Boxen

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Heute ist Boxen eine der beliebtesten Sportarten international. Es ist zwar wegen der offenen Gewaltausübung ein umstrittener Sport, zieht jedoch regelmäßig Massen an Zuschauern an.

Besonders Boxer wie Mohammad Ali machten diesen Sport in den 1960ern und 1970ern weltbekannt, auch in der breiten Öffentlichkeit. In den Medien, in Sportmagazinen wie „The Ring Magazine“ und Filmen wie „When we were Kings- Einst waren wir Könige“, „Rocky“ oder zuletzt „Million Dollar Baby“, ist Boxen schon lange ein großes Thema. Seit 1904 ist Boxen Teil der Olympischen Spiele, seine Geschichte als Sport geht jedoch bis ins Altertum zurück.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Geschichte

Frühe Geschichte

Der Faustkampf zur Unterhaltung und als sportliche Aktivität ist in verschiedenen altertümlichen Kulturen nachzuweisen.

Ca. 7000 Jahre alte Darstellungen, wie die hellenistische Bronzestatue vom Faustkämpfer vom Quirinal, zeigen bereits mit dem Faustkampf vergleichbare Aktivitäten.

Um 3000 v.Chr. fanden in Ägypten frühe Faustkämpfe statt, in den darauffolgenden Jahrtausenden breitete sich die Aktivität im ägäischen Raum aus.

Im Jahre 688. v.Chr. wurde der Faustkampf erstmals als olympische Sportart bei den 23. Olympischen Spielen der Antike ausgetragen. Die Kämpfer trugen zum Schutz Lederriemen an den Händen und der Brust, ansonsten waren sie nackt.

Im antiken Rom wurde der Faustkampf im Rahmen der Gladiatorenkämpfe ausgetragen. Das Boxen wurde sehr populär, sodass auch Freie und sogar Aristokraten kämpften.

Der Faustkampf kann jedoch auch bei frühen Kulturen auf anderen Kontinenten nachgewiesen werden. Im China des 12. Jahrhunderts v. Chr. gehörte Jiao li, eine Form des Ringkampfes, welche auch Faustkampf beinhaltete, zu den klassischen Künsten (Classic of Rites).

In frühen Buddhistischen Quellen wird Boxen ebenfalls erwähnt, etwa im Lotus Sutra oder in der Sutra Schrift Hongyo-kyo, wo ein Faustkampf beschrieben wird.

Es gibt auch Belege dafür, dass bei der früheren Indigenen Bevölkerung in Amerika und Afrika der Faustkampf in irgendeiner Art und Weise ausgeübt wurde.


Ab dem 18. Jahrhundert

Es gibt Belege dafür, dass der Boxkampf auch nach der Antike in Europa ausgetragen wurde, unter anderem in Italien. Jedoch erst im 18. Jahrhundert erlangte der Sport wieder große Popularität, vor allem in England als „bare- knuckle boxing“. Zu dieser Zeit wurde das Wort „boxen“ populär.

1681 organisierte der Herzog von Albemarle einen Wettkampf, welcher in der Zeitschrift „London Protestant Mercury“ dokumentiert wurde. Ab 1698 wurden in manchen Londoner Theatern regelmäßig Boxturniere ausgeführt.

Dieses frühe Boxen hatte keine Spielregeln, erst durch James Figg, welcher 1719 den ersten offiziellen Boxkampf seit der Antike gewann, wurden erste Regeln festgelegt. Der Boxkampf rang damals um Legitimität in der Öffentlichkeit, auch ein Grund für die Etablierung von Regelwerken, Kommissionen und weltweit anerkannten Wettkämpfen.

1743 wurden durch den Boxer Jack Broughton weitere Regeln, bekannt als die Broughton Rules, festgeschrieben, um die Boxer zu schützen und die relativ häufigen Todesfälle im Ring zu vermeiden. Ab jetzt war es nicht mehr erlaubt, einen am Boden liegenden Gegner zu schlagen und die Benutzung von gepolsterten Handschuhen wurde gefördert.

