Handball

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Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Handball

[bearbeiten] Grundsätzliches

Handball wurde früher zur Unterscheidung auch Hallenhandball genannt. Seinerzeit gab es nämlich noch das so genannte Feldhandball, welches aber nach Aufnahme des Hallenhandball in das Programm der Olympischen Spiele in Vergessenheit geraten ist. Neben dem heutigen Handball gibt es zusätzlich noch das Beachhandball, dass auf dem Vormarsch ist.
In den USA jedoch wird Handball mit American Handball assoziiert, das eine komplett andere Sportart ist, nämlich eine Art von Squash.

Organisiert werden die Handballspiele in Europa von der EHF (European Handball Federation), wobei diese auch nur eine Untergruppe der International Handball Federation (IHF) ist. Alles was hier beschlossen wird hat Gültigkeit für alle untergeordneten Organisationen und Vereine. Ausgenommen sind hiervon der DHB, der ÖHB und der SHV, sowie einige Bereiche der Regionalverbände.

[bearbeiten] Spielfeld

Das Spielfeld bei dem Taktik- und Tempospiel Handball hat eine Länge von 40 m und ist 20 m breit, wobei eine Mittellinie das Feld in zwei Hälften teilt. In jeder befindet sich eine Torraumlinie (6-Meter-Kreis, oder Wurfkreis), bestehend aus zwei Viertelkreisen um jeweils einen Torpfosten, und diese Kreise sind mit einer Geraden verbunden, welche sich parallel zur Torlinie befindet. Letztere markiert den Bereich zwischen den Torpfosten und hat eine Länge von drei Metern.
Parallel zur Torraumlinie verläuft die gestrichelte Freiwurflinie in einem Abstand von drei Metern.
Zwischen der Torraumlinie und der Freiwurflinie – also sieben Meter von der Torlinie entfernt - befindet sich die Strafwurflinie (das Pendant zum Elf-Meter-Punkt beim Fußball).

Was auch noch zum Spielfeld gehört sind die Auswechselbereiche in beiden Spielhälften auf gleicher Höhe mit den Auswechselbänken. Sie sind beide 4,50 m breit und nur hier alleine dürfen Spieler ausgewechselt werden. Passiert das außerhalb, muss mit einer 2-Minuten-Strafe gerechnet werden.

[bearbeiten] Spieleranzahl

In jeder Handballmannschaft gibt es bis zu 14 Spieler – sieben aktive und sieben Auswechselspieler, die auf der Wechselbank auf ihren Einsatz warten. Bei einem Spielerwechsel kann man ohne Spielunterbrechung ohne weiteres einen Ersatzspieler einwechseln, sofern man sich im eigens dafür vorgesehenen Wechselraum befindet. Im Jugendbereich sieht der Deutsche Handballbund jedoch einen geregelten und keine fliegenden Spielerwechsel vor. Das heißt, es kann nur bei einem Time Out gewechselt werden. Hinzu kommt noch, dass diese Mannschaft auch in Ballbesitz sein muss. Durch diese Regelungen will man verhindern, dass sich die Jugend zu früh auf Angriff oder Abwehr spezialisiert.

[bearbeiten] Spielball

Der Ball beim Handball besteht aus einer Leder- oder Kunststoffhülle, die nur mit Luft gefüllt ist. Der Ball wird aber häufig auch noch mit Harz überzogen, damit man ihn der Einfachheit halber auch nur mit einer Hand leicht halten kann, wenn man Täuschungen oder Trickwürfe in Erwägung zieht. Solch ein Ball kann aber daher nicht bei jedem Spiel verwendet werden, da in den meisten Hallen das Spielen mit geharzten Bällen untersagt ist. Je nach Mannschaft verwendet man unterschiedlich große und schwere Bälle.
In der Männermannschaft und in der männlichen Jugend (ab 16 Jahren) hat der Ball einen Umfang von 58-60 cm und ist ca. 425-475 g schwer.
Für die Frauenmannschaften, männliche Jugend (ab 12 Jahren) und weibliche Jugend (ab14 Jahren) werden Bälle mit einem Umfang von 54-56 cm und einem Gewicht von325-375 g verwendet.
Für die Jugend (ab 8 Jahre) sind Bälle mit einer Größe von 50-52 cm Umfang und einem Gewicht von 290-330 g vorgeschrieben.

