Karate

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Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Kara-te

Kara-te (Kara = leer, Te = Hand)heißt aus dem japanischen übersetzt „ohne Waffen in den Händen“. Dies spiegelt den Charakter des Kampfsports wieder, bei dem der Fokus auf Schlag- (Uchi), Tritt- (Keri), Stoß- (Tsuki) und Abwehrtechniken (Uke) sowie sogenannten Fußfegern (Harai-Waza)liegt. Zusätzlich werden Hebel (Kansetsu) und Würfe (Nage), aber in fortgeschrittenem Stadium auch Würgegriffe und Nervenpunkttechniken angewandt. Manche verwenden sogar Kobudōwaffen zur Übung, wenn bestimmte Techniken abgewehrt oder angewandt werden sollen.

Karate ni sente nashi! – Im Karate gibt es keinen ersten Angriff!
Dieser Leitsatz des Karate entstammt dem japanischen Bushidō und besagt, dass jeder Samurai in jeder Situation einen beherrschten Geist bewahren muss. Dies ist der einzige Weg, um Karate jemals richtig beherrschen zu können.
Die Bezeichnung Karatedō für das allgemein bekannte Karate wird von denjenigen benutzt, die den philosophischen Hintergrund (-dō ist der Weg, also der Weg des Karate) des Sports hervorheben wollen.

Je nach Dōjō wird mehr oder weniger Wert auf Reishiki (traditionelle Etikette) gelegt. Oft wird im modernen, wettkampforientierten Karate der sportliche Aspekt mehr in den Vordergrund gestellt.

[bearbeiten] Geschichte

Laut Legende kam ein buddhistischer Mönch namens Daruma Taishi aus Südindien im 6. Jahrhundert in ein chinesisches Shaolin-Kloster und begründete dort den berühmten Zen-Buddhismus. Da er den Mönchen, die stets sehr lange meditierten, zum Ausgleich auch körperliche Fitness vermitteln wollte, entwickelte er die ersten Ansätze des heute so bekannten Shaolin-Kungfu (Shaolin-Quanfa/Kempo/Kenpo).

Viele Historiker und Kampfsportler glauben, dass neben den vielen chinesischen Kampfstilen (Wushu), die sich aus dem Shaolin-Kungfu herauszubilden begannen, auch das Karate hier seinen wahren Ursprung hat. Aus diesem Grund hängen heutzutage in vielen Dōjōs Bildnisse von Daruma Taishi, als Begründer des Karate.

Die heute bekannte Form des Karate kommt von der Insel Okinawa, der Hauptinsel der Ryūkyū-Inseln. Die Ryūkyū-Inseln liegen im südchinesischen Meer und pflegten schon im 14. Jahrhundert in ihrer Unabhängigkeit regen Handel mit China, Korea und Japan. Speziell mit China pflegten die Inselbewohner auch den kulturellen Austausch. So gelangen die alten chinesischen Kampftechniken des Kempo/Quanfa nach Okinawa, wo sie sich mit einheimischen Kampftechniken (Te/De) zu vermischen begannen und sich zu Tōde/Okinawa-Te weiterentwickelten. Besonders populär wurde Tōde/Okinawa-Te , als König Sho Shin im Jahr 1416 das Tragen von Waffen aufgrund von diversen Aufständen und Unruhen allgemein verbot.

