Windhundrennen
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Windhundrennen ist ein Hundesport bei dem Windhunde auf einer ovalen Rennbahn oder im Gelände einem künstlichen Hasen nachhetzen. Windhundrennen ist nicht nur ein beliebter Publikumssport sondern auch ein besonderes Wetterlebnis, da das erfolgreiche Wetten auf Windhunde viel Erfahrung, Fachwissen und Fingerspitzengefühl erfordert. Die Rennen werden allerdings nicht nur zu kommerziellen Zwecken ausgetragen, sondern auch als Hobby, das es dem Hundebesitzer ermöglicht, den äußerst ausgeprägten Jagd- und Bewegungstrieb seines Windhundes zu befriedigen.
Ob als aktives Mitglied eines Rennvereins oder als Zuschauer, der Anblick dieser graziösen Tiere mit ihrem schlanken, durchtrainierten Körperbau hinterlässt auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck.
[bearbeiten] Geschichte
In Europa, vor allem in Großbritannien, wurden Windhunde ursprünglich zu Jagdzwecken verwendet. Der Besitz dieser edlen Tiere war dem Landadel vorbehalten. Bereits im 16. Jahrhundert führte Queen Elizabeth I die ersten Regeln für das Windhund-Coursing ein. Der moderne Hunderennsport entstand aus der Hetzjagd (Coursing). Da diese Tradition auf den Britischen Inseln besonders gepflegt wurde, machte man dort im Jahre 1876 den ersten Versuch auf einer geraden Strecke ein Hunderennen zu veranstalten. Das Experiment war allerdings nicht gerade von Erfolg gekrönt.
Der Sport wie wir ihn heute kennen entstand in den USA im Jahr 1912, als Owen Patrick Smith, der „Vater des amerikanischen Windhundrennens“, den mechanischen „Hasen“ erfand. Die erste ovale Rennbahn wurde 1919 in Kalifornien eröffnet und ebnete den Weg für die amerikanische Windhund-Rennindustrie. Das Totalisator-Wettsystem wurde in Florida im Jahre 1931 sowohl für Pferde- als auch für Hunderennen legalisiert. In Europa fand das erste professionelle Windhundrennen 1926 im “Belle Vue Greyhound Stadium UK” in Großbritannien statt.
Heute ist Windhundrennen ein beliebter Publikumssport sowohl in den USA als auch in einigen Europäischen Ländern wie Großbritannien, Irland und Spanien.
[bearbeiten] Zwei Arten des Windhundrennens
Beim Windhundrennen unterscheidet man zwei Arten: das Rennen auf einer Rennbahn und das Coursing.
[bearbeiten] Windhundrennen auf der Rennbahn
Auf der Rennbahn geht es ausschließlich um die Geschwindigkeit. Der Hund, der als erster ins Ziel kommt gewinnt. Die ovale Rennbahn besteht aus Gras oder Sand und die Hunde starten aus Boxen. Mindestens sechs Windhunde gleicher Rasse und gleichen Geschlechts laufen einem Köder in Form eines künstlichen Hasens hinterher. Dieser Hase ist eine von einer technischen Vorrichtung gezogene Attrappe, die aus einem Hasenfell oder bloß aus einem Bündel Flatterband besteht. Windhunde jagen hauptsächlich mit den Augen und weniger mit dem Geruchsinn, deshalb ist lediglich die Bewegung des „Hasens“ entscheidend und nicht der Geruch oder das Aussehen. Eine europäische Windhunderennbahn ist 480m lang, wobei es für kleinere Rassen wie den Whippet oder das Italienische Windspiel kürzere Strecken gibt.
