Pferdesport

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Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Geschichte

Seit es der Menschheit gelang, Wildpferde zu zähmen, waren diese ein ständiger Begleiter des Menschen, entweder als Nutztier oder als sportlicher Partner bei Wettkämpfen.
Zum ersten olympischen, gerittenen Rennen kam es 648 v.Chr., das erste Rennen mit Quadriga-Gespannen wurde bereits 680 v.Chr. ausgetragen.
Gezüchtet und gefördert wurden Trabrennpferde jedoch erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Russland, kurze Zeit später schickten auch Züchter aus Amerika ihre Traber ins Rennen. Solche Pferde werden ausschließlich auf Rennleistung gezüchtet.

Der Galopprennsport hat sich in Newmarkt/England zu Beginn des 14. Jahrhunderts entwickelt. Als offizielle Geburtsstunde dieser Sportart wird aber 1793 angegeben, da in diesem Jahr das erste Gestütsbuch in England herausgegeben wurde. In diesem Buch stehen die Stammbäume aller Vollblüter - dreißig Generationen zurückgehend. Auf der Simmeringer Haide in Wien wurde 1826 das erste Galopprennen von Bedeutung ausgetragen. Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts hatte dieser Rennsport in Österreich seinen Blütezeit und es war eine Lieblingsfreizeitbeschäftigung der Wiener, auf dem Rennplatz die Pferde und ihre Reiter anzufeuern.

[bearbeiten] Reitsport

[bearbeiten] Pferderennen

Heutzutage werden Pferde nurmehr in den seltensten Fällen als Arbeitstiere eingesetzt, sie werden hauptsächlich für verschiedene Arten von Pferderennen und Pferdesportarten eingesetzt.

[bearbeiten] Flachrennen


Das Flachrennen basiert rein auf Schnelligkeit ohne Hindernisse. Die Rennen werden meist auf speziellen Pferderennbahnen ausgetragen. Ein berühmtes Pferderennen, das nicht in einer speziellen Rennbahn abgehalten wird, ist das Palio von Siena. Natürlich gibt es verschiedene Arten von Flachrennen:

  • Galopprennen

Jeder Reiter kann seine Gangart grundsätzlich frei wählen, da aber Galopp die schnellste ist, wird sie letztendlich von jedem gewählt. Das einzige Ziel ist hier, auf seinem Pferd so schnell als möglich ins Ziel zu gelangen, ohne dabei gegen die Regeln zu verstoßen und andere zu behindern.

  • Trabrennen

Hier ist nur eine einzige Gangart erlaubt; Trab, wie aus dem Namen der Disziplin eindeutig hervorgeht.
Beim Trabrennsport sind Pferdewetten zugelassen und dadurch, dass hohe Preisgelder vergeben werden, kommt es hier mitunter auch zu negativen Begleiterscheinungen wie Dopingfällen oder Bestechung.

  • Passrennen

Beim Rennpassreiten setzt das Pferd die Beine nicht diagonal auf, sondern parallel, also zum Beispiel linkes Vorder- und Hinterbein gleichezeitig. Da diese Gangart aber für die Pferde sehr anstrengend ist, werden sie so nicht zu oft und nur auf kurzen Strecken geritten.
Die schnellsten Isländer - eine Pferderasse die vor Allem für diese komfortable Gangart berühmt ist - können in dieser Gangart eine Geschwindigkeit von bis zu 45 km/h erreichen.

[bearbeiten] Hindernisrennen

Im Gegensatz zum Flachrennen, geht es beim Hindernisrennen nicht nur darum eine bestimmte Strecke so schnell wie möglich zu laufen, sondern auch um Geschicklichkeit und Teamarbeit von Reiter und Pferd, denn bei Hindernisrennen müssen Pferd und Reiter - wie der Name schon sagt - einen Hindernispacours hinter sich bringen. Es gibt natürlich unterschiedliche Dsiziplinen, hier wird unterschieden in:

