Motorradsport

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Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Motorradsport

Beim Motorradsport geht es um das Bewegen von Motorrädern oder Motorrädern mit Seitenwagen im sportlichen Wettkampf.

Dies ist die allgemeine Definition für Motorradrennen, aufgestellt von der Fédération Internationale de Motocyclisme (FIM). Motorradsport-Wettbewerbe werden auf internationalem Level von der FIM sowie europaweit von der Union Européenne de Motocyclisme (UEM) überwacht und geregelt.


[bearbeiten] Disziplinen und Klassen des Motorradsports

  • Straßen- bzw. Rundstreckenrennen
    • Motorrad-WM (z.B. MotoGP)
    • Motorrad-EM
    • Superbike-WM
    • Supersport-WM bis 600 cm³
    • Stocksport FIM Cup
    • Endurance wie 24-Stunden-Rennen
    • Rennen ohne WM-Status
      • Straßenrennen wie Tourist Trophy oder Macao Grand Prix
      • Bergrennen
      • Supermono
      • Veteranenrennen
    • Dragster
  • Rennen im Gelände
    • Motocross
    • Endurosport und Cross Country
    • Trial
    • Hillclimbing (Ohne WM-Status)
  • Rennen auf der Straße und im Gelände
    • Rallye Raid wie z. B. Rallye Paris-Dakar
    • Supermoto
  • Rennen auf einer Bahn
    • Sandbahn
    • Langbahn
    • Speedway
    • Dirttrack oder Flattrack (in den USA)
    • Grasbahn
    • Eisspeedway
  • Sonderformen
    • Skijöring
    • Freestyle
    • Motoball


[bearbeiten] Motorrad-WM

Obwohl für fast jede Motorrad-Disziplin bzw. für fast alle Klassen Weltmeisterschaften ausgetragen werden, meint man mit „Motorrad-WM“ oft nur die Meisterschaften für Straßenmotorräder (dies ist die erste Kategorie, in der jemals eine Weltmeisterschaft ausgetragen wurde, sie wurde 1949 von der FIM ausgeschrieben), wobei die Motorräder in erster Linie nach Hubraum und Arbeitsweise eingeteilt werden. Zur Rennkategorie der Straßenmotorräder gehören der Moto GP, die 250 und 125 ccm Klasse sowie unter anderem die Superbike und Supersport-Klasse, sowie natürlich die erst 2002 eingeführte Klasse des MotoGP. Geschichte der Motorrad-WM

Die Motorrad-WM wurde, wie bereits erwähnt, erstmals im Jahr 1949 von der FIM ausgeschrieben, in der ersten Zeit wurde die Weltmeisterschaft für die Hubraum-Klassen 50 ccm, 125 ccm, 250 ccm,350 ccm und 500 ccm bzw. ausschließlich 500 ccm bei den Beiwagenmaschinen ausgetragen. Die Motorradmarken die in den Anfangsjahren der Motorrad-WM dominierten waren meist englische und italienische Marken, deren Motorräder mit Viertaktmotoren ausgestattet waren.

Erst in den 1970er Jahren wurden diese Viertaktmaschinen von der Weltspitze vertrieben. Die neuen, sehr wettbewerbsfähigen Siegermotorräder waren zum Großteil japanische Zweitaktmaschinen, den ersten Weltmeistertitel auf einer Zweitaktmaschine erlangte der Italiener Giacomo Agostini. Agostini war wohl der beste Motorradrennfahrer dieser Zeit, er holte sowohl in der 350er Klasse als auch später in der 500er Klasse einige Siege (15facher Weltmeister) und schaffte es, auch nachdem die altbewährten Viertaktmaschinen von der Zweitaktern aus Japan schon fast völlig vertrieben worden waren, am Nürnburgring einen WM-Titel auf der Viertakt-MV Agusta zu holen.