Im 17. Jahrhundert übernahm der japanische Satsuma-Clan die Inselkette und verschärfte das Waffengesetz erneut. Nun war vom Brotmesser bis hin zur zeremoniellen Waffe alles verboten, was als Waffe gebraucht werden konnte. Das Verbot wurde als Katanagari bekannt, was übersetzt „Jagd nach Schwertern“ bedeutet. Kurz darauf schlossen sich die Meister des Okinawa-Te zu einem Geheimbund zusammen und gaben ihr Wissen nur noch an ausgewählte Personen weiter.
Das gemeine Volk hingegen fing an verschiedene Alltagsgegenstände wie Sicheln oder Stöcke in Waffen umzuwandeln, um sich damit verteidigen zu können und entwickelte dabei das Kobudō.
Natürlich wurde das Gesetz daraufhin noch einmal verschärft und sowohl das Ausüben von Kobudō als auch Okinawa-Te unter unverhältnismäßige Strafen gestellt.
Da die Kunst des Schreibens auch so gut wie gar nicht in der Bevölkerung verbreitet war, wurde Okinawa-Te über Jahre hinweg nur einer ganz kleinen Anzahl von Leuten zugänglich geworden. Um die Techniken richtig weitergeben zu können, wurden sie von Meistern in sinnvolle Abläufe zusammengefasst und repräsentieren heute nichts anderes als die Entstehung der Kata.
Um Spitzel von der Kampfkunst abzulenken, wurden die Katas in traditionelle Stammestänze (Odori) eingebaut, die ihrerseits wieder den Aufbau der Katas beeinflussten. Nicht-Eingeweihte konnten und können auch heute noch mit den Bewegungen allein nichts anfangen. Erst nach Decodierung des Kata erschließt sich die Bedeutung, was heute in Form von Bunkai-Training gelehrt wird.

1875 wurde Okinawa zur japanischen Präfektur erklärt.

[bearbeiten] Gichin Funakoshi

Der große Reformer und Begründer des modernen Karatedō, Gichin Funakoshi wurde 1868 auf Okinawa geboren. In seiner Jugend begann er unter Meister Yasutsune Azato Karate zu lernen. Er wurde Hauptschullehrer und schaffte es zuerst Karate als Sportunterricht in seiner Schule zu integrieren und bald darauf auf ganz Okinawa. Als er es dann schaffte Karate auch in Japan populär zu machen, konnte er sich von seiner Tätigkeit als Karatelehrer endlich ernähren.
Er schrieb Gedichte unter dem Namen Shōtō und als er seinen ersten Dōjō eröffnen konnte, nannte man seinen modernen Stil Shōtōkan (-kan steht für „Halle“).
Er hatte es geschafft, die bisher immer im Geheimen trainierte Kampfkunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wieder an die Öffentlichkeit zu bringen.
Funakoshi revolutionierte den Kampfsport insofern, dass er Karate nicht nur als Selbstverteidungsmittel nutzte, sondern den Kampfsport als einen Weg sah, seinen Körper und Geist zu perfektionieren. Er führte sich selbst gegenüber ein strenges Leben und vermied es sogar „schmutzige“ Wörter wie Toilettenpapier oder Socke auszusprechen. Es wird sich auch erzählt, dass er einmal Dieben einen Kuchen angeboten hätte, um einen Konflikt zu vermeiden, den er auf jeden Fall für sich entscheiden hätte können.

Nach seinem Tod 1957 entstanden viele Gruppen, die sich von der JKA (Japan Karate Association) distanzierten, da sie den wahren Geist des Karatedō - vermittelt von Funakoshi – bewahren wollen und somit gegen die „Versportlichung“ protestieren.Funakoshi veruchte hingegen zeitlebens einen einheitlichen Karate-Stil zu entwickeln.

[bearbeiten] Moderne Stilrichtungen

Die vier modernen Stilrichtungen des Karate haben sich aus den beiden weit verbreiteten okinawanischen Stilen Shōrei-Ryū (vor allem Gōjū-Ryū und Shitō-Ryū) und Shōrin-Ryū (Shitō-Ryū, Shōtōkan und Wadō-Ryū ) entwickelt.

[bearbeiten] Gōjū-Ryū

Chojun Miyagi (1888-1953) gab der Richtung ihren Namen und bezog sich dabei auf Regeln aus dem geheim gehaltenen Buch Bubishi, in dem alte chinesische Kampf- und Selbstverteidigungstechniken beschrieben sind. Darin aufgeführt sind auch die „Acht Regeln des Faustkampfs“ und eine davon lautet übersetzt „Alles im Universum atmet hart und weich“ (Ho Gōjū donto). Dieser Leitsatz wurde zum Hauptprinzip dieser Stilrichtung ausgebaut. („hart“) („weich“) Ryū („Stil/Schule“) vereinigt harte und weiche Bewegungen harmonisch miteinander.