[bearbeiten] Austragungsmodus
Ein Standard-Windhundrennen auf der Rennbahn (laut FCI-Regelwerk) besteht aus Vorläufen und Finale. Der Austragungsmodus, d.h. die Ermittlung der Finalteilnehmer, kann vom Veranstalter gewählt werden. Die Finalteilnehmer können auf zwei verschiedene Arten ermittelt werden: entweder nach der Einlaufreihenfolge bei den Vorläufen oder nach den in den Vorläufen gelaufenen Zeiten. Letzteres erfordert eine automatische Zeitmessung für alle Hunde in jedem Vorlauf. Die Zeitmessung beginnt sofort beim Öffnen der Starboxen.
Grundsätzlich versucht man zu vermeiden, dass die schnellsten Hunde oder die Hunde eines Besitzers zusammen in den Vorläufen laufen. Man versucht auch, die Hunde aus den verschiedenen Ländern gleichmäßig auf die einzelnen Läufe zu verteilen.
[bearbeiten] Funktionäre
Beim Windhundrennen gibt es neben dem Schiedsgericht noch zahlreiche andere Funktionäre, die für den ordentlichen Ablauf des Rennens sorgen.
- Schiedsgericht
Das Schiedsgericht überwacht als oberstes Organ die Einhaltung des Reglements. Es besteht aus 3 Mitgliedern, die über eine Schiedsrichterlizenz verfügen müssen und wenn möglich aus verschiedenen Ländern stammen.
- Rennleiter
Der Rennleiter ist für die technische und organisatorische Leitung des Rennens verantwortlich. Er ist außerdem die Kontaktperson zwischen Schiedsrichter und Teilnehmer.
- Zielgericht
Das Zielgericht entscheidet über die Einlaufreihenfolge der Hunde. Es sollte nach Möglichkeit ebenfalls international besetzt sein.
- Zeitnehmer
Zeitnehmer sind für die Zeitmessung zuständig und werden vom Veranstalter bestimmt. Maßgebend für die Zeitmessung, die beim Öffnen der Startboxen beginnt, ist die Nasenspitze des Hundes.
- Bahnbeobachter
Die Bahnbeobachter, üblicherweise vier, überwachen die Läufe und melden Unregelmäßigkeiten oder Verstöße gegen das Reglement dem Schiedsgericht. Jeder Bahnbeobachter bekommt vom Rennleiter einen bestimmten Beobachtungsabschnitt zugeteilt. Bahnbeobachter müssen eine Bahnbeobachter- oder eine Schiedsrichterlizenz besitzen.
- Starterteam
Das Starterteam überprüft vor dem Rennen die Startboxen, die Aufstellung der Hunde beim Start sowie den Richtigen Sitz von Maulkörben und Renndecken. Das Starterteam sorgt außerdem dafür, dass keine verbotenen Mittel, wie Stachelhalsbänder, Würger oder Scheuklappen verwendet werden.
- Hasenzieher
Der Hasenzieher ist der Bediener der Hasenmaschine. Er erhält seine Anweisungen vom Rennleiter und sorgt dafür, dass die Attrappe in möglichst gleichmäßigem Abstand von 20m vor dem ersten Hund gezogen wird.
- Platztierarzt
Während der gesamten Rennveranstaltung muss ein Tierarzt, der üblicherweise vom Veranstalter bestellt wird, anwesend und eisatzbereit sein. Der Tierarzt führt eine allgemeine Untersuchung der Rennhunde durch, um zu prüfen, ob diese zugelassen werden können. Diese allgemeine Untersuchung umfasst eine Kontrolle der Augen auf Bindehautentzündung, eine Untersuchung der Hündinnen auf Läufigkeit, eine Untersuchung der Pfoten und Zehengelenke und eine Beobachtung des Gangwerks. Der Tierarzt beobachtet die Hunde sehr genau während des gesamten Rennens um eventuelle Verletzungen oder Dopingverdacht sofort dem Schiedsgericht melden zu können. Meldet der Tierarzt einen Hund als krank oder verletzt, so muss dieser sofort aus dem Rennen genommen werden. Die Tierarztkosten werden vom Verein, der das Rennen veranstaltet übernommen.
