Golf

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Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Entwicklung des Golf

Obwohl man überall auf der Welt Hinweise auf golfähnliche Spiele findet, gelten doch allgemein die Schotten als die Erfinder des Golf. Aufgrund dieser zahlreichen Erscheinungsorte wie in Holland, Frankreich und Brüssel, aber auch im alten Ägypten, im antiken Rom oder im frühen Japan, Korea und China, ist es schwer zu entscheiden, wo Golf als solches schon gespielt wurde und wo es nur eine Art Vorstufe war.
Das wichtigste Kriterium für Golf wurde erst 1545 von Pieter van Afferdens festgelegt, welches besagt, dass ein Golfspieler während des Abschlages nicht von einem anderen gestört werden darf. Wird dieses Kriterium bei einem Spiel, das mit Ball und Schläger gespielt wird, akzeptiert, so kann dieser Sport als Golf definiert werden.
Es ist auch möglich, dass schottische Dokumente auftauchen, wo ein Spiel zwar als Golf betitelt wird, in Wahrheit aber ein interaktives Kampfspiel war.

Tatsache ist, dass sich die schottische Form des Golf durchgesetzt hat. Die anderen Formen sind entweder im Laufe der Jahre verschwunden oder haben sich in eine andere Richtung entwickelt.
Das richtige Golf hat sich im nicht-britischen Raum erst im 19. und 20. Jahrhundert eingegliedert und Anhang gefunden.

Als ein Dokument mit der heute üblichen Definition „Golf“ aus dem Jahre 1457 auftauchte, war klar, dass Golf schon im 15. Jahrhundert gespielt wurde. Aus diesem Schriftstück geht hervor, dass Golf zu dieser Zeit zwar verboten wurde, da es anscheinend vom Bogenschießen ablenken würde, doch bald darauf kam heraus (als eine Rechnung über die Anfertigung von Golfschlägern bei Hofe eingelangte), dass der König James IV. selbst Golf gespielt hatte.

König Karl I. hat im 16. Jahrhundert das Golfspielen äußerst befürwortet, welches sich dann in ganz Großbritannien verbreitete. Es war daher auch unter den Bürgern populär, was man an der Erwähnung eines bestimmten bürgerlichen Spielers erkennt. Durch das Golfen von Sir Robert Maule auf den Barry Links kam es zu einem Erlass des Erzbischofs, dass von nun an der Bevölkerung erlaubt ist, auf den Links diesem Sport nachzugehen.
Mary Stuart hat den Golfsport dann weiter nach Frankreich verbreitet.
1603 wird William Mayne von König James VI als erster Golfschlägerbauer zum „Royal Clubmaker“ ernannt.

Ein mit Federn gefüllter Lederball – der Featherie – kam erst 1618 ins Spiel.

Als in Amerika Golf das erste Mal 1659 erwähnt wurde, war das in einem Zusammenhang mit einem Spielverbot in den Straßen von Albany.

Das erste internationale Match 1682 fand zwischen dem schottischen Duke of York und John Paterson und einem britischen Paar in Leith statt. Hier wurde auch der Caddie im Sinne des Trägers zum ersten Mal eingesetzt. Die Schläger des Duke wurden von einem gewissen Andrew Dickson getragen.

1735 wurde der erste Golfclub „Royal Burgess Golf Society“ gegründet. Weitere Vereine folgten im 18. Jahrhundert unmittelbar darauf. Die „Gentlemen Golfers of Leith“, woraus später die heute noch existierende „Honourable Company of Edinburgh Golfers“ wurde, haben 1744 erstmals das Regelwerk des Golf herausgebracht.

Der älteste Golfclub, der sich ununterbrochen am gleichen Standort befand, ist der 1754 gegründete „St. Andrews Society of Golfers“. Er wurde später umbenannt in “Royal & Ancient Golf Club of St Andrews“. In St. Andrews wird des Weiteren 1759 das Zählspiel zum ersten Mal erwähnt, nachdem es bis dahin nur das Lochspiel gab.
In Royal Blackheath, in der Nähe von London, wird 1766 erstmals ein nicht schottischer Golfclub gegründet.
1768 wird in Leith das erste Clubhaus geöffnet.