Charakteristisch sind ästhetische, fließende Bewegungen und sehr nahkampfbezogene Techniken, die sowohl aus dem okinawaischen System der Selbstverteidigung entstammen, als auch viele ursprüngliche Elemente des chinesischen Boxens (17. – 19. Jahrhundert) in sich erkennen lassen. Verantwortlich dafür ist Chojun Miyagi, der sich zunächst die harte Schule des Okinawa-Te und daraufhin in China das weiche Chuan Fa aneignete.

[bearbeiten] Shitō-Ryū

Shitō-Ryū bedeutet „die Schule von Shi und Tō“ und wurde 1934 von Kenwa Mabuni (1889-1952) in Osaka gegründet. Mabuni hatte zwei Lehrer, einer davon war der Begründer des Shōrei-Ryū, Higaonna Kanryō. Der andere – Itosu Yasutsune- war unter anderem der Lehrer des Begründers des Shōrin-Ryū.
Um sie beide zu ehren benannte er seine erfolgreiche Vereinigung der beiden wichtigsten okinawanischen Hauptrichtungen des To-De (Vorläufer des Karate-dō)- Shōrei-Ryū und Shōrin-Ryū - nun Shitō-Ryū, was sich aus jeweils einer Silbe der beiden Namen seiner Meister zusammensetzt.

Shitō-Ryū wird durch einen schnellen, kraftvollen aber auch sehr artistischen Kampfverlauf charakterisiert. Wie auch beim Gōjū-Ryū spielt hier die Vereinigung von harten und weichen Bewegungen eine große Rolle.

[bearbeiten] Shōtōkan

Shōtōkan bedeutet wörtlich übersetzt „Haus des Shōtō“. Der Künstlername des Begründers Gichin Funakoshi (1868) lautete Shōtō („Pinienrauschen“) und als er 1935 seine erste große Trainingshalle bekam, nannten die Leute sie Shōtōkan, was später auf seinen Stil übertragen wurde.

Gichin Funakoshi, geboren 1868 in Shuri auf Okinawa und ursprünglich als Hauptschullehrer tätig, wird heute nicht nur als Begründer des modernen Karatedō allgemein sondern auch als Entwickler des Shōtōkan-Karate angesehen. Sein Stil basiert auf Matsumuras Shōrin Ryu. Shōtō war Funakoshis Künstlername und bedeutet Pinienrauschen - seine erste eigene Trainingshalle (im Frühjahr 1935 in Tokyo eingeweiht) wurde aus diesem Grund Shotokan genannt. Diese Bezeichnung wurde später für seinen Karate-Stil übernommen. Funakoshi's Zielsetzung war: „Bevor du den Gegner besiegst, musst du dich selbst besiegen“. Der berühmte Satz „Im Karate gibt es keine erste Hand“ wurde ebenfalls von ihm geprägt.
Aus dem Shōtōkan ging der erste internationale Karate-Verband, die JKA (Japan Karate Association) hervor, die aber heute eher wieder den sportlichen Aspekt in den Vordergrund gerückt hat.

[bearbeiten] Wadō-Ryū

Wadō bedeutet „Weg des Friedens“, Ryū steht für „Schule/Stil“. Diese Richtung wurde von Professor Hironori Ōtsuka, einem Schüler von Gichin Funakoshi entwickelt. Dazu vereinigte er die Lehren seines Meisters mit Techniken des Jiu-jitsu.

Das Wadō-Ryū ist gekennzeichnet durch kleinere Bewegungen, kürzere Stellungen und Ausweichbewegungen (im Kumite). Die Katas haben ein leichteres, ökonomischeres Erscheinungsbild als im Shōtōkan, sind aber mindestens genauso effektiv. Der Fokus liegt auf den ausweichenden Körperbewegungen (Tai Sabaki), um aus der Angriffslinie (Sei Chu Sen) herauszukommen.