Die London Prize Ring Rules (1838) stellten die Erweiterung der Broughton Rules dar. Diese Entwicklung brachte auch die Etablierung eines Boxringes mit sich. Obwohl dieses frühe Boxen grundsätzlich brutaler als das heutige Boxen war, hatte es für die Kämpfer von damals auch einige Vorteile, wie zum Beispiel die Regel, dass ein Boxer jederzeit für 30 Sekunden auf einem Bein kniend in schwierigen Situationen eine kurze Pause machen konnte, ohne damit Punkte zu verlieren.

1867 kam es zu einer weiteren Veränderung der London Prize Ring Rules, Queensberry Rules genannt. Der Name ist auf den Marquees von Queensberry zurückzuführen, unter dessen Patronage die Regeln veröffentlicht wurden.

Dieses Regelwerk bestand aus 12 Regeln, welche einen fairen stehenden Boxkampf in einem quadratischen 24 Fuß Ring garantieren sollten. Die einzelnen Runden dauerten 3 Minuten, mit 1 Minute Pause dazwischen. 1882 wurde John L. Sullivan der erste offizielle Boxmeister nach diesen Regeln. Teilweise kämpfte er noch bare- knuckle, erst mit seinem Nachfolger Jim Corbett gab es nur mehr Kämpfe mit geschützten Händen, zurückzuführen auf R v. Coney (1882), ein englischer Rechtsspruch des Court for Crown Cases Reserved, welcher bare- knuckle fighting als Körperverletzung verurteilte.

Am 6. April 1893 fand der längste Wettkampf aller Zeiten statt. Jack Burke und Andy Bowen kämpften mehr als 110 Runden, also 7 Stunden lang, bis der Kampf unentschieden endete.

Die Kämpfe dieser Zeit unterschieden sich noch in einigen wichtigen Punkten von heutigen Wettkämpfen, offiziell gilt jedoch noch heute das Queensberry Regelwerk.

Erst in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden Boxer, nachdem sie einen Niederschlag erzielt hatten, in die neutrale Ecke geschickt und erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der „mandatory eight count“, bei dem ein zu Boden geschlagener Boxer bis 8 angezählt wird, eingeführt.

1904 gab es den Boxsport erstmals bei den Olympischen Spielen der Neuzeit.

In dieser Zeit (1906) wurde auch in Deutschland (Köln) ein bis heute wichtiger und aktiver Amateur- Boxclub gegründet, der SC Colonia. 1920 schlossen sich die deutschen Amateurboxer unter dem „Deutschen Reichsverband für Amateurboxen“ zusammen, im selben Jahr wurden die ersten Deutschen Meisterschaften durchgeführt und eine Bestenliste erstellt.


[bearbeiten] Regeln

Grundsätzlich boxen sowohl Männer als auch Frauen und sowohl Erwachsene als auch Kinder.

Eine Ausnahme stellen die Olympischen Spiele dar, bei welchen noch heute keine Frauen und Kinder teilnehmen dürfen.

Je nach Alter und Gewicht werden Boxer in Alters- und Gewichtsklassen eingeteilt. Bei Olympischen Spielen, Welt- und Kontinentalmeisterschaften darf man höchstens 36 Jahre alt sein, beim Profiboxen hingegen gibt es kein Höchstalter. Für Frauen gibt es entweder eigene Regeln oder sie unterliegen den Regeln der Kadetten (14- 16 Jahre).

Seit 1867 stellen die Queensberry Regeln das anerkannte Regelwerk für Boxwettkämpfe dar.


Boxring

Allgemein wird ein Boxkampf in einem quadratischen Boxring, wobei die Seitenlänge zwischen 16 und 24 Fuß /488 und 732 cm variiert, ausgeführt. Ein Standard- Boxring hat eine Seitenlänge von 20 Fuß/ 610 cm und ist von drei oder vier Seilen umspannt.

Der Ringboden ist mit einer Zeltplane ausgelegt und außerhalb der Seile ist der Bodenbereich mindestens 50 cm breit. In den Ecken des Rings befinden sich vier Polster, ein roter, ein blauer und zwei weiße. Die weißen Ecken sind neutral, die rote und die blaue Ecke gehören zu je einem Boxer.


Kampfzeit

Ein Boxkampf findet meist in 3- Minuten Runden statt, die Anzahl der Runden kann jedoch variieren.