Im 19. Jahrhundert, genauer gesagt im Jahre 1810, ging in Musselburgh das erste Damenturnier von statten. 1867 kam es dann zur Etablierung des ersten Damengolfclubs in St. Andrews.
Schon 1820 wurden außerhalb von Großbritannien Golfclubs für Damen gegründet, zum Beispiel in Bangalore, oder 1856 in Pau.
1828 wurde der Hickory-Schaft allen anderen Holzarten vorgezogen, 1891 kam dann die Präferenz für den Stahlschaft durch.
Der Featherie wurde 1848 ersetzt durch den Guttapercha Ball, welcher zum einen weiter fliegt und zum anderen preiswerter in der Produktion ist. Aus den gleichen Gründen wurde 1898 auch dieser wieder durch einen anderen abgelöst, den Haskell Ball (ein umwickelter Hartgummikern).
Das erstmalige Spielen der Open Championship war 1860 in Prestwick. Es ist das älteste, noch heute gespielte Turnier, wo 1867 Young Tom Morris der erste Hole-in-one der Golfgeschichte gelang.
1892 kam es in Deutschland zur Gründung des ersten Golfclubs, dem Darmstadt Golfclub.
Im Kurpark Bad Homburg wurde bereits 1889 von britischen Kurgästen Golf gespielt.
Im 19. Jhdt. tat sich noch einiges. Die USGA (United States Golf Association) wurde 1894 etabliert, die Stableford-Zählweise 1898, und das Holztee wurde 1899 als Idee geschützt.

Golf war zweimal auch olympische Disziplin, nämlich 1900 und 1904. Zwei Jahre nach dem ersten Mal bei den Olympischen Spielen erschienen Grooves auf dem Schlägerblatt, der Golfball wurde erst 1905 mit Dimples versehen. Dafür werden 1910 die center-shafted Putter und 1911 die Stahlschäfte vom R&A wieder vom Spiel ausgeschlossen.
Berufsgolfer gründeten die erste Interessensvertretung 1916 mit der PGA (Professional Golfers Association).
Die vorher abgesetzten Stahlschäfte werden wieder überall üblich und die Hickory-Schäfte verschwinden endgültig.
Ab 1938 gab es zum ersten Mal eine Obergrenze von 14 Schlägen pro Runde und Spieler.
R&A und USGA legen 1951 ein einheitliches Regelwerk fest, Stymies werden abgeschafft und center-shafted Putter werden wieder eingeführt.
1963 löst man den Ledergriff und das geschmiedete Eisen ab durch Gummigriffe und gegossenes Eisen. 1969 werden der Graphitschaft und Cavity Back Eisen verwendet.
Auch auf dem Mond wurde bereits Golf gespielt. Jedoch wurden bisher nur zwei Schläge geschlagen, und zwar von dem Astronauten Alan Shepard 1971.
1979 wird der Driverkopf aus Persimmon verdrängt durch den Driverkopf aus Metall.
Titan wurde 1994 in Amerika das erste Mal eingeführt und ist bis heute erhalten geblieben.


Lange war der Ballsport Golf nicht für jedermann so leicht zugänglich wie heute. Golf ist sowohl sehr Zeit- als auch sehr kostenintensiv. Ein Umstand, der es nur wenigen Leuten ermöglichte, dieses Spiel auszuüben. Aufgrund des Baus und Erhalts eines Golfplatzes sind die Kosten im Vergleich zu anderen Sportarten enorm hoch. Um diesen Sport problemloser finanzieren zu können, wurde der Kostenaufwand auf die Mitglieder aufgeteilt, indem diese Aufnahmegebühren und Jahresmitgliedsbeiträge in hohen Summen zu zahlen hatten und auch teilweise heute noch müssen. Hinzu kam auch noch, dass die Ausrüstung ebenfalls eher im kostenintensiven Bereich lag, da man sie aus England importieren musste.

Zur Freude aller Golfbegeisterten hat sich das im Laufe der Zeit weitgehend geändert. Die Ausrüstung ist heutzutage schon in normalen Sportfachgeschäften zu erstehen und durch zahlreiche öffentliche Golfplätze fallen auch die hohen Beitragskosten weg, obwohl man jedoch um eine niedrige Gebühr trotzdem nicht herum kommt.
Einige private Golfclubs machen ihre Plätze auch für Tagesgäste zugänglich, jedoch mit einigen Zugangsbeschränkungen. Es sollen ja nicht die beitragszahlenden Mitglieder an einem geordneten Spielbetrieb gehindert werden, was ohne diese Beschränkungen vor allem am Wochenende passieren könnte, da es aufgrund des großen Andrangs zu Stockungen am Golfplatz kommen würde.

