Leichtathletik

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Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Allgemein

Der Begriff Leichtathletik bezeichnet verschiedene Lauf-, Sprung- und Wurfdisziplinen. Nicht dazu gehören Disziplinen wie Ringen oder Gewichtheben, da diese der Gruppe der Schwerathletik angehören und der Hammerwurf, welchen man, neben anderen Sportarten, bei denen verschiedene, schwere Gegenstände gestoßen oder geschleudert werden, zu den Rasenkraftsportarten zählt.

[bearbeiten] Geschichte

Schon in der Urzeit begannen die Menschen damit, Werf-, Sprung-, und Laufwettbewerbe zu veranstalten und legten damit den Grundstein für die heutigen Leichtathletik-Wettbewerbe. Erste sportliche Wettkämpfe fanden schon um 1300 v.Chr. zu Ehren der Fruchtbarkeitsgottheiten Hera und Pelops statt. Schriftliche Aufzeichnungen von athletischen Meisterschaften gibt es dennoch erst seit dem Jahre 776. In diesem Jahr muss das Stadion von Olympia Platz für etwa 20000 Zuseher gehabt haben, wie Archäologen berechneten.

Die Laufdisziplinen entwickelten sich in der Stadt Olympia, wo zwischen 776 und 724 vor Christus ein Lauf über ein Stadion ausgetragen wurde. Die Läufer legten bei diesem ersten Wettbewerb 192,25 Meter zurück. Später entwickelte sich daraus der „Diaulos“, der Lauf über zwei Stadien und im Laufe der darauffolgenden Jahre ein Langstreckenlauf über acht Stadien. 520 v. Chr. entstanden der Waffenlauf, der Fünfkampf, der Faustkampf und das Wagenrennen. Der römische Kaiser Theodosius I befahl 393 n. Chr. die Abschaffung der heidnischen Spiele, da in diesem Jahr das Christentum zur Staatsreligion erhoben wurde. Auch im Mittelalter war Sport ein Teil der Gesamterziehung und als solche wurde er sowohl von Rittern, wie auch von Bürgern und Bauern ausgeübt.

1866 fand die moderne Leichtathletik ihre Anfänge bei den ersten Landesmeisterschaften in England, welche vom Amateur Athletic Club in London organisiert wurde und bei denen sich Cambridge und Oxford regelmäßig in sportlichen Wettbewerben bekämpften. Die ersten Leichtathletik-Wettbewerbe in den USA fanden 1876 in New York statt. 1892 forderte der Franzose Baron Pierre de Coubertins die Öffentlichkeit dazu auf, die „Olympischen Spiele“ wiederauferstehen zu lassen, als er an der Sorbonne einen Vortrag hielt. Die ersten Olympischen Spiele der Moderne wurden 1896 in Athen ausgetragen. Im Laufe der Jahre wurde die Zahl der Wettbewerbe dauernd erhöht.

Seit 1928 dürfen auch Frauen an den Olympischen Spielen teilnehmen. Der erste Olympiasieger war der Amerikaner James Conolly, der den Dreisprung gewann. Zur ersten Olympiasiegerin wurde die Polin Malina Konopacka im Diskuswerfen gekührt. Seit den Olympischen Spielen in Los Angeles 1932 ist das Programm relativ beständig, wobei immer mehr Wettbewerbe für die Sportlerinnen dazukamen.

[bearbeiten] Disziplinen

[bearbeiten] Olympische Disziplinen

Laufdisziplinen

Bei den 15 Laufdisziplinen unterscheidet man zwischen drei großen Gruppen: Sprint, Mittelstrecken und Langstrecken.

Die Disziplin Sprint wird unterteilt in 100m, 200m, 400m, 100m Hürden bei den Frauen und 110m Hürden bei den Männern, 400m Hürden, 4 mal 100m Staffel und 4 mal 400m Staffel.

Bei den Mittelstrecken unterscheidet man zwischen 800m und 1500m.

Die Disziplin Langstrecken wird unterteilt in 5000m, 10.000m, den Marathon (42,195km) und 3000m Hindernis.


Wurfdisziplinen

Zu den Wurfdisziplinen zählt man Kugelstoßen, Diskuswerfen, Speerwerfen und Hammerwerfen.