Ein Olympischer Wettkampf umfasst 3 Runden, ein Profikampf kann bis zu 15 Runden haben, Amateurkämpfe haben meist 4 Runden. Zwischen den Runden gibt es eine 1- Minuten Pause, in denen die Boxer sich erholen und von ihrem Trainer und Personal betreut werden.


Kampfrichter

Im Ring selbst ist ein Kampfrichter/Ringrichter anwesend, der den Boxkampf überwacht. Außerhalb des Rings befinden sich bis zu drei Richter, welche den Wettstreit beurteilen und Punkte vergeben.


Weitere Kampfregeln

Es sollte nicht vergessen werden, dass Boxen kein ungefährlicher Sport ist. Seit 1945 sind mehr als 350 Amateur- und Profiboxer im Ring gestorben und harte Schläge können permanente Gehirnschäden hervorrufen. In manchen Staaten ist professionelles Boxen illegal, etwa in Norwegen, Island oder Cuba.

Kampfregeln sollen einen Boxkampf so sicher und geregelt wie möglich machen. Grundsätzlich ist es verboten...

  • während des Boxens unter die Gürtellinie zu schlagen
  • den Gegner festzuhalten
  • zu beißen
  • drängeln
  • spucken
  • den Gegner treten oder zum stolpern zu bringen

und...

  • es darf nur mit der geschlossenen Faust geboxt werden, also nicht mit dem Ellbogen oder einem anderen Teil des Arms
  • es ist verboten den Gegner am Rücken, am Hals, in der Nierengegend oder auf den Kopf zu boxen.

Wenn ein Boxer die Regeln bricht, kann es zu einem Punkteverlust oder sogar einer Disqualifikation kommen.

Die Punkte werden grundsätzlich von den Richtern außerhalb des Boxrings vergeben, bei der Bewertung gibt es Unterschiede zwischen Amateur- und Profiboxen.

[bearbeiten] Amateurboxen vs. Profiboxen

Allgemein wird zwischen Amateur- und Profiboxen unterschieden. Es gelten teilweise unterschiedliche Regeln und auch in der Bewertung gibt es Unterschiede. Ein wesentlicher Unterschied ist auch, dass beim Amateurboxen eine schützende Kopfbedeckung Pflicht ist. Noch heute gilt jedoch Profiboxen als populärer, eine Amateurausbildung wird oft als Vorstufe zur Profikarriere gesehen.

Bewertung beim Amateurboxen

Es gibt acht unterschiedliche Möglichkeiten der Bewertung bzw. des Sieges:

Bei Ersterer (Punktentscheidung) zählen die Punkte, welche die Boxer nach vier Runden durch zählende Treffer angesammelt haben.

Gibt ein Boxer den Kampf auf, siegt automatisch sein Gegner (Aufgabe eines Boxers). Als Zeichen der Aufgabe wirft der Trainer oder Sekundant ein Handtuch.

Der/ die Ringrichter können einen Boxer wegen einer schweren Regelverletzung disqualifizieren, dadurch siegt sein Gegner automatisch.

Wird ein Boxer zu Boden geschlagen und steht innerhalb von 10 Sekunden nicht wieder auf, siegt automatisch sein Gegner (Knockout).

Es gibt auch die Möglichkeit, dass der Kampfrichter (Referee) den Kampf abbricht, dies wird als „Referee stopped contest“ (RSC) bezeichnet. Es gibt vier unterschiedliche Arten des RSC:

  • erstens RSC- Outclassed, bei welchem der Boxer durch den Ringrichter deklassiert wird
  • zweitens RSC- Outscored, bei dem ein Boxer 20 (Männer) bzw. 15 (Frauen und Kadetten) Punkte zurückliegt und deshalb aus dem Kampf genommen wird
  • drittens RSC- Injury, bei dem ein Boxer dem Urteil des Ringrichters zu Folge nach einer Verletzung nicht imstande ist, den Kampf weiterzuführen
  • viertens RSC- Headblow, bei dem ein Boxer nach mehreren Kopftreffern nicht fähig ist, den Kampf fortzusetzen

Falls der Kampf durch unerwartete Verhältnisse wie einem beschädigten Ring oder aufgrund von schlechten Wetterbedingungen nicht weitergeführt werden kann, wird der Kampf abgebrochen und es kommt zu keiner Wertung (keine Wertung).

