K-1

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K-1 ist eine in den 1980er Jahren entstandene Mischung aus Kickboxen und anderen verschiedenen Kampfsportelementen, die auf ein K.O. des Gegners abzielen. Es ist aber keine eigene Stilrichtung, sondern eher eine Plattform für Kämpfer aus unterschiedlichen Stilen.

Das K leitet sich aus den Anfangsbuchstaben der unzähligen, mit "K" beginnenden Kampfsportarten (alle Teil der Kakutogi (Kampfsport) Familie) wie Karate, Kickboxen, Kempo ab, es sind aber auch andere Techniken wie im Taekwondo oder Boxen verwendet, erlaubt.
Verboten sind Clinchen, Ellbogeneinsatz und Bodenkämpfe.

Die 1 lässt auf das Wortspiel in Anlehnung an die Formel 1 (F-1) schließen und auch das Turnier wurde K-1 Grand Prix genannt. Es gilt als größtes K-1 Turnier der Welt und wird einmal im Jahr in Tokyo im Tokiodrom abgehalten.

Zusätzlich zu den K-1 Kämpfen gibt es noch Superfights (auf fünf Runden angesetzt), K-1 MAX (Middleweight Artistic Xtreme; nur bis 70,5 kg) und K-1 Hero’s (Kämpfe nach MMA-Regeln, also inklusive Clinchen, Ellbogeneinsatz und Bodenkämpfen), die allesamt vom japanischen Dachverband Fighting and Entertaining Group (FEG) organisiert werden.

Die FEG ist der Dachverband für folgende Organisationen:

  • UFC
  • Hero’s
  • K-1

Die K-1 Kämpfe werden in Europa auf dem Fernsehsender Eurosport ausgestrahlt.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Geschichte

Kazuyoshi Ishii, der schon 1980 die Seidokan Karate Schule in Osaka und Karate Clubs in der Kansai Region eröffnete, erkannte Anfang der 1990er, dass Karate und Kickboxen zunehmend ähnlichere Züge aufwiesen.

1993 organisierte er den ersten K-1 Grand Prix im Yoyogi Dai-Ichi Stadion in Tokyo. Die Regeln waren sowohl an Karate als auch ans Kickboxen angepasst und 10.000 Zuschauer konnten verfolgen, wie Branco Citatic die erste K-1-Meisterschaft gewann.
Noch im selben Jahr fanden weitere K-1 Veranstaltungen statt, die Masaaki Satake und Ernesto Hoost gewannen.

1995 wurde angeregt durch Andy Hug (wurde im September 1994 zum K-1 Superstar) die erste Schweizer K-1 Fight Night veranstaltet. Andy Hug konnte Dennis Lane durch ein K.O. besiegen und errang so einen Heimsieg.

Im Oktober 1996 begann die Zusammenarbeit mit Fuji TV Network in der Yokohama Arena mit der K-1 Star Wars Veranstaltung, die im Fernsehen übertragen wurde.

1998 wurde „Hug’s Fight Night“, die im Schweizer Fernsehen übertragen wurde, in K-1 European Grand Prix umbenannt.

Bis zum Jahr 2006 konnten die K-1 Events weltweit an Popularität gewinnen und wurden inzwischen schon in Städten von Stockholm bis Auckland abgehalten.

[bearbeiten] Schutzausrüstung

  • Handschuhe (vom Veranstalter je nach Gewichtsklasse zur Verfügung gestellt)
  • Tiefschutz
  • Mundschutz

Die Kämpfer dürfen ihre Hände (vor allem die Knöchel) mit Klebeband und Bandagen verbinden. Diese müssen allerdings vom Veranstalter zur Verfügung gestellt werden. Selbst mitgebrachte Klebebänder und Bandagen werden nicht überprüft und sind daher auch nicht zugelassen.
Das Material darf nicht auf anderen Körperstellen verwendet werden, auch nicht zum Verdecken von Verletzungen.

Die Verwendung von Öl/Vaseline ist nur in geringem Ausmaß erlaubt (der Kampfrichter entscheidet bei der Überprüfung nach eigenem Ermessen über die Definition von „gering“). Das Auftragen von anderen Substanzen ist verboten.

[bearbeiten] Gewichtsklassen

Da das Gewicht der Handschuhe dem Körpergewicht des Kämpfers angepasst wird sind in der folgenden Tabelle sowohl die Gewichtsklassen als auch die dazugehörigen Handschuhgewichte aufgleistet:


Gewichtsklasse Körpergewicht Handschuhgewicht
Fliegengewicht < 50,8 kg /112 lbs 6 Unzen
Bantamgewicht < 53,5 kg/118 lbs 6 Unzen
Federgewicht < 57,2 kg/126 lbs 6 Unzen
Leichtgewicht < 61,2 kg /135 lbs 8 Unzen
Weltergewicht < 66,7 kg/147 lbs 8 Unzen
Mittelgewicht < 72,6 kg/160 lbs 8 Unzen
Super-Mittelgewicht < 76,2 kg/168 lbs 10 Unzen
Halbschwergewicht < 79,4 kg /175 lbs 10 Unzen
Leicht-Schwergewicht < 86,2 kg/190 lbs 10 Unzen
Schwergewicht > 86,2 kg/190 lbs 10 Unzen


[bearbeiten] Formate

Kein Kämpfer darf zum eigenen Schutz mehr als 15 Runden pro Tag im Ring kämpfen.

