Eiskunstlauf

Aus GamblingButlerWiki DE

Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Eislaufsport

Eislaufen bezeichnet das Fortbewegen auf einer Eisfläche mit Schlittschuhen, speziellen Schuhen an deren Unterseite Kufen angeracht sind, die es ermöglichen, auf dem Eis zu gleiten. Seit wann Eislaufen praktiziert wird, ist unbekannt. Die ersten Eislaufschuhe wurden aus Knochen hergestellt, unter anderem in Russland, Skandinavien oder der Schweiz gefunden und dürften bis zu 5000 Jahre alt sein. Die ersten historischen Erwähnungen des Eislaufens stammen aus Dänemark 1134. Im 13. oder 14. Jahrhundert dürften in den Niederlanden die ersten Eislaufschuhe mit Stahlkufen verwendet worden sein, wodurch die Eisläufer keine Stöcke mehr brauchten und mehr Stabilität erreichten.

Die wohl größte Gefahr beim Eislaufen besteht darin, aufs Eis zu fallen. Es kommt zwar selten zu gröberen Verletzungen, aber auch schon kleine Stürze können Eisläufern die Freude am Fahren nehmen. Gefährlich sind allerdings die scharfen Kufen an den Schuhen, durch die größere Verwundungen auftreten können.

Eine weitere Gefahr besteht darin, durchzubrechen und ins eiskalte Wasser zu fallen. Für den Eisläufer ist es so gut wie unmöglich, alleine wieder aus dem Wasser zu kommen, wodurch es schon mehrere Todesfälle gab.

Eisläufer mit freundlicher Unterstützung von pixelio.de
Eisläufer
mit freundlicher Unterstützung von pixelio.de

[bearbeiten] Eiskunstlauf

Beim Eiskunstlauf geht es um die kunstvolle Ausführung von Pirouetten, Schritten und Sprüngen auf dem Eis, meist mit musikalischer Untermalung. Den Zuschauern wird eine richtige Show geboten. Gleichzeitig geht der sportliche Charakter beim Eiskunstlauf nicht verloren. Es gibt zahlreiche internationale Wettbewerbe, wobei die Olympischen Winterspiele sicherlich den bedeutendsten darstellen.


[bearbeiten] Geschichte

Eiskunstlauf entstand in Großbritannien, wo 1742 in Edinburgh der erste Eislaufverein gegründet (Edinburgh Skating Club) und einige Jahre später in London das erste Eiskunstlaufhandbuch (A treatise on skating) herausgegeben wurde. Bereits damals wurde Eiskunstlauf von Eisschnelllauf unterschieden. 1814 fand der erste Wettkampf statt und bald verbreitete sich der Eiskunstlauf in ganz Europa und den USA, wo Tanzelemente sowie Musik eingesetzt wurden.

Jackson Haines gilt als Begründer des modernen Eiskunstlaufes, nachdem er die erste USA-Meisterschaft gewann. Er verließ die USA aufgrund einiger Unstimmigkeiten und brachte den modernen, mit Tanzelementen bereicherten Eiskunstlauf nach Europa. 1868 beeindruckte er das Wiener Publikum durch seine Aufführung zu einem Walzer. Seine Darbietung war Anlass zur Gründung der Wiener Eislauf-Schule. Nach Haines‘ Tod entwickelten seine Schüler den Eiskunstlauf weiter und es entstanden die ersten Regeln (Regulativ), die von der Internationalen Eislaufunion (ISU) übernommen wurden.

Der Schwede Ulrich Salchow legte zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Latte für den Eiskunstlauf viel höher. Er verwendete Eislaufschuhe mit Zähnen, wodurch er sich stärker abstoßen und besser springen konnte. 1908 fanden die ersten Eiskunstlaufbewerbe bei den Olympischen Spielen statt, die Salchow gewann.