[bearbeiten] Tore

Die rechteckigen Tore mit einer Breite von drei Metern und einer Tiefe von zwei Metern dürfen nie ungesichert auf dem Spielfeld stehen. Sie müssen immer im Boden oder an der dahinterliegenden Wand verankert sein.

Aus Sicherheitsgründen müssen beide Tore an Pfosten und Querlatte deutlich mit denselben unterschiedlichen zwei Farben gekennzeichnet sein. Sie dürfen aber auch nicht aus demselben Farbton wie die Wand bestehen.

Die Farbstreifen, die über die Ecken aus Torpfosten und Querlatte gehen, messen 56 cm und müssen dieselbe Farbe aufweisen. Die restlichen Streifen sind jeweils nur 20 cm lang.

Die quadratischen Torpfosten und Querlatte sind meist aus Holz oder Leichtmetall hergestellt, es dürfen aber nicht zwei unterschiedliche Materialen gemischt werden. Laut Vorschrift haben die Kantenlängen je 8 cm zu betragen und die abgerundeten Kanten einen Durchmesser von 4 mm. Jedes Tor besteht auch noch aus einem Netz, das so befestigt sein muss, dass der Ball im Tor bleibt und nicht die Chance hat durchzufliegen. Manchmal wird zur Sicherheit zusätzlich noch ein zweites Netz gespannt, welches im Abstand von mindestens 60 cm zur Torlinie angebracht ist.

[bearbeiten] Torraum

Der Torraum erstreckt sich von der Torlinie bis zur Torraumlinie, hat also eine breite von 6 m, und ist für alle Feldspieler tabu. Ein gegnerischer Spieler darf zwar in das Feld hineinspringen, muss aber den Ball vor seiner eigenen Landung bereits geworfen haben.
Will man sich aber durch das unbefugte Betreten des Torraumes Vorteile beschaffen, so kommt es zu einem Ballverlust für die eigene Mannschaft und die Folge ist ein Abwurf.

Bestraft wird eine Überschreitung der Torraumlinie nur, wenn ein Spieler damit beabsichtigt, einen Nutzen daraus zu ziehen. Wird dadurch die Möglichkeit für ein Tor verhindert, folgt ein 7-Meter-Wurf (um diese Behinderung wieder auszugleichen).

Die 4-Meter-Linie im Torraum kommt nur bei einem 7-Meter-Wurf zum Einsatz. Der Torwart darf in diesem Fall nur bis zu dieser Markierung vortreten, einzelne Körperteile dürfen aber in der Luft darüber hinausgehen.

[bearbeiten] Spielzeit

Beim Handball werden grundsätzlich zweimal 30 Minuten gespielt, wobei bei einem Unentschieden 2 x 5 Minuten angehängt werden. Fällt in diesem Zeitraum das entscheidende Tor noch immer nicht, folgt ein 7-Meter-Wurf. Spätestens dann muss die Entscheidung fallen. Diese Regelung ist aber dennoch nicht eindeutig festgelegt. Ist nämlich nach diesem 7-Meter-Wurf noch immer kein Tor gefallen, kann hier nochmal eine einmalige Verlängerung in Betracht gezogen werden.

Bei der Jugend hat der Deutsche Handballbund (DHB) Ausnahmeregelungen getroffen, was die Spieldauer betrifft. Je jünger die Spieler, desto kürzer die Spielzeit.
Die E- und D-Jugend spielt jeweils 2 x 20 Minuten. Die B- und C-Jugend 2 x 25 Minuten und die A-Jugend – wie die Erwachsenen – 2 x 30 Minuten.

Die Spielregeln der International Handball Federation (IHF) verlangen aber ausdrücklich eine Altersangabe bei den Spielen.