Sprungdisziplinen

Zur Gruppe der leichtathletischen Sprungdisziplinen zählen Hoch-, Weit-, Drei- und Stabhochsprung. Zur Zeit ist nur der Stabhochsprung noch eine Domäne männlicher Athleten. Aus einem individuell optimal langen und schnellen Anlauf versucht der Sportler, durch einbeinigen Absprung ein maximales Ergebnis zu erzielen (= Höhe oder Weite). Neben der Sprungkraft bestimmen die Beschleunigungs- und Schnelligkeitsfähigkeiten sowie die Qualität der Koordination der Gesamtkörperbewegungen die Leistungsfähigkeit eines Springers. Weit- und Dreisprung bilden die Kategorie der horizontalen, Hoch- und Stabhochsprung die der vertikalen Sprünge.


Einzelne Disziplinen:

100m-Lauf 200m-Lauf 400m-Lauf 800m-Lauf 1500m-Lauf 3000m-Lauf 5000m-Lauf 10000m-Lauf Marathonlauf Hürdensprint 400m Hürden Hindernislauf 4x 100m 4x 400m 10km Gehen 20km Gehen 50km Gehen Hochsprung Stabhochsprung Weitsprung Dreisprung Kugelstoßen Diskuswurf Hammerwurf Speerwurf Mehrkampf

[bearbeiten] Wettkampfregeln

[bearbeiten] Grundsätze:

Die „Internationalen Wettkampfregeln“ (IWR), die von der Internationalen Vereinigung von Leichtathletik-Verbänden (IAAF= International Association of Athletics Federations) herausgegeben werden, bestimmen alle Leichtathletik-Wettkämpfe. Nationale Bestimmungen wie zum Beispiel des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), des Österreichischen Leichathletik-Verbandes (ÖLV) oder des Schweizerischen Leichtathletik-Verbandes (SLV) ergänzen oder ändern die internationalen Regeln, sie gelten allerdings nur bei Veranstaltungen, an denen nur Athleten des besagten nationalen Verbandes teilnehmen.

Die Internationalen Wettkampfregeln (IWR) gelten für alle Altersklassen, wobei es aber auch Sonderregelungen für Senioren gibt. Der Court of Arbitration (Sportschiedsgerichtshof) mit Sitz in Lausanne (Schweiz) ist eine Institution, die Streitigkeiten, die den sportlichen Wettkampf betreffen, abschließend entscheiden kann und dabei die staatliche Gerichtsbarkeit umgeht. Die Gründung des CAS führte zur Entstehung weiterer Schiedsgerichte auf nationaler Ebene.

[bearbeiten] Wettkampfstätten

Die Wettkampfstätten, die in der Regel von spezialisierten Landschaftsarchitekten unter Beachtung der Regeln der Technik, der Internationalen Wettkampfregeln und der Informationshilfen des Bundesinstituts für Sportwissenschaften, geplant werden teilt man in zwei Kategorien: Stadion und Halle.

Lange Laufwettbewerbe oder Geherwettbewerbe werden allerdings auch auf Straßen ausgetragen. Generell werden Leichtathletik-Anlagen in vier Bereiche unterteilt:

Laufbahnen Sprunganlagen Kugelstoßanlage Wurfanlagen

In einem Stadion muss eine genormte, ovale 400 Meter-Bahn vorhanden sein, welche auch Rundbahn genannt wird. Sie besteht normalerweise aus sechs, in manchen, großen Stadien auch aus acht Bahnen.

In einer Halle ist die Rundbahn unterschiedlich lang, besteht in der Regel aber aus vier Einzelbahnen.

Die Laufbahnen für Laufwettbewerbe, die Anlaufbahnen für Hochsprung, Weitsprung, Stabhochsprung und den Speerwurf bestehen aus Tartan, einem Kunststoffbelag. Stoßwettbewerbe werden auf Rasen ausgetragen.

[bearbeiten] Doping

Nach wie vor ist das Thema Doping ein Großes und Allgegenwärtiges in der Leichtathletik. Der DLV (Deutscher Leichtathletik-Verband) setzt sich stark für den Kampf gegen Doping ein. Unter dem Begriff Doping versteht man den Versuch eines Athleten, seine Leistung zu verbessern, indem er verbotene Substanzen oder verbotene Methoden (wie zum Beispiel Blutdoping) anwendet. Das heißt, dass auch Stoffe, die in Medikamenten enthalten sind, im Sport verboten sein können, da sie zu einer Verbesserung der Leistung oder einer Schädigung der Gesundheit des Sportlers führen könnten.