In den darauffolgenden Jahren stiegen sowohl das Interesse der Zuschauer als auch die sportlichen Leistungen der Eiskunstläufer immer weiter an. Es wurden so genannte Grundsprünge, wie der Salchow-Sprung oder der Rittberger, benannt nach dem deutschen Eiskunstläufer Werner Rittberger, eingeführt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Eislaufsport erst wieder 1922 aufgenommen. Die 10-fache Weltmeisterin Sonja Henie aus Norwegen brachte mit ihrer neuen Mode, wie zum Beispiel kurzen Röcken, und überarbeiteten, eleganteren Bewegungen, neuen Schwung in den Eiskunstlauf. Bei den Herren war der Österreicher Karl Schäfer in den 1930er Jahren die herausragendste Persönlichkeit. Er wurde 8-facher Europa- und 7-facher Weltmeister.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte der Eiskunstlauf einen neuen Aufschwung. Es wurden vermehrt Eishallen gebaut, die ein intensiveres Training und somit bessere Leistungen ermöglichten. Der Eiskunstlauf bekam mehr Dynamik und Schnelligkeit, wobei die Kür gegenüber dem Pflichtlauf immer mehr an Gewicht gewann. 1952 wurde Eistanzen international zum Leistungssport und es fanden erste Meisterschaften statt. Prägende Eiskunstläufer zu dieser Zeit waren unter anderem der Amerikaner Richard Button, die Kanadierin Barbara Ann Scott, die Amerikanerin Peggy Fleming und die Deutsche Gabriele Seyfert.

In den letzten Jahren nahmen Kombinationen, Schrittfolgen, Pirouetten und technisch anspruchsvolle Läufe zu. Auch die Choreographien wurden immer kreativer und der enorme Konkurrenzdruck verlangte eine perfekte Durchführung. Die bekanntesten Eiskunstläufer sind unter anderem Katarina Witt, Viktor Petrenko, Alexei Jagudin, Kristi Yamaguchi, Michelle Kwan oder Midori Ito.


[bearbeiten] Ausrüstung

Beim Eiskunstlauf werden stark versteifte und bis zu den Waden hochgeschlossene Schnürstiefel mit dickem, steifen Lederinneren und zusätzlicher Knöchelstütze getragen, wobei eine Polsterung Flexibilität innerhalb des Schuhs ermöglicht. Die unterhalb des Schuhes befindlichen Kufen sind 3-4 mm breit und werden aus Stahl gefertigt. Sie sind an die speziellen Bedürfnisse der Eiskunstläufer angepasst und die Zähne an der Frontseite werden als Zirkelpunkt für Pirouetten bzw. zum Absprung verwendet.

Beim Eiskunstlauf werden Kostüme getragen, die zur Untermalung der Vorführung dienen sollen. Zu Beginn des modernen Eiskunstlaufs trugen die Sportler ihre alltägliche Kleidung. Erst im Laufe der Zeit und vor allem durch die Innovationen von Sonja Henie, die erstmals mit kurzem Rock auftrat, wurden spezielle Kostüme angefertigt, die eng am Körper anlagen, um die Bewegungen nicht zu behindern. Die Entwicklung der Kostüme im Eiskunstlauf ging mit der Mode. So waren in den 1970er und 1980er Jahren kurze Röcke und Hosen mit Schlag mit nüchternen Farben ohne Farbtöne oder bestimmte Muster modern. In den darauffolgenden Dekaden wurde die Kleidung geschmückt und mit Verzierungen versehen. Die Kostüme wurden mit der Zeit immer offener und sollten die Athleten möglichst sinnlich darstellen. Heute geht es vor allem darum, dass das Kostüm zum Thema des Programms und zur Musik passt. Da Eiskunstlauf nicht nur ein Sport, sondern wie der Name schon sagt, auch eine Kunst ist, soll der Gesamteindruck Bewunderung hervorrufen. Die Kostüme sind ein wichtiger Teil davon, da sie das erste sind, das die Zuschauer wahrnehmen.