  • Ein-Kampf Format: Jeder Kampf besteht aus drei/fünf Runden zu je drei Minuten.
  • Turnier-Format: Jeder Kampf besteht aus drei Runden zu je drei Minuten.

Falls sich ein Kämpfer bei Ablauf der drei Minuten am Boden befindet, während der Kampfrichter noch zählt, wird der Kampfrichter in allen Runden bis auf die letzte fertig zählen. Zählt er bis zehn durch, wird ein K.O. gegeben.
Sollte dies in der letzten Runde passieren, wird der am Boden liegende Kämpfer durch das Signal des Zeitnehmers gerettet. Es kann passieren, dass nun eine Extrarunde für die Entscheidung nach Punkten ausgetragen werden muss. Extrarunden werden unabhängig von den vorhergegangenen Runden bewertet.

[bearbeiten] Regeln

Der Kampf wird in einem Ring mit 7,2 Metern Seitenlänge und 4 parallel laufenden Seilen ausgetragen.

Erlaubt sind:

  • Straight punches, hooks, uppers, backspin blows (nur zulässig auf der Fläche des Handschuhs)
  • Front kicks, low kicks, middle kicks, high kicks, side kicks, back kicks, inner thigh kicks, jumping kicks and knee kicks

Sollte eine Verletzung auftreten, wird der Ringarzt keine Behandlung durchführen, solange der Kampf nicht offiziell vom Kampfrichter unterbrochen wurde.

[bearbeiten] Punkte

Punkte werden vergeben, wenn eine effektive, zielgenaue Attacke erkennbar ist und der Gegner durch erlaubte Techniken Schaden nimmt.

Die Punkte werden nach Priorität vergeben:

  1. Anzahl der Niederschläge
  2. Ausmaß des gegnerischen Schadens
  3. Anzahl der sauberen Treffer
  4. Agressivitätsgrad

Der dominante Kämpfer wird mit 10 Punkten belohnt, die gleichzeitig seinem Gegner abgezogen werden.

[bearbeiten] Regelverstöße

Die Bestrafung eines Kämpfers erfolgt durch

Verwarnung
Mahnung
Punktabzug

Zwei Mahnungen ergeben eine Verwarnung (wenn nicht schon zuvor eine Mahnung erfolgt ist). Jede weitere Mahnung führt direkt zu einer Verwarnung. Zwei Verwarnungen ergeben einen Punktabzug und drei Punkteabzüge bedeuten die Disqualifikation.

Sollte der Ringrichter erkennen, dass ein Foul mit böser Absicht angewandt wurde, führt dies zum sofortigen Punktabzug. Mahnungen werden vergeben, wenn ein Kämpfer den Gegner umklammert (mit gesenktem Kopf), um eine Attacke zu verhindern.
Bei wiederholtem/sofortigem Festhalten des Gegners oder Clinchen, ohne dabei anzugreifen wird ein Punkt abgezogen. Außerdem wird „Passivität“ und das reine Warten auf gegnerische Attacken ebenfalls mit Mahnung und Punkteabzug bestraft.

Fouls:

  1. Schläge mit dem Kopf
  2. Schläge mit den Ellbogen
  3. Attacken in die Leistengegend (mit Kniekicks oder Handtechniken)
  4. Judo- oder Wrestling-Techniken zum Werfen oder Klammern
  5. Den am Boden liegenden Gegner angreifen (auch wenn er versucht gerade aufzustehen)
  6. Den Gegner angreifen, während der Ringrichter versucht, die Kämpfer zu trennen
  7. Daumendrücken, Beißen oder Würgen des Gegners
  8. Festhalten an den Seilen, um den Gegner anzugreifen oder um sich zu verteidigen (außer in unumgänglichen Fällen)
  9. Beleidigende oder abwertende Äußerungen
  10. Fausthiebe auf den Hinterkopf des Gegners
  11. Versuch den Gegner aus dem Ring zu werfen
  12. Den Ring während des Kampfes aus eigenen Stücken zu verlassen
  13. Wiederholtes Halten des gegnerischen Beins (nach einem gegnerischen Kick). Es ist gestattet eine einzelne Attacke durchzuführen, während man das Bein hält. Auch das Halten des Beins, ohne Angriff ist nicht erlaubt.