In den 1980er Jahren gab es einige Änderungen sowohl im Reglement als auch im Rennprogramm, so wurde der bis dahin übliche Start durch Anschieben durch einen stehenden Start bei laufendem Motor ersetzt. Außerdem wurde 1984 die sogenannte „Schnapsglas-Klasse“ (50 ccm) durch die 80 ccm Klasse ersetzt und die 350er Klasse wurde gänzlich abgeschafft, was den damaligen Weltmeister, Toni Mang, zum ewigen Weltmeister werden ließ. Auch in den 1990er Jahren wurden weitere Klassen abgeschafft, sodass die Weltmeisterschaft bis 2001 nur in den Klassen 125 ccm, 250 ccm und 500 ccm ausgetragen wurde. Da das Regelwerk von der FIM bis 2001 nicht angepasst wurde, war es nun so, dass die Motorradhersteller eigens für die Weltmeisterschaft in die Entwicklung von nicht mehr zeitgemäßen Zweitaktmotoren investieren mussten, wo doch stärkere Straßenmaschinen in Serienproduktion schon längst nurmehr mit Viertaktmotoren ausgestattet wurden. Im Jahr 2001 wurde dann auf Druck japanischer Motorrad-Hersteller (vor Allem Honda) das Regelwerk verändert und ab der Saison 2002 die MotoGP-Klasse statt der 500 ccm Klasse eingeführt. Die größte Besonderheit die die Motorrad-WM aufweisen kann ist die, dass alle Motorräder am Start eigens für die Weltmeisterschaft gebaut sein müssen, es dürfen keine modifizierten straßenzugelassenen Fahrzeuge an der Weltmeisterschaft teilnehmen.

Nun zu einigen interessanten Disziplinen des Motorradrennsports:

[bearbeiten] MotoGP

Wie bereits erwähnt, wurde nach 2001 die 500er Klasse in der WM durch die MotoGP-Klasse ersetzt, im Rahmen dieser neuen Disziplin werden pro Saison 17 Rennen zusammen mit den beiden schwächeren Klassen (125er und 500er) ausgetragen. Der MotoGP ist die Königsdisziplin der Motorrad-WM für Straßenrennmaschinen, von der FIM wurde für diese Klasse folgendes Reglement festgelegt:

  • Technisches Reglement 2007

In der MotoGP Rennserie sind ausschließlich Viertaktmotoren mit bis zu 800 ccm Hubraum (bis 2006 waren es 990 ccm Hubraum) und maximal sechs Zylindern zugelassen, außerdem müssen die Motorräder in dieser Klasse Prototypen sein, das heißt sie müssen eigens für den Einsatz im MotoGP gefertigt werden. Je nach Zylinderzahl gelten dabei die folgenden Mindestgewichte, wobei es erlaubt ist, zusätzlichen Ballast am Motorrad zu befestigen um das Mindestgewicht zu erreichen.

  • mit 2 Zylindern: 133,0 kg
  • mit 3 Zylindern: 140,5 kg
  • mit 4 Zylindern: 148,0 kg
  • mit 5 Zylindern: 155,5 kg
  • mit 6 Zylindern: 163,0 kg

Aktuelle MotoGP Viertaktmaschinen können bis zu 260 PS leisten (Saison 2006) – mit 2007 wurde der maximale Hubraum allerdings gesenkt um die Leistung einzudämmen. Die Rekordgeschwindigkeit im MotoGP erreichte Loris Capirossi, der Ducati-Werksfahrer, während einer Testfahrt vor der Saison 2004. Auf dem „Circuit de Catalunya“ in der Nähe von Barcelona erreichte er eine Höchstgeschwindigkeit von 347,4 km/h – damit liegt dieser Geschwindigkeitsrekord nur knapp (15 km/h) hinter dem der Formel1.

  • Punktesystem

Die Punkteverteilung im MotoGP:

Position Punkte
1. Platz 25 Punkte
2. Platz 20 Punkte
3. Platz 16 Punkte
4. Platz 13 Punkte
5. Platz 11 Punkte
6. Platz 10 Punkte
7. Platz 9 Punkte
8. Platz 8 Punkte
9. Platz 7 Punkte
10. Platz 6 Punkte
11. Platz 5 Punkte
12. Platz 4 Punkte
13. Platz 3 Punkte
14. Platz 2 Punkte
15. Platz 1 Punkt

In der Herstellerwertung punktet jeweils der beste Fahrer einer Marke, in der Teamwertung beide Akteure einer Mannschaft, und der Fahrer mit der höchsten Punktezahl am Ende der Saison bekommt den Weltmeistertitel der Fahrerweltmeisterschaft verliehen.

