Tourarzt behandelt oder hatte er eine Panne, so darf er im Windschatten der Autos der Sportlichen Leiter fahren, um wieder Anschluss an das geschlossene Fahrerfeld zu bekommen.

Gibt ein Fahrer das Rennen auf, so muss er die Startnummern, die am Fahrrad und am Trikot befestigt sind im Besenwagen abgeben.

[bearbeiten] Legenden der Tour de France

Lance Armstrong

Der 1971 in Plano, Texas geborene Amerikaner Lance Armstrong gehört zu den Legenden der Tour de France. Er gewann von 1999 bis einschließlich 2005 die Tour siebenmal hintereinander, womit er die bisherigen Rekordhalter Jaques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain übertraf.

Bereits mit 22 Jahren gewann er die Straßenweltmeisterschaft in Oslo, was ihn zum jüngsten Straßenweltmeister in der Geschichte des Radsports macht. 1996 unterzeichnete er einen Vertrag bei Equipe Cofidis , doch kurz darauf wurde bei ihm Hodenkrebs diagnostiziert. Der Krebs war bereits sehr weit fortgeschritten und seine Überlebenschancen betrugen nur 3%. Nach zwei Operationen und einer langen Chemotherapie konnte er wie durch ein Wunder den Krebs besiegen. Armstrong hat nicht die normalerweise übliche Chemotherapie gewählt, da dies eine Verringerung der Lungenkapazität zur Folge gehabt hätte er seine Karriere hätte beenden müssen. Er entschloss sich für eine wesentlich längere Chemotherapie, die die Lunge nicht belastete und konnte so in den Profiradsport zurückkehren.

Leider stand Lance Armstrong nicht immer als Sieger im Rampenlicht, sondern auch wegen Dopingverdacht. 1999 wurden bei der Tour de France Urinproben entnommen und eingefroren. Erythropoetin (EPO) ließ sich damals noch nicht nachweisen. 2005 veröffentlichte die französische Sportzeitung L’Equipe, dass in den Proben von Armstrong EPO nachgewiesen worden sei. Der Radprofi stritt die Vorwürfe stets ab und erklärte, er habe niemals leistungssteigernde Mittel genommen. Bereits zuvor wurde Armstrong mehrmals vorgeworfen, seine Krankheit als Vorwand für erhöhten Medikamenteneinsatz zu nutzen. Auch seine Zusammenarbeit mit dem italienischen „Doping-Arzt“ Michele Ferrari trug zu zahlreichen Gerüchten bei. Doch bis auf 1999 konnte man Armstrong nie den Einsatz von verbotenen Substanzen nachweisen.

Armstrong setzt sich für Krebskranke und für die Krebsforschung ein. Er entwarf das „Livestrong-Armband“, gründete die Lance-Armstrong-Foundation (LAF) und brachte sogar ein Radsportbekleidungs-Label auf den Markt, wobei ein Großteil der Einnahmen der LAF zugute kommt.

Miguel Indurain

Der ehemalige spanische Radrennfahrer Miguel Indurain hat fünf Siege bei der Tour de France, zwei beim Giro d’Italia, einen bei der WM im Einzelzeitfahren sowie einen Stundenweltrekord und einen Olympiasieg aufzuweisen. Er zählt zu den erfolgreichsten Radrennfahrern überhaupt.

Richard Virenque

Der aus Marokko stammende französische Rennfahrer ist ein wahrer Bergprofi. Er gewann siebenmal das Bergtrikot (1994, 1995, 1996, 1997, 1999, 2003 und 2004).

Jan Ullrich

Jan Ullrich ist bisher der einzige Deutsche, der je die Tour de France gewonnen hat (1997). Außerdem wurde er fünfmal Zweiter, einmal Dritter und einmal Vierter. Kurz vor der Tour 2006 wurde er aus seinem Team (T-Mobile) entlassen und von der Teilnahme an der Tour ausgeschlossen, da er in den Dopingskandal um Fuentes verwickelt war. Im Februar 2007 gab er offiziell das Ende seiner aktiven Radsportkarriere bekannt. Er wollte für das österreichische Team Volksbank als Berater und Werbeträger arbeiten, wurde jedoch aufgrund des Dopingskandals bis auf weiteres abgelehnt.

[bearbeiten] Sieger 2005 - 2007

2005

Gelbes Trikot: Lance Armstrong (USA) Grünes Trikot: Thor Hushovd (Norwegen) Bergtrikot: Michael Rasmussen (Dänemark) Weißes Trikot: Jaroslaw Popowytsch (Ukraine) Teamwertung: T-Mobile Team (Deutschland)

2006

Gelbes Trikot: Oscar Pereiro (Spanien, gewann nachdem Floyd Landis der Titel wegen Doping aberkannt wurde) Grünes Trikot: Robbie McEwen (Australien) Bergtrikot : Michael Rasmussen (Dänemark) Weißes Trikot: Damiano Cunego (Italien) Teamwertung: T-Mobile Team (Deutschland)

2007

Gelbes Trikot: Alberto Contador (Spanien) Grünes Trikot: Tom Boonen (Belgien) Bergtrikot: Mauricio Soler (Kolumbien) Weißes Trikot: Alberto Contador (Spanien) Teamwertung: Discovery Channel (USA)

[bearbeiten] Doping

Leider wird die publikumsreichste Sportveranstaltung der Welt immer wieder von Dopingfällen überschattet. Die erste Dopingkontrolle wurde 1966 in Bordeaux durchgeführt und führte zu einer Protestaktion der Fahrer, die zu Beginn der ersten Etappe ihre Fahrräder schoben. Ein Jahr später starb der englische Rennfahrer Tom Simpson während der Tour am Mont Ventoux nach der Einnahme von Amphetaminen.