[bearbeiten] Sportstätten

Früher war der Eislauf an natürliche Eisflächen gebunden, wodurch ihm witterungsbedingte Grenzen gesetzt waren. Mit der Zeit entwickelten sich künstlich eingegrenzte Eisflächen und 1860 wurde in Kanada das erste Stadion überdacht. 1876 wurde in London die erste Kunsteisbahn errichtet, wodurch der Sport weiterverbreitet wurde. In Wien errichtete der Wachstuchfabrikant Eduard Engelmann sen. 1871 für Familienangehörige und Freunde auf den Gartenwegen seines Fabrik- und Wohnhausareals im Winter eine Eisbahn, die im Laufe der Zeit immer weiter vergrößert wurde. 1931 errichtete Ing. Eduard Engelmann schließlich die erste Freiluft-Kunsteisbahn der Welt. Aufgrund der Weiterentwicklung von witterungsunabhängigem synthetischem Eis gibt es heute Eislaufstadien auf der ganzen Welt.

[bearbeiten] Elemente, Methoden und Wettkämpfe

Beim Eiskunstlauf werden verschiedene Elemente, wie Sprünge, Pirouetten und Schrittfolgen, möglichst kunstvoll ausgeführt.


[bearbeiten] Sprünge

Die Sprünge können einfach, doppelt, dreifach und teilweise vierfach gesprungen werden.

  • Dreiersprung (Three Turns): Die Laufrichtung wird von vorwärts auf rückwärts und umgekehrt gewechselt.
  • Der Salchow ist ein Kantensprung, benannt nach dem schwedischen Eiskunstläufer Ulrich Salchow. Man springt rückwärts von der Innenkante des linken Fußes ab und landet rückwärts auf der Außenkante des rechten Fußes.
  • Beim Toe-Loop springt man rückwärts von der Außenkante des rechten Fußes ab, dreht sich in der Luft mehrfach um sich herum und landet wieder rückwärts auf der Außenkante des rechten Fußes. Die linke Bezahnung wird dabei eingestochen, weshalb es sich um einen getippten Sprung handelt, der bis zu vierfach gesprungen werden kann.
  • Der Rittberger (Loop), benannt nach dem deutschen Eiskunstläufer Werner Rittberger, ist ein Kantensprung, bei dem man rückwärts zuerst mit beiden Füßen auf dem Eis gleitet, wobei das linke Bein vor dem rechten verkreuzt ist, das Gewicht auf die Außenkante des rechten Fußes verlagert und abspringt. Die Landung erfolgt rückwärts auf der Außenkante des rechten Fußes.
  • Der Flip ist ein getippter Sprung, wobei man rückwärts auf der Innenkante des linken Fußes beginnt und rückwärts auf der Außenkante des rechten Fußes landet.
  • Beim Lutz springt man rückwärts von der Außenkante des linken Fußes ab, dreht sich mehrmals um die eigene Achse und landet rückwärts auf der Außenkante des rechten Fußes.
  • Der Axel ist einer der schwierigsten Sprünge, der vorwärts an der Außenkante des linken Fußes abgesprungen wird und die Landung rückwärts am rechten Fuß erfolgt, wobei man ½ Drehung mehr als bei anderen Sprüngen machen muss.
  • Der Spreizsprung (Split) ist ein Verbindungssprung, bei dem man rückwärts auf der Innenkante des linken Fußes läuft, mit dem rechten Fuß kurz ins Eis tippt und mit halber Körperdrehung in die Luft springt, die Beine spreizt oder grätscht und vorwärts auf dem linken Fuß landet.
  • Der Euler ist ein Verbindungsprung, wobei man nach Anlauf von der Außenkante des rechten Fußes abspringt und nach einer Drehung, rückwärts auf der Innenkante des linken Fußes landet.
  • Der Butterfly dient als Eingang in Pirouetten, wobei von der rechten Zackenspitze abgesprungen wird. Der Oberkörper befindet sich in der Flugphase waagrecht zum Eis und die Beine werden mithilfe einer scherenartigen Bewegung ebenfalls in eine waagrechte Position gebracht. Gelandet wird auf der linken Zackenspitze, wodurch eine Vielzahl von Pirouetten ermöglicht wird, der Übergang zu einer Pirouette ist aber nicht zwingend erforderlich.
  • Bei Geworfenen Sprüngen unterstützt ein Partner den anderen beim Absprung, indem er ihn mit den Händen hochdrückt.