[bearbeiten] Geschlechtertrennung
Wenn pro Rasse und Geschlecht mindestens 6 Hunde für ein Rennen gemeldet sind, so laufen Rüden und Hündinnen getrennt. Sind von einem Geschlecht weniger als 6 Hunde gemeldet, laufen sie gemischt.
[bearbeiten] Rennbahnen
Die FCI unterscheidet zwei Kategorien von Rennbahnen: Kategorie „A“ und Kategorie „B“.
Bahnen der Kategorie „A“ sind für nationale und internationale Rennen mit Titelvergabe zugelassen. Der Kurvenradius eine „A“-Rennbahn muss mindestens 42m betragen. Das Geläuf muss auf der Geraden mindestens 6m breit sein und in den Kurven mindestens 8m.
Bahnen der Kategorie „B“ sind für nationale Rennen und für internationale Rennen ohne Titelvergabe zugelassen. In der Kategorie „B“ muss der Kurvenradius mindestens 40m betragen und das Geläuf muss auf den Geraden mindestens 5m und in den Kurven mindestens 7m breit sein.
[bearbeiten] Rennmaterial
Das Rennmaterial muss einwandfrei funktionieren und den Bestimmungen entsprechen. Der Veranstalter muss genügend Material in Reserve haben.
[bearbeiten] Hasenzug
Der Hasenzug muss schnell beschleunigen, gut regulierbar sein und genügend Leistungsreserven haben. Die Rollen dürfen nicht glitzern und keine helle Farbe haben.
[bearbeiten] Lockmittel
Das Lockmittel soll ca. 40 cm lang sein und aus einem Hasenfell oder einem hasenfellähnlichem Ersatz bestehen. Der Hase muss nach der Zielgeraden noch mindestens 30m mit der gleichen Geschwindigkeit gezogen werden. Bei Regen werden Lockmittel aus Stoff oder Plastik verwendet.
[bearbeiten] Startboxen
Die Startboxen müssen mindestens 110cm lang, 84cm hoch und 28cm breit sein. Zwischen den Boxen muss ein sich ein mindestens 10cm breiter Zwischenraum befinden. Die Innenwände müssen glatt und der Boden griffig sein und ohne Höhenunterschied in die Sand- oder Grasfläche der Rennbahn übergehen. Durch die Fronttüren müssen die Hunde eine gute Sicht auf das Lockmittel haben. Die Türen dürfen nicht reflektieren und müssen so beschaffen sein, dass sich die Hunde nicht verletzen.
[bearbeiten] Laufwiederholungen
Wenn das Schiedsgericht entscheidet, dass ein Lauf wiederholt wird, kann dies verschiedene Gründe haben. Ein Lauf kann zum Beispiel wiederholt werden wenn das Lockmittel nicht richtig gezogen wird und zu hoch fliegt, wenn die Startboxen versagen oder wenn das Lockmittel auf der Strecke liegen bleibt oder wenn die Bahnbeobachter eine Störung melden. Wenn ein Hund stürzt, so gilt dies nicht als Störung.
Wenn die Hunde noch nicht einmal die Hälfte der Rennstrecke zurückgelegt haben, kann der Lauf sofort wiederholt werden. Ansonsten wird eine Pause von 30 bis 60 Minuten, je nach Distanz, eingelegt. Renndistanzen von über 525m dürfen von den Hunden höchstens zweimal pro Tag zurückgelegt werden. Deshalb sind bei Distanzen dieser Länge Laufwiederholungen am selben Tag verboten.
[bearbeiten] Coursing
Coursings sollen die Hetzjagd imitieren und werden im Gelände abgehalten. Der Parcours muss abwechslungsreich sein und dem Fluchtweg eines Wildtieres gleichen. Die künstliche Beute schlägt Haken und läuft im Zick-Zack-Kurs, sodass die Hunde blitzschnell reagieren müssen. Die Attrappe wird über unebenes, naturbelassenes Gelände mit natürlichen Hindernissen wie Hügeln, Sträuchern, Bäumen oder Wassergräben gezogen. Der Parcours erfordert abrupte Stopp- und Wendemanöver und beinhaltet auch kurze, schnelle Sprintstrecken.
