Nordischer Skilanglauf

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Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Allgemeines

Der Skilanglauf ist ein traditioneller Sport im Winter und wird vor allem in den nordischen Regionen betrieben, sprich in Nordeuropa und den Alpenländern. Aber auch in Polen, Russland, Weißrussland, Ukraine, Tschechien, sowie außerhalb von Europa in China, Japan und Korea, um nur einige Skilanglaufnationen zu nennen. In Kanada und den USA hat er zwar auch lange Tradition, er hat sich aber nicht so durchgesetzt wie in anderen Ländern. Als Sport als solches kann man ihn sehr weit zurückverfolgen. Skilanglauf ist aber nicht nur ein beliebter Freizeitsport mit Empfehlungscharakter (es werden alle Muskelgruppen beansprucht), sondern auch eine wichtiger Bestandteil der Olympischen Spiele. Diese wichtigen Wettbewerbe werden vom Weltverband FIS organisiert.

Bei dieser Sportart werden Skier zur Fortbewegung auf Schnee benutzt. Man muss aber nicht auf den Winter warten, um diesen Sport auszuüben, sondern mit verwandten Sportarten wie Nordic Walking ist er das ganze Jahr über möglich. Weitere ähnliche Sportarten sind Biathlon, Nordische Kombination, Ski-Orientierungslauf, Rollski, Nordic Blading, um nur einige zu nennen.

[bearbeiten] Ausrüstung

Die Standardausrüstung beim Skilanglauf umfasst ein Paar Langlaufski, ein Paar Langlaufstöcke sowie ein Paar Langlaufschuhe.

Die Skier sind grundsätzlich bei allen Typen vorne nach oben gebogen und in der Mitte nach oben gekrümmt. Aber je nach dem welche Lauftechnik angewandt wird muss man zwischen drei Typen unterscheiden.

Klassische Langlaufskier: bei ihnen wird der mittlere Bereich als Steigzone bezeichnet. Er haftet bei Kontakt mit Schnee an ihm und ermöglicht ein Abdrücken nach hinten.
Bei diesem Typ muss man nochmal unterscheiden zwischen „Wax“- und „Nowax“-Skiern. (Grundsätzlich sollte man aber alle drei Typen mit Wachs behandeln, um den Belag zu schonen.)

Bei ersteren muss auf die Steigzone Wachs gegeben werden, bevor man sie benutzt. Welches Wachs man verwendet, hängt von der aktuellen Schneeeigenschaft ab (Temperatur, Schneetyp,…)
„Nowax“-Skier hingegen verfügen über mechanische oder chemische Steighilfen. Sie werden eher im Freizeitbereich benutzt, weil sie pflegeleichter sind als Wachs-Skier. Diese werden im Leistungssport bevorzugt. Sind aber die Schneeverhältnisse schwierig, so werden auch „Nowax“-Skier bei Wettbwerben benutzt.

Skatingskier: Sie sind kürzer und leichter gekrümmt als die klassischen Langlaufskier. Sie besitzen außerdem keine Steigzone. Die dazugehörigen Schuhe haben eine starre Sohle und einen seitlich stabilisierten Schafft. Sie umschließen den Knöchel etwas weiter oben, um ihn bei Seitwärtsbewegungen zu schützen.

Kombiskier: Diese können für beide Stile verwendet werden. Sie sind kürzer und auch die Haftzone an den Innenkanten fehlt. Der Nachteil ist aufgrund der Kürze die geringe Fahrgeschwindigkeit und die fehlende Reibung.

[bearbeiten] Techniken

Beim klassischer Langlaufstil:

• Doppelstockschub
• Doppelstockschub mit Zwischenschritt
• Diagonalschritt
• Halbgrätenschritt
• Grätenschritt

Beim Skating:

• Schlittschuhschritt (ohne Stockeinsatz)
• Skating 2:1 mit aktivem Armschwung (symmetrisch) - zwei Beinabdrücke bei einem Stockeinsatz
• Skating 1:1 - zu jedem Beinabdruck ein Stockeinsatz
• Skating 2:1 (mit Führarm, asymmetrisch, am Berg) - zwei Beinabdrücke bei einem Stockeinsatz

Weiters gibt es beim Skating noch:

• Schlittschuhschritt mit diagonalem Stockeinsatz (Salamanderschritt)
• Siitonenschritt (auch Finnstep oder Halbschlittschuhschritt genannt)

Bei der Abfahrt werden zusätzlich zu den oben genannten Techniken noch gerne verwendet:

• Pflug
• Skier in A-Form
• Pflugbogen
• Bogentreten
• Bogenlaufen
• Schwungformen
• Stoppschwung
• Stockhebelbremse
• Durch Ballendruck werden die Stöcke in den Schnee gekrallt bzw. die Stöcke zwischen den Beinen gehalten und dann zum Körper gezogen.
• Telemark
• Kniender Fahrstil

[bearbeiten] Wettbewerbe

[bearbeiten] Olympia

Bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften gibt es jeweils sechs Wettbewerbe, die man durchzuführen hat. Diese verteilen sich auf Männer und Frauen zu je drei Bewerben.