[bearbeiten] Pirouetten (Spins)

Pirouetten stammen aus dem Ballett und sind Drehungen auf einem Bein. Es gibt drei Kategorien (Stand-, Sitz- und Waagepirouetten), wobei eine Vielzahl von Variationen besteht. Pirouetten können, anhängig vom ausführenden Fuß, vorwärts oder rückwärts sowie in Paarposition (Paarlaufpirouetten, pair spins) durchgeführt werden, wobei sich die Partner entweder nebeneinander (side-by-side) oder miteinander drehen. Pirouetten können auch durch die Aneinanderreihung von Pirouetten, bei der man die Positionen oder den Fuß wechselt, kombiniert werden (Pirouettenkombination, spin combination).

  • Die Biellmann-Pirouette ist eine Variation der Standpirouette, benannt nach der Schweizer Eiskunstläuferin Denise Biellmann, die fast ausschließlich von Damen ausgeführt wird. Man beginnt mit der aufrechten Pirouette, streckt sich nach hinten über die Schulter, fasst die Kufe des freien Fußes und dehnt sich in Richtung Decke aus, wobei der Körper aufrecht bleibt.
  • Der Layback Spin ist eine Variante der Standpirouette, wobei die Arme vor dem Körper gekreuzt werden, man sich zurücklehnt und beim Drehen in Richtung Decke schaut.
  • Bei der Todesspirale wird die Partnerin fast horizontal auf einem Bein über dem Eis gleitend nur vom ausgestreckten Arm des Partners an der Hand gehalten und um dessen Körperachse gezogen.


[bearbeiten] Schrittfolgen

  • Arabeske: Der Oberkörper ist nach oben und das freie Bein nach vorne oder hinten gestreckt.
  • Ausfallschritt (Lunge): Das Laufbein wird gebeugt und das freie Bein gerade nach hinten ausgestreckt, wobei der Eislaufschuh über das Eis schleift und der Oberkörper in einer aufrechten Position bleibt.
  • Beim Choctow werden Fuß-, Richtungs- und Kantenwechsel eingesetzt.
  • Die Gegenwende (Counter) ist ein Drehschritt, bei dem auf einem Bein die Laufrichtung gewechselt wird.
  • Beim Mohawk werden Fuß- und Richtungswechsel, aber keine Kantenwechsel eingesetzt.
  • Bei der Spirale (Spiral) gleitet man auf einem Fuß und das freie Bein wird nach hinten getreckt. Der Oberkörper ist aber im Gegensatz zur Arabeske nach vorn geneigt.
Eisrevue mit freundlicher Unterstützung von pixelio.de
Eisrevue
mit freundlicher Unterstützung von pixelio.de

Das erste Eislaufhandbuch „A treatise on skating“ von Robert Jones erschien 1772 in London. Darin werden verschiedene Figuren beschrieben und Anleitungen für deren richtige Ausführung gegeben. In den darauffolgenden Jahren wurden weitere Bücher veröffentlicht und 1881 wurde in Wien das erste systematische Lehrbuch mit dem Titel „Spuren auf dem Eise“ herausgegeben. Daraus wurde die erste Wettkampfordnung abgeleitet, die von der internationalen Eislaufunion übernommen wurde und mit zahlreichen Änderungen bis heute gilt. Die Einführung der Kurzkür mit der Umstellung der Bewertung von Pflicht und Kür sowie die Einführung eines neuen Wertungssystems, um die Bewertungen im Eiskunstlaufen transparenter und objektiver zu gestalten stellen hierbei die größten Novellierungen dar.

