Biathlon

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Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Biathlon

Der Begriff Biathlon findet sich im Griechischen wieder und bedeutet „Doppelkampf“. Vorwiegend handelt es sich hierbei um eine Kombinationssportart, die nur im Winter stattfindet, da die Disziplinen Skilanglauf und Schießen ausgeübt werden. Nicht zu verwechseln ist diese Sportart jedoch mit dem Sommerbiathlon; dieser besteht aus Laufen-Schwimmen-Laufen.

[bearbeiten] Geschichte

Die Geschichte des Biathlons lässt sich bis zu 500 Jahre vor Christi zurückverfolgen.
Das Ursprungsland ist Norwegen, wo das Biathlon Teil des kulturellen Erbes eines jeden Bürgers ist. Nordische Sagen, deren Protagonisten sich häufig im Zweikampf maßen, bilden die Grundlage für diesen Volkssport. Bei Besow-Noß, am Onegasee im Nordwesten Russlands fand man eine Höhlenmalerei, die Jäger mit Trittbrettern aus Bärenfelltatzen abbildeten. Das gilt als Indiz dafür, dass der Mensch damals eine Art Ski benützte um sich im Winter mit eiweißreicher Nahrung zu versorgen. Erste schriftliche Aufzeichnungen die die Existenz eines Biathlon-ähnlichen Sports belegen sind Teil der chinesischen, griechischen und römischen Geschichte. Der römische Dichter Vergil beschreibt zum Beispiel um 40 vor Christi schon die Jagd auf Skiern.
Weiters enthält der Runenstein von Balingsta (um 1050), Norwegen, eine Abbildung von Jägern auf Skiern mit Pfeil und Bogen. Die Entwicklung des modernen Biathlon wird in den folgenden Absätzen skizziert:

[bearbeiten] Der Militärpatrouillenlauf

Mit hohem Tempo auf Skiern unterwegs zu sein und gleichzeitig zu jagen war sehr anspruchsvoll, darum war das Biathlon damals ausschließlich eine Männerdisziplin, die der Nahrungsbeschaffung und später auch militärischen Zwecken diente. Schon zu Beginn der Wikingerzeit verteidigten sich die Einwohner Norwegens gegen Angriffe dänischer Wikinger auf „Skiern“.
Im Mittelalter waren Skiregimente feste Bestandteile des Militärs in Russland und Skandinavien. Um die Stärke der Skiregimente zu beweisen, etablierten sich erste Skiwettbewerbe, wobei die Teilnahme für die breite Masse noch nicht möglich war. Im 18. Jahrhundert breitet sich das Biathlon als wichtigster Bestandteil des Militärsportes in ganz Nordeuropa aus, ein Skisoldat sollte in der Lage sein, bei vollem Skilauf mit dem Gewehr zu schießen. Der erste Biathlonverein, der „Gewehr- und Skiclub von Trysil“, wurde 1961 in Norwegen gegründet. Das Biathlon wurde später auch im deutschen Sprachraum verbreitet, wo es parallel zu Militärpatrouillen auch allgemeine Skiläufe gab. 1895 fanden im deutschen Reich erstmals offizielle militärische Skilaufmeisterschaften statt – die Blütezeit erlebte diese Disziplin in den 1920er und 1930er Jahren. Zu dieser Zeit gab es beim Militär nur Gruppen-, keine Einzelausbildungen, der Skipatrouillenlauf, der Vorgänger des Biathlon, entwickelte sich also aus militärischen Gruppen-Trainingseinheiten. Trotzdem auch zivile Sportler immer mehr an dieser neuen Sportart interessiert waren, blieb ihre Ausübung vorerst noch den Militärs vorbehalten. Einer der größten Höhepunkte damaliger Zeiten war wohl, als der militärische Patrouillenlauf 1924 im Rahmen der ersten Olympischen Spiele in Chamonix das erste Mal als Demonstrationswettbewerb anerkannt wurde. Darauf folgten die olympischen Winterspiele von 1928, 1936 – im Rahmen des Krieges galt der Wettbewerb als Demonstration für die Stärke des NS-Regimes. Zwischen 1930-1941 fanden die Weltmeisterschaften im Militärpatrouillenlauf statt, welche bis heute noch bei Meisterschaften des Heeres und Militärs durchgeführt werden.