Festina-Affaire 1998

Der erste große Dopingskandal, die Festina-Affaire , erschütterte 1998 die Tour. Bei einem Betreuer des Teams Festina, Willy Voet, fand man große Mengen an unerlaubten Substanzen, hauptsächlich Erythropoetin (EPO). EPO ist ein Hormon, das die Bildung neuer roter Blutkörperchen anregt, wodurch man größere Mengen an Sauerstoff im Blut transportieren kann. Nach mehreren Razzien in den Mannschaftshotels, stellte sich heraus, dass Festina organisiertes Teamdoping unter ärztlicher Aufsicht betrieben hat. Der Sportdirektor Bruno Roussel gab außerdem die Existenz schwarzer Kassen zum Kauf von Dopingsubstanzen zu. Die Mannschaft Festina, darunter der französische Nationalheld Richard Virenque und der schweizerische Radprofi Alex Zülle, wurde nach der 7. Etappe ausgeschlossen.

Dies zeigte auch wie ineffizient die damaligen Dopingkontrollen waren, denn kein Fahrer des Festina-Teams ist positiv getestet worden. Die französischen Behörden verschärften daraufhin natürlich ihre Ermittlungsmethoden, was beim Fahrerfeld nicht sehr gut ankam. Die Aufregung um das Thema Doping wurde vielen Fahrern zu viel und es entstand ein Machtkampf zwischen Polizei und Tourteilnehmern. Trotz mehrerer Streiks mussten die Mannschaften weitere Kontrollen über sich ergehen lassen. Nach Festina wurde auch das niederländische Team TVM ausgeschlossen und die spanischen Mannschaften fuhren aus Protest gegen die französischen Ermittlungsmethoden zurück nach Hause. Die gedopten Fahrer wurden für mehrere Monate gesperrt. Der Prozess endete im Jahr 2000 mit Bewährungs- und/oder Geldstrafen für Teamarzt Eric Ryckaert, Sportdirektor Bruno Roussel, Teambetreuer Willy Voet, Soigneur Jeff d'Hont, Apothekerin Christine Paranier und ONCE-Teamarzt Nicolas Terrados.

Fuentes-Skandal 2006

Im Jahr 2006, einen Tag vor Beginn der Tour erschütterte ein neuer Dopingskandal die Radsportwelt. Die spanischen Behörden veröffentlichten eine Liste mit 58 Dopingverdächtigen, woraufhin die Favoriten Jan Ullrich, Francisco Mancebo, Ivan Basso, Oscar Sevilla und Joseba Beloki sowie einige andere Fahrer ausgeschlossen wurden. Die betroffenen Teams mussten reduziert starten oder konnten gar nicht an der Tour de France teilnehmen. Bei einer Razzia, bei der man Blutbeutel, Dopingsubstanzen und eine Liste mit vermuteten Codenamen von Rennfahrern fand, wurden der Teamarzt des spanischen Teams Liberty Seguros, Eufemiano Fuentes und dessen sportlicher Leiter Manolo Saiz festgenommen.

Den Gesamtsieg der Tour de France 2006 gewann der US-Amerikaner Floyd Landis, der jedoch nach der Tour positiv auf Testosteron getestet wurde. Er wurde sofort aus seinem Team Phonak Hearing Systems entlassen und im September 2007 wurde ihm der Titel aberkannt und der Spanier Oscar Pereiro Sio wurde zum neuen Gesamtsieger ernannt.

Dopingskandal 2007

Auch 2007 war Doping wieder das Hauptthema der Tour de France. ARD und ZDF brachen sogar ihre Liveübertragungen der Tour ab, nachdem der deutsche Rennfahrer Patrik Sinkewitz (T-Mobile Team) positiv getestet wurde. Das französische Team Cofidis und das schweizerische Team Astana zogen in der letzten Tourwoche alle ihre Fahrer zurück nachdem je ein Fahrer gedopt war. Auch der Gesamtführende dänische Radprofi Michael Rasmussen wurde wegen Missachtung der Meldepflicht wenige Tage vor Rennende aus der Tour genommen.

Der Stein wurde im Juni 2007 durch das Dopinggeständnis des deutschen Radprofis Jörg Jaksche ins Rollen gebracht. In seinem umfangreichen Geständnis gab er zu, seit 1997 jahrelang systematisch gedopt zu haben und beschrieb das Dopingproblem im Radsport als flächendeckend. Vor der Tour de France 1999 habe er das Doping aus Angst vor Razzien abgesetzt. Er wurde 80er.Er gab zu, ebenfalls auf der Kundenliste von Fuentes gestanden zu haben, nämlich unter dem Decknamen „Bella“. Er bezeichnete das „Doping-System“ im Radsport als „gerecht, weil alle dopen.“ Auch der Telekom-Teamchef Walter Godefroot, der Jaksche aufgrund seiner guten Leistungen (dank EPO) unter Vertrag nahm, habe Bescheid gewusst. Die „medizinische Versorgung“ mit Doping sei ein fest installiertes System gewesen, bei dem es nicht darum ging auszuschließen, dass jemand dopt, sondern zu verhindern, dass er ungeschickt dopt. Da die Sportlichen Leiter der Teams fast alle mal selbst Radfahrer gewesen sind, besäßen sie bereits eine Dopingmentalität. Er fuhr seit 1997 für die Rennställe Polti, Team Telekom, Once, CSC und Liberty Seguros und gab an, dass das Doping meist aktiv von der Teamführung betrieben worden sei. Er beschuldigte indirekt auch die UCI. Es soll Deals zwischen einigen Mannschaften und dem Verband gegeben haben, wodurch das Doping von der UCI geduldet würde. Jaksche erzählte vom Zwang zu dopen und sagte, dass endlich jemand die Öffentlichkeit aufklären müsse, um den Radsport zu retten.