[bearbeiten] Bekleidung

Der Karate-Gi (der Suffix –gi steht für die Kleidung der jeweiligen Disziplin) besteht aus einer weißen Baumwollhose (Zubon) und einer Jacke (Uwagi), ebenfalls aus demselben Stoff. Zusammengehalten wird der ganze Kampfanzug mit einem Obi(Farbe nach Können).

[bearbeiten] Schutzbekleidung

Im Kampf ist jeder Karateka verpflichtet einen Faust- und Zahnschutz zu tragen. Für Damen ist zusätzlich ein Brustschutz vorgeschrieben.
Generell empfohlen wird ein Unterleibsschutz und toleriert werden weiche Kontaktlinsen und ein Schienbeinschutz.
Es ist strikt verboten Gelenksschützer, Brillen oder harte Kontaktlinsen zu tragen.

[bearbeiten] Graduierung

[bearbeiten] Kyū-System

Als erstes beginnt ein Karateka mit der Perfektionierung der Waza (Technik). Die verschiedenen Kombinationen versucht er dann in der Kata zur Zufriedenheit des Lehrers vorzuführen.
In diesem Stadium befindet sich der Schüler in der Form-Stufe (Shu), die den Abschnitt vom Schüler bis zum Meister (Shu-Ha-Ri) darstellt.
Um den Fortschritt des Schülers nach außen hin sichtbar zu machen, wurde das Kyū-System eingeführt. Der Schüler trägt einen Gürtel, der anhand der Farbe auf den Entwicklungsstand schließen lässt.
Ursprünglich gab es nur sechs Unterscheidungsstufen/Farben, inzwischen ist das System in neun Stufen eingeteilt:

Mudansha (Stufen des Lernenden)

Unterstufe

9. Kyū (Ku-kyū), weißer Gürtel (Shiro-Obi)
8.Kyū (Hachi-kyū), gelber Gürtel (Kiiro-Obi)
7. Kyū (Shichi-kyū), oranger Gürtel (Daidaiiro-Obi)

Mittelstufe

6. Kyū (Roku-kyū), grüner Gürtel (Midori-Obi)
5. Kyū (Go-kyū), violetter/blauer Gürtel (Aori-Obi)
4. Kyū (Yon-kyu), violetter/blauer Gürtel (Aori-Obi)

Oberstufe

3. Kyū (San-kyū), brauner Gürtel (Chairo-Obi)
2. Kyū (Ni-kyū), brauner Gürtel (Chairo-Obi)
1. Kyū (Ik--kyū), brauner Gürtel (Chairo-Obi)

[bearbeiten] Dan-System

Entgegen dem allgemeinen Glauben repräsentiert ein Dan-Gürtel nicht automatisch einen Meister seines Fachs. Er hat gerade einmal bewiesen, dass er die technischen Grundlagen beherrscht und ist nun lediglich bereit die Shu-Stufe zu verlassen.
Jetzt erst beginnt sich der Karateka mit Karatedō – dem Weg des Karate – auseinanderzusetzen: „Karatedō beginnt erst dort, wo die Technik aufhört.“
Hier kommt das Dan-System ins Spiel, welches ähnlich dem Kyū-System ebenfalls in verschiedene Stufen unterteilt worden ist, um den Fortschritt anzuzeigen. Der auffällige Unterschied zum Kyū-System liegt in der durchgehend schwarzen Gürtelfarbe, die in allen Dan-Stufen repräsentiert wird. Es gibt auch Ausnahmen, in denen hohe Dan-Träger einen rot-weißen Gürtel tragen, oder Meister sich zum schwarzen Gürtel zusätzlich einen weißen umbinden, um ihre ewige Lernbereitschaft zum Ausdruck bringen können.