[bearbeiten] Austragungsmodus
Beim Coursing starten immer zwei Hunde, die ein Team bilden sollen. Gemeinsam wenden sie verschiedene Techniken an, um die Beute zu erwischen. Der schnellere Hund versucht meist die Beute zu einem Richtungswechsel zwingen, damit sein Teampartner sie packen kann. Bei ungerader Teilnehmerzahl wird vom Veranstalter ein Begleithund eingesetzt um Sololäufe zu vermeiden.
Beim Coursing geht es nicht nur um Geschwindigkeit. Mehrere Coursingrichter bewerten das Verhalten der Hunde anhand folgender Kriterien: Kondition, Gewandtheit, Eifer, Intelligenz und Geschwindigkeit. Die Richter können pro Kriterium maximal 20 Punkte vergeben. Erreicht ein Hund beim ersten Lauf nicht mindestens 50% der Gesamtpunktezahl, darf er am zweiten Lauf nicht teilnehmen. Jeder Hund läuft zwei Durchgänge, dann werden die Punkte addiert. Bei Punktegleichstand von zwei oder mehreren Teilnehmern (nach 2 Durchgängen), gewinnt der Hund, der im zweiten Durchgang die höhere Punktzahl erreicht hat. Herrscht dann immer noch Gleichstand, wird die Punkteanzahl in den einzelnen Bewertungskriterien berücksichtigt, beginnend mit dem Bedeutendsten, Kondition, dann Gewandtheit, Eifer, Intelligenz und letztendlich Geschwindigkeit. Bei nationalen Coursings können aber auch andere Regeln angewandt werden.
Beurteilung der 5 Kriterien :
- 1. Kondition
Unter Kondition versteht man beim Coursing die Widerstandskraft des Windhundes, d.h. seine physischen und mentalen Kräfte. Bewertet wird die Fähigkeit des Hundes, die Strecke in gutem physischen Zustand zu beenden.
- 2. Gewandtheit
Die Gewandtheit eines Windhundes wird an blitzschnellen Richtungswechseln, am Überwinden von Hindernissen und beim Fangen der Beute gemessen, besonders bei der Ausführung des „brassok“ (= der Hund wirft sich so auf das Lockmittel, dass er das Gleichgewicht verliert).
- 3. Eifer
Ein eifriger Windhund verfolgt die Beute ohne Rücksicht auf Hindernisse und lässt sich durch Zwischenfälle wie Fall oder momentaner Sichtverlust, nicht ablenken. Der Eifer eines Windhundes zeigt sich bereits am Start durch eine große Aufmerksamkeit und einen auf das Lockmittel gerichteten Blick. Während des Laufes zwingt er den Hasenzieher ständig, die Geschwindigkeit zu erhöhen, damit der Hase nicht in den Fangbereich des Hundes gelangt.
- 4. Intelligenz
Unter Intelligenz versteht man die Verfolgungstaktik des Hundes. Der Windhund folgt einer Bahn, die ihn in eine gute Fangposition bringt, indem er, zum Beispiel, auf raueres Gelände ausweicht.
- 5. Geschwindigkeit
Beim Coursing wird keine Zeitmessung verwendet und die absolute Geschwindigkeit wird nicht berücksichtigt. Die Schnelligkeit eines Hundes wird relativ in Bezug auf seinen Konkurrenten gemessen. Um die Schnelligkeit zu Beurteilen beobachtet man die Art, wie der Hund sich verhält. Ein Hund, der sehr tief läuft und sich gut streckt punktet. Wenn ein Hund, der sich in zweiter Position befindet, seinen Konkurrenten durch Erhöhen der Geschwindigkeit überholt, so nennt man dies ein „Go-bye“.