[bearbeiten] Die Entwicklung des Biathlon ab 1945

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Biathlon nun auch Zivilisten zugänglich gemacht, allerdings hatte das öffentliche Interesse an dieser Sportart mittlerweile wieder abgenommen. Aus diesem Grund tüftelte man an einem Plan den Patrouillenlauf durch den daraus hervorgehenden Wintermehrkampf zu ersetzen. Benannt wurde dieser Wettbewerb „Winter Pentathlon“, der aus den folgenden Disziplinen bestand: Reiten, Fechten, Schießen, Skilanglauf und Abfahrt. Dies war eine Winterversion des Fünf-Kampfes und wurde in den olympischen Winterspielen 1948 zum ersten Mal als Demonstrationswettbewerb zugelassen. Ein Jahr darauf wurde dieser Mehrkampf jedoch von der im August 1948 gegründeten UIPM – Union Internationale de Pentathlon Moderne – abgeschafft und durch das schwedische Modell, welches nur aus Langlaufen und Schießen bestand, ersetzt. Dieser Kampf erhält vom schwedischen General Sven Thofelt den Namen „Biathlon“ und wird von der IOC – dem Internationale Olympic Committee – als eigenständige Sportart anerkannt. Zusätzlich wird dann 1955 das Konzept des modernen Winterbiathlons eingeführt, das im darauffolgenden Jahr in Australien genehmigt wird. 1960 etabliert sich der Biathlon erstmals als Olympische Disziplin. Aufgrund des Erfolges werden in Deutschland Biathlonzentren in Zinnwald und Oberhof gegründet; letzteres wird nach dem Erfolg in der Staffelbronze 1976 als erfolgreichstes Zentrum der Welt gefeiert. Offizieller Verband des modernen Winterbiathlons war bis 1993 die UIPM, die sich 1968 in UIPMB umbenannte, bis 1993 das IBU– International Biathlon Union – in London gegründet wurde. 1972 wurde die junge Sportart, die von vielen Zivilisten noch mit einer Skepsis und wenig Interesse betrachtet wurde, durch einige Regeländerungen einfacher und smoit interessanter gemacht. So wurden zum Beispiel Großkalibergewehre ohne Zieloptik abgeschafft und man ging zu Kleinkalibergewehren über.

[bearbeiten] Frauen im Biathlon

Bisher wurde immer nur von männlichen Teilnehmern berichtet, daher stellt man sich die Frage, wann nun endlich auch Frauen-Wettkämpfe zugelassen wurden. Die erste Biathletin findet sich eigentlich schon sehr früh in einer norwegischen Sage: Skadi, gleichzeitig die Namensgeberin von Skandinavien, war eine leidenschaftliche und emanzipierte Skigöttin. Nachdem die CSSR und Skandinavien den UIPMB unter Druck gesetzt hatten einen Frauenwettbewerb zu veranstalten, fand 1981 der erste internationale Biathlon-Frauenkampf in der Tschechoslowakei statt. Innerhalb von drei Jahren schaffte es der Frauenbiathlon zur Weltmeisterschaft, diese wurde 1984 erstmal ausgetragen und fand bis 1988 getrennt von der der Männer statt. Obwohl sich das Frauenbiathlon viel später entwickelte, steht es dem der Männer um nichts nach – 1992 wurde es sogar ins olympische Programm aufgenommen.