[bearbeiten] Weltmeister seit dem 1. MotoGP

Jahr Fahrer
2002 Valentino Rossi
2003 Valentino Rossi
2004 Valentino Rossi
2005 Valentino Rossi
2006 Nicky Hayden
2007 Casey Stoner
2008 Valentino Rossi
2009 Valentino Rossi

[bearbeiten] Superbike

Im Gegensatz zur MotoGP-Klasse ist die Superbike-Klasse nicht für eigens hergestellte Prototypen sondern für seriennahe Motorräder bestimmt, mittlerweile bezeichnet man auch straßenzugelassene, vollverkleidete Sportmotorräder der 1000 ccm-Klasse als Superbikes.

Die erste Superbike-WM wurde 1988 ausgetragen und obwohl die Rennsportklasse auf Drängen von Suzuki, Honda, Kawasaki und Yamaha, den vier größten japanischen Motorradherstellern, ins Leben gerufen wurde, ist die bisher erfolgreichste Marke die italienische Kult-Marke Ducati. Am 3. April 1988 wurde das erste Rennen im Rahmen der Superbike-WM in Donington Park (Großbritannien) ausgetragen, schon seit diesem Zeitpunkt werden auch hier für Fahrer und Hersteller getrennte Titel vergeben. Früher gab es auch eine Superbike-EM, sie wurde allerdings abgeschafft. Die bedeutendsten nationalen Superbike Meisterschaften sind die AMA Superbike (USA) und die British Superbike (Großbritannien).

Was das technische Reglement betrifft, so wurde bis 2003 versucht den Vorteil von Vierzylinder-Motoren, höhere Drehzahlen und somit eine vegleichsweise größere Leistung als ein Zweizylinder-Motor zu bringen, zu kompensieren. So sah das technische Reglement vor, dass Vierzylinder-Motoren mit bis zu 750 ccm und Zweizylinder-Motoren mit bis zu 1000 ccm Hubraum an den Start gingen. 2004 wurde diese Regelung zugunsten der Vierzylinder-Motoren verändert, seither gilt für alle Motorräder in der Superbike-Klasse das Hubraumlimit von 1000 ccm, große Zweizylinder-Hersteller wie Ducati und KTM sind nun bestrebt wieder ein höheres Hubraumlimit für Zweizylinder zu erreichen.

[bearbeiten] Supersport

Die Supersport-WM kann man als Unterart der Superbike-WM bezeichnen, bei ihr werden auch seriennahe Rennmaschinen in Rennen geschickt, die allerdings mit herkömmlichen, geschnittenen Reifen fahren. Diese Disziplin in der Klasse der Straßenmotorräder wird gemeinsam mit der Superbike-WM ausgetragen und existiert seit 1999, sie ist beim Publikum sehr beliebt, weil im Rahmen der Supersport-WM auch offene Rennen ausgetragen werden. Vor 1999 maß man sich in dieser Sportart in anderem Rahmen und zwar gab es:

  • Supersport Serien

1990–1995: Supersport-EM (Europameisterschaft)
1996: Supersport-OM (offene Meisterschaft)
1997–1998: Supersport-WS (Weltserie)
seit 1999: Supersport-WM (Weltmeisterschaft)

[bearbeiten] Supermono

Auch die Supermono-Klasse ist wie der MotoGP für Prototypen-Rennmotorräder, hier handelt es sich aber um Einzylinder-Viertakt-Maschinen die deren Design und Konstruktion der Phantasie der Hersteller keine Grenzen gesetzt sind, es gibt keine Einschränkungen diesbezüglich und jegliche Modifikation ist erlaubt. Genau aus diesem Grund gibt es in dieser besonderen Klasse kaum Werksrennmaschinen (außer der Ducati Supermono und der MuZ), manche der Raketen sind lediglich von Serien-Straßenmaschinen abgeleitet. Diese Rennklasse soll eine Abwechslung zu den immer populäreren Serienproduktionsklassen bieten und den Herstellern bei der Vermarktung ihrer Verbraucherprodukte helfen.