Andere Dopingsünder reagierten teilweise sehr positiv auf Jaksches Geständnis. Der zweimalige Vize-Weltmeister Erik Zabel, der bereits im Mai 2007 zusammen mit T-Mobile Teamchef Rolf Aldag seine Dopingsünden gestanden hatte, rief Jaksche an und gratulierte ihm zu seiner Entscheidung. Zahlreiche andere Fälle wurden aufgedeckt und die Tour de France stand knapp vor dem Abbruch, fand dann aber trotz allem statt.

Wegen der Kronzeugenregelung wurde Jaksche nur für ein Jahr, bis 2. Juli 2008, vom österreichischen Radsportverband gesperrt.

[bearbeiten] Giro d’Italia

Der Giro d’Italia wurde erstmals 1909 veranstaltet und gilt als zweitwichtigstes Etappenrennen nach der Tour de France. Er findet jedes Jahr im Mai statt und dauert 3 Wochen, in denen die Athleten quer durch Italien und das nahe Ausland fahren. Die Strecke besteht aus für die Sprinter günstigen Flachetappen, aus mittelschweren Etappen und Hochgebirgsetappen sowie zwei Einzelzeitfahren.

Wie bei der Tour de France tragen die Sieger der einzelnen Wertungen verschiedenfarbige Trikots:

Rosafarbenes Trikot (maglia rosa) - Gesamtwertung

Der Führende der Gesamtwertung trägt das rosafarbene Trikot. Die Farbe soll an das Papier der italienischen Sportzeitung Gazzetta dello Sport erinnern, die den Giro veranstaltet.

Grünes Trikot (maglia verde) - Bergwertung

Das grüne Trikot ist für den Führenden in der Bergwertung bestimmt. Punkte für das grüne Trikot kann man an den höchsten Punkten des Giro, also auf Bergen und Hügeln sammeln. Die Wertung wurde nach dem ehemaligen Tour de France Gewinner Fausto Coppi, „Cima Coppi“ genannt. Bewertet wird folgendermaßen:

Am höchsten Punkt des Giro (cima coppi) gibt es 20, 15, 10, 6, 4 und 2 Punkte für die ersten 6 Fahrer.

Bergankünfte: 15, 10, 6, 4, und 2 Punkte für die ersten 5 Fahrer 1. Kategorie: 10, 6, 4, 2, 1 Punkte für die ersten 5 Fahrer 2. Kategorie: 5, 3, 1 Punkte für die ersten 3 3. Kategorie: 3, 2, 1 Punkte für die ersten 3

Zyklamrotes Trikot (maglia ciclamino) – Punktewertung

Als Führender in der Punktewertung erhält man das zyklamrote Trikot. Für dieses Klassement kann man bei der Zielankunft und bei Zwischensprints während einer Etappe punkten. Die ersten 15 Fahrer im Ziel einer Etappe bekommen 25, 20, 16, 14, 12, 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, und 1 Punkt. Bei den Zwischensprints bekommen die ersten 6 Fahrer 8, 6, 4, 3, 2 und 1 Punkte. Bei Gleichstand ist die Anzahl der gewonnenen Etappensiege oder Zwischensprints entscheidend.

Blaues Trikot (maglia azzurra) – Kombinationswertung

Bis 2005 wurde das blaue Trikot noch an den Sieger der Intergiro-Wertung (Ermitteln der Zeit auf der Hälfte jeder Etappe) vergeben, doch seit 2006 ist es das Trikot der Kombinationswertung. In der Kombinationswertung werden die Punkte der Gesamt-, der Punkte- und der Bergwertung sowie der Sprintwertung „110 Gazzetta“ addiert. In jeder dieser 4 Wertungen erhalten die ersten 15 Fahrer Punkte, der erste 15, der letzte 1 Punkt. Derjenige, der nach allen Etappen die meisten Punkte hat, bekommt das blaue Trikot. Bisher hat das nur der Italiener Paolo Savoldelli geschafft.

Weißes Trikot

Das weiße Trikot ist für den besten Jungprofi unter 25 Jahren bestimmt. Es wird erst seit 2007 vergeben und ersetzt das vorher für diese Wertung vergebene blaue Trikot.

[bearbeiten] Sieger des Giro d’Italia

Die Gesamtsieger des Giro in den letzten 3 Jahren stammten alle aus Italien:

2005: Paolo Savoldelli (Italien) 2006: Ivan Basso (Italien) 2007: Danilo Di Luca (Italien)

Die Gesamtsieg-Rekordhalter sind die Italiener Alfredo Binda und Fausto Coppi und der Belgier Eddy Merckx mit jeweils 5 Gesamtsiegen. Die meisten Etappensiege errang der Italiener Mario Cipollini.

[bearbeiten] Vuelta Ciclista a Espana

Die dritte der “Grands Tours” ist die Vuelta a Espana. Die Vuelta wurde erstmals 1935 ausgetragen. Sie findet im September statt, dauert 3 Wochen und führt durch Spanien und das nahe Ausland.