[bearbeiten] Auszeit

Jede Mannschaft hat pro Halbzeit das Recht auf eine 1-minütige Auszeit. Voraussetzung ist aber, dass das jeweilige Team in Ballbesitz ist. Eine Auszeit für beide Mannschaften gleichzeitig ist daher nicht möglich.
In dieser Mannschaftsauszeit (oder Team-Timeout – TTO) werden in der Regel die Spieltaktiken besprochen.

Neben der durch die Spieler selbst veranlassten Auszeit kann auch der Schiedsrichter das Spiel wegen triftigen Gründen unterbrechen.

[bearbeiten] Mannschaft

[bearbeiten] Torwart

Prinzipiell ist es erlaubt, jeden Feldspieler als Torwart einzusetzen. Dieser muss sich aber kleidungsmäßig von den anderen sechs Spielern deutlich unterscheiden. Als Tormann beim Handball hat man die Aufgabe, das Tor mit Einsatz von allen Körperteilen zu verteidigen. Er darf sich auch außerhalb des Torraums aufhalten, um den Ball weiterzuspielen, darf allerdings nicht den Ball im Torraum fangen und mit diesem dann außerhalb des Torraums weiterspielen wie alle anderen.

Falls es kurz vor Ende des Spiels Gleichstand oder ein Tor Unterschied gibt, so wird der Torwart oft als siebter Feldspieler eingesetzt. An seiner Statt wird dann ein Feldspieler der Auswechselbank ins Spiel geschickt, der zur Erkennung ein Leibchen trägt. Der ins Feld geschickte Torwart wechselt dann in die Position eines zweiten Kreisläufers, um mit der eigenen Mannschaft der gegnerischen spielermäßig überlegen zu sein.

[bearbeiten] Feldspieler

Jeder Feldspieler darf den Ball mit allen oberen Körperteilen bis inklusive Knie berühren. Man muss dabei aber unterscheide zwischen Fangen und Dribbeln. Beim Dribbeln kann ein Handballspieler beliebig lange über das Feld laufen. Jeweils vor und nach dem Dribbeln sind maximal drei Schritte erlaubt und der Ball darf nur drei Sekunden lang gehalten werden. Nach dem Dribbeln und diesen drei Schritten muss der Ball unverzüglich zu einem anderen Spieler gepasst werden, oder es muss ein Torversuch gestartet werden. Verstößt er aber gegen diese Regel und läuft mehr als drei Schritte (Schrittfehler oder „Schritte“) oder beginnt danach wieder zu dribbeln, so geht der Ball an die Kontrahenten. Solch ein Handeln wird auch als „Doppeldribbling“, „Doppelfang“ oder „Zweimal“ bezeichnet. Die gegnerische Handballmannschaft erhält außerdem einen Freiwurf, wenn das andere Team den Ball vorsätzlich wieder in den eigenen Torraum spielt. Jeder Feldspieler beim Handball hat seine eigene Position und diese wird immer aus der Sicht des Torwarts beschrieben.
Angreifer:

• Linksaußen (LA) – befindet sich an der linken Außenbahn
• Rechtsaußen (RA) – befindet sich an der rechten Außenbahn
• Rückraumlinks (RL) – ist im linken Rückraum
• Rückraummitte (RM) – ist der „Spielemacher“ im zentralen Rückraum
• Rückraumrechts (RR) – ist im rechten Rückraum
• Kreismitte (KM) – er läuft den Wurfkreis entlang
• Kreislinks/Kreisrechts (KL/KR) – laufen bei einem Spiel mit zwei Kreisläufern im Kreis

Abwehr:

• Außenlinks (AL) – befindet sich an der linken Außenbahn und ist der Gegenspieler zum RA
• Außenrechts (AR) – befindet sich an der rechten Außenbahn und ist der Gegenspieler zum LA
• Halblinks (HL) – ist im linken Rückraum und Gegenpart des RR
• Halbrechts (HR) – ist im rechten Rückraum und Gegenpart des RL
• Hinten Mitte (HM) – er ist der zentrale Deckungsspieler am Kreis
• Vorne Mitte (VM) – ist ein vorgezogener Deckungsspieler, auch „Indianer“ genannt
• Innenlinks/Innenrechts (IL/IR) – sind zwei zentrale Deckungsspieler am Kreis