  • Reglement

Die wenigen Einschränkungen die in dieser Klasse existieren sind:

  • Einzylinder-Viertakt-Ottomotor bis 800 ccm
  • Gewicht mindestens 95 kg
  • Ein Kettenschutz
  • Ein Auffangbehälter für Motorflüssigkeiten

[bearbeiten] Dragster oder Drag Bikes

Eine weitere interessante Motorsportklasse ist die Dragster-Klasse in deren Rahmen Beschleunigungsrennen (Drag races) abgehalten werden. Die Fahrzeuge (eben Dragster oder Drag Bikes) verfügen meist über viel Hubraum und aufgeladene Motoren die extrem viel Leistung bringen, normalerweise zeichnen sich Dragster bzw. Drag Bikes außerdem durch sehr breite Antriebsräder aus. Grundsätzlich treten immer nur zwei Fahrer gegeneinander an und die Renndistanz beträgt eine Viertelmeile (0,4 km) oder eine Achtelmeile (0,2 km). Was das Design, die Motorisierung oder die Konstruktion der Fahrzeuge betrifft gibt es keine Einschränkungen, das Fahrzeug muss nur grundlegenden Sicherheitsstandards entsprechen und der Fahrer braucht eine bestimmte Lizenz um starten zu dürfen. Innerhalb der Dragster-Klasse gibt es allerdings auch „Klassenunterschiede“ bzw. unterschiedliche Bewerbe mit unterschiedlichen Regeln wie z.B. den Harley Davidson Destroyer Cup, die Super Twin Top Fuel-Klasse oder die Top Fuel Bike-Klasse.

[bearbeiten] Motocross

Vor allem durch die mediale Präsenz von Indoor-Motocrossrennen wird diese Sportart in den letzten Jahren immer bekannter. Es handelt sich hierbei um eine Gelände-Motorrad-Sportart bei der mit einem geländetauglichen Motocross-Motorrad auf einer eigens dafür vorgesehenen Strecke gefahren wird. Die Motorräder sind nicht straßenzugelassen, da ihnen für den Straßenverkehr essentielle Teile wie Blinker, Batterie, Seitenständer usw. fehlen, dafür verfügen Motocross-Motorräder über lange Federwege, eine progressive Federkernlinie und grobstollige Reifen. Da das Risiko zu stürzen im Motocross-Rennsport relativ hoch ist, sind die Fahrer mit einer Umfangreichen Schutzausrichtung ausgrüstet. Motocross-Pisten befinden sich normalerweise außerhalb von Wohngebieten, im Winter werden gerne Indoor-Motocross Rennen abgehalten, wobei man Indoor-Motocross oft als Supercross und Outdoor-Motocross als Motocross bezeichnet.

[bearbeiten] Unterscheidung zwischen Supercross und Motocross

Supercross: Diese Motorrad-Rennklasse ist zweifelsfrei eine der publikumswirksamsten (wenn man von Massenveranstaltungen wie MotoGP absieht), da dem Zuschauer ein außergewöhnliches Spektakel geboten wird. Supercross-Bewerbe werden meist in Stadien oder Hallen ausgetragen, die eigens für diesen Anlass präpariert werden indem die Halle mit Erde oder Lehm ausgefüllt wird. Auf dem begrenzten Raum der Halle wird nun eine Strecke konzipiert, die auf möglichst wenig Raum möglichst viele Sprünge und somit möglichst viel Action bieten soll. Für den Fahrer gibt es auf dem dichtgedrängten Parcours natürlich keine Möglichkeit zu verschnaufen, deswegen dauern die Rennen meist nur etwa 15 Minuten pro Fahrer. Um den Zuschauern trotzdem ein dichtgedrängten Programm zu bieten, werden bei jeder Veranstaltung viele Läufe gezeigt (Qualifikation, Achtel- Viertelfinale und natürlich die Finalläufe), außerdem wird meist ein musikalisches Rahmenprogramm geboten.

Motocross: Bei dieser Rennsportart geht es darum, Strecken im freien Gelände, die normalerweise zwischen 1.500 und 4.000 m lang sind, zu überwinden. Diese Outdoor-Strecken sind normalerweise nicht so anspruchsvoll wie die oben erwähnten Indoor-Strecken, da Schikanen und Sprünge weiter auseinander liegen. Die Schwierigkeit beim Motocross ist die, dass das Wetter und die Bodenbedingungen eher unberechenbar sind, die Motorräder müssen natürlich jeder Witterung bzw. den jeweiligen Bodenverhältnissen angepasst werden. Die Rennen im Motocross-Sport laufen folgendermaßen ab: Die höchstens 40 Fahrer starten von einem Startgatter aus, an dem sich die besten Fahrer aus dem Qualifikationslauf als erste aufstellen dürfen. Weiters ist das Rennen in zwei Läufe unterteilt, wobei der zweite Lauf bei Punktegleichheit zwischen zwei Fahrern schwerer wiegt. Ein Lauf dauert 35 Minuten oder zwei Runden.