Yudansha (Stufen des Kriegers)

1.Grad (Sho-dan), „der Suchende nach dem Weg“

2.Grad (Ni-dan), „der am Anfang des Weges Stehende“

3.Grad (San-dan), „der anerkannte Weg-Schüler“

4.Grad (Yon-dan), „der technische Experte“

Kodansha (Meisterstufe)

5.Grad (Go-dan), „Grad des Wissens“

6.Grad (Rokku-dan), „Grad des Wissens“ – Renshi (Übungsleiter/Trainer)

7.Grad (Shichi-dan), „Grad des Wissens“ – Kyoshi (Lehrer)

8.Grad (Hachi-dan), „Grad des Wissens“ – Kyoshi (Lehrer)

9.Grad (Ku-dan), „Grad des Wissens“ – Hanshi (oberster Lehrer) oder Saiko Shihan (Stilbewahrer)

10.Grad (Ju-dan), „Grad des Wissens“ – Hanshi (oberster Lehrer) oder Saiko Shihan (Stilbewahrer)

Der 11. und 12. Dan (Ewiger Meister) sind Ideale. Sie können erst nach dem Tod verliehen werden und haben symbolischen Vorbildcharakter.

[bearbeiten] Bewerbe/Disziplinen

Die Grundschule des Karate wird Kihon genannt und bildet neben den Kata und dem Kumite (Partnerübung) die dritte wichtige Säule eines sinnvollen Karate-Trainings.
Im Kihon werden zuerst Arm- (Ude-Waza) und Beintechniken (Keri-Waza) erlernt, die dann in den Kata und im Kumite umgesetzt werden können.

[bearbeiten] Kumite-Bewerbe

Das Kumite ist eine Zweikampf-Disziplin, in der aber ohne Vollkontakt gekämpft wird. Die Einteilung der Kämpfer erfolgt in Gewichtsklassen bzw. Altersgruppen.
Die Kampfdauer beträgt bei Damen, Jugend und Junioren zwei Minuten, bei Herren drei Minuten.
Für gut ausgeführte Techniken gibt es Punkte (1-Ippon, 2-Nihon, 3-Sanbon).
Gewonnen hat derjenige, der es schafft die Führung innerhalb der Zeit um acht Punkte auszubauen bzw. nach Ablauf der Zeit punktemäßig vorne liegt. Sollte Punktegleichstand herrschen, wird der Kampf so lange verlängert, bis der der erste Punkt erzielt werden kann. Sollte auch das nicht möglich sein, entscheidet die Mehrheit der Kampfrichter.

Die Kumite-Bewerbe werden nach dem System Montreal abgehalten, das heißt in zwei Pools kämpfen die Teilnehmer um den Einzug ins Finale. In der sogenannten Trostrunde kämpfen alle, die gegen den Sieger ihres Pools verloren haben, um Platz drei. Daraus ergeben sich zwei dritte Plätze (einer pro Pool).

[bearbeiten] Kata-Bewerbe

Eine Kata ist eine Aneinanderreihung festgelegter Aktionen (Verteidigung und Konter), aus dem überlieferten Karate-System und imitiert den Kampf gegen einen unsichtbaren Kontrahenten (vergleiche Schattenboxen). Eine Kata dauert zwischen 45 Sekunden und zwei Minuten.
Dasselbe Kata kann - aufgrund der Entwicklung des Karate in viele verschiedene Stilrichtungen - in mehreren Variationen gezeigt werden, jedoch hat jedes Kata einen festen, überlieferten Namen und ist dadurch eindeutig identifizierbar. Der eigene über die Jahre entstandene Wettkampfstil hat die Grenzen der einzelnen Variationen inzwischen weitestgehend verwischt.

Vor dem Wettkampf werden die Kämpferpaarungen per Los entschieden.

[bearbeiten] Kata-Wahl

Die vorgeführten Kata in den Ausscheidungsrunden müssen der offiziellen Pflicht-Kata-Liste (Shitei-Kata) des jeweiligen Landesverbands entnommen sein. Für Kinder- und Schülerklassen werden die Wahlmöglichkeiten im Finale begrenzt, um eine kontinuierliche, altersgerechte Entwicklung zu garantieren.
Die ausgewählten Katas müssen vor Beginn der jeweiligen Runde im Protokoll festgehalten werden. Der Mattenchef überprüft die Eintragung nochmals, bevor die Runde beginnt.