Diese drei sind Kurzstrecken, Teamsprint und Ausdauerstrecken.

Unter Kurzstrecke versteht man Sprint, der zwischen 1 km und 1,5 km lang sein kann.

Beim Teamsprint wechseln sich jeweils zwei Läufer pro Nation ab, wobei jeder immer drei Runden zu absolvieren hat.

Bei den Ausdauerstrecken muss man wieder auf ein paar Unterschiede acht geben.

Bei Männern gibt es
15 km Ausdauerstrecke, die mit einem Intervallstart beginnen (das heißt, die Läufer starten in einem Abstand von 30 Sekunden)
Doppelverfolgung über 15 km klassisch und 15 km Skating
die Staffel über 4x10 km
und den 50 km Massenstart.

Bei Frauen sind die Distanzen etwas kürzer
10 km Ausdauerstrecke mit einem Intervallstart
insgesamt 15 km Doppelverfolgung
die Staffel über 4x5 km
und abschließend die 30 km Massenstart.

In welchem Stil die 15 km oder 50 km (bei Frauen 10 km und 30 km) zu laufen sind, ist von Großereignis zu Großereignis verschieden.

[bearbeiten] Doppelverfolgung (wurde früher „Jagdrennen“ genannt)

Das ist eine Besonderheit, wo man zuerst eine Distanz (15 km oder 7,5 km) im klassischen Stil läuft, dann werden in der Wechselzone die Skier gewechselt, und die nächste Distanz (wieder 15 km oder 7,5 km) wird im Skating-Stil abgelegt. Gewonnen hat derjenige, der als erster im Ziel ankommt.

Früher war es aber auch ein wenig anders. Es gab damals zwei Rennen an aufeinanderfolgenden Tagen. Am ersten Tag wurde die erste Etappe ganz normal gelaufen. Am zweiten startete der Gewinner vom Vortag, die restlichen folgten ihm in der ursprünglichen Reihenfolge, aber mit einem zeitlichen Abstand zum ersten Läufer. Sieger war dann derjenige, der am zweiten Tag, also nach beiden Etappen, als erster die Zielmarke überschreitet.

[bearbeiten] Ski-Duathlon

2003 hat der Ski-Duathlon die Doppelverfolgung abgelöst. Beide Läufe folgen direkt aufeinander. Die Läufer beginnen im klassischen Stil mit einem Massenstart, nach der Hälfte werden dann die Ausrüstung und die Lauftechnik gewechselt. Diese kann jeder Läufer frei wählen, wird also im freien Stil zurückgelegt.

[bearbeiten] Geschichte

Im 19. Jahrhundert tauchte Skilanglauf als Sport erstmals in Skandinavien auf. Und der erste wichtige Wettkampf fand 1892 am Holmenkollen in Oslo statt.

Obwohl Skilanglauf seit 1924 ein fixer Bestandteil des Olympischen Programms ist, gibt es erst seit 1952 auch Wettbewerbe für Frauen.

Als Weiterentwicklung der frühen Fortbewegungstechnik setzte sich in den 80er Jahren das sogenannte Skating durch. Nachdem heftig diskutiert wurde, ob die Skatingtechnik bei Wettbewerben zulässig sei oder nicht, werden seitdem Wettbewerbe entweder im klassischen Stil, in der parallelen Skiführung (mit Hilfe einer gespurten Loipe), oder im freien Stil (üblicherweise Skating) durchgeführt.

[bearbeiten] Olympische Geschichte

Schon seit Anbeginn der Olympischen Spiele 1924 ist der Skilanglauf dabei. Bei den ersten offiziellen Winterspielen in Chamonix gab es zunächst nur den 50 km-Lauf und den 18 km-Lauf. Aus diesem wurde dann ein 15 km-Lauf und daraus wieder ein 10 km-Lauf in besonderer Form. 30 km werden erst seit Cortina d'Ampezzo und die 4x10 km-Staffel seit Garmisch-Partenkirchen gelaufen.

1952 kam in Oslo dann der Langlauf der Frauen dazu. Zuerst mit nur 10 km. Jetzt laufen sie zusätzlich 5 km seit Innsbruck 1964, 20 bzw. 30 km seit 1984/1992 und die 4 x 5 km-Staffel seit 1956.

Ab Albertville 1992 gab es für beide kombinierte Rennen, die man ab Lillehammer 1994 nochmals verändert hat. Zusätzlich zum 10 km-Lauf der Männer und 5 km-Lauf der Frauen kommt bei beiden noch ein 10 km-Lauf.

2002 gab es in Salt Lake City ein paar mehr Änderungen. Als erstes wurde beim Freistil für beide der Sprint hinzugefügt. Bei 30 km klassisch bei den Männern und 15 km klassisch der Frauen gab es zusätzlich noch den Intervallstart. Doch es wurde nicht nur etwas beigefügt. Es wurde auch reduziert, nämlich das Jagdrennen der Männer wurde auf 10 km verkürzt, das der Frauen auf 5 km. Zusätzlich zu den bereits bestehenden Disziplinen kam noch der 15 km klassisch für Männer und 10 km klassisch für Frauen dazu.

 
 
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