[bearbeiten] Verbreitung und Beliebtheit

Biathlon ist besonders in Ländern, die die Anforderungen im Bereich Landschaft und Klima erfüllen, sehr beliebt und verbreitet. In Europa sind das vor Allem skandinavische Länder, Deutschland und Russland, außerdem Nord-Amerika und seit kurzem auch Asien. Vor allem China bemüht sich den Sport zu fördern, allerdings ist dies keine leichte Aufgabe, da sich wenig Athleten für den Sport begeistern können. Viele Biathleten haben eine Karriere als Skilangläufer hinter sich und sehen den Biathlon als vorzeitiges Kariereende. Da viele berühmte Biathleten aus Südtirol kommen, ist Biathlon in dieser Region sehr beliebt. In Österreich und in der Schweiz spielt diese Sportart allerdings eine eher untergeordnete Rolle. In Deutschland hingegen erfreut sich dieser Sport - vor allem seit einigen internationalen Erfolgen in den 90er Jahren - großer Popularität.

[bearbeiten] Ausrüstung

  • Ski

Die Ski, die beim Biathlon verwendet werden, sind sogenannte Skating-Ski. Diese Skier dürfen nicht mehr als 1,25 kg wiegen und nicht breiter als fünf Zentimeter sein. Während die Länge der anfänglichen Ski drei Meter betrug, passt man heute die Länge proportional der Körpergröße an. Der Skischuh wird mithilfe einer Bindung fixiert, die der Läufer jederzeit problemlos lösen kann. Dazu gehören noch Langlaufstöcke, die bis zu den Schultern reichen.

  • Gewehr

Heutzutage sind nur mehr Kleinkalibergewehre zugelassen, die zwischen 3,5 und 6 kg wiegen sollten. Die Gewehre, die beim Lauf auf der Schulter transportiert werden, sind händisch zu bedienen – es dürfen keine automatischen oder halbautomatischen Gewehre verwendet werden. Während des Wettkampfes darf ein defektes Gewehr nur einmal und mit Bestätigung des Schießstandleiters ausgetauscht werden, da jedes Team nur zwei Reservegewehre besitzen darf. Das Diopter und ein Ringkorn am Ende des Gewehres bilden die Visiereinrichtung. Wenn Nebel herrscht, kann das Ringkorn durch ein Nebelkorn ersetzt werden, da letzteres eine größere Öffnung besitzt, die ermöglicht, dass mehr Licht einfällt und somit die Sicht verbessert wird.

  • Munition

Mit einem Kaliber von 5,6mm und einer Mündigkeitsgeschwindigkeit von höchstens 380m/s wird auf ein 50 Meter entferntes Ziel geschossen. Vor dem Wettkampf passt der Biathlet sein Gewehr den herrschenden äußeren Bedingungen an - ein Vorgang der nicht länger als 45 Minuten dauern darf. Um vor plötzlich auftretenden Veränderungen der Flugbahn gewappnet zu sein, wird meistens mittels Kältekammer die Flugbahn bei bestimmten Temperaturverhältnissen eruiert.

[bearbeiten] Schießplatz und Zielscheibe

Ein Schießplatz besteht aus 30 Schussbahnen – jede davon hat eine Breite von 2,75 Metern. Jede Bahn verfügt außerdem über 5 Scheiben, welche entweder frei wählbar sind oder vom Wettkampfleiter zugeteilt werden. Die Zielscheibe hat einen Durchmesser von 45mm, wenn der Biathlet im Liegen schießt, und 115mm, wenn er im Stehen schießt. Verfehlt man eine Scheibe, muss man bei Staffel, Massenstart, Verfolgung und Sprint eine Strafrunde von 150 Metern langlaufen, was eine Einbuße von 20-30 Sekunden, je nach Kondition, bedeutet. Beim Einzel kann der Verlust eine ganze Minute betragen. Sollte ein Biathlet die Schießbahn verlassen, und er mit den verfügbaren 5 oder 8 Patronen (beim Staffellauf darf 3mal nachgeladen werden) nicht alle Scheiben getroffen haben, werden zwei Strafminuten verhängt, sollte ein Biathlet sich vor einer Strafrunde drücken, drohen die selben Konsequenzen. Im Laufe der Zeit und mit Hilfe immer neuer technischer Fortschritte ging man von den früher als Zielscheibe benutzten Luftballons und Papierscheiben, zu zerbrechlichen Glasscheiben und darauf zu schwarzen mechanischen Metallscheiben, die automatisch abklappen, über, bis ein elektronisches System eingeführt wurde. Indem sich weiße Scheiben vor die Schwarzen umklappen, wird ein Treffer angezeigt, wenn zwei Drittel des Geschosses ins Schwarze treffen. Ausgelöst wird dieser Mechanismus durch einen Sensor, der wiederum von einem elektrischen Impuls angetrieben wird. Dieses System wird bei offiziellen Wettkämpfen verwendet, während beim Anschießen, das eine Stunde vor Wettkampfbeginn stattfindet, noch Kartonscheiben verwendet werden.