1882 fanden in Wien die ersten internationalen Eiskunstlaufwettkämpfe nach der Wettkampfordnung (Regulativ) statt. 1891 fand die erste Europameisterschaft und 1896 die erste Weltmeisterschaft in St. Peterburg statt. Die ersten Weltmeisterschaften für Damen fanden 1908 und die ersten Europameisterschaften sowie Paarlauf-Europameisterschaften 1930 statt.

Seit den Olympischen Sommerspielen 1908 gehört Eiskunstlauf zu den Olympischen Spielen und war 1924 die erste Olympische Wintersportart, sowie die erste Olympische Sportart, bei der es Wettbewerbe für Damen gab.


[bearbeiten] Frauen im Eiskunstlauf

Frauen wurden aus medizinischen und sozialen Gründen lange Zeit vom Eiskunstlauf ausgeschlossen. Es wurde befürchtet, dass sich die Weiblichkeit auf die Sympathien der Kampfrichter auswirken würde, weshalb sich Frauen auch beim Sport an die viktorianische Kleiderordnung halten mussten und in Wollkleidern und Unterröcken antraten, wodurch die Bewegungen massiv erschwert wurden.

1902 erkämpfte sich Florence Madeline Syers („Madge Syers“) aufgrund ungenauer Formulierungen bei der eigentlich nur für Männer vorgesehenen, ersten Eiskunstlaufweltmeisterschaft ihr Startrecht und belegte den zweiten Platz. Nach Meinung des Publikums und einiger Experten hätte sie sogar den Sieg verdient. Der Gewinner, Ulrich Salchow, war empört darüber, dass Syers keinen Preis bekam, weshalb er ihr demonstrativ seine Trophäe überreichte. Im Jahr darauf wurde Syers britische Meisterin im Herreneiskunstlauf. 1906 wurden die ersten Damenwettbewerbe veranstaltet.

Die Russin Xena Cezar war die erste Frau, die sich bei der Nationalmannschaft für den Herrenbewerb im Kunsteislauf anmeldete und belegte den dritten Platz.

Die Norwegerin Sonja Henie erregte Aufsehen, als sie bei den Olympischen Winterspielen in Chamonix 1924 mit knielangem Rock auftrat, wodurch die Kostüme modernisiert wurden und Frauen von nun an kurze Röcke tragen durften, die ihre Bewegungen nicht mehr behinderten.

Die US-Amerikanerin Tenley Albright hatte mit einem schweren Schicksal zu kämpfen, da sie als Kind an nicht-paralytischer Kinderlähmung erkrankt war und somit erst wieder laufen lernen musste, bevor sie als 11-jährige mit dem Eiskunstlauf beginnen konnte. Sie wurde zweifache Weltmeisterin, amerikanische Meisterin und gewann bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d’Ampezzo 1956 die Goldmedaille.

Die Holländerin Sjoukie Dijkstra stellte nicht die klassische Eiskunstläuferin dar, die mit ihrem zarten Körper wie eine Fee über das Eis schwebt, sondern erinnerte ihrer Figur nach vielmehr an eine Ringkämpferin. Sie nutzte ihren stämmigeren Körperbau, um ihre Läufe mit kraftvollen, energiereichen Elementen auszuschmücken und konzentrierte sich neben dem Lauf auch auf den Hochsprung und Judo. Im Eiskunstlauf gewann sie viermal die Europameisterschaft, bei den Olympischen Winterspielen in Squaw Valley 1960 die Silbermedaille und in Innsbruck 1964 die Goldmedaille.