[bearbeiten] Endurosport

Motorrad-Geländesport wird, auch auf internationaler Ebene, Endurosport genannt, es geht hierbei weniger um die Geschwindigkeit mit der ein Fahrer die Strecke hinter sich bringt, sondern um die Ausdauer (engl. endurance=Ausdauer, daher Enduro) die der Fahrer und seine Maschine beweisen.

  • Geschichte

Das erste Enduro-Rennen wurde 1903 vom britischen Motorradfahrerverband veranstaltet, es handelte sich dabei um ein 1.000-Meilen Rennen durchs Gelände, bereits ab 1909 wurde eine jährliche Geländefahrt veranstaltet die durch die schottischen Highlands führte und ab 1912 konnten Enduro-Fahrer sich im Rahmen der British Six Days Trial messen. Die Ansprüche die dieses Rennen an Fahrer und Motorrad stellte waren enorm, jeden Tag wurden bis zu 270 km zurückgelegt, es gab eigens eingerichtete Prüfstrecken wo die Zeit gemessen und die Anwesenheit aller Fahrer kontrolliert wurde, das Rennen führte nicht nur über Straßen sondern auch durchs Gelände und es war auch ein Bergrennen eingebaut. Eben diese Six Days Trial ist bis heute die berühmteste Veranstaltung ihrer Art und hat dadurch die ganze Welt des Endurosportes geprägt bzw. seine Entwicklung vorangetrieben. Anfangs (bis ca. 1960) wurden im Endurosport meist nicht modifizierte Fahrzeuge eingesetzt, mit der Einführung von Spezialprüfungen wurden gewisse Modifikationen allerdings nötig. Aus diesem Grund wurden auch bei den Enduro-Motorrädern ähnliche Veränderungen vorgenommen wie bei Motocross-Maschinen – längere Federwege, größere Bodenfreiheit und weitere Details machten die Enduro-Motorräder immer geländegängiger.

Heutzutage fristet der Endurosport, aus internationaler Sicht gesehen, eher ein Schattendasein: Da Enduro-Rennen für die Umwelt eine starke Bedrohung darstellen wurden den Veranstaltern in der Vergangenheit immer striktere Umweltschutzbestimmungen auferlegt (vor Allem in Westeuropa) die schließlich dazu führten dass die Rennen weit weniger spektakulär und damit weniger populär wurden. Heute ist der Endurosport vor Allem in den skandinavischen Ländern und in den USA beliebt.

Was die Hersteller von Enduro-Motorrädern angeht, so hatte fast jeder Motorradhersteller vor der Krise im Motorradbau (1960) eine Enduro-Maschine im Programm, nach der Krise stellten nur noch wenige Hersteller geeignete Fahrzeuge her, zudem waren die Motorräder von Simson, Jawa und MZ nicht frei verkäuflich, sondern nur den Werksmannschaften zugänglich. Die Marken Husqvarna, Maico, Puch, Zündapp und KTM waren später über lange Zeit in Westeuropa konkurrenzfähig, erst seit den 1990er Jahren dringen die berühmten japanischen Motorradbauer auch in dieses Gebiet vor, außerdem haben sich erfolgreiche eigene Enduro-Hersteller entwickelt (z.B. GasGas und MotoTM).

  • Austragungsarten

Wie bei vielen anderen Motorradsport-Disziplinen gibt es auch beim Endurosport verschiedene Modi: Bei einem klassischen Enduro-Rennen gibt es einen Rundkurs der zwischen 50 und 80 km lang ist und innerhalb einer bestimmten Zeit drei- bis viermal durchfahren werden muss. Abgesehen von der Beschaffenheit des Geländes sind es Spezialprüfungen die das Rennen erschweren. Um den Sieger zu ermitteln wird die Zeit gemessen die der Fahrer bei den Spezialprüfungen fährt und sollte er das ganze Rennen nicht in der vorgegebenen Zeit absolviert werden, folgen weitere Punkteabzüge. Ein sogenanntes Stunden-Enduro fordert vor Allem die Ausdauer des Fahrers, es handelt sich hierbei um einen Rundkurs, auf dem zwei, sechs oder sogar zwölf Stunden lang möglichst viele Runden gefahren werden sollen.