[bearbeiten] Techniken

Beim Handball gibt es drei verschiedene Wurftechniken und einige Modifikationen dieser Techniken.
Schlagwurf/Stemmwurf/Kernwurf
Der Spieler mit dem Ball wirft stehend mit mindestens einem Fuß auf dem Boden.
Sprungwurf
Ist die wichtigste Technik und ähnelt dem Schlagwurf, nur mit dem Unterschied, dass sich der Spieler dabei zur Gänze in der Luft befindet. Dieser Wurf wird bei einem Handballspiel unzählige Male verwendet.
Fallwurf
Hier wirft der Spieler den Ball während eines absichtlichen Fallens, entweder frontal oder aus der Körperdrehung heraus. Hauptsächlich wendet man diese Technik an, wenn man sich in der Nähe des Torraumes befindet.


Schlenzer (Hüftwurf)
Bei einem Hüftwurf spielt der Spieler den Ball in Hüfthöhe ab.
Kempa-Trick
Ein Feldspieler passt zu einem anderen seiner Mannschaftskollegen, der gerade in den Torraum springt. Dabei nimmt dieser den Ball an und versucht ein Tor zu erzielen.
Dreher
Beim Dreher schlägt der Ball so auf dem Boden auf, dass er seine Flugrichtung ändert und seitlich am Torwart ins Tor springt.
Heber
Der Spieler versucht, den Ball über den Kopf des Torwarts ins Tor zu befördern. Am meisten wird diese Technik angewendet von Außenspielern, bei einem 7-Meter-Wurf, usw. Eigentlich immer dann, wenn der Torwart das Tor verlässt und es unverteidigt lässt.
Airdreher/Luftdreher
Dieser Wurf ist zwar sehr schwierig aber nicht unmöglich. Dabei wird der Ball so geworfen, dass er im Flug seine Richtung ein klein wenig ändert. Er wird vorwiegend von Flügelspielern durchgeführt.

[bearbeiten] Strafen

Handball ist grundsätzlich ein körperbetontes Spiel. Es ist zulässig, dass man den Gegenspieler sperrt, oder den Ball wegspielt oder blockt. Zu viel Körperkontakt kann jedoch zu einem Ballverlust führen, oder bei schwerwiegenderen Regelverletzungen zu:
Freiwurf
Dieser hat an der Stelle des Fouls zu erfolgen, mindestens aber neun Meter vom Tor entfernt.
7-Meter-Wurf
Dieser wird dann erforderlich, wenn ein Handballspieler den Gegner absichtlich am Torerzielen hindert. Er dient dazu, eine blockierte Torgelegenheit wiedergutzumachen.
Verwarnung
Eine Verwarnung (die Gelbe Karte) gibt es für den ersten Regelverstoß. Ein dreimaliges Ziehen der Gelben Karte pro Mannschaft wird gefolgt von einer:
2-Minuten-Zeitstrafe
Diese kann aber auch schon vorher in Anspruch genommen werden, bevor es dreimal die Gelbe Karte gegeben hat. Hierbei wird das Team zwar für zwei Minuten um einen Spieler reduziert, kann aber nach Ablauf dieser zwei Minuten einen anderen Spieler aufs Feld schicken.
2+2-Minuten-Zeitstrafe
Zu dieser kommt es dann, wenn ein Spieler gegen die 2-Minuten-Zeitstrafe Widerspruch erhebt, indem er lautstark seine Meinung äußert oder brüske Gesten zeigt.
2-Minuten-Zeitstrafe+Disqualifikation
Diese erhält ein Spieler, wenn er beleidigend wird.
Disqualifikation
Eine Rote Karte bedeutet Disqualifikation. Damit es so weit kommt, muss ein Spieler ein Foul begehen, das einem anderen körperlich schadet. Ein Beispiel wäre hierfür, wenn ein Spieler dem stillstehenden Torwart den Ball mit Absicht an den Kopf wirft. Außerdem müssen die drei 2-Minuten-Zeitstrafen von ein und demselben Spieler aufgebraucht sein, um ihn dann zu disqualifizieren.
Ausschluss
Mit einem Ausschluss wird ein Spieler am härtesten gemaßregelt. Diese Entscheidung wird aber nur sehr selten getroffen, nämlich dann, wenn es zu Handgreiflichkeiten (treten, schlagen und auch anspucken, sofern jemand getroffen wird) gegenüber anderen Spielern, Offiziellen oder Schiedsrichtern kommt. Und hier auch wieder nur, wenn es direkt am Spielfeld passiert. Der betroffene Spieler wird für den Rest des Spieles vom Spielfeld eliminiert und die Mannschaft darf ihn nicht wieder teilhaben lassen. Außerdem kommen noch andere Maßregelungen wie Geldstrafe oder eine längere Spielsperre hinzu.
Sind Treten oder Schlagen aufgrund einer Gemütserhitzung unmittelbar nach einem Foul des Gegners aufgekommen, so wird dies meist mit einer Disqualifikation gehandhabt.