[bearbeiten] Einzel-Bewerbe

In den Vorrunden müssen die Karateka pro Stilrichtung je zwei standardisierte Kata (Shitei) vortragen. Danach kann frei gewählt werden (Tokui).

Wenn es mehr als 16 Teilnehmer gibt, werden die Kata-Bewerbe in drei Runden ausgetragen. In der ersten Runde werden die besten 16 Starter ermittelt, die besten acht der zweiten Runde steigen ins Finale auf. Sollten weniger als 16 Karateka am Bewerb teilnehmen, wird ein Zwei-Runden-Bewerb abgehalten. Nach der ersten Runde steigen wieder acht Qualifizierte ins Finale auf. Bei weniger als acht Startern entfallen die Vorrunden komplett.
Die Sieger werden per Flaggensystem ermittelt und die Runden werden jeweils getrennt voneinander bewertet. Die Punkte aus vorangegangenen Runden haben dabei keinen Einfluss auf das Finalergebnis.
Zusätzlich werden Trostrunden abgehalten, so wie beim Kumite.

[bearbeiten] Team-Bewerbe

Bei mehr als acht teilnehmenden Mannschaften qualifizieren sich die besten sechs Teams der Ausscheidungsrunde fürs Finale. Bei weniger als acht anwesenden Mannschaften entfallen die Vorrunden und es wird nur das Finale ausgetragen. Im Finale selbst müssen die Wettkämpfer anders als im Einzel-Bewerb zusätzlich noch eine selbst-kreierte Kata-Präsentation (Bunkai) vorführen, welche in die Endbewertung einfliesst.

[bearbeiten] Tanren-Makiwara-Training

Beim wohl bekanntesten Training des Karate wird ein elastisches Brett (Makiwara) am Boden oder an der Wand verankert (meist mit Stoff oder Leder umwickelt), um darauf Schläge und Tritte zu üben. Für Anfänger ist es empfehlenswert, ein sehr elastisches Holz zu verwenden, um den harten Rückstoß auf die Gelenke besser abfedern zu können. Wenn der Knochen durch das Training an Substanz (Calcium) zugelegt hat und dadurch auch belastbarer wird, lassen auch die Gelenksverletzungen und Hautabschürfungen nach.

Ursprünglich besteht ein Makiwara aus einem etwa 2 bis 2,4 Meter hohen und 10 Zentimeter breiten Brett, welches am oberen Ende etwa die ersten 30 Zentimeter lang mit Reisstroh (als Schlagpolsterung) umwickelt wird. Knapp die Hälfte des Brettes wird in den Boden eingegraben und fest verankert. Heute werden aber meist kürzere Schlagpolster aus Schaumgummi (mit Leder überzogen) verwendet, die man leicht an der Wand aufhängen kann.

[bearbeiten] Kime-Training

Das ungewöhnliche Kime-Training hat eine Muskelschwächung zum Ziel, die dann dazu führt, eine effiziente Technik zu entwickeln. Ein Beispiel dafür wäre das Makiwara-Training, bei dem das Ziel keinen Rückstoß zu erfahren, nur durch richtige Körperspannung (Kime) erreicht werden kann.
Weitere Beispiele sind Hockstrecksprünge (Mae-Geri Training) oder Handstandliegestütze an der Wand (Tsuki/Zuki Training).