[bearbeiten] Trial (Sport)

Um eine weitere Schwierigkeitsstufe erhöht, wird Endursport zu Trial. Beim Trial geht es darum Geschicklichkeitsprüfungen zu überwinden, ohne den Boden, Streckenbegrenzungen o.Ä. zu berühren. An jedem Hindernis halten sich Punkterichter auf, die den Fahrer genau beobachten um eventuelle Fehler sofort mit Punkteabzug zu bestrafen – die Fahrer tragen ihre Punktekarten bei sich und müssen sie nach jeder Prüfung den Punkterichter übergeben, damit dieser den Punkteabzug eintragen kann. Trial-Maschinen zeichnen sich durch geringes Gewicht, eine große Bodenfreiheit und einen großen Lenkeinschlag aus, außerdem ist es wichtig, dass der Motor bereits auf den kleinsten Dreh am Gasgriff reagiert um Sprünge präzise meistern zu können.

Wie auch der Endurosport stammt auch das Trial-Rennen aus England, der englische Begriff „trial“ bedeutet Probe oder Prüfung – und eine derartige Strecke ist wirklich die härteste Prüfung für einen Motorradsportler. Der Kurs bei einem Trial-Bewerb ist mindestens 1,2 m breit und führt buchstäblich über Stock und Stein. Hohe Stufen, Kehren um Bäume, Schlammlöcher oder Ähnliches wollen überwunden werden ohne stehenzubleiben, zu schieben, zu stürzen oder sich mit den Beinen oder in irgendeiner anderen Form abzustützen. Dadurch dass dem Fahrer beim Trial ein derart hohes Maß an Maschinenbeherrschung abverlangt wird, kann man das Trial-Fahren als die Hohe Schule des Motorradsports bezeichnen. Das Regelwerk ist natürlich auch auf die enorm hohen Ansprüche abgestimmt, die diese Sportart an den Fahrer stellt, deswegen ist es erlaubt, die Prüfungen zu begehen bevor sie durchfahren werden, außerdem darf der Fahrer sich eines Helfers bedienen, der sich verbal ins Geschehen einschalten und dem Fahrer Anweisungen geben darf. Dieser Sport stellt auch an die Punkterichter, die an jeder Prüfung die Fahrer beobachten, einen besonders hohen Anspruch, da sie bereits den kleinsten Fehler erkennen müssen um die richtigen Punkteabzüge vorzunehmen. Für die Veranstalter ist der richtige Schwierigkeitsgrad einer Prüfung erreicht, wenn nur zwei oder drei Fahrer sie ohne Fehler überwinden.

  • Indoor-Trial

So wie beim Motocross gibt es auch beim Trial-Rennsport eine Hallenvariante, auch diese wurde in England entwickelt und sollte dazu dienen mehr Publikum zu Veranstaltungen zu locken und den Sport allgemein bekannter zu machen. Beim Indoor Trial fahren jeweils drei Fahrer in einer Mannschaft und die Strecke, die in sechs Sektionen aufgeteilt ist wird unter den Fahrern aufgeteilt, also muss jeder zwei Sektionen bewältigen.

  • Trial-Varianten

Trial-Wettbewerbe gibt es heutzutage in sehr viele Sportarten, beim Motocross-fahren oder beim Moutainbiken ist der Austragungsmodus dem beim „echten“ Trial sehr ähnlich, andererseits wird z.B. auch ein Geschicklichkeitswettbewerb für Allrad-LKW als „Truck-Trial“ bezeichnet.

[bearbeiten] Hillclimbing

Eine weitere halsbrecherische Variante des Motorradsports ist das sogenannte Hillclimbing, hierbei geht es darum eine extrem steile Anhöhe zu bezwingen. Wieviel Zeit diese Aufgabe in Anspruch nimmt, ist dabei nebensächlich, weil derjenige gewinnt, der dem Hang möglichst viel Boden abringen konnte.