Es scheiden sich auch die Geister, was die Frage betrifft, ob einige traditionelle Golfclubs die Zugangsbeschränkung nutzen, um eine gewisse Homogenität in der Golfgemeinschaft zu erhalten. Dafür gibt es einige Argumente, zum Beispiel, wenn die Zugangsbeschränkung nur für Golfer aus „billigeren“ Golfclubs gilt.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie in einigen anderen Ländern, darf man auf Golfplätzen nur spielen, wenn man eine sogenannte Platzreife (PR) oder Platzerlaubnis (PE) durch PE-Kurse erworben hat. In solchen Kursen werden die grundlegenden Dinge und die Etikette gelehrt. Man sollte sich aber erkundigen, ob diese PE nur für den jeweiligen Golfclub gilt, oder ob sie auch von einem anderen anerkannt werden. In den meisten Fällen wird ein Handicap verlangt, um auf einem „fremden“ Golfplatz spielen zu dürfen, welches oft auch von einem bestimmten Golfverband zugeteilt wird.
Bei Stoßzeiten ist in diversen Clubs ein Mindest-Handicap erforderlich, um den Platz überhaupt benützen zu dürfen, oder man bekommt die Spielerlaubnis nur dann, wenn ein Clubmitglied beim Abschlag anwesend ist.

Um den Golfsport für noch mehr Menschen attraktiver zu gestalten, bieten viele Golfclubs auch Fernmitgliedschaften an, da die hohen Mitgliedsbeiträge viele von einer normalen Mitgliedschaft abschrecken. Durch eine Fernmitgliedschaft für Spieler, die nicht im Einzugsbereich wohnen, wird dadurch zwar das Spielrecht auf dem Platz eingeschränkt, jedoch sind die Mitgliedsbeiträge beträchtlich niedriger.

Daneben gibt es unabhängige Anbieter, die noch billigere Auslandsmitgliedschaften verkaufen, oder Handicaps ohne Bindung an einen Golfplatz oder –verband vertreiben. Jedoch werden Gastspieler, die Kunden dieser Organisation sind, von manchen Golfplatzbetreibern ausgeschlossen, oder es werden höhere Greenfees von ihnen verlangt.

In Skandinavien und den Urlaubsländern Spanien, Portugal, Nordafrika und Türkei haben Gäste jederzeit die Möglichkeit, die Golfplätze zu benutzen, jedoch nicht, ohne ein Mindest-Handicap vorweisen zu können.
In den angloamerikanischen Ländern gilt Golf als Breitensport, da es zahlreiche öffentliche Golfplätze gibt, die man gegen eine exklusive Zahlung eines Greenfees nutzen kann.
Auf der anderen Seite gibt es in den USA auch unzählige private Golfclubs, wo Gäste nur in Begleitung eines Clubmitglieds zugelassen sind.

[bearbeiten] Ausrüstung

[bearbeiten] Schläger

Durch die unterschiedliche Beschaffenheit des Golfplatzes (Länge der Bahn, Hindernisse), wurde eine Vielzahl an unterschiedlichen Schlägern entwickelt, um den Ball leichter ins Loch zu befördern.
Die aktuellen Golfregeln erlauben pro Spieler pro Runde bis zu 14 Schläger, welche sich durch die Länge, Loft, Form und Material unterscheiden. Der Loft und die Schaftlänge beeinflussen die Flugbahn des Balles.
Für den Abschlag und bei einer Weite von 140 m aufwärts werden die Hölzer verwendet. Sie sind am längsten und haben den größten Schlägerkopf (ist als einziger hohl). Meistens haben die Golfspieler noch drei weitere solche Schläger für kürzere Entfernungen in ihrem Bag.

Für eine Schlaglänge von 70-180 m kommen die Eisenschläger zum Einsatz, um genauere Schläge zu erzielen. Diese Schläger sind flexibel einsetzbar und eine Golfrunde kann ohne weiteres nur mit Eisenschlägern bestritten werden.

Als Ersatz für Eisenschläger können auch Hybrid- oder Rescue-Schläger verwendet werden. Diese sind eine Mischung aus Holz und Eisen und vereinen somit die Vorteile von beiden.

Für Schläge unter 100 m oder für schwierige Lagen benutzt man die Wedges. Sie sind dem Eisen ähnlich, jedoch haben sie einen kürzeren Schaft und mehr Loft. Das Pitching Wedge und das Sand Wedge sind Teile der Standardausrüstung. Wer möchte, kann seine Ausrüstung mit dem Gap Wedge und dem Lob Wedge ergänzen.

Mit dem Putter, welchen es in jedem Golfbag nur einmal gibt, wird der Ball eingelocht. Der Ball rollt dabei nur über das Gras und fliegt nicht wie bei allen anderen Schlägen.
Dieser Schläger ist besonders wichtig, da er am häufigsten benutzt wird.