  • Jagdrennen

Bei Jagdrennen wird eine Strecke von 3000 bis 7200 m zurückgelegt, wobei auch feste Hindernisse zu überwinden sind. Tierschützer reagieren auf diese Rennen mit regelmäßigen Protesten, da die festen Hindernisse nicht nachgeben, wenn das Pferd aus Versehen dagegen stößt, und daher ein großes Verletzungsrisiko für Pferd und Reiter besteht. Innerhalb von sechs Jahren (1997-2003) starben bei solchen Rennen 30 Pferde und trotz verbesserter Konditionen mussten 2003 noch einmal drei Pferde aufgrund schwerwiegender Verletzungen eingeschläfert werden. Besonders das englische Grand National oder das Velká Pardubická haben dadurch einen schlechten Ruf bekommen.
Das Synonym für Jagdrennen ist das englische Wort Steeplechase, was so viel bedeutet wie Kirchturmrennen. Dieser Ausdruck stammt von den Ursprüngen dieses Sports, da man früher ohne ausgewählte Strecke von einem Kirchturm zum nächsten geritten ist und dabei verschieden Hindernisse überspringen musste.
Das erste aufgezeichnete Steeplechase wurde 1752 im irischen County Cork für eine Strecke zwischen der St. John's Church in Buttevant und der St. Mary's Church in Doneraile organisiert, wobei nur zwei Reiter gegeneinander antraten, nämlich Cornelius O'Callaghan und Edmund Blake.

  • Cross Country

Cross Country ist eine von vier Teildisziplinen im Vielseitigkeitsreiten. Pferd und Reiter haben hierbei eine teilweise künstlich angelegte Strecke innerhalb einer bestimmte Zeit überwinden, wobei ihnen naturnahe Hindernisse diese Aufgabe erschweren.

  • Hürdenrennen

Hürdenrennen sind Jagdrennen nicht unähnlich, der Unterschied besteht einzig darin, dass die Hindernisse beweglich sind und so das Risiko einer Verletzung stark minimiert ist. Außerdem sind Hürdenrennen nur halb so lang wie Steeplechaserennen.


[bearbeiten] Olympische Sparten

[bearbeiten] Springreiten

Das Springen ist, verglichen mit anderen Sportarten eine eher junge Sportart, ihr Ursprung liegt im Jagdreiten, wo über natürliche Hindernisse gesprungen wurde. Ein zukünftiger Springreiter benötigt neben einer soliden Grundausbildung auch Mut, Geschick, Balance, Rhythmusgefühl und ein gutes Reaktionsvermögen, um das Pferd korrekt über das Hindernis zu reiten und den Parcours erfolgreich zu meistern. Aber man erwartet auch vom Pferd diese Voraussetzungen, um ein gutes Zusammenspiel von beiden zu erreichen.
Das Schwierige daran ist aber, das Pferd genau an der richtigen Stelle zum Absprung zu bewegen, um eine optimales Ergebnis zu erreichen. Es darf also nicht zu kurz und nicht zu weit vorher abspringen, da dies zu Abwürfen sowie, unter Umständen, zu Verletzungen von Pferd und/oder Reiter führen kann. Als Richtlinie für den Abstand hat man festgelegt, dass der Abstand für den Absprung so groß ist, wie das Hindernis hoch.

Bei Turnieren werden die Höhen der Hindernisse in nachstehende Kategorien eingeteilt:

Kategorie A
• S***: sehr schwer; Das schwerste Springen überhaupt, da die Höhe zwischen 1,45 und 1,60 m liegt.
• S**: mittelschwer; Die Höhe liegt bei 1,40 und 1,55 m.
• S oder S*: schwer; Die Hindernisse sind zwischen 1,35 und 1,45 m hoch.
• M/A: mittel; Die Höhe der Hindernisse beträgt 1,30-1,45 m.
Kategorie B
• M/B: mittel; Die Hürden sind 1,20-1,35 m hoch.
• L: leicht; Man springt über Barrieren von 1,10-1,25 m.
• A: Anfänger; Diese haben 0,90-1,10 m zu bewältigen.
Kategorie C
• E: Einsteiger; Einsteiger springen nur über 0,80-1,00 m hohe Hindernisse.


Auch bei den Hindernissen gibt es eine gewisse Unterteilung:

• Der einfache „Steilsprung“: Die Pferde springen nur über eine einzige Stange, unter die teilweise Gatter oder ähnliches gestellt oder gehängt werden.
• Der Oxer: Ist ein Hindernis dass dem Pferd einen sogenannten Hochweitsprung abverlangt, seine Breite wird bei der Leistungsprüfungsordnung (LPO) genau festgelegt und kann bis zu zwei Meter betragen.
• Die Trippelbarre: Die Trippelbarre besteht aus einem Oxer, hinter den eine dritte Stange aufgebaut wird. Diese Sprünge sind der natürlichen Sprungtechnik des Pferdes am nächsten.
• Der Bock: Der Bock ist ebenfalls eine Hürde.
• Der Wassergraben: Er ist zwar flach, jedoch hat er eine Breite von vier Metern.