[bearbeiten] Hall of Fame

  • Jackson Haines war Ballettmeister in den USA und gilt als Begründer des modernen Eiskunstlaufes. Er gewann 1864 die erste US-Meisterschaft mit neuen Eislaufschuhen mit Stahlkufen und einer neuen Eislaufart. Sein innovativer und vermehrt auf Körperposen konzentrierter Stil wurde jedoch kritisiert, da der strenge und steife englische Eislaufstil immer noch vorherrschend war. Haines ging nach Europa, wo er zahlreiche spektakuläre Auftritte absolvierte und sein Publikum begeisterte. Seine Darbietungen waren unter anderem Anlass zur Gründung eines Königseislaufvereins in Schweden sowie der Wiener Eislaufschule.


  • Eduard Engelmann jr. studierte an der Technischen Hochschule in Wien und spezialisierte sich auf den Eisenbahnbau. Er erbaute 1909 die erste Kunsteisbahn der Welt auf dem Areal, das sein Vater als Eislaufplatz in Wien-Hernals angelegt hatte. Engelmann war dreifacher Eiskunstlaufeuropameister und widmete sich neben dem Eiskunstlauf auch dem Radfahren, wo er dreimal die Kunstfahrmeisterschaft des Deutschen Radfahrbundes gewann.


  • Ulrich Salchow war ein schwedischer Eiskunstläufer und der erste Olympiasieger bei den Sommerspielen 1908 in London. Er war 10-facher Welt- und 9-facher Europameister und ist bis heute durch den nach ihm benannten Salchow-Sprung bekannt.


  • Werner Rittberger war der erfolgreichste deutsche Eiskunstläufer der Zwischenkriegszeit. Er gewann 11 nationale Meisterschaften, drei Silbermedaillen bei Weltmeisterschaften und zwei Silber- sowie eine Bronzemedaille bei Europameisterschaften. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er Trainer und internationaler Preisrichter. Der nach ihm benannte Rittberger-Sprung gehört bis heute zum Kürprogramm jeden Wettbewerbs, wodurch Werner Rittberger im Eiskunstlauf unvergessen bleibt.


  • Sonja Henie nahm bereits mit 11 Jahren an den Olympischen Winterspielen 1924 teil und belegte den 8. Platz. Drei Jahre später gewann sie erstmals die Eiskunstlaufweltmeisterschaften und im Jahr darauf olympisches Gold. Henie ist mit zehn Weltmeistertiteln, drei Goldmedaillen bei Olympischen Spielen und sechs gewonnenen Europameisterschaften die erfolgreichste Einzelläuferin aller Zeiten. Sie hat den Eiskunstlauf durch den Einsatz kurzer Röcke und Choreographien bereichert. 1936 zog sich Henie aus dem Amateursport zurück und ging mit Eisrevuen auf Tour. Sie knüpfte Kontakte zur Filmindustrie und spielte als Darstellerin neben bekannten Schauspielern in einigen Filmen, wie „Die Eisprinzessin“, „Thin Ice“ oder „Sun Valley Serenade“. In den 1950er Jahren beendete Henie aufgrund des schwindenden Publikumsinteresses ihren Vertrag und ging mit ihrer eigenen Eisrevue auf Tour. 1956 heiratete sie Nils Onstad und ging mit ihm zurück nach Norwegen, um sich seiner Kunstsammlung zu widmen. Die beiden bauten eine bedeutende Kollektion moderner Kunst auf und gründeten 1968 in der Nähe von Oslo das „Henie Onstad Kunstsenter“, ein Museum für Moderne Kunst. Im selben Jahr erkrankte Henie an Leukämie und starb 1969 auf einem Flug von Paris nach Oslo.