Die Streckenzusammensetzung ähnelt jenen der Tour de France und des Giro d’Italia, mit der Besonderheit, dass das Profil der Strecke im Allgemeinen sehr wellig ist. Deshalb haben starke Bergfahrer und Kletterer in der Gesamtwertung meist bessere Chancen. Ein Markenzeichen der Vuelta ist der Alto de Angliru in Asturien, mit Steigungen von bis zu 24 % einer der schwersten Anstiege im Randrennsport.

[bearbeiten] Reglement

Der Führende in der Gesamtwertung bekommt das goldene Trikot, der Führende in der Bergwertung das orangefarbene Trikot und der Beste in der Punktewertung das blaue Trikot. Der Beste in der Kombinationswertung trägt das weiße Trikot.

[bearbeiten] Sieger der Vuelta

Die Gesamtsieger der Vuelta in den letzten 3 Jahren stammten aus Russland und Kasachstan:

2005: Denis Menschow (Russland, gewann nachdem dem Spanier Roberto Heras der Sieg nach einem positiven Dopingbefund nachträglich aberkannt wurde) 2006: Alexander Winokurow (Kasachstan) 2007: Denis Menschow (Russland)

[bearbeiten] UCI Pro Tour

Die UCI Pro Tour umfasst 27 Straßenradrennen, darunter die „Grands Tours“ (Tour de France, Giro d’Italia, Vuelta a Espana) und die wichtigsten Eintagesrennen, inklusive aller Rennen des bisherigen Rad-Weltcups.

Es gibt sie erst seit 2005 und sie ersetzt den Rad-Weltcup sowie die UCI-Weltrangliste. Zur Tour gehören außerdem nach die nach Kontinenten aufgeteilten Rennserien, wie die UCI –Europe-Tour für Europa. Hier gibt es 3 Rennkategorien: HC, 1 und 2.

Die 20 Rennställe mit Pro-Tour-Lizenz sind zur Teilnahme an der UCI Pro Tour verpflichtet. Die Pro-Tour-Lizenz wird für vier Jahre im Voraus vergeben. Zusätzlich können die Veranstalter noch einige andere Rennställe einladen.

[bearbeiten] Etappenrennen der UCI Pro Tour

März/April/Mai:

- Paris-Nizza
- Tirreno-Adriatico
- Baskenland-Rundfahrt
- Tour de Romandie
- Katalonien-Rundfahrt

Mai/Juni/Juli:

- Giro d’Italia
- Critérium du Dauphiné Libéré
- Tour de Suisse
- Tour de France

August/September:

- ENECO Tour
- Deutschland Tour
- Vuelta a Espana
- Polen-Rundfahrt

Eintagesrennen der UCI Pro Tour

März/April:

- Mailand – San Remo
- Flandern-Rundfahrt
- Paris-Roubaix
- Lüttich-Bastogne-Lüttich
- Gent-Wevelgem
- Amstel Gold Race
- Wallonischer Pfeil

Juli/August/September:

- Vattenfall Cyclassics
- Clasica San Sebastian
- GP Ouest France

Oktober:

- Lombardei-Rundfahrt
- Meisterschaft von Zürich
- Paris-Tours

Sonstige Rennen der UCI Pro Tour

- UCI Pro Tour-Mannschaftszeitfahren (Juni)
[bearbeiten] Ethikcode

Nach dem Fuentes-Skandal von 2006 entschlossen sie die Teams der UCI-Pro-Tour, einen Ethikcode aufzustellen. Der Code verbietet die Aufnahme eines unter Dopingverdacht stehenden Fahrers bei einem der Pro-Tour-Teams. Der in den Fuentes-Dopingskandal verwickelte, aber nicht verurteilte Italienische Rennfahrer Ivan Basso bekam aber dennoch einen Vertrag bei Discovery Channel, einem Team der UCI-Pro-Tour. Daraufhin hielt der Verband der Pro-Tour-Teams (IPCT) am 8. Dezember 2006 eine außerordentliche Sitzung ab um die Sache zu besprechen. Es wurde in Erwägung gezogen Discovery Channel aufgrund des Verstoßes gegen den Ethikcode auszuschließen. Bei der Abstimmung im Jänner 2007 entschied eine knappe Mehrheit zu Gunsten von Discovery Channel. Mittlerweile haben allerdings auch andere Teams Fahrer, die in den Skandal verwickelt waren aufgenommen.

Im Juni 2007 beschlossen die Pro-Tour-Teams zusammen mit dem UCI eine Ehrenerklärung. Diese Erklärung besagt, dass die Fahrer versichern müssen in der Vergangenheit keine unerlaubten Substanzen genommen zu haben. Auf Anfrage haben sie DNS abzugeben, um festzustellen, ob sie in den Fuentes-Skandal verwickelt waren. Dopingsünder müssen eine Strafe im Ausmaß eines Jahresgehaltes zahlen. Bis zum Beginn der Tour de France am 7. Juli 2007 mussten alle 600 Pro-Tour-Fahrer das Dokument unterschreiben. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Erklärung nicht juristisch durchsetzbar ist und die Einhaltung somit auf freiwilliger Basis erfolgt. Am 5. Juli 2007 verließen die Leiter von acht Mannschaften aus Protest eine Sitzung der Vereinigung der Profiradteams aufgrund einer Aussage eines spanischen Mannschaftsleiters, der meinte, dass sie nicht Doping betrieben, sondern Medikamente nähmen, wie jeder andere Sportler auch.