Das Springreiten hat vor allem beim Publikum einen besonders hohen Stellenwert, kaum eine andere Reitdisziplin zieht die Zuschauer so in ihren Bann wie das Springen.

[bearbeiten] Vielseitigkeitsreiten

Diese „Königsdisziplin der Reiterei“ ist geprägt von gegenseitigem Vertrauen und höchstem Leistungswillen. Diese werden gebraucht, da Reiter und Pferd ähnlich wie beim Zehnkampf ihre Leistungen in den vier Disziplinen - Dressur, Rennbahn, Gelände und Springen - unter Beweis stellen müssen. Neben Mut, Disziplin, Vertrauen, Gefühl und Gehorsam (des Pferdes), muss auch die physische Verfassung des Pferdes untersucht werden, um eine etwaige Überlastung auszuschließen.
Diese Disziplin, früher auch „Military“ genannt, hat sich eigentlich aus den Anforderungen an Soldatenpferde entwickelt. Deren Aufgabe war es nämlich, den Reiter schnell und sicher trotz auftauchender Hürden zum Ziel zu bringen. Tierschützer kritisieren vehement diese Disziplin, da es schon zahlreiche schwere Unfälle und auch Todesfälle von Pferden und Reitern gegeben hat. Durch die verbesserten Vorsichtsmaßnahmen sind die tödlichen Unglücksfälle heute nur noch eine Seltenheiten.

[bearbeiten] Dressurreiten

Dressurreiten wird im Grunde schon auf der Weide vorsichtig begonnen. Die angeborenen Abläufe der Bewegungen erkennt man schon beim Fohlen. Es ist eigentlich ein Erlernen der Lektionen, die Laien bei Pferden als angeboren glauben. Ein Pferd muss aber erst lernen, auf die Hilfen des Reiters, wie Schenkeldruck, Gewichtsverlagerung und Zügel richtig zu reagieren und außerdem muss es sich langsam daran gewöhnen, das Gewicht eines Reiters zu tragen und trotzdem in allen drei Grundgangarten geradegerichtet zu gehen. Bei Dressurprüfungen überprüfen Richter das Gelernte und auch die Harmonie zwischen Pferd und Reiter in den verschiedenen Lektionen wird von ihnen bewertet.
Die Dressur ist deshalb wichtig, weil es die Basis für alle anderen Reitdisziplinen bildet. Dressurreiten zählt auch zu den olympischen Disziplinen. Ausgetragen werden sie in den Klassen Grand Prix, Grand Prix Special und Grand Prix Kür, wobei die Kür mit musikalischer Untermalung der Publikumsmagnet schlechthin ist und daher in allen Klassen immer mehr an Bedeutung gewinnt.


[bearbeiten] FEI Sparten

[bearbeiten] Distanzreiten

Diese Disziplin ist die pferdefreundlichste von allen, da es hauptsächlich darum geht, mit einem körperlich gesunden Pferd eine lange Strecke innerhalb eines Tages in Mindestgeschwindigkeit zurückzulegen. Nur bei den Anfängern und in der Bronze-Kategorie wird eine Höchstgeschwindigkeit vorgeschrieben. Das Pferd steht dabei unter ständiger tierärztlicher Beobachtung, und falls es nicht bei allen Stationen eine Pulsfrequenz unter 64 Schlägen pro Minute hat, wird es zu seinem Besten disqualifiziert, um Schäden durch die zu große Belastung zu vermeiden. Das Mindestalter von Pferden, die man zur Bestreitung dieser Disziplin auswählt, liegt bei fünf Jahren. In der Goldkategorie „endurance riders“ müssen die Pferde sogar mindestens sieben Jahre alt sein. Die Pferde haben in diesem Alter mehr Ausdauer als jüngere, was für den „golden horshoe“ in Exmoore nötig ist, da diese äußerst lange Strecke in zwei Tagen geritten werden muss. Führende Nationen in dieser Disziplin sind die USA, dicht gefolgt von Großbritannien. In Deutschland hat man diese Sparte als Wettkampfsport aber erst gegen Ende der 60er Jahre entdeckt. Obwohl sie erst so spät als Disziplin anerkannt wurde, hat der „Verein deutscher Distanzreiter und –fahrer e.V.“ eine Mitgliederzahl von rund 1500 Reitern zu verzeichnen. Beim Distanzreiten gibt es ebenso wie bei anderen Wettkämpfen eine Unterteilung in Sparten, angefangen von einer relativ kurzen Strecke bis hin zur längsten und schwierigsten mit einer Länge von 160,9 km.