Als Walkover bezeichnet man den Fall, wenn ein Boxer automatisch gewinnt, da sein Gegner nach Ausrufen seines Namens nach 3 Minuten nicht im Boxring erscheint.

Und als achte Möglichkeit gibt es das Unentschieden, beide Boxer erhalten von den Richtern also die gleiche Punkteanzahl, welches jedoch in internationalen Turnieren nicht möglich ist.

Abgesehen von diesen 11 Möglichkeiten, kann ein Kampf auch durch den Ringarzt abgebrochen werden. Falls der Arzt einen Boxer für spielunfähig erklärt, muss der Kampfrichter den Kampf beenden.

Bewertung beim Profiboxen

Die Regeln beim Profiboxen sind grundsätzlich international gültig, es gibt jedoch minimale Unterschiede, etwa zwischen den USA und Europa.

In Europa ist das „Standing Eight Count“ üblich, während es in den USA nicht überall verwendet wird. Es bedeutet, dass der Kampfrichter, nachdem ein Boxer nach einem Knockdown vom Boden aufgestanden ist, bis 8 zählt, damit entschieden werden kann, ob der Boxer fit für den Kampf ist.

Die Zahl der Runden wird vor dem Kampf festgelegt, kann jedoch von 4 bis 15 variieren. Der Kampf wird entweder von drei Kampfrichtern nach jeder Runde unabhängig beurteilt oder auch nur vom Ringrichter.

Abzüge von Punkten gibt es nach Niederschlägen oder es kommt nach wiederholten Fouls zu Verwarnungen.

Die heute übliche Art der Beurteilung wird „ten point must system“ genannt. Der Sieger einer Runde erhält 10 Punkte, der Verlierer 9 Punkte. Bei einem erlittenen Niederschlag erhält der Verlierer 8, bei zwei Niederschlägen 7 Punkte. Falls ein Boxer in einer Runde drei Niederschläge erhält, wird es als Technisches K.O. gerechnet.

Es gibt vier Aktionen, wofür ein Boxer eine Runde (10 Punkte) erhält:

  • klare Treffer (Qualität zählt!)
  • effektive Aggressivität (falls kein Boxer Treffer landet, gewinnt der aktivere)
  • Ring Generalship (Überlegenheit in Skills und Strategie)
  • Verteidigung

Profiboxer können auch Extrapunkte bzw. Abzüge von den Punkten ihres Gegners verdienen, indem sie gute Niederschläge landen, bei denen ihre Gegner angezählt werden (Runde plus Extrapunkt für Schläger) oder dem Gegner werden wegen kleinen Fouls Punkte abgezogen.

Es gibt 4 Varianten, wie Punkte gewertet werden:

  • entweder es gibt unter den drei Wertungsrichtern eine einstimmige Entscheidung (Unanimous Decision) bezüglich der Punkteanzahl
  • ein Boxer wird von zwei von den drei Richtern mit einer höheren Punkteanzahl als sein Gegner bewertet (Split Decision)
  • zwei der Richter werten die Punkteanzahl als höher, der dritte Richter wertet den Kampf als unentschieden (Majority Decision)
  • mindestens zwei der drei Richter geben für beide Boxer die gleiche Punktebewertung ab oder ein Richter wertet unentschieden und die anderen zwei Richter geben jeweils einem anderen Boxer die höhere Punktezahl geben (Unentschieden)

Beim Profiboxen gibt es auch die Möglichkeit eines Kampfabbruches oder einer Disqualifikation. Wird einer der beiden Boxer auf den Boden niedergeschlagen und steht nach (üblicherweise) 10 Sekunden nicht wieder auf, ist der Kampf durch Knockout entschieden (KO).

Technisches Knockout (TKO) bedeutet, dass einer der beiden Boxer aufgibt oder der Kampf durch den Kampfrichter oder Ringarzt abgebrochen wird. Dies ist jedoch nicht mit einer Disqualifikation gleichzusetzen.