[bearbeiten] Bahnradsport

Unter Bahnradsport versteht man Radrennen, die in einem Radstadion (Velodrom) auf einer Radrennbahn ausgetragen werden. Eine moderne Radrennbahn ist oval und hat steile Kurven, wodurch sehr hohe Geschwindigkeiten erreicht werden können.

Im Bahnradsport unterscheidet man grundsätzlich zwei Disziplinen: Kurzzeitdisziplinen und Ausdauerdisziplinen.

[bearbeiten] Kurzzeitdisziplinen

Sprint / Fliegerrennen

Beim Sprint oder Fliegerrennen fahren 2 bis 4 Fahrer gegeneinander über eine Distanz von 1000m. Bei Bahnen mit einer Länge von 333,33m sind das genau 3 Runden. Beim Sprint ist die Zeit unbedeutend, gewonnen hat, wer als erster die Ziellinie überquert. Gestoppt werden nur die letzten 200m, in den ersten Runden „beschnuppern“ sich die Kontrahenten, tragen Positionskämpfe aus und fahren eher langsam. Es kommt oft zu Duellen um die günstigere Position im Windschatten des Gegners zu ergattern. Manche bringen ihre Fahrräder sogar komplett zum Stehen, ohne die Füße von den Pedalen zu nehmen. Dies nennt man „Stehversuch“. Erst in der letzten Runde geben die Fahrer Vollgas, wobei Geschwindigkeiten von bis zu 70km/h erreicht werden.

Team-Sprint

Jeweils drei Fahrer bilden eine Mannschaft. Drei Teams fahren gegeneinander und gestartet wird, wie beim Verfolgungsrennen auf den gegenüberliegenden Geraden der Bahn. Nach jeder Runde scheidet der Führende aus und der Zweitplatzierte übernimmt die Führung. Der dritte im Team fährt die ersten beiden Runden im Windschatten seiner Teamkollegen, um seine Kräfte zu sparen.

Keirin

Keirin ist eine japanische Variante des Sprints. Hier legen acht Fahrer/innen eine Distanz von ca. 2000m zurück, wobei sie die ersten zwei Drittel hinter einem Dernyfahrer als Schrittmacher herfahren. Der Schrittmacher beschleunigt langsam bis auf ca. 45km/h. Erst nachdem der Dernyfahrer die Bahn verlassen hat, beginnt der Finalkampf. Im Gegensatz zu anderen Radrennen ist beim Keirin Körpereinsatz erlaubt, solange Hände und Füße am Lenker bzw. auf den Pedalen bleiben. Ein Keirinrennen verläuft über mehrere Runden, wobei immer nur eine bestimmte Anzahl an Fahrern weiterkommt.

Einzelzeitfahren Beim Einzelzeitfahren startet immer nur ein Fahrer. Männer fahren 1000m, Frauen 500m. Auf den ersten 200m wird auf Maximalgeschwindigkeit beschleunigt. Diese Geschwindigkeit muss dann noch für die restlichen 800m bzw. 300m durchgehalten werden. Dies ist besonders anstrengend, sodass der Fahrer im Ziel völlig erschöpft ist.

Tandem

Die Disziplin „Tandem“ wurde 1992 aus dem Weltmeisterschaftsprogramm gestrichen und ist seither fast in Vergessenheit geraten. Beim Tandemrennen wird normalerweise ein Sprint gefahren. Der Vordermann steuert und der Hintere muss sich voll auf ihn verlassen, da er keine Sicht nach vorne hat. Der Rückgang der Tandemrennen hängt auch damit zusammen, dass die Kurven der modernen Radrennbahnen sehr eng sind.

[bearbeiten] Ausdauerdisziplinen

Verfolgungsrennen

Beim Verfolgungsrennen starten die Rennfahrer in gleichmäßigen Abständen voneinander. Wem es gelingt, seinen Gegner einzuholen, gewinnt. Gelingt es keinem der Fahrer, gewinnt derjenige mit der besten Zeit. Nach mehreren K.O.-Runden geht es ins Finale, wo der Gesamtsieger ermittelt wird.

Es gibt 2 Arten von Verfolgungsrennen, Einer- oder Einzelverfolgung und Mannschaftsverfolgung.

Bei der Einer-Verfolgung fahren immer zwei Sportler gegeneinander. Männer legen 4000m, Frauen 3000m zurück. Bei der Mannschaftsverfolgung treten zwei Mannschaften zu je 4 Fahrern gegeneinander an. Fährt der dritte Fahrer einer Mannschaft durchs Ziel, wird die Zeit gestoppt. Das heißt, wenn ein Fahrer einer Mannschaft während des Rennens ausscheidet, kann diese dennoch gewinnen. Hier zählt nicht nur die persönliche Leistungsfähigkeit des einzelnen Fahrers, sondern auch die Taktik des Teams. Die Mannschaftsmitglieder müssen perfekt aufeinander abgestimmt sein. Deshalb bezeichnet man die Mannschaftsverfolgung auch als „Königsdisziplin des Radsports“. Die zurückzulegende Distanz bei der Mannschaftsverfolgung beträgt 4000m.

Punktefahren

Beim Punktefahren handelt es sich um ein Massenstartrennen. In regelmäßigen Abständen finden Sprintwertungen statt. Die ersten 4 Fahrer jeder Wertung erhalten 5, 3, 2, und 1 Punkt. Für den Gesamtsieg sind in erster Linie die insgesamt gefahrenen Runden entscheidend, dann die Punkte. Männer fahren 10-40km, Frauen 5-24km.