[bearbeiten] Bälle

Die Schale des Golfballs besteht aus hartem Kunststoff, der Kern meist aus Hartgummi oder zunehmend auch Mehrschichtkernen, wie zum Beispiel (Flüssig-) Metall. Jeder Ball ist mit einer Nummer versehen, um ihn von dem anderer Spieler unterscheiden zu können, sofern sie einen Ball der gleichen Marke oder des gleichen Typs verwenden.

Durch die Oberflächenstruktur, die Dimples, und den durch den Abschlag erzeugten Effet, erhält der Ball eine Rotationsrichtung – entweder eine seitliche Ablenkung oder einen Auftrieb. Durch diese Vertiefungen fliegt der Ball weiter als ohne.

Außer der wichtigsten Ausrüstung, dem Schläger und dem Ball, sollte man sich noch Folgendes anschaffen:

[bearbeiten] Bekleidung

Auf jeden Fall sollte man beim Golfspielen bequeme Kleidung tragen, um sich ohne Einschränkung bewegen zu können. Shorts und T-Shirts sind nicht angebracht, man sollte schon auf die Etikette achten. Ein Polo mit Kragen ist jedenfalls nie verkehrt. Die Etikette wird in England strikt eingehalten, bei uns sind Jeans mittlerweile auf heimischen Plätzen auch akzeptabel.

[bearbeiten] Schuhe

Zu Beginn des Trainings reichen normale Freizeitschuhe völlig aus. Die speziell für diesen Sport angefertigten Golfschuhe mit Spikes dienen vor allem dazu, eine Standfestigkeit und somit einen kontrollierten Schwung zu gewährleisten.

[bearbeiten] Handschuhe

Einige Golfspieler kamen ohne Golfhandschuhe aus. Jedoch werden sie grundsätzlich jedem Spieler empfohlen, um Blasen vorzubeugen, aber vor allem, um den Schläger besser halten zu können. Ob Leder oder Synthetik, wichtig ist, dass der Handschuh faltenfrei sitzt. Zu beachten ist außerdem, dass Rechtshänder einen linken Handschuh benötigen, Linkshänder einen rechten.

[bearbeiten] Zusätzliches

Das oben genannte Equipment reicht für den Anfang. Wer aber möchte, kann sich noch Bälle, Tees, Pitchgabel und Regelbuch besorgen.


[bearbeiten] Golfplatz

Als Golfplatz wird nicht irgendein beliebiges, freies Gelände genutzt. Er wird von einem Architekten entworfen, der dabei die wichtigsten Komponenten Abschlag, Fairway und Grün einplant und außerdem Bunker (Sandlöcher), Wasserhindernisse (Teiche, Wasserläufe) und Rough (Gestrüpp) berücksichtigt.

Geführt wird der Golfplatz von einem Golfclub, und die Pflege wird aufgrund des Aufwands auf mehrere Greenkeeper übertragen, die dafür Spezialmaschinen benutzen.
Je nachdem, welche Ansprüche an die Qualität des Platzes gestellt werden, können sich die Kosten durchaus auf jährlich zwischen 300.000 und 900.000 Euro belaufen.

[bearbeiten] Range Fee

Für die Benutzung des Übungsplatzes (Driving Range, Pitching und Chipping-Green, Putting-Green) muss an die Golfanlage eine Range Fee entrichtet werden. Zusätzlich dazu werden für die Driving Range Gebühren erhoben.
Die Range Fee kann gelegentlich auch entfallen, wenn für die Übungsbälle ein höherer Preis verrechnet wird.
Mit den Rangebällen ist es jedoch untersagt, auf dem regulären Golfplatz zu spielen. Mitglieder sind von der Range Fee befreit, da sie durch ihren Mitgliedsbeitrag diese bereits abdecken.

[bearbeiten] Greenfee

Möchte ein Golfspieler auf dem Golfplatz spielen, anstatt auf dem Übungsplatz, so hat er eine Green fee zu entrichten. Mit dieser Gebühr darf er auch auf den Übungsplatz wechseln, da in diesem Betrag auch die Range Fee enthalten ist.


[bearbeiten] Regeln

Aufgrund des naturbelassenen, weitreichenden Spielfelds (Golfplatz), gibt es eine große Anzahl an Regeln, die sich auf jede denkbare Situation beziehen. Das ist der Grund, warum Golf einen umfangreicheren Regelkatalog als alle anderen Sportarten hat und auch golferfahrene Spieler teilweise nicht wissen, welchen Regeln in bestimmten Fällen anzuwenden sind.