[bearbeiten] Rallye Dakar

Ursprünglich hieß dieses legendäre Motorsport-Ereignis Rallye Paris-Dakar, es wurde von dem Franzosen Thierry Sabine ins Leben gerufen und das erste Rennen startete am 26. Dezember 1978 in Paris und endete am 14. Jänner in Dakar. Genauer handelt es sich hierbei um ein Offroad Motorrad- und Autorennen, das hauptsächlich auf dem afrikanischen Kontinent ausgetragen wird. Als der Gründer unglücklicherweise bei einem Helikopter-Unfall ums Leben kam, übernahm sein Vater für kurze Zeit die Rallye, verkaufte sich allerdings nach wenigen Jahren an die ASO (Amaury Sport Organisation), ein großes französisches Sportunternehmen.

  • Charakter und Route der „Dakar“

Im Rahmen dieser Wüstenrallye müssen die Fahrer Etappen und Sonderprüfungen hinter sich bringen wobei eine Etappe über 800 km lang sein kann und sich meist auf Wüstenboden abspielt. Ursprünglich – wie auch der alte Name der Rallye sagt, führte die Strecke die gefahren wurde von Paris nach Dakar. Mittlerweile sind Start- und auch Zielort jedes Jahr unterschiedlich, so führte zum Beispiel die Rallye 2007 von Lissabon über 15 Etappen nach Dakar. Für jede Etappe gibt es ein bestimmtes Zeitlimit, das nicht überschritten werden darf. Für die Fahrer ist die „Dakar“ eine außergewöhnlich harte Prüfung, da es nur einen einzigen freien Tag in der Mitte der Rallye gibt und abgesehen davon jeden Tag eine neue Etappe vorgesehen ist. Vor Allem Privatiers, die ohne eigenes Mechaniker-Team anreisen, müssen oft all ihre freie Zeit, nach den Etappen, für allfällige Reparaturen aufwenden. Die Ausfallsquote bei einem solch harten Rennen beträgt 50 %, sowohl unter den Autos als auch unter den Motorrädern.

  • Geschichte

Wie bereits erwähnt war der Vater der Rallye der Franzose Thierry Sabine, selbst Motorsportler hatte er die Idee zur Rallye Paris-Dakar nachdem er- ganz nach seinem Motto „If life gets boring, risk it!“ - an der Rallye Abidjan-Nizza teilnahm und sich mit seinem Motorrad in der Wüste verirrte. Nach seinem tragischen Tod wurde in Arbre ein Hügel nach dem Initiator dieses berühmten Langstreckenrennens benannt. Leider war Sabine nicht der einzige der die Rallye mit seinem Tod in die Schlagzeilen brachte, seit der ersten Rallye 1978 wurden 55 Personen im Rahmen ihrer Austragung getötet, vielleicht wurde sie auch deshalb so berühmt. Im Jahr 2006 wurden ein Fahrer und zwei junge Zuschauer getötet und auch 2007 starben weitere zwei Motoradfahrer.

  • Sieger

Der wohl legendärste Fahrer der ja an der Wüsterallye teilnahm ist der Franzose Stéphane Peterhansel, ihm gelang es die Motorradwertung sechsmal für sich zu entscheiden sowie dreimal die Automobilwertung, wobei sein Beifahrer Jean-Paul Cottret außer Peterhansel selbst der Einzige Fahrer ist, der bisher jemals sowohl mit dem Motorrad als auch mit dem Auto die Rallye gewinnen konnte.

[bearbeiten] Berühmte Persönlichkeiten im Motorradrennsport

  • Valentino Rossi

Ohne Zweifel ist Valentino Rossi momentan der bekannteste Motorradrennfahrer der Welt, der am 16.2.1979 in Urbino geborene Italiener kann in seiner Karriere bisher auf WM-Titel sowohl in der 125er, der 250er, der 500er und natürlich auch in der MotoGP-Klasse zurückblicken.