Scratch

Diese Disziplin ist relativ jung. Mehrere Fahrer/innen legen eine bestimmte Anzahl von Runden zurück, wobei der gewinnt, der die Distanz als Erster beendet.

Zweier-Mannschaftsfahren

Hier bilden zwei Fahrer, die sich nach einer bestimmten Distanz ablösen, eine Mannschaft. Üblicherweise bleiben beide Fahrer während des gesamten Rennens auf der Bahn, wobei einer natürlich viel langsamer fährt. Der abzulösende Fahrer versucht bei der Ablöse seinem Teamkollegen soviel Schwung wie möglich mitzugeben. Dies geschieht durch einen sogenannten Schleudergriff. Der vordere, langsamere, Fahrer zieht sich an der ausgestreckten Hand des von hinten kommenden abzulösenden Fahrers ins Rennen. In bestimmten Intervallen werden Punktewertungen ausgefahren. Am Ende gilt, wie beim Punktefahren, Runden vor Punktzahl. Zweier-Mannschaftsfahren werden oft in Sechstagesrennen ausgetragen.

Steherrennen

Beim Steherrennen fahren die Rennfahrer hinter einem Motorrad, dem so genannten Schrittmacher her. Der Fahrer des Motorrades nimmt eine beinahe stehende Position ein, um de Radfahrer möglichst viel Windschatten zu verschaffen. Dabei werden sehr hohe Geschwindigkeiten erreicht (bis zu 100km/h!), wobei der Radfahrer (Steher) nicht mit dem Schrittmacher verbunden ist und sein Tempo ausschließlich seiner Beinarbeit im Windschatten zu verdanken hat. Radler und Schrittmacher verständigen sich durch abgesprochene Zurufe. Um dies zu ermöglichen, trägt der Schrittmacher einen Helm mit nach hinten offenen Ohrenklappen. Bei Steherrennen werden bis zu 100km zurückgelegt.

Der Name dieser Disziplin kommt allerdings nicht von der Körperhaltung des Schrittmachers, sondern aus den Anfängen des Fahrrades, als man Rennen zwischen Radfahrern und Reitern veranstaltete. Konnte in Pferd sehr lange ein hohes Tempo halten, nannte man es einen „Stayer“ (engl., jemand mit Ausdauer, Steher). Ein Radfahrer, der mit dem Pferd mithalten konnte wurde ebenso genannt.

Stundenweltrekord

Beim Stundenweltrekord geht es darum, alleine und ohne Windschattengeber, eine möglichst große Distanz innerhalb von einer Stunde zurückzulegen.

[bearbeiten] Weltmeister des Bahnradsports

Sprint

2005: RenéWolf (Deutschland)
2006: Theo Bos (Niederlande)
2007: Theo Bos (Niederlande)

Team-Sprint

2005: Chris Hoy, Jason Queally, Jamie Staff (Großbritannien)
2006: Grégory Bauge, Mickael Bourgain, Arnaud Tournant (Frankreich)
2007: Grégory Bauge, Mickael Bourgain, Arnaud Tournant (Frankreich)

Keirin

2005: Teun Mulder (Niederlande)
2006: Theo Bos (Niederlande)
2007: Chris Hoy (Großbritannien)

Einer-Verfolgung

2005: Robert Bartko (Deutschland)
2006: Robert Bartko (Deutschland)
2007: Bradley Wiggins (Großbritannien)

Mannschaftsverfolgung

2005: Steve Cummings, Rob Hayles, Paul Manning, Chris Newton (Großbritannien)
2006: Peter Dawson, Matthew Goss, Mark Jamieson, Stephen Wooldridge (Australien)
2007: Ed Clancy, Geraint Thomas, Paul Manning, Bradley Wiggins (Großbritannien)

Einzelzeitfahren 1000m

2005: Theo Bos (Niederlande)
2006: Chris Hoy (Großbritannien)
2007: Chris Hoy (Großbritannien)

Punktefahren

2005: Wolodymyr Rybin (Ukraine)
2006: Peter Schep (Niederlande)
2007: Juan Llaneras (Spanien)

Zweier-Mannschaftsfahren

2005: Mark Cavendish, Robert Hayles (Großbritannien)
2006: Isaac Galvez, Juan Llaneras (Spanien)
2007: Franco Marvulli, Bruno Risi (Schweiz)

Scratch

2005: Alex Rasmussen (Dänemark)
2006: Jérôme Neuville (Frankreich)
2007: Kam Po Wong (China)

Steherrennen

Die erste WM im Steherrennen wurde 1895 ausgetragen. Seit 1994 fand keine Steher-WM mehr statt. 1994 gewann der Deutsche Carsten Podlesch.

Tandem

Tandemweltmeisterschaften gab es von 1966 bis 1994. Die Sieger der letzten WM waren Fabrice Colas und Frédéric Mangé (Frankreich).

[bearbeiten] Mountainbiking

Beim Mountainbiking werden mit einem Mountainbike (Bergfahrrad) unbefestigte Wege abseits von asphaltierten Straßen befahren.

Man unterscheidet im Allgemeinen zwei Disziplinen: Cross-Country-Racing und Downhill. Cross-Country-Racing findet auf abwechslungsreichen Strecken im Gelände statt. Beim Downhill geht es während des gesamten Rennens bergab.

[bearbeiten] Wettkampfdisziplinen Cross Country

Cross Country XC

Diese Rennen finden auf einem runden Kurs statt, der zwischen 4,5 und 6km lang ist und über sehr steile, anspruchsvolle Passagen verfügt. Start und Zielpunkt sind identisch.