Sofern man sich nicht sicher ist, was die Regelung betrifft, greift man auf eine Expertenkommission zurück, die in jedem nationalen Golfverband vorhanden ist. Wenn die Lage eindeutig ist, entscheidet diese Kommission, ansonsten werden die R&A bzw. USGA zu Rate gezogen und um eine Auslegung der Regeln gebeten, also um eine „Decision“. Auch diese werden mittlerweile veröffentlicht, jedoch werden sie in der Praxis nicht wirklich angewendet, da sie nur für Sonderfälle gebraucht werden.

[bearbeiten] Ablauf

Das Hauptziel des Golf liegt darin, den Golfball (42,67 mm im Durchmesser und 45,93 g schwer) mit so wenig Schlägen wie möglich in ein 10,8 cm großes Loch zu befördern, welches in einer Entfernung von einigen hundert Metern liegt. Die 18 Spielbahnen auf einem Golfplatz können zusammen ca. 7 km lang sein.
Gestartet wird von einer als Abschlag bezeichneten Fläche, wobei auf die Regeln nicht vergessen werden darf.
Ist es nicht möglich, den Ball gemäß den Regeln zu spielen – sei es wegen Versinken im Teich oder wenn er unauffindbar ist - so erlauben die Golfregeln eine Wiederaufnahme, allerdings werden meist Strafschläge dafür gerechnet.
Die Summe aller Schläge (inklusive Strafschläge) bis zum Einlochen wird „Score“ genannt und auf einer „Scorekarte“ festgehalten.

[bearbeiten] Par

Für jedes Loch gibt es ein Par. Das sind die maximalen Schläge, die ein Spieler für das Einlochen benötigen sollte. Es kommt vor allem auf die Länge der Spielbahn an, nicht auf den Schwierigkeitsgrad (Bunker, Hügel oder Wasser), und ist auch gesondert als Course-and-Slope-Rating angegeben.
Um einen Par zu berechnen geht man davon aus, dass zwei Puts auf dem Green ausgetragen werden. Hinzu kommt noch eine bestimmte Zahl an Schlägen, die man braucht, um den Ball vom Abschlag aufs Grün zu befördern.

Liegt der Fall vor, dass zum Beispiel ein Spieler „Par minus 2“ schlägt und der Ball danach noch auf dem Grün liegt, nennt man das „Green in Regulation“. Ein 18-Loch Platz hat meist vier Par-3 Löcher, zehn Par-4 und vier Par-5. Somit ergibt sich maximal eine Summe von 72 Par.
Bei 9-Loch Plätzen wird diese Zahl adäquat reduziert. Jedoch gibt es bei 9-Par Plätzen viele Kurzplätze, die sich hauptsächlich aus Par-3 Löcher zusammensetzen.

Einige Bezeichnungen haben sich für bestimmte Scores in den Golfwortschatz integriert.

Ass/Hole in One: Schlag, bei dem der Ball direkt nach dem Abschlag ins Loch befördert wird.
Double Albatross: vier Schläge unter Par
Albatross: drei Schläge unter Par
Eagle: zwei Schläge unter Par
Birdie: ein Schlag unter Par
Par oder Even: genau Par
Bogey: eins über Par
Double Bogey: zwei über Par
Triple Bogey: drei über Par

Bei einem Par-3 Loch wäre ein Ass auch ein Eagle, bei einem Par-4 Loch ein Albatross.


[bearbeiten] Spielformen

Golf kann auf zwei Arten gespielt werden. Entweder man entscheidet sich für das Zählspiel, oder man bevorzugt das Lochspiel, wobei es bei beiden mehrere Varianten gibt.
Beim Zählspiel ist der eigene Score im Vergleich zu den anderen im Vordergrund. Da man keinen unmittelbaren Gegner hat, wird das Zählspiel auch als „Spiel gegen den Platz“ bezeichnet.
Anders ist das beim Lochspiel. Hier kommt es darauf an, einen direkten Gegner mit dem eigenen niedrigen Score zu schlagen.

Bei beiden Varianten gibt es nochmal zwei Zählweisen. Einmal wird der Score brutto gezählt und einmal netto. Bei brutto wird die tatsächliche Anzahl der Schläge genannt. Bei netto wird der Score angepasst, um die unterschiedlichen Spielstärken der Teilnehmer auszugleichen.
Nach der Brutto-Tabelle erkennt man also den ganz und gar besten Golfer, nach der Nettozählweise ermittelt man den erfolgreichsten Spieler im Vergleich zu der eigenen Spielstärke.