[bearbeiten] Laufstrecke

Die Laufstrecke muss abwechslungsreich gestaltet werden, das heißt sie muss aus abfallenden, ebenen und ansteigenden Teilen bestehen. Jedoch müssen gefährliche, sehr steile und übermäßig lange Abfahrten sowie Engstellen vermieden werden. Die Differenz zwischen dem höchsten und niedrigsten Punkt der Strecke darf höchstens 80 Meter betragen. Nach der Startrunde kommt der Biathlet zum ersten Schießen, das liegend erfolgt. Das Gewehr darf er erst von der Schulter nehmen, nachdem er vollständig auf der Schießmatte steht. Danach darf er erst die Munition laden. Abhängig von der Disziplin muss der Biathlet entweder zweimal -bei der Staffel und beim Sprint-, oder viermal -beim Einzel, Verfolgung oder Massenstart- schießen, ehe er in die Endrunde gelangt. Oft befindet sich sogenannte Streckenposten am Rande der Piste, die den Biathleten Ratschläge zur Taktik geben oder auf momentane Platzierung aufmerksam machen. Im Ziel angelangt, wird das Gewehr, das nicht mehr geladen sein darf, kontrolliert und die Skier werden auf eine bestimmte Markierung, die sich auf einem der beiden Skier befinden muss, überprüft.

[bearbeiten] Disziplinen

Das Biathlon folgt zwar immer demselben Grundprinzip, unterscheidet sich aber durch bestimmte Regeln abhängig von der Art des Kampfes. Einzel, Sprint, Verfolgung, Massenstart, Staffel und gemischte Staffel bilden die sechs Disziplinen, die beim Biathlon Weltcup, bei Weltmeisterschaften und bei den olympischen Winterspielen anerkannt und praktiziert werden.

[bearbeiten] Der Einzelwettkampf

…ist die älteste Form des Biathlonwettkampfes, wobei Männer eine Distanz von 20km und Frauen eine von 15km zurücklegen müssen. Der Höhenunterschied der Strecke beträgt 600-750 Meter. Gestartet wird hier – wie der Name schon sagt – einzeln mit einem Startintervall von 30 Sekunden. Nach der ersten Runde findet die erste Schießübung im Liegen statt, danach im Stehen – für jeden Fehlschuss muss der Biathlet eine Strafminute absolvieren. Sieger ist der, der am wenigsten Zeit für die Strecke benötigt hat, nicht der, der als Erster über die Ziellinie gelangt. Aus diesem Grund erfreut sich diese Disziplin wenig Zuschauerbeliebtheit, da man einen Zeitmesser bräuchte um alle Strafminuten richtig zu kalkulieren. Im Grunde wäre diese Disziplin eine der interessantesten, da sich die Platzierung nach jeder absolvierten Runde ändert, jedoch ist es vernünftiger es sich im Fernsehen anzusehen. Auch die volle Strecke von 20 km wird nur noch sehr selten gefahren, da der Spannungspegel, je mehr Zeit vergeht, stark sinkt.