Marathon (Cross Country Marathon XCM)

Beim Mountainbike-Marathon legen die Teilnehmer mindestens 40km im Gebirge zurück. In Europa handelt es sich um ein verlängertes Cross Country Rennen, während in den USA und in Canada oft mehr als 1000km bei so einem Marathon zurückgelegt werden.

Point-to-Point

Beim Point-to-Point-Rennen sind Start und Zielpunkt nicht identisch. Die Strecke ist zwischen 25 und 100km lang und es wird entweder einzeln oder im Massenfeld gestartet.

Short-Course

Beim Short-Course ist die Strecke 6km lang und weniger anspruchsvoll. Wettkampfdisziplinen Downhill

4-Cross

Beim 4-Cross fahren jeweils 4 Fahrer auf einer kurzen Downhill-Strecke gegeneinander.

Dual Slalom

Beim Dual Slalom treten 2 Fahrer auf einer kurzen Downhill-Strecke gegeneinander an.

Stage Race

Beim Stage Race werden über 3 bis 10 Tage einzelne Etappen gefahren.

Hill Climb Beim Hill Climb müssen 80% der Strecke bergauf verlaufen.

[bearbeiten] Amtierende Weltmeister - Mountainbike WM 2007 in Fort William (Großbritannien)

Cross Country Damen

1. Platz: Kalentieva Irina (Russland)
2. Platz: Spitz Sabine (Deutschland)
3. Platz: Wang Jingjing (China)

Cross Country Herren

1. Platz: Absalon Julien (Frankreich)
2. Platz: Naef Ralph (Schweiz)
3. Platz: Vogel Florian (Schweiz)

[bearbeiten] BMX-Sport

BMX (Bicycle Moto Cross) – Räder sind kleine, robuste Fahrräder mit stabilem Rahmen und hohem Lenker, die an Moto Cross Maschinen erinnern. Mit ihnen kann man in unwegsamem Gelände, auf Treppen und Parcours alle Arten von Sprüngen und Kunststücken machen.

Im BMX Radsport unterscheidet man im Allgemeinen die Disziplinen Racing (BMX-Rennen) und Freestyle. 2008 wird BMX-Race in die Liste der Olympischen Disziplinen aufgenommen.

[bearbeiten] Kunstradfahren

Beim Kunstradfahren führen die Athleten akrobatische Kunststücke auf einem Spezialrad vor. Kunstradfahrer beweisen Körpergefühl, Kraft, Kondition, Mut, und Konzentration. Man unterscheidet die Disziplinen Einer-, Zweier-, Vierer- und Sechserkunstfahren sowie Vierer- und Sechser-Einradfahren.

Beim Einerkunstfahren zeigt der Athlet Übungen auf einem Spezialrad. Zu den Übungen gehören freies Stehen auf Sattel und Lenker, Handstand, Steiger (Übungen, bei denen nur auf dem Hinterrad gefahren wird), Sprünge vom Sattel auf den Lenker, Drehsprünge um das Vorderrad usw. Eine Kür besteht normalerweise aus 28 Übungen, die aus dem internationalen Reglement ausgewählt werden.

Beim Zweierkunstfahren treten zwei Athleten gemeinsam mit zwei Fahrrädern auf. Zuerst sind sie in Griffverbindung aber immer noch jeder auf seinem Rad. Es werden ähnliche Kunststücke wie beim Einerkunstfahren vorgeführt. Anschließend wird nur noch ein Rad benutzt und es kommen „Trageübungen“ hinzu.

Beim Vierer- und Sechserkunstfahren sowie beim Vierer- und Sechser-Einradfahren werden verschiedenen Figuren synchron gefahren.

[bearbeiten] Regeln

Die hölzerne Fahrfläche muss bei internationalen Wettkämpfen 11m mal 14m groß sein und wird durch Seitenlinien begrenzt. Um den Mittelpunkt befinden sich zwei Kreise mit 4m bzw. 8m Durchmesser. Jede Übung muss eine Runde lang, außerhalb des 4m-Kreises gezeigt werden. Bei einer Wechselrunde fährt man zweimal über den Mittelpunkt, sodass ein 8er entsteht, wobei die beiden Schleifen über den 8m-Kreis führen müssen. Bei Sprüngen und Hocken gibt es diesbezüglich keine Vorschriften.

Jede Übung hat, je nach Schwierigkeitsgrad, einen bestimmten Punktwert. Jeder Teilnehmer erhält eine Grundpunktzahl von 200 Punkten und im Laufe des Wettkampfes werden Schwierigkeitspunkte dazugezählt oder abgezogen. Die Kür wird von einem Kampfgericht, bestehend aus 4-6 Kampfrichtern (2-3 Ansager und 2-3 Schreiber) bewertet.

Schwierigkeits-Abzüge gibt es wenn die Übung keine komplette Runde/Wechselrunde lang gezeigt wird, die Reihenfolge nicht eingehalten wird, die Übung nicht nach Reglement ausgeführt wird oder die Zeit überschritten wird. Für die Kür stehen dem Athleten 6 Minuten zur Verfügung. Außerdem gibt es noch Abzüge für die Ausführung (Unsicherheit, schlechte Haltung, Überfahren der Flächenbegrenzung, unkorrekter Abgang, Stürze und Bodenberührungen).