Auch in Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) können verbotene Substanzen enthalten sein, daher sollte jeder Athlet darauf verzichten, Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Um sicherzugehen, welche Substanzen und Methoden nicht erlaubt sind, existiert eine „Liste verbotener Wirkstoffe und verbotener Methoden“. Außerdem werden auch die Verweigerung einer Dopingkontrolle, das (versuchte) Verfälschen des Dopingkontrollverfahrens und der Besitz von und der Handel mit verbotenen Wirkstoffen einem positiven Doping-Befund gleichgesetzt. Sowohl bei Wettkämpfen, als auch beim Training wird die Einhaltung der Anti-Doping-Regeln kontrolliert.

Wettkampfkontrollen werden vom DLV (Deutscher Leichtathletik-Verband) organisiert und erfolgen in der Regel nach Beendigung des Wettkampfes. Trainingskontrollen finden außerhalb der Wettkämpfe statt. Das bedeutet, dass sowohl bei Vereinstrainings, wie auch zu Hause oder bei Trainingsmaßnahmen der Verbände im In- oder Ausland getestet werden kann. Organisiert werden jene Kontrollen von der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA). Pro Jahr finden etwa 1000 Trainingskontrollen statt.


[bearbeiten] Organisation

Der internationale Dachverband für die jeweiligen nationalen Leichtathletik-Verbände ist die International Association of Athletics Federation (IAAF). Sie wurde 1912 gegründet und umfasst mittlerweile 210 nationale Verbände. Der europäische Dachverband ist die European Athletics Association (EAA). In Deutschland nennt sich der Leichtathletik-Verband DLV (Deutscher Leichtathletik-Verband), die entsprechenden Verbände in der Schweiz und in Österreich heißen SLV (Schweizerischer Leichtathletik-Verband) und ÖLV (Österreichischer Leichtathletik-Verband).

[bearbeiten] Erfolgreiche Leichtathleten

Raymond Clarence Ewry: 10 mal Gold (1900-1908) Stand-Weitsprung, Stand-Hochsprung, Dreisprung

Paavo Nurmi: 9 mal Gold, 3 mal Silber (1920-1928) Mittelstreckenlauf, Langstreckenlauf, Geländelauf

Carl Lewis: 9 mal Gold, 1 mal Silber (1984-1996) Weitsprung, Sprint

Martin Sheridan: 5 mal Gold, 3 mal Silber, 1 mal Bronze (1904-1904) Kugelstoßen, Diskuswerfen, Steinwerfen, Standweitsprung, Standhochsprung

Ville Ritola: 5 mal Gold, 3 mal Silber (1924 und 1928) Langstreckenlauf, Hindernislauf, Crosslauf

Michael Johnson: 5 mal Gold (1996 und 2000) Sprint

Eric Lemming: 4 mal Gold, 3 mal Bronze (1900-1912) Speerwerfen, Mehrkampf

Jim Lightbody: 4 mal Gold, 1 mal Silber, 2 mal Bronze (1904-1908) Sprint, Mittelstreckenlauf, Hindernislauf

Evelyn Ashford: 4 mal Gold, 1 mal Silber (1984-1992) Sprint

Hannes Kolehmainen: 4 mal Gold, 1 mal Silber (1912 und 1920) Langstreckenlauf, Crosslauf

Meyer Prinstein: 4 mal Gold, 1 mal Silber (1900 bis 1906) Weitsprung, Dreisprung, Sprint

Melvin Sheppard: 4 mal Gold, 1 mal Silber (1908-1912) Sprint, Mittelstreckenlauf

Emil Zátopek: 4 mal Gold, 1 mal Silber (1948 und 1952) Langstreckenlauf, Marathon

Fanny Blankers-Koen: 4 mal Gold (1948) Sprint, Hürdenlauf

Betty Cuthbert: 4 mal Gold (1956 und 1960) Sprint

Robert Korzeniowski: 4 mal Gold; Gehen; 1996 bis 2004 Alvin Kraenzlein: 4 mal Gold; Sprint, Hürdenlauf, Weitsprung; 1900

Al Oerter: 4 mal Gold; Diskus; 1956 bis 1968

Jesse Owens: 4 mal Gold (1936) Sprint, Weitsprung

Lasse Virén: 4 mal Gold (1972 und 1976) Langstreckenlauf

Bärbel Wöckel: 4 mal Gold (1976 und 1980) Sprint

 
 
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