[bearbeiten] Strecken
Die Streckenlänge beim Coursing beträgt für Whippets und Windspiele 400m bis 700m und für alle anderen Rassen 500m bis 1000m. Die Strecke muss gut einzusehen und absolut gefahrenfrei für die Hunde sein. Kurven mit Winkel von weniger als 60° sind verboten.
[bearbeiten] Funktionäre
Die Aufgaben der Funktionäre beim Cousing (Richter, Coursingleiter, Feldbeobachter, Starter, Hasentechnik, Tierarzt) ähneln jenen der Rennfunktionäre.
- Richter
Wie beim Rennen bilden die Richter das oberste Organ. Bei internationalen Coursings gibt es mindestens zwei Richter, die eine Coursing-Richterlizenz haben müssen.
- Coursingleiter
Der Coursingleiter ist für Technik und Organisation verantwortlich.
- Feldbeobachter
Wie die Bahnbeobachter müssen die Feldbeobachter eine Feldbeobachter- oder Richterlizenz besitzen und überwachen die unterschiedlichen Abschnitte der Strecke.
- Starter
Der Starter sorgt dafür, dass die Hunde rechtzeitig am Start sind, dass sie in der richtigen Position stehen und kontrolliert Maulkörbe und Renndecken.
- Hasentechnik
Der Hasenzieher ist für das korrekte Ziehen des Hasens verantwortlich und erhält seine Anweisungen vom Coursingleiter oder den Richtern. Die Hasenmaschine muss so positioniert sein, dass der Hasenzieher die gesamte Strecke überblicken kann.
- Tierarzt
Wie beim Rennen muss auch beim Coursing ein Tierarzt anwesend sein, der die Hunde untersucht und genau beobachtet.
[bearbeiten] Coursingmaterial
Die Bestimmungen für das Coursingmaterial sind dieselben wie beim Rennen, mit dem Unterschied, dass keine Startboxen vorhanden sind. Beim Coursing werden die Hunde von ihren Besitzern losgelassen.
[bearbeiten] Sanktionen
[bearbeiten] Pre-slip penalty
Lässt ein Hundebesitzer seinen Hund zu früh los, bekommt er eine sogenannte „Pre-slip penalty“, eine Strafe in Form eines Punkteabzuges (10% der Gesamtpunkte für den betreffenden Lauf).
[bearbeiten] Tagessperre
Ist ein Hund im Augenblick des Starts eines Laufes abwesend, so wird er für den ganzen Tag suspendiert.
[bearbeiten] Zurückweisung
Wenn ein Hund nach dem Startzeichen zu seinem Besitzer oder zur Galerie zurückkehrt, nicht dem Lockmittel sondern seinem Gegner nachhetzt oder nicht über die nötige körperliche Kondition verfügt, kann ihn der Richter für den ganzen Tag zurückweisen.
[bearbeiten] Meisterschaftsrennen und Coursingmeisterschaften
Meisterschaftsrennen und Coursingmeisterschaften werden von einem FCI-Mitgliedsland veranstaltet. Die Windhunderennkommission (Cdl = Commission des Courses de Lévriers ) bestimmt Land und Veranstaltungsort zwei Jahre im Voraus. Will eine nationale Organisation ein Titelrennen austragen, so muss sie sich schriftlich bei der Cdl bewerben.
Die FCI kann pro Jahr zwei Meisterschaftsrennen (FCI-Europameisterschaften und FCI-Weltmeisterschaften) und eine Coursingmeisterschaft (FCI-Coursing Europameisterschaft) veranstalten.