[bearbeiten] Voltigieren

Das Voltigieren ist kein Reiten im eigentlichen Sinne. Es bedeutet, mit dem Pferd vertraut werden, verlangt Körperbeherrschung, Mut und Harmonie all dies lässt Reiter und Pferd zusammenwachsen. Man lernt vor allem den Umgang mit dem Pferd, was auch das regelmäßige Putzen und Versorgen des Pferdes einschließt. Vor Allem bei Kindern fördert Voltigieren die Motorik, außerdem lernen Reitanfänger beim Voltigieren den Umgang mit dem Pferd kennen. Beim Voltigieren werden Turn- und Gymnastikübungen auf dem laufenden (Schritt, Trab, Galopp) Pferd durchgeführt. Halt findet man nur an zwei Handgriffen am Voltigiergurt, aber hauptsächlich muss man die Balance selbst finden.

[bearbeiten] Fahren

Im weitesten Sinne versteht man darunter das Fahren mit Kutschen und Wagen als sportliche Disziplin. Die abgehaltenen Turniere setzen sich aus Prüfungen in den Schwerpunkten Dressur, Marathon und Kegelfahren zusammen. Sie werden zunächst einzeln bewertet, und Sieger ist am Ende das Gespann, das in allen drei Teilen die besten Ergebnisse vorweisen kann.
Im Allgemeinen wird bei solchen Turnieren ein-, zwei-, oder vierspännig gefahren.

Beim Dressurfahren wird die Absolvierung einer vorgeschriebenen Aufgabe auf dem Fahrviereck verlangt. Diese Aufgaben sind häufig Hufschlagfiguren und Tempowechsel. In die Bewertung fließen auch noch stilechte Kleidung, traditionell gebaute Kutschen und das dazu passende Pferd ein.

Der Marathon besteht aus 3-5 getrennten Teilstrecken, die insgesamt 15-18 km lang sind. Die einzelnen Strecken sind in bestimmten Gangarten und Zeiten durchzuführen, im letzten Abschnitt tauchen fünf bis acht Hindernisse auf, die es möglichst schnell zu durchfahren gilt. Meistens werden auch Wasserdurchfahrten eingebaut. Der Beifahrer (Groom) ruft dem Fahrer die Richtung durch die Hindernisse zu und stabilisiert den Marathonwagen durch Gewichtsverlagerung.

Das Kegelfahren wird offiziell Hindernisfahren genannt. Auf dem Parcours können bis zu 20 Kegelpaare aufgestellt werden, die nur 20-50 cm breiter sind als die Wagenspur. Die Aufgabe besteht nun darin, diese Paare möglichst schnell zu durchfahren, ohne einen Kegel um- oder einen darauf liegenden Ball abzuwerfen. Diese Kegeltore sind zur Orientierung durchnummeriert, die rechten mit roten Zahlen, die linken mit weißen. Wird eines dieser Tore ausgelassen oder an der falschen Seite passiert, ist eine Disqualifizierung die Folge.

[bearbeiten] Westernreiten

Westernreiten hat sich aus der Arbeitsweise der amerikanischen Cowboys entwickelt. Es hat große Beliebtheit bei den Freizeitreitern, erntet aber auch großen Zuspruch als Turniersport.
Was bei den Turnieren leicht aussieht, muss mit viel Übung und Einfühlungsvermögen erarbeitet werden.
Die Rancharbeiten, bei denen die Rassen Quarter Horses, Paints und Appaloosas auch heute noch eingesetzt werden, bilden die Basis für die zahlreichen Disziplinen beim Westernreiten.

Um nur einige wichtige Disziplinen zu nennen:

  • Reining


Bei der Westerndressur wird im Galopp geritten, mit eingefügtem Tempowechsel, Drehungen (Spins), Rückwärtsrichten (Back up) und Stopps (Sliding Stop), bei denen die Pferde oft weit dahingleiten. Das Pferd wird für diese Disziplin mit speziellen Hufeisen beschlagen, sogenannte Sliding-Eisen; auch der Boden muss besonders präpariert sein.
Die Manöver sind nach den Regeln auswendig zu reiten, wenn möglich am losen Zügel.