Da aber ein unabsichtliches Foul in der Praxis nicht zu verhindern ist, sind Freiwurf und laufende Bestrafung im Spielablauf von vornherein berücksichtigt.

Diese Regelungen gelten aber nur in eingeschränktem Maße. So wird für die drei Offiziellen und den Mannschaftsverantwortlichen nach einer Verwarnung und einem Hinausstellen sofort mit Disqualifikation gehandelt.

[bearbeiten] Strategien

Die grundlegende Strategie beim Handball ist, dass sich die Angreifer der einen Mannschaft in die Spielhälfte der Kontrahenten begeben. Nachdem die Angreifer den Ball für sich gewonnen haben, ist vor allem die erste Welle wichtig. Diese startet den Versuch, über die Außenspieler oder vorgelagerten Abwehrspieler in möglichst kurzer Zeit ein Tor zu erzielen. Ist diese Strategie so aber nicht möglich, setzt die zweite Welle ein. Mit Einbezug dieser restlichen Spieler wird dann ein weiterer Torangriff gestartet.
Die dritte Welle ist ein Angriff gegen eine eben neu aufgebaute Deckung.
Als „Schnelle Mitte“ wird ein unmittelbarer Anwurf der Gegner nach einem Torerfolg genannt.

[bearbeiten] Passives Spiel

Von einem passiven Spiel spricht man, wenn die angreifende Mannschaft nicht innerhalb von 35-40 Sekunden einen Torversuch startet. Nach Ablauf dieser Zeit verwarnt der Schiedsrichter die passive Mannschaft durch Heben seiner Hand und fordert sie damit auf, zu versuchen, binnen den nächsten 5-10 Sekunden ein Tor zu erzielen. Tritt der Fall eines Tores nicht ein, wird abgepfiffen und die Kontrahenten können zum Angriff übergehen. Diese Werte sind jedoch nur als Richtwerte zu betrachten, da es jeder Schiedsrichter anders empfindet, wann der Druck auf das Tor erhöht werden soll.

Laut den Regeln der IHF ist dieses beabsichtigte „Zeitspiel“ nicht erlaubt. Nichtsdestotrotz macht diese Strategie aber das Spiel für die Zuschauer interessanter, weil es durch das Eingreifen des Schiedsrichters kaum einen torlosen Abschnitt gibt.

[bearbeiten] Abwehr/Angriff

Die Strategien werden hauptsächlich dafür verwendet, um eine Zonendeckung zu ermögliche, aber auch um Angreifer am Punkten zu hindern. Bei den Angreifern unterscheidet man:

• Linksaußen (LA)/Rechtsaußen (RA)
• Rückraumlinks (RL)/Rückraummitte (RM)/Rückraumrechts (RR)
• Kreismitte (KM)

Die Hauptaufgabe der Angreifer besteht darin, sich selbst oder einen Teamspieler so zu positionieren, dass er mit seinem Wurf ein Tor zu erzielen vermag.