[bearbeiten] Teilnahmebedingungen und Rassen
An FCI-Bahnrennen und Coursings können alle Windhundrassen der FCI Gruppe „10“ teilnehmen. Darunter fallen Afghane, Azawakh, Barsoi, Chart Polski, Deerhound, Galgo Español, Greyhound, Irish Wolfhound, Magyar Agar, Saluki, Sloughi, Whippet und das Italienische Windspiel. In vielen Ländern dürfen auch die windhundähnlichen mediterranen Jagdhunde (FCI Gruppe „5“) teilnehmen: Cirneco dell' Etna, Pharaoh Hound, Podenco Canario, Podenco Ibicenco und Podengo Português.
Die Hunde müssen mindestens 18 Monate (kleine Rassen 15 Monate) alt sein und dürfen bis zum Ende des Jahres, in dem sie das 8. Lebensjahr vollenden an Rennen und Coursings teilnehmen. Nach mehreren Lizenzläufen bekommen sie eine Renn- oder Coursinglizenz und können offiziell teilnehmen.
[bearbeiten] Einige bekannte Windhundrassen
[bearbeiten] Der Greyhound (Englischer Windhund)
Der Greyhound ist die bekannteste Windhundrasse. Er ist der schnellste Hund der Welt und erreicht Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 80 km/h. Nur der Gepard ist schneller. Die Rasse entstand durch gezielte Züchtung auf den britischen Inseln, wo sie einst für die Hasenhetzjagd verwendet wurde und dem englischen Landadel vorbehalten war.
Die durchschnittliche Schulterhöhe beträgt bei Hündinnen 70cm und bei Rüden 74cm. Ein Greyhound kann zwischen 23 und 33kg schwer werden. Greyhounds sind glatthaarig und es gibt sie in den Farben Schwarz, Gestromt, Falb und Blau sowie Weiß-gescheckt. Den Greyhounds fehlt der typische Hundegeruch.
Greyhounds haben einen besonders ausgeprägten Jagdtrieb, den man durch normale Spaziergänge nur schwer befriedigen kann. Deshalb empfiehlt sich eine Mitgliedschaft bei einem Renn- oder Coursingverein. Im Haus erweist sich der Greyhound als anschmiegsamer Familienhund mit geringen Ansprüchen in Haltung und Pflege.
[bearbeiten] Afghanischer Windhund
Der Afghane ist eine der ältesten Windhundrassen. Durch sein seidiges langes Haarkleid kommt er oft als Ausstellungshund zum Einsatz, es werden aber auch spezielle Rennafghanen mit kürzerem Fell gezüchtet.
[bearbeiten] Whippet
Der Whippet sieht aus wie der Greyhound, bloß kleiner (ca. 50cm Schulterhöhe). Auch er stammt ursprünglich aus Großbritannien und wird bei amateurmäßig betriebenen Whippetrennen eingesetzt. An professionellen, kommerziell betriebenen Rennen nimmt diese Rasse nicht teil.
[bearbeiten] Ausrüstung
Beim Rennen/Coursing tragen die Hunde spezielle Rennmaulkörbe, um Verletzungen zu vermeiden wenn sie sich hinter der Ziellinie um den „Hasen“ balgen und, damit sie diesen nicht zerfetzen. Außerdem tragen die Hunde Renndecken in verschiedenen Farben, die mit Nummern versehen sind. Beim Coursing verwendet man oft Halskrausen oder Coursingschals anstelle der Renndecken.
[bearbeiten] Vereine und Organisationen
[bearbeiten] FCI – Fédératin Cynologique Internationale
Die Weltorganisatin der Kynologie, FCI, wurde 1911 zum Schutz der Rassehundezucht gegründet, löste sich jedoch im Ersten Weltkrieg auf und wurde 1921 von einer französischen und einer belgischen Organisation neu gegründet. Der Hauptsitz der FCI befindet sich in Thuin (Belgien). Sie umfasst heute 84 Mitglieds- und Partnerländer, wobei pro Land nur ein Verband Mitglied werden kann. Die FCI ist unter anderem für die Anerkennung von Rassen und die Richterausbildung verantwortlich. Außerdem erarbeitet und übersetzt sie internationale Reglements für Ausstellungen, Gebrauchs- und Arbeitshundeprüfungen, Fährtenhundeprüfungen sowie Windhundrennen- und Coursings.