[bearbeiten] Bekannte Kunstradsportler/innen

Weltmeister WM 2006 (Chemnitz):

1er Kunstrad Frauen:

Gold: Sarah Kohl (Österreich)
Silber: Claudia Wieland (Deutschland)
Bronze: Sandra Beck (Deutschland)

1er Kunstrad Männer:

Gold: David Schnabel (Deutschland)
Silber: Florian Blab (Deutschland)
Bronze: Robin Hartmann (Deutschland)

2er Kunstrad Frauen:

Gold: Carolin Ingelfinger & Katja Knaack (Deutschland)
Silber: Katrin Schultheis & Sandra Sprinkmeier (Deutschland)
Bronze: Barbara Morf & Franziska Geier (Schweiz)

2er Kunstrad Männer:

Gold: Simon Altvater & Nico Kunert (Deutschland)
Silber: Felix & Jonas Niederberger (Deutschland)
Bronze: Petr & Kamil Bartunek (Tschechien)

[bearbeiten] Radball

Beim Radball geht es darum mit speziellen Fahrrädern den 500-600 Gramm schweren Ball ins Tor zu spielen. Der Ball wird nur mithilfe des Vorder- oder Hinterrades bewegt. Die beiden bekanntesten Disziplinen sind 2er Radball und 5er Radball. Radball wird nur von Männern gespielt.

[bearbeiten] 2er Radball

Beim 2er Radball besteht eine Mannschaft aus 2 Spielern: Torwart und Feldspieler, wobei der Torwart auch im Feld spielen darf und umgekehrt. Es wird in der Regel in einer Halle auf einem 11x14 Meter großen Spielfeld gespielt, welches von einer Bande umgeben ist. Beim Radball darf der Ball nur gespielt werden, wenn sich Hände und Füße am Lenker bzw. auf den Pedalen befinden.

Nur der Torwart darf im Strafraum den Ball mit den Händen berühren, um ihn zu halten. Im Strafraum darf immer nur ein Spieler verteidigen. Die Spieler dürfen weder den Boden berühren, noch sich in irgendeiner Form abstützen. Bei Verstoß muss sich der Spieler vom Ball entfernen und die eigene Toraußenlinie überqueren, erst dann darf er wieder ins Spiel. Berührt ein Spieler den Ball außerhalb der verlängerten Torlinie seines Tores, so wird dies mit einem Freistoß oder einem 4m Strafschlag bestraft. Wenn sich beide Spieler einer Mannschaft im eigenen Strafraum aufhalten, gibt es ebenfalls einen 4m Strafschlag. Die Spielzeit variiert je nach Altersklasse. Schüler (U15 und U17) spielen 2x5min, Junioren (U19) 2x6min und Erwachsene 2x7min. Die Spieler müssen knöchelhohe Schuhe und Stutzen tragen. Die Spieler einer Mannschaft tragen die gleichen Trikots.

[bearbeiten] 5er Radball

Beim 5er Radball besteht eine Mannschaft aus 5 Spielern, wobei der Torwart als solcher gekennzeichnet sein muss. Jedes Team hat 2 Auswechselspieler, die, wie beim Eishockey oder Hallenfußball, „fliegend“ eingewechselt werden können. Gespielt wird 2x15min auf einem Handballfeld mit Handballtoren und Banden an den Seitenlinien.

Es dürfen sich immer nur maximal 3 Spieler im Strafraum befinden und der Torhüter ist der einzige, der den Ball im Strafraum mit der Hand spielen darf. Bei Verstößen gibt es einen 7m Strafschlag oder einen Freistoß. Berührt ein Spieler den Boden, muss er sich 4m vom Ball entfernen und ist erst wieder spielberechtigt wenn ein anderer Spieler den Ball gespielt hat. Bei Fouls gibt es entweder nur eine 2-Minuten-Strafe oder eine 2-Minuten-Strafe zusammen mit einer gelben Karte. Zwei gelbe Karten bedeuten Gelb-Rot und der betreffende Spieler scheidet aus dem Spiel aus.

[bearbeiten] Weltmeister 2er Radball

Die amtierenden Weltmeister im 2er Radball stammen aus Deutschland. Bei der UCI Hallenradsport WM 2006 im deutschen Chemnitz holten sich Thomas Abel und Christian Hess die Goldmedaille. Im Jahr zuvor kamen die Sieger ebenfalls aus Deutschland (Mike und Steve Pfaffenberger) und 2004 aus Tschechien (Pavel Smid und Petr Skotak).

Die UCI Hallenradsport-Weltmeisterschaften 2007 finden von 9. Bis 11. November in Winterthur (Schweiz) statt.

[bearbeiten] Radpolo

Radpolo ist eine Mischung aus Radball und Polo, das normalerweise zu Pferde gespielt wird. Ziel ist es, den Ball mit einem langen Schläger ins gegnerische Tor zu spielen, wobei der Ball mit den Rädern abgefangen werden darf.

Wie beim 2er Radball besteht eine Mannschaft aus 2 Spielern, die abwechselnd im Feld oder im Tor spielen. Auch hier variiert die Spielzeit je nach Altersklasse zwischen 2x5 und 2x7 Minuten. Radpolo wird vorwiegend von Frauen gespielt.

[bearbeiten] Olympische Radsportdisziplinen

Zu den olympischen Disziplinen im Straßenradsport zählen:

Einzelzeitfahren

Zu den olympischen Disziplinen im Bahnradsport zählen:

Sprint
4000m /3000m Einzelverfolgung
4000m Mannschaftsverfolgung
Punktefahren
Keirin
Olympischer Sprint
Zweier-Mannschaftsfahren

Olympische Mountainbike-Disziplinen:

Cross Country

BMX wird ab 2008 Olympische Disziplin sein:

BMX-Race
 
 
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