Ausgezeichnete Rückraumspieler haben gute Chancen, ein Tor zu erzielen, sofern sie in ihrem Wurf nicht behindert werden. Sie haben allerdings nicht eine so große Anzahl an Wurfmöglichkeiten wie Außen- und Kreisspieler, die darauf ausgebildet sind, auch aus den entferntesten Winkeln ein Tor zu schießen.

Jedem Angreifer ist ein Verteidiger zugeordnet. Um die Abwehrspieler bei Strategieplänen und Ähnlichem von den Angreifern differenzieren zu können, werden diese eingeteilt in:

• Außenlinks (AL)/Außenrechts (AR)
• Halblinks (HL)/Halbrechts (HR)
• Innenlinks (IL)/Innenrechts (IR)

Die Verteidiger befinden hauptsächlich in der Nähe der Wurfkreise. Auch je nachdem welche Angriffsstrategien die Angreifer durchführen wollen, entstehen auch verschiedene Zonendeckungen.

Die zwei am meisten verwendeten Varianten der Deckung sind zum einen die 6-0-Variante, bei der alle Spieler am Wurfkreis platziert sind. Zum anderen gibt es die 5-1-Variante, wo ein Abwehrspieler, nämlich der mittlere, vorgezogen ist.
Eine weitere ist die 3-2-1-Deckung.
Neben dieser gibt es noch eine 4-2-Deckung, bei welcher zwei Abwehrspieler vor der Mannschaftsdeckung platziert sind und gegen den RR und RL spielen. Zwar auch verwendet, aber nicht so oft, sind die 3-3-Deckung (drei Abwehrspieler und drei für die Deckung), die 1-5-Deckung, bei der alle Abwehrspieler bis auf den Opponenten des Kreisläufers am Wurfkreis stehen. Aber auch die offene Manndeckung wird eigentlich nur angewendet, wenn es um eine knappe Spielentscheidung geht.

Öfter als eine komplette Manndeckung ist eine einzelne Manndeckung für einen besonders guten Handballspieler. Dafür müssen die fünf restlichen Abwehrspieler aber einen größeren Bereich verteidigen.

Hauptdurchführungsgrund aller Deckungsvarianten ist, ein reibungsloses Zusammenspiel von Rückraumspieler, Torwart und Deckungsblock zu verhindern (Torwart und Deckungsblock sind so platziert, dass jeder eine Seite des Tores sichert).

Weiters gibt es die Möglichkeit, spezielle Angreifer/Verteidiger für eine jeweilige Spielstrategie einzuwechseln.

Die Jugendvariante des Handball ist nicht so vielfältig wie die der Erwachsenen. Daher wird auf eine offensive Manndeckung gesetzt (1-5 oder 2-4), um mehr Angriffsmöglichkeiten und ein schnelleres Spiel zu erreichen.

[bearbeiten] Geschichte

Schon in der Antike und im Mittelalter hat man Gefallen an diversen Ballsportarten gefunden, darunter auch die mit Handball vergleichbaren wie Urania oder Herpastum.
Der eigentliche Vorreiter des Handball entstand aber erst Ende des 19., Anfang des 20. Jhdt. Aus Netz-, Korb, oder Turmball bildeten sich Spiele, bei denen zum ersten Mal auf ein Tor am Boden geworfen werden musste.
Das von den Regeln her unkomplizierteste Spiel wurde 1906 in Dänemark von einem Lehrer und Oberstleutnant namens Holger Nielsen erfunden. Bei diesem durfte man sich nur ohne Ball auf dem Spielfeld fortbewegen und nach einem Fangen den Ball nur drei Sekunden in den Händen halten.

Das Handballspiel im heutigen Sinn wurde am 29. Oktober 1917 von dem Berliner Oberturnwart Max Heiser erfunden, der sein zwei Jahre zuvor entwickeltes „Torball“ in „Handball“ umbenannte. Zu dieser Zeit war es eigentlich nur für Mädchen gedacht, um sich, genau wie die Jungen zum Beispiel beim Fußball, auszutoben. Ihm erschienen die Jungenspiele zu körperbetont und zu kämpferisch, dass er demgemäß ein striktes Kampfverbot und keinen Körperkontakt in die Spielregeln aufnahm.