Eine Disqualifikation ist die Konsequenz folgender Aktionen:

  • wenn ein Sekundant den Boxring vor Ende der Runde betritt (auch wenn nicht absichtlich)
  • wenn ein Boxer wiederholt Tiefschläge macht
  • wenn ein absichtliches Nachschlagen mit Schlagwirkung gemacht wird
  • wenn ein Boxer Unsportlichkeit zeigt- also den Gegner etwa tritt, beißt, anspuckt, festhält oder umwirft
  • wenn ein Boxer absichtlich Kopfstöße macht oder auch wenn ein Boxer mehrmals seinen Mundschutz ausspuckt.

Es gibt teilweise einige Unklarheiten die Regeln betreffend. Diese werden in den USA zum Beispiel vor Titelkämpfen laut vorgelesen, um Fehler zu vermeiden. Es stellen sich etwa die Fragen: Kann ein Rundengong das Anzählen eines Boxers verhindern?, kann sowohl der Ringrichter als auch der Ringarzt einen Kampf beenden?

Bei Profiboxern werden sogenannte Kampfbilanzen gezogen (fight record), bei welchen Siege, Niederschläge und Unentschieden aufgelistet werden, etwa so: 12-5-2 bedeutet 12 Siege, 5 Niederlagen und 2 Unentschieden. Wird ein Kampf nicht bewertet, wird dies auch angeführt, etwa so: 12-5-2 mit 1 No Contest. Dies passiert etwa bei positiven Dopingproben.

[bearbeiten] Kampfstile

In erster Linie gibt es die Unterscheidung zwischen defensivem Boxen und Angriffsboxen.

Defensives Boxen bedeutet, dass der Boxer seinen Gegner an sich herankommen lässt und dann kontert (Konterboxer). Es gibt unter Konterboxern die Unterscheidung zwischen

  • „Stick and Move“
  • „In and Out“
  • „Kontern nur mit Oberkörperbewegung“

Stick and Move bedeutet, dass der Boxer entweder flach auf dem Boden stehend oder tänzelnd vor seinem Gegner zurückweicht. Hauptsächlich wird der „Jab“ (ein kurzer, gerader Punch mit der führenden Hand) angewendet, um den Gegner auf Distanz zu halten. Diese Boxer versuchen ihren Gegner auf Distanz zu halten und durch defensives Boxen keine Schläge abzubekommen.

In and Out beschreibt einen Stil, bei dem der Boxer kurzzeitig in Halbdistanz (Gegen-) Angriffe mit Kombinationen anwendet und danach wieder auf Distanz geht. Dieser Stil ist vor allem dann geeignet, wenn der Boxer größer und schwerer als sein Gegner ist.

Wie der Name bereits verrät, bezeichnet Kontern nur mit Oberkörperbewegung einen Stil, bei dem der Boxer vor seinem Gegner stehenbleibt und ihm nur mit dem Oberkörper ausweicht. Entweder der Boxer rollt seinen Oberkörper zur Seite oder nach Hinten, oder er senkt seinen Oberkörper nach vorne ab (abducken). Ein Vorteil dieses Stils ist, dass der Boxer aus der Halbdistanz schlagen kann.

Bedeutende Defensiv Boxer waren bzw. sind Mohammad Ali, James Toney, Michael Spinks, Naseem Hamed und Roy Jones Jr..

Angriffsboxen bedeutet, dass der Boxer seinen Gegner mit häufigen Schlägen angreift. Es baut vor allem auf Oberkörperbewegung auf.

Schlägt ein Boxer extrem oft, wird er als Pressure Fighter bezeichnet. Durch diesen Stil ist man einem defensiv boxenden Gegner oft durch die Trefferanzahl überlegen.

Sehr ähnlich ist der Stil von einem Puncher/ One Punch- Knockouter, welcher jedoch einzelne gezielte Schläge abgibt und bei dem daher ein KO- Sieg üblicher ist.

Zu den bekannten Angriffsboxern gehören Mike Tyson, Jack Dempsey, Joe Frazier, Henry Armstrong und Ricky Hatton.


[bearbeiten] Verbände

Es gibt nicht einen Weltmeistertitel, sondern viele verschiedene, welche von den unterschiedlichen Organisationen aufgestellt werden.