Abgesehen von seinem unbestreitbaren Talent, sind es aber auch Rossis Charme und Persönlichkeit die ihn bei seinen Fans so beliebt machen, so nahm er z.B. bei der Ehrenrunde, nach einem gewonnen GP eine Gummipuppe auf seinem Motorrad mit und liefert auch sonst immer wieder lustige oder akrobatische Einlagen. Nur Rossis italienischer Kollege, Max Biaggi, der sich 2006 aus der MotoGP-Klasse zurückzog, ist entschieden kein Fan des schnellen Konkurrenten. Bereits seit Rossi noch in der 125er Klasse und Biaggi in der 250er Klasse fuhr, fielen immer wieder böse Worte zwischen den beiden, bis sie während der gemeinsamen Weltmeisterschafts-Saisonen (bei denen sie noch dazu bei den rivalisierenden Teams Honda und Yamaha starteten) immer wieder heftiger aneinander gerieten. So kam es beispielsweise zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden, nachdem Biaggi Rossi beim GP von Japan (2001) mit einem fast-regelwidrigen Manöver am Überholen gehindert hatte oder nachdem Biaggi nach dem GP von Barcelona im selben Jahr, Rossis Manager und guten Freund, unabsichtlich gestoßen hatte und daraus beinah ein Handgemenge zwischen den Beiden entstand.

  • Giacomo Agostini

Ist bekannt als der erfolgreichste Motorradrennfahrer aller Zeiten, er ist mit 15 Weltmeistertiteln in der Motorrad-WM bis zum heutigen Tag ungeschlagen. Agostini gewann im Laufe seiner Karriere – die er als Teenager auf einer 175er Morini bei einem Bergrennen begann – wie bereits erwähnt 15 WM-Titel, davon sieben in der 350er-Klasse und acht in der 500er-Klasse, wobei er den Großteil (13 Siege) für das MV Agusta Team holte. Der heute 65-jährige kann auf insgesamt 122 gewonnene Grand Prix zurückblicken, nach der Saison 1977 beendete er seine aktive Karriere.

  • Loris Capirossi

Auch dieser italienische Motorradrennfahrer wurde durch seine Erfolge in der Motorrad-WM berühmt, er holte insgesamt drei Weltmeistertitel (zweimal in der 125er- und einmal in der 250er-Klasse) und konnte in der Vergangenheit in der Motorrad-WM immer wieder auf Top-Platzierungen zurückblicken.

  • Carl Fogarty

Dieser britische Superbike-Pilot ist der erfolgreichste seiner Klasse, er hat die größte Anzahl von Superbike-Meistertiteln (4 Titel) und die größte Anzahl gewonnener Rennen (59) erreicht. Der am 1.7.1965 geborene Rennfahrer war vor Allem für seinen Fahrstil – er beeindruckte besonders mit seiner hohen Kurvengeschwindigkeit – kombiniert mit seinem enormen Siegeswillen berühmt. Aufgrund einer schweren Verletzung musste sich Fogarty im Jahr 2000 aus dem (aktiven) Rennsport Motorradsport zurückziehen, seither versucht er sich mit seinem eigenen Team durchzusetzen.

  • Troy Bayliss

Der Australier ist ein weiterer, sehr erfolgreicher Motorradrennfahrer der heutigen Zeit, er hat insgesamt zwei Superbike-WM-Titel geholt, ist einfacher Bristish-Superbike-Meister und startete in der Vergangenheit auch ein paar Male im MotoGP, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Beim GP von Valencia vertrat Bayliss den verletzten Sete Gibernau im Ducati Werksteam und holte durch einen überraschenden ersten Platz den ersten Doppelsieg für Ducati, kehrte aber danach wieder in die Superbike-Klasse zurück wo er bei einem schweren Unfall in der Saison 2007 einen Finger verlor. Bayliss, der am 30.3.1969 auf einer Farm in Australien geboren wurde, interessierte sich schon früh für den Motorradrennsport, vor Allem nachdem er von seinem Vater mit sechs Jahren ein kleines Motorrad geschenkt bekommen hatte. Bereits im Alter von zehn Jahren fuhr er auf verschiedenen Dirt-Track und Motocross Bewerben mit.

  • Stéphane Peterhansel

Der am 6.8.1965 geborene Franzose, hat in seiner Laufbahn als Enduro- und Rallye-Raid-Fahrer einige außergewöhnliche Erfolge erzielt. So gewann er zum Beispiel die Rallye Dakar sechsmal mit dem Motorrad- immer auf Yamaha - sowie dreimal mit dem Auto.

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[bearbeiten] Nützliche externe Links

 
 
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