[bearbeiten] Der Staffelwettbewerb

…ist die zweitälteste Biathlon-Disziplin, sie wurde bereits bei der WM 1966 in Garmisch-Partenkirchen ins Programm aufgenommen. Eine Staffel besteht aus vier Athleten gleicher Nation und gleichen Geschlechts, wobei bei den Männern jeder Einzelne drei Runden zu je 2,5km, also jede Staffel insgesamt 30km, zurücklegen muss. Bei den Frauen waren es bis 1991 drei Athletinnen, die je fünf km laufen mussten, dann war die Distanz und die Anzahl der Staffel-Mitglieder eine Zeit lang dieselbe wie bei den Männern und später wurde sie wiederum verkürzt auf vier Frauen zu je sechs km. Beim Massenstart starten alle Teilnehmer (selbstverständlich immer nur ein Mitglied einer Staffel) gleichzeitig – nach der ersten Runde wird im Liegen geschossen, nach der zweiten im Stehen. Es gilt wie üblich 5 Zielscheiben zu treffen, wobei man quasi eine Reserve hat: Verfehlt man eine Scheibe, hat man drei Nachlader zur Verfügung, die man einzeln mit der Hand nachladen muss, was wiederum bis zu 10 Sekunden kosten kann. Wenn danach eine der fünf Scheiben noch immer nicht getroffen ist, muss eine Strafrunde gelaufen werden. Die Übergabe an den nächsten Läufer erfolgt per Handschlag in einer 30 Meter langen „Wechselzone“ beim Zielbereich. Sieger sind die Mitglieder der Staffel, deren Schlussläufen als erster, dh. vor den Schlussläufern der anderen Staffeln, die Ziellinie überquert.

[bearbeiten] Der Sprint

… wurde Anfang der 70er Jahre als 3. Biathlondisziplin eingeführt und ist die bisher am häufigsten ausgetragene, 1974 in Minsk war sie erstmals Weltmeisterschaftsdisziplin. Abhängig von der Teilnehmerzahl beträgt das Startintervall 30 – 60 Sekunden, wobei bei Männern drei Runden zu je 3/4/3 km zurückgelegt werden müssen. Bei Frauen sind es seit 1989 drei Runden zu je 2,5 km – vorher waren es einheitliche fünf km. Der Höhenunterschied darf hier 300-450 Meter betragen. Weiters ist die Schießbahn frei wählbar – es wird zwei Mal geschossen: Liegend und Stehend. Jeder Fehlschuss bedeutet eine Strafrunde von 150 Metern. Sieger ist derjenige, der die vorgeschriebene Strecke in Bestzeit absolviert.

[bearbeiten] Der Verfolgungswettkampf

…wird seit 2002 auch im Rahmen der Olympischen Spiele ausgetragen und folgt meist ein oder zwei Tage auf den Einzel- oder Sprintwettkampf, der als Qualifikation für das Verfolgungsrennen dient. Der Sieger aus jenem Wettkampf startet als Erster; ihn „verfolgen“ die anderen, die jeweils nach ihm in exakt derselben Reihenfolge und Zeitdifferenz, wie sie aus dem Sprint hervorgingen, starten. Nach dem Sprint wird die Zeitdifferenz auf den Erstplatzierten genau übernommen, wohingegen nach dem Einzel die halbe Zeit genügt. Zugelassen werden die ersten 60 Platzierungen; die Rennstrecke beträgt bei Männern 12,5 km und bei Frauen 10 km. Jeder Biathlet muss vier Schießübungen absolvieren – zuerst zwei liegend und dann zwei stehend, wobei auch hier jeder Fehlschuss eine Strafrunde bedeutet.

Der Verfolgungskampf wird häufig im Rahmen des Weltcup ausgetragen, er ist eher fernsehfreundlich, da der erste im Ziel auch als Sieger hervorgeht und somit die Konzentration und Rechnungskunst der Zuschauer nicht all zu sehr fordert. Spannend wird es, wenn die Zeitabstände, nach einem vorangegangenen Einzel zum Beispiel, gering sind und die Biathleten sich direkt messen müssen.