In Deutschland ist das Zählspiel mit der Stableford-Variante weit verbreitet. Mit dieser Art werden auch die Handicaps der Golfer ermittelt.
In anderen Ländern wird das Handicap der Spieler von den dortigen Golfverbänden mit anderen Methoden eruiert, was aufgrund der unterschiedlichen Arten daher nur eine grobe Vergleichbarkeit aller Spieler ermöglicht.
Drei Begriffe sind jedoch überall gleich. Ein „Bogey-Golfer“ ist ein fortgeschrittener Amateur, der durchschnittlich nur einen Schlag über Par liegt. Ein „Scratch-Golfer“ gilt als Profi und spielt um Par herum. Ein kompletter Golfanfänger wird als „Rabbit“ bezeichnet.

[bearbeiten] Begriffe

Bunker
Ein mit Sand gefülltes Loch, wodurch das Spiel erschwert und anspruchsvoller wird.

Caddy
Der Caddy (auch die Bezeichnung für den Golfwagen) trägt nicht nur die Golftasche des Spielers, er hilft ihm auch bei Entscheidungen bezüglich der Schläger, gibt wertvolle Spieltipps und hält den Score fest. Er wird mit einem entsprechenden Honorar ausbezahlt.

Par
Ein Bewertungsmaßstab zur Bewältigung einer bestimmten Spielbahn.

Grooves
Als Grooves werden längliche Rillen in der Schlagfläche des Schlägers bezeichnet.

Dimples
Dimples sind die Vertiefungen auf den Golfbällen. Durch sie kann die Flugweite des Balles bei gleicher Schlagkraft vervierfacht werden.

Abschlag/Tee-Box
Der Ball wird von dort aus das erste Mal geschlagen. Dieser Bereich ist durch zwei Markierungen festgelegt und nur in diesem Areal darf der Abschlag passieren, welcher bei Männern und Frauen je nach Spielstärke unterschiedlich sein kann.

Fairway
Das ist die zwischen Tee und Grün gelegene Rasenfläche.

Rough
Ist an das Fairway angrenzend und im Gegensatz zum diesem ein nicht gemähtes Gras.

Out-of-Bounds
Spielt ein Spieler seinen Ball in diesen Bereich, so wird er mit einem Strafstoß geahndet, da dieser mit weißen Pfählen markierte Bereich nicht mehr zum Golfplatz gehört und hier somit das Schlagen des Balles verboten ist.

Wasserhindernis
Diese Stellen können entweder frontal liegen und sind dann mit gelben Pflöcken markiert, oder sie liegen seitlich, was man an den roten Pflöcken erkennen kann.

Vorgrün
Ist die Zone, die das Grün umgibt und ebenfalls kurz gemäht ist.

Grün/Green
Bezeichnet den gesamten Bereich um das Loch.

Flaggenstock/Fahne/Pin
Um das Loch schon aus einiger Entfernung leichter erkennbar zu machen, wird in jenes eine Fahne gesteckt, dessen Querschnitt kreisförmig sein sollte.

Loch
Das 10 cm tiefe Loch ist das Ziel des Spieles.


[bearbeiten] Turniere

Die Majors sind die vier größten und wichtigsten Turniere, die jährlich abgehalten werden.
Das erste Major des Jahres startet im April mit dem Augusta National Golf Club. Dieses US-Master ist das einzige, das schon seit je her auf demselben Golfplatz stattfindet, und es wird auch nicht ausgewichen, wenn dieser gerade umgebaut wird.

Im Juni jeden Jahres tritt seit 1895 die Elite der Weltklasse-Golfspieler bei den US-Open gegeneinander an, welche von der USGA organisiert werden.

Das älteste Major (existiert seit 1860), das auch als einziges außerhalb der USA stattfindet, wird im Juli ausgetragen. The Open Championship wird seit 1920 auf dem Links-Platz in Großbritannien veranstaltet.

Die PGA Championship ist das letzte der vier Turniere und findet im August unter der Organisation der PGA of America statt.

Alle zwei Jahre wird der Ryder Cup gemeinsam von der PGA of America und der PGA European Tour organisiert. Hier treffen die Mannschaften der USA und Europa zu je 12 Spielern aufeinander, um sich sowohl im Vierer als auch im Einzel zu messen. Im Gegensatz zu den Majors ist die verwendete Spielform hier das Lochspiel.

In den Jahren zwischen dem Ryder Cup wird ein ähnliches, aber nicht so populäres Turnier abgehalten, der Presidents Cup. Hier treten die USA gegen jeden außer Europa an, welches in jenen Jahren ein eigenes Tournier - die Seve Trophy – austrägt. Dies ist ein Wettbewerb zwischen Kontinentaleuropa und Großbritannien und Irland.