  • Western Riding


Diese Disziplin ist wohl die Schwierigste von allen. Es werden punktgenaue, fliegende, exakt durchgesprungene Galoppwechsel verlangt die wie selbstverständlich und ohne Mühe absolviert werden müssen. Eine am Boden liegende Stange sollte auch ohne Gangfehler überwunden werden. Abschließend wird noch ein Stopp oder gerades Rückwärtsrichten gefordert.

  • Pleasure


Diese Gangartenprüfung soll, wie der Name schon sagt, ein Vergnügen sein. Auf Kommando des Richters wird das Pferd in allen Grundgangarten geprüft, die Hilfen der Reiter sollen möglichst fein ausfallen. Das verlangt von beiden, Reiter und Pferd, ein hohes Maß an Konzentration und je unauffälliger die Ausführung auf die Zuschauer wirkt, umso besser.
Beurteilt wird die Reinheit der Gänge, der Übergang in die verschiedenen Galopparten sollte so weich wie möglich sein, und auch die Haltung des Pferdes und der Gesamteindruck von Reiter und Pferd fließt in die Bewertung mit ein.

  • Trail


Beim Trail geht es hauptsächlich um Geschicklichkeit und Gehorsam des Pferdes. Die Pferde müssen in dieser Disziplin alle möglichen Situationen bewältigen, die im Gelände auf Reiter und Pferd zukommen können. Das verlangt exakte und kontrolliert ausgeführte Bewegungen (in alle Richtungen) des Pferdes und auch Gelassenheit und Vertrauen zum Reiter müssen sichtbar sein.
Bei der Ausführung der gestellten Aufgaben steht das selbstständige Handeln des Pferdes im Vordergrund.
Beispiele für solche Lektionen sind das Überqueren von Holzbrücken und das Passieren von Weidetoren ohne Absitzen des Reiters.

  • Horsemanship


In diesem Wettbewerb werden ausschließlich die Leistungen des Reiters beurteilt. Es gibt zwar keine imposanten Manöver, jedoch anspruchsvolle Aufgaben, die Reiter und Pferd gemeinsam zu meistern haben. Durch die exakt ausgeführte verlangte Aufgabe wird auch vom Pferd ein hohes Maß an Kontrolle erwartet.
Die Prüfung dieser Disziplin setzt sich aus zwei Teilen zusammen, wobei der erste zu 80 % in die Bewertung einfließt. Hier hat der Reiter auswendig eine Reihe von kurzen, aber genau auszuführende Lektionen zu bewältigen. Die Railwork ist der zweite Teil und entspricht einer Pleasure-Prüfung, wobei hier aber weiterhin nur der Reiter beurteilt wird.

  • Cutting


Cutting, also das Arbeiten mit Rindern, ist der am Preisgeld gemessen dritthöchst-dotierte Sport nach Tennis und Golf. Für den Ausübenden ist diese Klasse ebenfalls teuer, da er neben einem entsprechenden Pferd auch noch eine mechanische Kuh (Cutting-Maschine) oder sogar eine ganze Rinderherde fürs Training benötigt.
Seine Aufgabe besteht nun darin, ein Rind von der Herde abzukoppeln und es am Zurücklaufen zu hindern. Das ist dann allerdings Aufgabe des Pferdes, das selbstständig wissen muss, wie es zu arbeiten und sich zu bewegen hat. Darauf darf der Reiter keinen Einfluss mehr nehmen.

Weiters gibt es noch Freestyle Reining, Showmanship at Halter, Halter, Working Cowhorse, Team Penning, Team Sorting, Hunter under Saddle, Barrel Race, Pole Bending und Pleasure Driving.

[bearbeiten] Jagdreiten

Jagdreiten ist, anders als die Fuchsjagd, ein reiner Pferdesport. Anstatt Wild zu jagen, folgen die Hunde (Meute) einer künstlich angelegten Fährte. Geritten wird auf freiem Gelände mit natürlichen Hindernissen. Angeführt werden die einzelnen Jagdfelder von Pikeuren, die Gesamtheit der Reiter vom Master und der Equipage.