[bearbeiten] Der Massenstartwettkampf

… ist das letzte Einzelrennen der Meisterschaft und wird seit 1998/99 im Weltcup, und seit 2006 auch bei den Olympischen Winterspielen praktiziert. Der Massenstartwettkampf ist die jüngste Prestigedisziplin, denn nur die 30 Besten des Weltcups dürfen hier teilnehmen – falls jemand verhindert sein sollte, hat sich automatisch der Nächstplatzierte qualifiziert. Bei den Weltmeisterschaften hingegen werden alle Medaillengewinner der vorangegangenen Einzelwettkämpfe und die 15 Besten des Gesamtweltcups und des aktuellen Weltcups zugelassen – den Rest schöpft man aus dem Kontingent derjenigen, die während der Weltmeisterschaft am meisten Punkte gewonnen haben, wobei hier nur vier Biathleten pro Nation mitkämpfen können. Der Start erfolgt gleichzeitig und über eine Distanz, die bei den Herren 15 km, und bei den Frauen 12,5 km beträgt, wird vier Mal geschossen; jeweils zwei Mal hintereinander im Liegen und dann im Stehen. Jeder Fehlschuss bedeutet eine Strafrunde von 150m. Da der Biathlet, der als Erster in diesem großen Gedränge das Ziel erreicht, als Gewinner hervorgeht, und weil jeder, der überrundet wird, ausscheidet, ist dies die spannendste und beliebteste Disziplin des Biathlons.

[bearbeiten] Die Mixed – Staffel

…zu Deutsch die „Gemischte Staffel“, wurde nach anfänglichen Versuchen im Jahre 2002, wo im Rahmen des World Team Challenge in der Veltins Arena jeweils ein Mann und eine Frau mehrmals abwechselnd eine Distanz von 15 km zurücklegten, im Oktober des Jahres 2004 beim IBU-Kongress in Warna, Bulgarien, neu eingeführt. Die modernere Variante wird von jeweils zwei Männern und zwei Frauen einer Nation über eine Distanz von 7,5 km beziehungsweise 6 km absolviert. Obwohl bei der WM 2005 in Hochfilzen noch nicht zugelassen, findet während der Weltcupserie 04/05 in Khanty-Mansijsk ein eigener „Mixed Raley World Championship“ statt. Zwei Jahre darauf wird diese Form des Biathlons dann in Antholz endgültig ins WM-Programm aufgenommen.

[bearbeiten] Der Mannschaftswettkampf

… wurde ab 1989 im Rahmen des Biathlon-Weltcups und der Weltmeisterschaften ausgetragen, bis er 1998 aus jeglichen Wettkampfformen aufgrund des verwirrenden und komplizierten Konzepts gestrichen und durch den Massenstart ersetzt wurde. Hierbei bildeten vier Athleten ein Team, das geschlossen eine Strecke von zehn km zurücklegen musste. Dazwischen mussten zwei Schießübungen absolviert werden, wobei je zwei Biathleten liegend und je zwei stehend schossen. Bei jedem Fehlschuss musste die Mannschaft als Strafe 300 Meter geschlossen laufen. Die Gruppendynamik musste unter Beweis gestellt werden: Ein Team durfte von einem anderen nur geschlossen überholt werden und der Schießstand durfte nur gemeinsam betreten werden. Auch beim Lauf ins endgültige Ziel durfte der Zeitunterschied zwischen dem Ersten und dem Letzten derselben Gruppe nicht mehr als 15 Sekunden betragen, da ansonsten eine Strafminute verhängt wurde.

[bearbeiten] Die Zukunft

… des Biathlons scheint der Super Sprint zu werden. Als neue, national getestete Einzeldisziplin bleibt jedoch noch abzuwarten wann und wie genau sie ins Programm des Weltcups und der Weltmeisterschaft aufgenommen wird. Der Super Sprint setzt sich aus zwei Durchläufen zusammen: einem Qualifikationsdurchgang mit 15 Sekunden Zeitintervall zwischen den Läufern und einem Finaldurchgang, der als Massenstart konzipiert ist. Jeder Biathlet besitzt, ähnlich wie in der Staffel, 8 Patronen – verfehlt man jedoch eine einzige Scheibe, scheidet man aus dem gesamten Wettkampf aus.