Fast alle Turniere der Profis werden in Form eines Zählspiels ausgetragen. Dieses geht über vier Runden und ist auf vier aufeinander folgende Tage aufgeteilt. Aufgrund von schlechtem Wetter kann es auch schon mal länger dauern.
Nach zwei Runden wird etwa nur mehr die Hälfte der Spieler für die letzten beiden Spiele zugelassen. Um es in die Finalrunden zu schaffen, muss ein so genannter Cut erreicht werden.


[bearbeiten] Senior Majors

Die Senior Majors werden jährlich exklusiv für professionelle Spieler über 50 Jahren abgehalten und bestehen aus fünf Major Championships. Diese Turniere sind auf vier Runden verteilt, anders als die herkömmlichen Turniere, die schon nach drei Runden enden.

Diese Senior Majors bestehen aus folgenden Turnieren:

Senior PGA Championship (gegründet 1937; zur Champions Tour gehörig seit 1980)
U.S. Senior Open (zur Champions Tour gehörig seit der Gründung 1980)
Senior Players Championship (zur Champions Tour gehörig seit der Gründung 1983)
Senior British Open (zur European Seniors Tour gehörig seit der Gründung 1987; zur Champions Tour gehörig seit 2003)
The Tradition (zur Champions Tour gehörig seit der Gründung 1989)

Die ersten vier Turniere finden im Juli statt, wobei zwischen der Senior Players Championship und dem Senior British Open zwei Wochen Pause gemacht werden, damit die Spieler genügend Zeit haben, um nach Großbritannien reisen zu können. The Tradition wird dann als einziges erst gegen Ende August abgehalten.

Abgesehen von den Senior British Open, die in Großbritannien abgehalten werden, befinden sich die Austragungsorte der anderen auf Golfplätzen in den USA.


[bearbeiten] Wichtige GolfspielerInnen

Tiger Woods
Der 31-jährige Eldrick “Tiger” Woods aus den USA ist der Profigolfer in der Geschichte des Sports schlechthin. Schon im Alter von 21 zählt er zu den erfolgreichsten Spielern.
Nach seiner Amateurkarriere, die schon mit acht Jahren begann, und wo er dreimal hintereinander den Titel des U.S. Junior Amateur gewann (er ist bis heute der jüngste und einzige Mehrfachgewinner), wechselte er 1996 in die Profiliga. Hier gewann er schon im ersten Jahr zwei Turniere der PGA Tour und wurde folglich noch im selben Jahr zum Sportler des Jahres gekürt (insgesamt erhielt er diesen Titel siebenmal in neun Jahren).
In den Jahren, wo seine Leistungen nachließen, arbeitete er immer an seinem Schwung, um dann immer wieder ein fulminantes Comeback zu starten.
Im Laufe seiner Karriere hat er unzählige Rekorde gebrochen oder aufgestellt.

Jack Nicklaus
Der US-Amerikaner ist in der Golfgeschichte bekannt als „The Golden Bear“. Er gehörte zu seiner Zeit der Gruppe der besten Golfer der Welt an. Aber auch heute ist er in seinen Leistungen ungeschlagen. Er war Gewinner von drei Players Championships, drei Open Championships, vier US Opens, sechs Australian Open, fünf PGA Championships und sechs US Masters, wo er mit 46 Jahren der älteste war, der jemals ein Masters gewonnen hat. Er erhielt ebenfalls den Preis für „Sportler des Jahres“ und „Ausländische Sportpersönlichkeit des Jahres“.
Zu seiner besten Zeit als Profigolfer war er nicht nur der beste Putter aller Zeiten, sondern er hatte auch den weitesten Schlag, den er mit seinem „Power Fade“ bewerkstelligte.

Ernie Els
Theodor Ernest „Ernie“ Els zählt seit den 90er Jahren zur Weltspitze der Profigolfer. Der Südafrikaner begann wie fast alle anderen Golfer in sehr jungen Jahren mit dem Golfsport. Seine ersten Erfolge kann er bereits im Alter von 13 und 14 Jahren erzielen, wonach er sich dann voll und ganz auf Golf konzentrierte. Els hatte in seiner Karriere als Berufsgolfer keine einzige Saison ohne Sieg.
Während eines Spieles lassen ihn die Handlungen seiner Mitbewerber kalt. Zumindest zeigt er es nicht offensichtlich. Diese Ruhe erkennt man auch an seinem Golfschwung. Dieser gilt als der eleganteste Schwung in Golfkreisen und deswegen wird Els auch „The Big Easy“ genannt.
Der sechsfache Sieg bei der „World Match Play Championship im Wentworth Club“ stellt einen Rekord dar. Der Rekord daran ist auch, dass er jeweils dreimal hintereinander gewonnen hat.
Ein weiterer Rekord ist auch sein Sieg bei der „BMW Asian Open“ 2005, wo er mit 13 Schlägen Vorsprung auf dem Siegertreppchen landete.