[bearbeiten] Orientierungsreiten

Orientierungsreiten ist Wanderreiten in Wettkampfform und gliedert sich in drei Kategorien:

  • Orientierungsritt

Der Orientierungsritt ist der Kern dieses Wettkampfs. Dieser beginnt mit einer Übertragung der 50 km langen Wegstrecke in die eigene Karte innerhalb von 20 Minuten. Das geschieht in einem eigenen „Kartenraum“, während die Pferde in der Nähe angebunden warten sollen. Die Strecke wird in vier Abschnitte gegliedert, wobei jeder in einem festgelegten Tempo bestritten werden muss. Die Herausforderung besteht nicht nur darin sich in fremdem Gelände zu orientieren, man sollte auch in jeder Situation fähig sein, die genaue Durchschnittsgeschwindigkeit einzuhalten. Das verlangt neben Erfahrung und Training auch Tempogefühl und Konzentration.
Bei den verschiedenen Stationen auf der Strecke wird zusätzlich auch das Können und Wissen der Reiter geprüft, zum Beispiel müssen sie vom Pferd sitzend werfen, oder einen Wassereimer ohne etwas zu verschütten von A nach B tragen.

  • Rittigkeitsprüfung

Am nächsten Tag steht die Rittigkeitsprüfung auf dem Plan. Die Pferde werden hier in eine 2 m breite Gasse geführt und werden beim Reiten im Galopp (so langsam wie möglich) und im Schritt (so schnell als möglich) vorgeführt.

  • Geländeritt

Der Geländeritt stellt den letzten Teil dieser Prüfung dar. Es werden den Reitern natürliche Hindernisse in den Weg gelegt, wie sie auch in der Natur vorkommen können, beispielsweise das Durchqueren eines Baches oder das Springen über einen Baumstamm oder eine Hecke. Im Vordergrund steht hier immer die problemlose und fließende Lösung der Aufgaben.

[bearbeiten] Reitspiele

[bearbeiten] Horseball

Horseball kann als eine Art Handball und Basketball zu Pferd gesehen werden. Daran beteiligt sind zwei Mannschaften mit je sechs Spielern, von denen sich immer vier auf dem 60-75 m langen und 20-30 m breiten Spielfeld befinden. Ein Spiel setzt sich aus zwei Halbzeiten zu je zehn Minuten zusammen, unterbrochen von einer drei-minütigen Pause.

Das Ziel besteht darin, einen fußballgroßen Ball durch einen in vier Metern Höhe senkrecht aufgehängten Ring mit 1 m Durchmesser zu befördern. Der Ball muss, bevor ein Korbwurf gestartet wird, mindestens in den Händen von drei Spielern gewesen sein, ohne dass er dazwischen im Besitz der Gegner war.

Die für diesen Sport verwendeten Pferde sollten mindestens vier Jahre alt sein und eine Größe von 1,55 bis 1,65 m haben, da ein auf den Boden gefallener Ball vom Pferd aus wieder aufgenommen werden muss. Größere Pferde sind zwar erlaubt, verlangen aber vom Reiter bei der Ballaufnahme eine akrobatische Höchstleistung.
Ein Feldschiedsrichter und ein Stuhlschiedsrichter überwachen das ganze Spiel. Der Feldschiedsrichter, ebenfalls beritten, trifft alle Entscheidungen, der Stuhlschiedsrichter hat nur die Aufgabe, mittels einer Flagge oder eines Funkgerätes den anderen über Regelverstöße zu informieren.
Weiters muss bei jedem Turnier ein Tierarzt anwesend sein, um im Fall der Fälle ein Tier schnellstmöglich behandeln zu können.

[bearbeiten] Mounted Games

Mounted Games sind als Mannschaftssport in Indien entstanden, um die Reitersoldaten in den Zwischenkriegszeiten weiterhin körperlich fit zu halten.
Bei diesem Sport werden das Reittalent UND das athletische Können gleichermaßen gefordert. Bei den Mounted Games sind - außer in Deutschland - nur Ponys zugelassen.
Pro Spiel kommen nur vier von fünf Reitern eines Teams zum Einsatz, die sich wie beim Staffellauf an der Wechsellinie ablösen. Das Aussetzen eines Spielers ermöglicht dem Trainer ein taktisch kluges Einsetzen der Teammitglieder. Es wird immer der Reiter aus dem Rennen genommen, dem das jeweilige Spiel nicht besonders liegt.
Die Reiter haben nämlich zwischen Start- und Wechsellinie bestimmte Aufgaben zu erledigen, und durch einen schlechten Spieler werden die Siegeschancen geschmälert.
Die Teams spielen immer direkt gegeneinander, wodurch das Spiel bis zum Ende spannend bleibt. Werden nämlich Fehler gemacht, muss der Reiter diese zunächst berichtigen, bis er das Rennen fortsetzen darf.
Auf welcher Position ein Team am Ende landet, hängt vom letzten Reiter ab. Erst wenn er die Ziellinie überquert hat, gilt das Rennen der Mannschaft als beendet.