Zwei Jahre später hat ein Turnlehrer namens Carl Schelenz dieses Spiel so abgeändert, dass es auch nach dem Geschmack des männlichen Geschlechts war. Es wurden Zweikämpfe zulässig und auch der Ball wurde kleiner. Damit stand das Werfen an erster Linie. Zudem wurde auch das Prellen eingeführt. Den Rest, der für dieses Spiel auch wichtig ist, wie die Größe der Mannschaft, den Schiedsrichter und das Spielfeld, hat er einfach vom Fußball abgekupfert.
Durch diese Neuerungen stieg der Beliebtheitsgrad des Handball rapide und schon kurze Zeit später – im Jahre 1921 – wurde die erste deutschen Meisterschaft im Handball ausgetragen, welche der TSV 1860 Spandau gewann.

Das erste Länderspiel im Handball fand am 13. September 1925 in Halle an der Saale statt. Die zwei teilnehmenden Länder waren Deutschland und Österreich, wobei Österreich mit 6:3 gewann.
Im Jahr der Olympischen Spiele 1928 haben 11 Länder den internationalen Handballverband IAHF ins Leben gerufen. Zu diesen 11 zählt man die USA, Kanada, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Österreich, Schweden, die Tschechoslowakei und Deutschland. Mit dieser Gründung wurden die Regeln erstmals standardisiert.
Zwischen 1922 und 1933 haben zwei Handballverbände (Deutsche Sportbehörde und Deutsche Turnerschaft) simultan Deutsche Handballmeisterschaften ausgetragen, was gleich zu zwei Meistertiteln pro Jahr für Deutschland führte.

Bei den Olympischen Sommerspielen in Berlin 1936 war Feldhandball nur einmal vertreten, und dass auch nur, weil Adolf Hitler an der Macht war und er fest entschlossen war, das im Feldhandball dominierende Deutschland mit dabei zu sehen. Das deutsche Team gewann dann auch im Endspiel gegen Österreich, welches 100.000 Zuschauer verfolgt haben. Diese Zuschauerzahl gilt bis heute als Weltrekord für Handballspiele.
Zum ersten Mal in der Geschichte des Feld- und Hallenhandballs gab es 1938 in Berlin Weltmeisterschaften, wobei auch hier wieder die deutschen Teams gewannen.

Die Struktur und Organisation des Handball war nach Kriegsende überarbeitungsbedürftig. Infolgedessen wurden 1946 die International Handball Federation IHF und 1949 der Deutsche Handballbund DHB gegründet. Doch die erste deutsche Nachkriegsweltmeisterschaft fand bereits 1948 statt.

Die deutsche Nationalmannschaft war zu der Zeit in Europa an der dominierenden Position, was wahrscheinlich auch einer der Gründe für die rapide Weiterentwicklung des Feldhandball war. Daher habe auch die deutschen Teams in sechs von sieben Weltmeisterschaften den Titel errungen. Eine dieser Handballmannschaften hatte den besten und bekanntesten Spieler zu der Zeit in ihrem Team, nämlich Bernhard Kempa, welcher den Kempa-Trick entwickelt hat.

Zur selben Zeit wie das Feldhandball wurde auch das Hallenhandball immer beliebter. Auslöser für diese Entwicklung war Skandinavien, weil sie wegen der dort vorherrschenden Klimabedingungen nicht wetterabhängig sein wollten und deshalb auf Hallen übergegangen sind. Somit mussten auch die Regeln an die Umgebung angepasst werden. Das Handball wurde aufgrund dessen sicherer, schneller und auch aufregender.
Obwohl Hallenhandball und Feldhandball anfangs denselben Status genossen, hat das Hallenhandball spätestens seit seiner Ernennung zur olympischen Disziplin 1972 endgültig den Sieg errungen. Somit wurde das Feldhandball für die Zukunft irrelevant. Nach den letzten Meisterschaften im Feldhandball 1975 wurde das Hallenhandball auf Handball verkürzt, da jetzt keine Unterscheidung mehr zwischen den zwei Arten getroffen werden musste. Danach wurden auch internationale Meisterschaften im Hallenhandball abgehalten.