In den USA spielten die „National Boxing Association“ (Nachfolger „World Boxing Association“/ WBA) und der „New York State Athletic Commission“ (NYSAC) vor allem vor den 1960ern eine wichtige Rolle. Viele wichtige Box- Arenen (Madison Square Garden, Baseballstadion Polo Grounds, Yankee- Stadium) befanden sich in New York. In Europa gab es die „International Boxing Union“, welche jedoch nie so bedeutend war, da die europäischen Boxer (Ted Lewis, Georges Carpentier, Max Schmelling, Ingemar Johansson…) den amerikanischen Boxern stark unterlegen waren.

In den 1960ern und 70ern gab es eine starke Konkurrenzsituation zwischen der WBA (in USA gegründet, http://www.wbaonline.com) und dem „World Boxing Council“ (WBC, in USA gegründet, jetzt in Mexiko, http://www.wbcboxing.com).

In den 80ern kamen noch die „International Boxing Federation“ (IBF, Sitz in den USA, http://www.ibf-usba-boxing.com) und die „World Boxing Organisation“ (WBO, Sitz in Puerto Rico, http://www.wbo-int.com) dazu.

Noch heute sind diese vier Verbände extrem einflussreich. Es ging bzw. geht diesen (vier) Sportverbänden darum, gute und bekannte Boxer für Wettkämpfe für sich zu gewinnen, um dadurch Kapitalgewinne zu erzielen. Teilweise gaben bzw. geben Boxer für einen Titel einen Teil ihrer Kampfbörse ab.

Die Boxer, welche die Titel dieser vier Verbände haben, werden von den wichtigen internationalen Zeitschriften als die Top- Boxer eingestuft, andere Titel sind kaum erstrebenswert.

Es gibt daher diese vier wichtigen Weltmeistertitel, welche teilweise vereint werden können, etwa bei den Schwergewichtern. Früher mussten sich Boxer immer für einen Titel entscheiden, da die Verbände, etwa der WBO und WBA, schwer verfeindet waren.

Weitere eher unbedeutende Verbände sind

  • IBO (deshalb bekannt, weil sie eine unabhängige Rangliste IWBR erstellt haben)
  • WBU (in Südafrika und Großbritannien wichtig)
  • IBA
  • IBC
  • NBA
  • UBF
  • NABC

[bearbeiten] Olympische Spiele

Seit 1904 gehört Boxen zu den olympischen Disziplinen der Neuzeit (Olympiade in St. Louis). Damals nahmen 44 Boxer in sieben Gewichtsklassen teil, allesamt Amerikaner.

Heute gibt es folgende Gewichtsklassen:

  • Halbfliege
  • Fliege
  • Bantam
  • Feder
  • Leicht
  • 60- 64 kg, 64- 69 kg, 69- 75 kg
  • Halbschwer
  • Schwer
  • Superschwer

Seit 1936 erhält der technisch beste Boxer den Val Barker Pokal, benannt nach dem ersten Ehrensekretär der Fédération Internationale de Boxe Amateur (FIBA), sowie Präsident und Ehrensekretär der Amateur Boxing Association of England (ABA).

Bei den Olympischen Spielen beträgt die Kampfzeit 4 mal 2 Minuten, mit drei Pausen zu je einer Minute dazwischen. Es gibt einen Ringrichter und fünf Punktrichter, welche nach einem festgelegten Punktesystem bewerten. Die besten Boxer werden nach einer Weltrangliste gesetzt.

Bis heute werden nur männliche Amateurboxer zugelassen, auch in 2008 (Peking, http://en.beijing2008.cn/cptvenues/sports/boxing/index.shtml) werden keine Frauenboxerinnen teilnehmen können.