Der Österreichische Kynologenverband (ÖKV) ist ebenfalls Mitglied der FCI. Zum Kynologenverband gehört auch der Österreichische Klub für Windhunde, -Zucht und Rennsport (ÖKWZR), der für Windhundrennen und Coursings zuständig ist.
[bearbeiten] Professionelle Windhundrennen und Wetten
In Österreich und Deutschland gibt es bei Hunderennen, unter anderem aus tierschutzrechtlichen Gründen, weder Preisgelder noch Wetten. Die Rennen werden ausschließlich von Amateuren veranstaltet und es gibt keine fixen Rennbahnen. Meist müssen die Hundebesitzer sogar Teilnahmegebühren zahlen.
In manchen Ländern jedoch, wie zum Beispiel in Großbritannien, den USA, Irland, Spanien und Australien, werden Hunderennbahnen kommerziell betrieben. Dort wird, wie beim Pferderennen auf die Hunde gewettet. Eine professionelle US-amerikanische Rennbahn macht an die 3 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr. Für professionelle Rennen kommen fast ausschließlich Greyhounds zum Einsatz.
[bearbeiten] Das Wettgeschäft beim Windhundrennen
Das Wetten ist die absolute Hauptattraktion der Veranstaltung und Windhundrennen scheint der einzige Sport zu sein bei dem das Publikum fast ausschließlich aus Wettenden besteht. Das Wetten auf Windhunde ist keineswegs reine Glücksache. Es ist besonders wichtig, mit dem Sport gut vertraut zu sein, um beim Wetten Erfolg zu haben. Beim Windhundrennen wird üblicherweise der Totalisator angewendet, ein Wettsystem bei dem alle Wetteinsätze eines Typs in einen Pool gelegt werden. Steuern und Buchmachergebühren werden abgezogen und der Pool wird unter allen platzierten Wetten aufgeteilt.
[bearbeiten] Wettmöglichkeiten
[bearbeiten] Siegwette / Straight / Single / Win
Dies ist die einfachste Form auf Windhunde zu wetten. Man setzt auf einen Sieger und gewinnt nur, wenn dieser als erster die Ziellinie überquert.
[bearbeiten] Platzwette / Place
Bei der Platzwette setzt man nicht auf den Sieger, sondern wettet darauf, dass „sein“ Hund den ersten oder zweiten Platz gewinnt.
[bearbeiten] Show
„Show“ bedeutet, man wettet darauf, dass „sein“ Hund entweder den 1., 2., oder 3. Platz macht.
[bearbeiten] Across the board
„Across the board“ bedeutet, man schließt 3 verschiedene Wetten auf denselben Hund ab, und zwar Win, Place und Show. Wenn der Hund gewinnt, kassiert man die Gewinne aus allen drei Wetten. Wird der Hund Zweiter, gewinnt man Place und Show. Überquert der Hund als Dritter die Ziellinie, gewinnt man die Show-Wette. Der Wetteinsatz wird folgendermaßen berechnet: Setzt man zum Beispiel 10€ „Across the board“, so beträgt der Gesamteinsatz 30€.
[bearbeiten] Einlaufwette / Combination bet
Bei einer Einlaufwette setzt man auf zwei bis vier Hunde und tippt auf deren genaue Platzierung.
[bearbeiten] Quiniela / Reverse Forecast (UK)
Hier setzt man darauf, dass zwei Hunde den ersten und zweiten Platz belegen, wobei die Reihenfolge keine Rolle spielt.
[bearbeiten] Perfecta / Exacta / Straight Forecast (UK)
Man setzt auf zwei Hunde, die aber in der angegebenen Reihenfolge die Ziellinie überqueren müssen.