  • Karl Schäfer war als 8-facher Europameister, 7-facher Weltmeister und zweifacher Olympiasieger der erfolgreichste Eiskunstläufer aller Zeiten. Neben seinen Leistungen im Eiskunstlauf war er auch 7-facher österreichischer Meister im Brustschwimmen und spielte ausgezeichnet Geige. Schäfer wurde als 11-jähriger vom Eislauflehrer Rudolf Kutzer entdeckt und bereits drei Jahre später nahm er als Rosenkavalier beim Schaulaufen auf der Eisbahn von Eduard Engelmann jr. in Wien-Hernals teil. 1936 ging er, nach dem Ende seiner Eiskunstlaufkarriere, für ein Jahr als Trainer in die USA, kehrte aber bald nach Wien zurück und eröffnete dort 1938 ein Sportgeschäft. Zwei Jahre darauf gründete er gemeinsam mit der Eiskunstläuferin und Trainerin Herta Wächter die „Karl-Schäfer-Eisrevue“, aus der später die Wiener Eisrevue hervorging. 1943 spielte Schäfer in dem Film „Der weiße Traum“, der auf der Engelmannschen Eisbahn gedreht wurde, die Hauptrolle. Nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligte er sich am Wiederaufbau der Eisbahn und betreute dort den Nachwuchs. In den 1950er Jahren ging er wieder als Trainer in die USA, kehrte aber 1962 nach Wien zurück, wo er bis zu seinem Tod als Trainer in Wien-Hernals tätig war.


  • Tonya Maxine Harding ist die erste US-amerikanische Eiskunstläuferin, die einen dreifachen Axel im Wettbewerb stand. 1991 feierte sie ihren größten internationalen Erfolg als Vizeweltmeisterin. Weltbekannt wurde sie jedoch aufgrund eines Attentats auf ihre Konkurrentin Nancy Kerrigan. Jeff Gillooly, ihr damaliger Ehemann, beauftragte jemanden, um Kerrigan mit einer Eisenstange am Knie zu verletzen, weshalb diese nicht an den US-amerikanischen Meisterschaften 1994 teilnehmen konnte. Tonya Harding gewann die Meisterschaften, musste aber den Titel wieder abgeben, nachdem Verbindungen zum Attentat bekannt wurden. Da die Ermittlungen allerdings erst nach den Olympischen Winterspielen 1994 abgeschlossen wurden, konnte Harding ihre Teilnahme durchsetzen. Wegen Behinderung der Ermittlungen wurde sie zu drei Jahren auf Bewährung, 500 Stunden gemeinnütziger Arbeit, einer Geldstrafe von US$ 160.000 und einer lebenslangen Sperre für alle Eiskunstlaufmeisterschaften verurteilt. Seither ist Harding mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Seit 2002 ist sie Profiboxerin, nahm an Wrestling-Bewerben teil und spielte 2003 kurz Eishockey.


  • Katarina Witt ist wahrscheinlich die bekannteste und sicherlich erfolgreichste deutsche Eiskunstläuferin. Sie gewann sechs Europameisterschaften, vier Weltmeistertitel und zwei Goldmedaillen bei Olympischen Spielen. 1984 wurde sie zur DDR-Sportlerin des Jahres gewählt und erhielt den Vaterländischen Verdienstorden in Gold sowie 1988 die Ehrenspange für hervorragende Leistungen bei den Olympischen Spielen. Im selben Jahr begann sie ihre Profi-Karriere bei Eisrevuen wie „Holiday on Ice“ in den USA und Westeuropa und spielte in verschiedenen Filmen, wie „Carmen on Ice“ oder „Ronin“ mit, was damals für DDR-Sportler sehr außergewöhnlich war. 1994 erschien ihre Autobiographie „Meine Jahre zwischen Plicht und Kür“ und sie versuchte ein Comeback bei den Olympischen Winterspielen in Lillehammer, wo sie den siebten Platz belegte. Witt ist heute nicht nur als Sportlerin, sondern auch als Künstlerin, TV-Kommentatorin und Geschäftsfrau bekannt. Sie moderierte unter anderem die Eislaufshow „Stars auf Eis“ und war Jurorin bei „Let’s Dance“.
 
 
  ©  BonusBonusBonus
 
Persönliche Werkzeuge