[bearbeiten] Disqualifikation

  • Absichtliches Einsetzen eines Fouls
  • Missachtung der Anweisungen des Ringrichters
  • Verspätung oder Nicht-Erscheinen zum Kampf
  • Krankhaftes Verhalten oder eine bösartige Einstellung
  • Fehlender Kampfgeist
  • Nach drei Punkteabzügen in einer Runde (zwei Verwarnungen ergeben einen Punkt Abzug)
  • Der Ringarzt stellt beim medizinischen Check fest, dass ein Kämpfer unfähig ist, den Kampf anzutreten
  • Falls jemand aus der Ecke während des Kampfs den Ring betritt oder einen Kämpfer berührt

[bearbeiten] Entscheidung

  • Entscheidung: Die höhere Gesamtpunktezahl bei mindestens zwei von drei Kampfrichtern
  • Unentschieden: Wenn kein Punktesieg erzielt werden kann, oder beide Kämpfer gleichzeitig zu Boden gehen und sich innerhalb der gezählten Zeit (9) nicht wieder erheben können
  • Knockout: Wenn ein Kämpfer es nicht schafft innerhalb der gezählten Zeit (10) wieder auf die Beine zu kommen, oder nicht mehr in der Lage ist den Kampf fortzuführen, aber auch wenn er innerhalb einer Runde drei Mal zu Boden geht oder zwei Mal in Turnierkämpfen (die letzte Runde ist von dieser Regel ausgeschlossen)
  • Technisches Knockout (T.K.O.): wenn sich ein Kämpfer zufällig verletzt hat und nicht mehr Kampffähig ist; bei einem Handtuchwurf in den Ring aus der Ringecke; wenn ein Kämpfer dem anderen so überlegen ist, dass der schlechtere Kämpfer gesundheitsgefährdet ist oder der Ringarzt den Kampf wegen ernsthaftem Schaden eines Kämpfers unterbricht.
  • Nicht gewerteter Kampf: falls beide Kämpfer die Regeln verletzen oder Absprachen über das Kampfergebnis getroffen haben; die Kämpfer ohne Kampfgeist sind (erst nach mehrmaliger Verwarnung); wenn beide Kämpfer ohne gegnerisches Verschulden nicht mehr in der Lage sind, den Kampf fortzusetzen.

[bearbeiten] Hall of Fame

Peter Aerts Kickboxen Niederlande 192 cm 110 kg
Chalid Arrab MMA Deutschland 179 cm 93 kg
Remy Bonjasky Muay Thai Niederlande 192 cm 106 kg
Jerome Le Banner Kickboxen, Boxen Frankreich 190 cm 119,5 kg
Ebenezer Braga Muay Thai, Luta Livre Brasilien 190 cm 104 kg
Björn Bregy Karate, Kickboxen, Yoseikan Schweiz 202 cm 125 kg
Branco Cikatic Kickboxen Kroatien 185 cm 98 kg
Hong-Man Choi Sirum-Ringen Südkorea 218 cm 160 kg
Murat Direkci Türkei
Glaube Feitosa Karate Brasilien 193 cm 100 kg
Garry Goodridge Kuk Sol Won, MMA, ArmdrückenTrinidad & Tobago 186 cm113 kg
Peter Graham Karate Australien 190 cm 114 kg
Sam Greco Karate Australien 188 cm 111,6 kg
Badr Hari Muay Thai Niederlande 197 cm 94 kg
Ernesto Hoost Kickboxen Niederlande 189 cm 108 kg
Andy Hug Karate Schweiz 180 cm 92 kg
Mark Hunt Kickboxen Neuseeland 178 cm125 kg
Ruslan Karaev Kickboxen Russland 188 cm 96 kg
Albert Kraus Boxen Niederlande 175 cm 70 kg
Stefan Leko Kickboxen Deutschland, Kroatien 187 cm 98 kg
Brock Lesnar Show-Wrestling U.S.A. 190 cm 129,5 kg
Pavel Majer Muay Thai Tschechien 198 cm 110 kg
Azem Maksutaj Muay ThaiSchweiz, Kosovo 182 cm 94 kg
Melvin Manhoef Kickboxen, Freestyle, Vale Tudo Niederlande 177 cm 90 kg
Masato Kickboxen Japan 174 cm 70 kg
Mighty Mo Boxen, Muay Thai U.S.A. 185 cm 134 kg
Musashi Karate Japan 185 cm 102 kg
Alexander Pitchkounov Karate Russland 194 cm 95 kg
Buakaw Por. Pramuk Muay Thai Thailand 175 cm 69 kg
Gökhan Saki Kickboxen Türkei 180 cm 97 kg
Bob Sapp Football (NFL), Pro-Wrestling U.S.A. 200 cm 180 kg
Masaaki Satake Karate Japan 185 cm 106 kg
Junichi Sawayashiki Judo, Kickboxen Japan 184 cm 100 kg
Semmy Schilt Karate, MMA Niederlande 212 cm127,7 kg
Ray Sefo Boxen, Kickboxen Neuseeland 180 cm 103,1 kg
Paul Slowinski Muay Thai Polen 190 cm 106 kg
Andy Souwer Shoot Boxing, Judo, Karate Niederlande 178 cm 70 kg
Lloyd van Dams Muay Thai, Kickboxen Niederlande 186 cm 113 kg
Carter Williams Muay Thai U.S.A. 189 cm 111 kg
Serkan Yilmaz Kickboxen Türkei 180 cm 71 kg
“Iron Mike“ Zambidis Kickboxen Griechenland 167 cm69 kg
 
 
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