[bearbeiten] Wichtige Boxer und Boxerinnen

USA (männlich) 1. John L. Sullivan; 1882-1892 2. James J. Corbett ; 1892-1897 3. James J. Jeffries; 1899-1905 4. Marvin Hart ; 1905-1906 5. Jack Johnson ; 1908-1915 6. Jess Willard; 1915-1919 7. Jack Dempsey ; 1919-1926 8. Gene Tunney ; 1926-1928 9. Jack Sharkey ; 1932-1933 10. Max Baer ; 1934-1935 11. James J. Braddock ; 1935-1937 12. Joe Louis ; 1937-1949 13. Ezzard Charles; 1949-1951 14. Jersey Joe Walcott ; 1951-1952 15. Rocky Marciano; 1952-1956 16. Floyd Patterson ; 1956-1959; und wieder von 1960-1962 17. Sonny Liston; 1962-1964 18. Muhammad Ali ; 1964-1966; 1966 WBC; 1967 WBC&WBA; 1974-1978 WBC&WBA; 1978-1979 WBA 19. Ernie Terrell ; 1965-1967 WBA 20. Jimmy Ellis; 1967-1970 WBA 21. Joe Frazier ; 1968-1970 WBC; 1970-1973 WBC&WBA 22. George Foreman; 1973-1974 WBA&WBC, 1994-1995 IBF&WBA 23. Leon Spinks ; 1978 WBC&WBA 24. Ken Norton ; 1978 WBC 25. Larry Holmes; 1978-1983 WBC, 1983-1985 IBF 26. John Tate ; 1979-1980WBA 27. Mike Weaver ; 1980-1982 WBA 28. Michael Dokes; 1982-1983 WBA 29. Gerrie Coetzee ; 1983-1984 WBA 30. Tim Witherspoon ; 1984 WBC; 1986 WBA 31. Pinklon Thomas ; 1984-1986 WBC 32. Greg Page ; 1984-1985 WBA 33. Tony Tubbs ; 1985-1986 WBA 34. Michael Spinks ; 1985-1987 IBF 35. Mike Tyson; 1986 WBC; 1987-1990 IBF,WBA&WBC; 1996 WBC&WBA 36. James Smith; 1986-1987 WBA 37. Tony Tucker ; 1987 IBF 38. James "Buster" Douglas; 1990 IBF,WBA&WBC 39. Evander Holyfield ; 1990-1992 IBF,WBA&WBC; 1993-1994 IBF&WBA; 1996-1997 WBA; 1997-1999 IBF&WBA; 2000-2001 WBA 40. Ray Mercer ; 1991 WBO 41. Michael Moorer ; 1992-1993 WBO; 1994 IBF&WBA 42. Riddick Bowe; 1992 IBF,WBA&WBC; 1992-1993 IBF&WBA; 1995-1996 WBO; 1996-1997 IBF 43. Tommy Morrison; 1993 WBO 44. Michael Bentt; 1993-1994 WBO 45. Oliver McCall; 1994-1995 WBC 46. Bruce Seldon; 1995-1996 WBA 47. Chris Byrd; 2000 WBO; 2002-2006 IBF 48. John Ruiz; 2001-2003 WBA; 2004-2005 WBA 49. Hasim Rahman; 2001 IBF&WBC; 2005-2006 WBC 50. Roy Jones Jr. ; 2003-2004 WBA 51. Lamon Brewster ; WBO 2004-2006 52. Shannon Briggs ; seit 2006 WBO

USA (weiblich): 1. Laila Ali 2. Alicia Ashley 3. Theresa Arnold 4. Karen Bill 5. Bonnie Canino 6. Elena Reid

GB (männlich): 1. Bob Fitzsimmons; 1897-1899 2. Lennox Lewis ; 1992-1994 WBC; 1997-1999 WBC; 1999-2000 WBC,WBA&IBF; 2000-2001 IBF&WBC; 2001-2002 IBF&WBC; 2002-2004 WBC 3. Herbie Hide ; 1994-1995 WBO; 1997-1999 WBO 4. Frank Bruno ; 1995-1996 WBC

GB (weiblich): 1. Deirdre Gogarty

Deutschland (männlich): 1. Max Schmeling ; 1930-1932

Deutschland (weiblich): 1. Regina Halmich

Kanada (männlich): 1. Tommy Burns ; 1906-1908 2. Trevor Berbick ; 1986 WBC

Kanada (weiblich): 1. Diana Mary Dutra

Ukraine (männlich): 1. Wladimir Klitschko 2. Vitali Klitschko (Die beiden Klitschko Brüder kämpfen momentan unter deutscher Boxlizenz und sind in Deutschland extrem populär.)

Russland 1. Sultan Ibragimow 2. Nikolai Walujew 3. Oleg Maskajew

 
 
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