[bearbeiten] Bekannte Meister

  • Abe Keigo (*1938): Gründer der Japan Shōtōkan Karate Association (JSKA)
  • Anan: Meister von Matsumura Kosaku und Oyadomari
  • Aoki Hiroyuki (*1936): Gründer des Shintaido
  • Arneil Steve (*1934): Gründer der IFK
  • Asai Tetsuniko (*1935): Begründer der Budo Shadan Japan Karate Shotokai (JKS)
  • Ashihara Hideyuki (1944 – 1995): Stilbegründer des Ashihara-ryu und verantwortlich für die Gründung der International Karate Organisation
  • Azato Anko Peichin (Yasuzato) (1827- 1906): Meister von Funakoshi Gishin und Ogusuku Chogo
  • Yara Chatan (1740 – 1812): offizieller Nachfolger von Kushanku
  • Cho Tsu-Ho (1874 – 1926): Lehrer von Uechi Kanbun
  • Demura Fumio (*1938): Vorstand der Shito-ryu Itosu-kai International
  • Egami Shigeru (1912 – 1981): Begründer des Shotokai-ryu, Schüler von Funakoshi Gichin
  • Enoeda Keinosake (1935 – 2003): Chefinstruktor der JKA für Europa; Präsident der Karate Union of Great Britain (European Shotokan Karate Association , ESKA) in England
  • Flindt Dieter (*1946): gründete den Shotokan Karate Verband Deutschland e.V. (SKVD)
  • Funakoshi Kenneth (*1938): gründete die Funakoshi Shotokan Karate Association
  • Gima Makoto (1896 – 1998): Vorstand des Verbandes Karate-do Shiseikan, Präsident der Okinawa Karatedo Association, der Shibutaku Karatedo Federation und der Shutoken Karatedo Federation, außerdem gründete er 1956 die Gima-Ha Shoto-Ryu Karatedo Association
  • Habersetzer Roland (*1942): gründete das Centre de Recherche Budo (CRB)
  • Harada Mitsusuke (*1928): gründete 1956 die Karate-Do Shotokan Brazileo Organisation und 1967 die Karate-Do Shotokai (KDS)in Großbritannien
  • Hayashi Teruo (1947 – 2004): gründete 1961 seine eigene Kobudoschule (Kenshin-ryu) und 1970 den Stil Hayashi ha Shito ryu
  • Higaonna Morio (*1938): gründete 1979 die International Okinawa Goju-ryu Karate-Do Federation (IOGKF)
  • Higa Seitoku (*1920): gründete 1961 Okinawa Kobudo Rengokai, die 1967 in Zen Okinawa Karate Kobudo Rengokai umbenannt wurde
  • Higashionna Kanryo (1853 – 1915/16): „der Heilige des Faustschlags!“; Besitzer eines Bubishi
  • Hironishi Genshin (*1913): übernahm die Präsidentschaftsnachfolge der Shotokai Organisation nach dem Tod Egamis
  • Hisataka Kori (1907 – 1988): gründete Shorinji-ryu Kenkokan Karate-Do
  • Hyung Yee/Oyama Masutatsu (1923 – 1994): Stilbegründer des Oyama-ryu
  • Inamine Seijin (*1937): gründete zusammen mit Makishi Kojun, Toguchi Soko, Shinya Hiroshi und Goya Ryoshu das Ryukyu Shorin-ryu, wobei Inamine Seijin der Präsident ist
  • Inoue Motokatsu (1918 – 1993): Begründer der „15 Formen des Kumite des Bo“; Stilbegründer von Yuishinkai
  • Itosu Yasutsune (1830 – 1916): Meister von Funakoshi Gichin
  • Ilja Jorga: entwickelte ein eigenes Karatekonzept: Fudokan
  • Kanazawa Hirokazu (*1931): „Mister Shokotan“ gründete 1966 die Karate Union of Great Britain (KUGB) und die Shotokan Karate-Do International Federation (SKIF/SKI)
  • Kaneshima Shinsuke: Begründer des Tozan-ryu
  • Kaneshiro Kinin: Gründer des Tozan-ryu (nicht zu verwechseln mit Kaneshima‘s Tozan-ryu)