[bearbeiten] Trifecta / Tricast / Treble Forecast (UK)
Man setzt auf drei Hunde, die in der angegebenen Reihenfolge die Ziellinie überqueren müssen.
[bearbeiten] Superfecta
Es wird auf vier Hunde gewettet, die in der angegebenen Reihenfolge die Ziellinie überqueren müssen.
[bearbeiten] Twin Trifecta
Eine „Twin Trifecta“ beinhaltet zwei Trifecta-Wetten in zwei Rennen. Man wählt seine Trifecta-Kombination für ein Rennen und tauscht dann das Ticket gegen eine zweite Trifecta im darauf folgenden Rennen ein.
[bearbeiten] Tri-Super
Ähnlich wie bei der Twin-Trifecta wählt man für ein Rennen eine Trifecta-Kombination und tauscht das Ticket dann ein, allerdings gegen eine „Superfecta“ für das nächste Rennen.
[bearbeiten] Titanic Tri-Super
Eine „Titanic Tri-Super“ Wette funktioniert wie die Tri-Super, mit dem Unterschied, dass man die richtige Trifecta Kombination für das fünfte Rennen und die Superfecta für das siebte Rennen tippen muss.
[bearbeiten] Daily Double
Beim „Daily Double“ setzt man auf die Gewinner des ersten und zweiten Rennens an einem bestimmten Tag. Man muss seine Wetten vor Beginn des ersten Rennens abschließen.
[bearbeiten] Jackpot
Man setzt auf sechs Gewinner in sechs Rennen. Hier variieren die Regeln und Preise von Rennbahn zu Rennbahn.
[bearbeiten] Parlay / Accumulator / Multiple bet
Man platziert seine Wetten für zwei oder mehr Rennen gleichzeitig. Der Gewinn des ersten Rennens wird zum Einsatz des zweiten Rennens hinzugefügt und so weiter. Um die Parlay-Wette zu gewinnen, müssen alle Vorhersagen in allen Rennen stimmen. Wird ein Rennen verschoben, abgesagt oder endet mit einem Gleichstand, so wird die Parlay-Wette automatisch um ein Rennen reduziert.
[bearbeiten] Pick 3
Bei einer Pick 3-Wette sagt man die Gewinner von 3 aufeinander folgenden Rennen voraus.
[bearbeiten] Pick 6
Man sagt die Gewinner von 6 aufeinander folgenden Rennen voraus.
Die Regeln und Bezeichnungen für die einzelnen Wetten können je nach Land oder Rennbahn unterschiedlich sein, also ist es empfehlenswert sich beim Buchmacher zu erkundigen, bevor man seine Wetten platziert.
[bearbeiten] Die dunklen Seiten des Wettgeschäfts im Hundesport
Professionelle Rennhunde, fast ausschließlich Greyhounds, werden nicht als Haushunde, sondern in gewerbsmäßig betriebenen Rennställen gehalten. Wo im Wettgeschäft viel Geld verdient werden kann, gelten die Greyhounds nur noch als Massenware und werden oft unter katastrophalen Bedingungen gehalten. Sie leben in engen Käfigen und tragen außer bei der Fütterung ständig Maulkörbe. Sind sie eines Tages nicht mehr in der Lage, die von ihnen erwartete Leistung zu bringen, werden sie oft an Versuchslabors verkauft oder auf grausame Art getötet. Etwa 50 000 Hunde werden pro Jahr auf diese Weise „entsorgt“. Hunde, die nicht verkauft werden können, werden erhängt, erschossen, erschlagen oder ertränkt. Es ist eine Schande, dass sich die EU nicht für die Abschaffung dieser grausamen Tierquälerei einsetzt. Tierschutzorganisationen kaufen einige der Hunde frei und geben sie an Privatpersonen, die bereit sind ein Leben zu retten, weiter.
[bearbeiten] Nützliche Links auf BonusBonusBonus
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