Ein weiterer Glanzpunkt im Handballsport wird 2008 in Norwegen stattfinden, nämlich die Europameisterschaft. Hier werden sich der FC Barcelona (12 Titel), der VfL Gummersbach (acht Titel) und der derzeitige Handball-Weltmeister Deutschland ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern.

[bearbeiten] Verbreitung

Fast alle Europäer lieben Handball. Nur fast, weil es einige Gründe gibt, die die Verbreitung des Handball in vielen anderen Ländern „gehindert“ hat. Zum Beispiel auf den Britischen Inseln, in Belgien und in Luxemburg hat es eine minimale Bedeutung. Doch wo es gespielt wird, ist die Popularität sehr groß. Wie etwa in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Spanien, Frankreich, den mittel- und osteuropäischen Ländern, den Nachfolgestaaten Jugoslawiens und in Nordeuropa (Dänemark, Schweden, Island, Norwegen). Und auch außerhalb Europas findet Handball teilweise große Zustimmung, beispielsweise in Nordafrika (vor allem Tunesien und Ägypten), in Asien (vor allem Südkorea und Japan) und in arabischen Ländern (Katar) und in Teilen Südamerikas.

Der unterschiedliche Beliebtheits- und Bekanntheitsgrad hat wie schon erwähnt verschiedene Gründe. Zum einen ist Handball noch ziemlich juvenil, vor allem das Hallenhandball, und dadurch, dass in vielen dieser Länder andere Sportarten bereits ihre großen Fangemeinden hatten, war es für diesen neuen Sport hart sich zu behaupten. Zum anderen benötigt man für das Hallenhandball eine Sporthalle. Ein drittes Argument ist, dass die Handballregeln komplizierter sind und auch der Spielablauf aufgrund der Schnelligkeit schwieriger zu verfolgen ist.

Dadurch, dass es beim Handball möglich ist, in zwei Nationalmannschaften vertreten zu sein, wird Handball auch in den Ländern zum Gesprächsstoff, wo es bisher relativ unbekannt war. So gibt es beispielsweise in der deutschen Bundesliga niederländische und brasilianische Spieler, und in der spanischen Liga gibt es auch ex-kubanische Handballer.
Einige solche Spieler, die gleich für zwei Nationen antreten sind zum Beispiel Bogdan Wenta für Polen und Deutschland, Andrej Klimovets für Weißrussland und Deutschland oder Talant Dujshebaev für Russland und Spanien.

[bearbeiten] Wichtige Handballspieler

Bernhard Kempa
Ist ein ehemaliger deutscher Handballspieler und galt als einer der besten seiner Zeit. In die Geschichte des Handball ging er ein mit der Erfindung des Kempa-Tricks.

Stefan Kretzschmar
Ebenfalls ein deutscher Handballspieler, der jedoch mit Saisonende 2007/08 seine aktive Karriere beenden will und ins Management des FC Magdeburg wechseln möchte.

Der Deutsche Hansi Schmidt gilt als der Erfinder des verzögerten Sprungwurfs. Er ist zwar gebürtiger Bukarester, ist aber mit 21 Jahren aus dem Sportklub der Armee ausgetreten und nach Deutschland gegangen, um seine Karriere hier fortzuführen.

Heiner Brand war ehemals Handballspieler und ist heute Trainer der Deutschen Nationalmannschaft. Nicht nur als Handballspieler, sonder auch als Trainer gelang es ihm, seiner Mannschaft zu einem Weltmeistertitel zu verhelfen.

Klaus Kater wurde als deutscher Handballtorwart deswegen bekannt, weil wegen ihm die Torwartgrenzlinie im Torraum gezogen werden musste, um einen Mindestabstand von drei Metern zum Schützen zu halten. Vor dieser Einführung ist er immer direkt vor dem Schützen gestanden und hat so Fehlwürfe provoziert.

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