Bobby Jones
Robert Tyre Jones jr. aus den USA ist trotz seiner steilen Erfolgskarriere in der Amateurliga geblieben und hat nicht wie die meisten anderen ins Profilager gewechselt. Er hat im Alter von 28 Jahren das Golfspielen an den Nagel gehängt und sich seinem Beruf als Rechtsanwalt und Autor verschiedener Büchern widmete. Wie die meisten anderen erfolgreichen Golfspieler hat er schon im Kindesalter zu üben begonnen.
Mit dem Grand Slam des Golfsports (viermaliges Gewinnen des Major-Titels) ging er in die Geschichte des Golfsports ein und dies war ein würdiger Abschluss seiner Karriere.

Bernhard Langer
Diesem deutschen Profigolfer gelang es als erstem, internationale Anerkennung zu erlangen. Er gehört zu den „Big Five“, einer Gruppe, zu denen jene fünf Weltklasse-Spieler gehören, die innerhalb desselben Jahres geboren wurden (unter anderem auch Nick Faldo und Seve Ballesteros).
Nach dem Gewinnen der amerikanischen Masters wollte er auch für Deutschland ein ebensolches einführen.
Vor einem Jahr wurde er von der Queen aufgrund seiner Leistungen im Golfsport zum „Honorary Officer of the Most Excellent Order of the British Empire“ ernannt, sozusagen geadelt.

Nick Faldo
Nicholas Alexander „Nick“ Faldo aus GB gehört ebenfalls zu den „Big Five“ und wurde ebenso wie Bernhard Langer in den britischen Ritterorden aufgenommen.
Faldo war sehr schnell erfolgreich, doch mit den „Masters“ wollte es nicht so recht klappen. Erst nach seinem Training mit dem „Guru“ David Leadbetter holte er sich seinen ersten Major-Titel. Danach ging es immer weiter steil bergauf, aber nach seinem Sieg gegen Greg Norman konnte er sich nicht mehr auf diesem Level halten und konzentrierte sich daher vermehrt auf andere Dinge, wie das Designen von Golfplätzen oder das Kreieren einer eigenen Golfmodelinie.
Durch seine Preisgeld-Rekordsumme und seine weiteren Einnahmequellen zählt er neben David Beckham und Robbie Fowler zu den wohlhabendsten Sportlern in ganz Großbritannien.

Severiano Ballesteros
Der ehemalige spanische Profigolfer, ebenso Mitglied der „Big Five“, hat bereits im zarten Alter von sieben Jahren das Golfspielen begonnen. Das hat sich bezahlt gemacht, was man an den zahlreichen Auszeichnungen für seine Erfolge erkennen kann. Seve erhielt die Auszeichnung „Golfer of the Year“ und wurde in die World Golf Hall of Fame aufgenommen. Vor sieben Jahren wurde er zum „European Player of the Century“ und „Deportista Español del Siglo“ ernannt und erhielt einen Ehren-Doktortitel.
Er hat nebenbei auch die Seve-Trophy (ein Turnier zwischen Großbritannien und dem Kontinent Europa) eingeführt, das Pendant zum Ryder Cup.

Annika Sörenstam
Ihre Erfolge im Golfsport sind mit denen von Tiger Woods vergleichbar. Vor mehr als 50 Jahren hat zuletzt eine Frau bei einem Herren-PGA-Tour-Tournier teilgenommen. Sörenstam hat das 2003 weitergeführt und dadurch große Beliebtheit errungen.

Martin Wiegele
Der österreichische Profigolfer Wiegele hat nach einer auch internationalen Amateur-Golfkarriere das Hobby zum Beruf gemacht.
Mit seinem Partner Markus Brier hat er 2004 den 5. Platz für Österreich beim WGC-World-Cup in Sevilla errungen, was seinen bisher größten internationalen Erfolg darstellt.

Markus Brier
Der gebürtige Wiener Markus Brier hatte eigentlich Betriebswirtschaft studiert, bevor er 1995 den Schritt zum Profigolfer wagte. Die ersten Jahre hatten nicht so rosig ausgesehen, seine vierte Saison bedeutete fast das Ende. Jedoch hat sich dann mit seinen Siegen das Blatt gewendet und er bekam die Chance zur Teilnahme an der European Tour.
Beim Austrian Open gelang ihm am ersten Tag gleich ein Hole-in-one, und nach jenem Tag an der Spitze holte er sich auch noch seinen ersten Titel.

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