  • Kase Taiji (1929 – 2004): gründete mit Shirai Hiroshi 1986 die World Karate Shotokan Academy (WKSA)
  • Kenji Tokitsu (*1947): Stilbegründer des Shaolin Mon (Tor des Shaolin)
  • Kise Fuji (*1935): gründete 1978 Shorin-ryu Kenshikan Karate Kobudo Federation, die 2001 in Okinawa Shorin Ryu Matsumura Federation umbenannt wurde
  • Kochi Katsuhide (*1930): gründete die Organisation Chubu Shorin-ryu Karate-do Kyokai
  • Kojo Oyakata: Begründer des Familienstils Kojo-ryu
  • Kosei Kokuba (+1959): Begründer des Seishinkai-ryu und Schüler von Funakoshi Gichin
  • Kubota Takayuki (*1934): Begründer des Gosoku-ryu
  • Kuda Yuichi (*1928): Stilbegründer des Matsumura Kempo Shorin-ryu und gründete die Matsumura Kempo Shorin-ryu Karate Kobudo Association
  • Kyoda Kohatsu (1887 – 1968): Stilbegründer des Toon-ryu
  • Laupp Joachim (*1957): gründete die Okinawa Shorinryu Shidokan Karatedo Deutschland (OSSKD)
  • Lee Richard (*1933): gründete Shorinji-ryu International
  • Mabuki Kenwa: Stilbegründer des Shito-ryu
  • Matayoshi Shinpo (1921 – 1997): gründete 1970 die Ryukyu Kobudo Renmei, die 1972 in Zen Okinawa Kobudo Renmei umbenannt wurde
  • Matsumora Kosaku (1829 – 1898): gründete zusammen mit Oyadomari Tomari te; Schüler von Anan
  • Patrick Mc Carthy (*1954): gründete 1987 die International Ryukyu Karate Research Society in Australien; außerdem übersetzte er den Bushibi
  • Miyagi Chojun (1888 – 1953): gründete zusammen mit Meistern anderer Stile zusammen das Jutsu Kenkyukai (Karate Forschungsclub); Stilbegründer von Goju-ryu
  • Miyahira Katsuya (*1918): Vorstand der Okinawa Shorin Ryu Karate do Kyokai (Okinawa Shorin ryu Karate Association)
  • Motobu Choki (1871 – 1944): Stilbegründer des Motobu-ryu Kempo-Karate; erklärter Feind von Funakoshi Gichin
  • Nagamine Shoshin (1907 – 1997): Stilbegründer des Matsubayashi ryu; Begründer der World Matsubayashi (Shorin ryu) Karate Association (WMKA)
  • Nakaima Norisato (1850 – 1927): Stilbegründer des Ryuei ryu
  • Nakamura Shigeru (1894/95 – 1969): Stilbegründer des Okinawa Kempo Karate, gründete 1955 die Okinawa Renmei, die nach seinem Tod 1969 in Zen Okinawa Kempo Karate Rengokai umbenannt wurde
  • Nakamura Tadashi (*1942): gründete 1976 die World Seido Karate Organisation
  • Nakayama Masatoshi (1913 – 1987): gründete 1949 die Japan Karate Association (JKA)
  • Neo Ho Tong (*1946): gründete 1979 Shorin ryu Siu Sin Kan
  • Ochi Hideo (*1940): gründete den Deutschen JKA-Bund (DJKB)
  • Von Oehsen Elke (*1956): gründete die Stilrichtung Wadokai
  • Okazaki Teruyuki (*1931): gründete die Internationale Shotokan Karate Federation
  • Onishi Eizo: gründete 1952 das Koeikan
  • Otsuka Hironori (1892 – 1982): Stilbegründer des Wado-ryu
  • Parker Kealoha Edmund (1931 – 1990): Stilbegründer des American Kenpo Karate
  • Sakagami Ryusho (1915 – 1993): Stilbegründer des Itosu-ryu
  • Sakugawa Shungo (1733 – 1815): Maßgeblicher Einfluss auf Shorin-ryu; Meister von Matsumora Sokon, Chinen Peichin, Kojo Kaho, Bushi Sakumoto, Usume no Andayu, Okuda Satonushi, Makabe Chokei, Matsumoto Chikudon, Ginowan Denuchi, Sakiyama Yoshinori, Gusukuma Shinpan
 
 
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