[bearbeiten] Wettkämpfe

  • Die Olympischen Winterspiele

Wie bereits in der Geschichte des Biathlons erwähnt, wurde 1924 erstmals der Militärpatrouillenlauf vor der breiten Masse von Zivilisten sowohl als Demonstrationswettbewerb als auch als Wettkampf ausgetragen. Die Zuschauerzahl übertraf damals alle Rekorde der nordischen Bewerbe – heute gilt der Militärpatrouillenlauf hingegen nur noch als Demonstrationswettbewerb, was die olympischen Austragungen von 1928, 1936 und von 1948 beweisen. Zurzeit halten die olympischen Winterspiele fünf anerkannte Disziplinen für die Biathleten bereit, die langsam nacheinander ins olympische Programm aufgenommen wurden: 1960 machte der Biathlon mit einem 20 km Lauf der Herren den Anfang, acht Jahre darauf feierte die Staffel, bestehend aus vier Runden zu je 7,5 km, ihr Debüt, gefolgt vom Sprintwettbewerb im Jahre 1980. 1992 war ein gutes Jahr für die Damen – sie zelebrierten ihr olympisches Debüt in Albertville. Zehn Jahre später wurde in Salt Lake City der Verfolgungslauf aufgenommen und 2006 der Massenstart in Torino olympisch gemacht.

  • Die Biathlon Weltmeisterschaften

Nachdem sich das Biathlon bei den Frauen erst später entwickelte, gab es die erste WM für Männer bereits 1958 in Saalfelden, Österreich. Damals betrug die Teilnehmeranzahl nur magere 25 Athleten aus sieben Nationen. Auch wurde nur im Einzel gestartet; die anderen Disziplinen wurden erst später im Rahmen der Weltmeisterschaften ausgetragen. 1984 fand die erste WM auch dann für Frauen statt, die 4 Jahre lang getrennt von der der Männer vollzogen wurde. Ab 1989 feierte man die erste gemischte WM.
Da es auch das Sommerbiathlon gibt, veranstaltet die IBU auch in diesem Bereich Weltmeisterschaften - sowohl für Erwachsene als auch für Jugend und Junioren.

  • Der Biathlon Weltcup

…findet meist von Dezember bis März an neun Stationen statt, wobei es immer zwei bis drei Bewerbe pro Ort gibt. Der erste Weltcup fand bei den Herren 1978 das erste Mal statt; bei den Frauen fünf Jahre später.

[bearbeiten] Verwandte Sportarten

Das Sommerbiathlon…
… besteht aus den Disziplinen Laufen und Schießen und hat in internationalem Rahmen nur eine geringe Bedeutung. Diese Disziplin ist allerdings nicht zu verwechseln mit dem Sommerbiathlon der Winterbiathleten.
Das Bogenbiathlon…
… gleicht dem Winterbiathlon, jedoch wird anstatt mit Gewehren mit Pfeil und Bogen geschossen. Bis 2005 wurden Wettkämpfe von der IBU ausgetragen, seither gibt es einen eigenen Verband, den Internationalen Bogensportverband (FITA).
Das Motorradbiathlon…
…wird aus Motocross und Schießen kombiniert, wobei 30-60 Meter gefahren werden bevor eine Schießprüfung mit einem Luftgewehr auf Klappscheiben, ähnlich wie beim Biathlon, absolviert wird. An- und abschließend gilt es wieder eine Fahrprüfung von 30-40 Minuten zu bestehen.
Das Bikebiathlon…
…wird mit einem Mountainbike gefahren und das Schießen findet wie beim normalen Biathlon statt. Es werden Sprint, Verfolgung und Mixed-Staffel praktiziert, nur eben auf Geländestrecken.
Das Rollskibiathlon…
…ist quasi ein Sommertraining für die saisonalen Winterbiathleten, wobei kurze Ski auf Rollen verwendet werden. Hierbei gibt es regionale Wettbewerbe bis hin zu Weltcups.
 
 
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