[bearbeiten] Polo

Polo hat seine Wurzeln in Persien. Es gewann mit der Zeit immer mehr an Popularität und ist in Persien sogar zum Nationalsport aufgestiegen. Englische Kavallerie-Offiziere haben Polo im 19. Jhdt. dann in Großbritannien eingeführt.

Polo hat eine große Ähnlichkeit mit Hockey. Es wird versucht, auf einem Pferd reitend einen Ball mit einer Art Hockeyschläger, dem Stick, ins gegnerische Tor zu befördern. Ist das einer Mannschaft, bestehend aus vier Spielern, gelungen, werden jedesmal die Seiten gewechselt. Für die Überwachung der Spielvorgänge, werden gleich zwei Schiedsrichter, ebenfalls zu Pferde, eingesetzt.

[bearbeiten] Polocrosse

Polocross ist eine Verschmelzung von Polo und Lacrosse. Es wird gleich wie beim Polo auf dem Pferd sitzend gespielt, jedoch verwendet man an Stelle des Sticks einen Netzschläger.

[bearbeiten] Ringreiten

Beim Ringreiten versuchen die Reiter, einen kleinen Ring mit einer Lanze aufzuspießen, während sie im Galopp unter dem als Galgen bezeichneten Gestell, an dem der Ring befestigt ist, durchreiten.
Der Ring hat einen Durchmesser von 11mm bis zu 32 mm und ist mit Hilfe eines Magneten an einem Band angebracht. Die Lanze ist zwischen 50 und 160 cm lang.

Ringreiten ist hauptsächlich ein Sport der im norddeutschen Räum sowie im südlichen Dänemark ausgeübt wird. Noch bis vor einigen Jahrzenten wurden Frauen nicht zum Ringreiten zugelassen. Deswegen erfriff eine Gruppe Frauen und Mädchen 1920 die Initiative und führte das Ringstechen für Frauen in einigen nordfriesischen Orten ein. Diese Tradition besteht bis heute.

[bearbeiten] Rolandreiten

Das Rolandreiten ist ähnlich wie das Ringreiten, nur muss anstatt eines Ringes eine menschenähnliche Holzfigur (der norddeutsche Ausdruck dafür ist Roland) oder nur sein Schild getroffen werden. Nach einem Treffer dreht sich die Figur logischerweise und die eigentliche Herausforderung besteht dann darin, nicht von dem am Arm der Figur befestigten Aschesack berührt zu werden. Dieser Sport wird allerdings fast nirgens mehr betrieben.


[bearbeiten] Handarbeit/Bodenarbeit

Bodenarbeiten ist der Überbegriff für Handarbeit, aber auch Longenarbeit, Zirkuslektionen, Freiarbeit und reines Dominanztraining fallen unter diesen Begriff.

  • Handarbeit

ist eine Technik der klassischen Reitkunst, bei der das Pferd von einem Pferdeführer geführt wird, welcher hinter oder schräg hinter ihm mitläuft. Für das Führen kann ein langer Zügel oder auch eine Doppellonge verwendet werden.
Der Pferdeführer stellt sich seitlich neben das Pferd, wenn er die Arbeit am langen Zügel auswählt.
Der Vorteil von dieser Arbeit ist, dass das Pferd ohne das Reitergewicht die Bewegungsabläufe festigen kann und erst danach werden die Lektionen mit Reiter eingeübt.
Auf diese Art kann man dem Pferd so gut wie alle Lektionen bis einschließlich der Hohen Schule beibringen.

  • Bodenarbeit

setzt sich aus Körpersprache, Stimme und Peitsche zusammen und wird auch Freiheitsdressur genannt. Der Experte dieser Dressur war Fredy Knie sen. vom Zirkus Knie.

  • Freiarbeit

Bei der Freiarbeit werden nur Körper und Stimme eingesetzt. Diese Methode verwenden vor allem die sogenannten Pferdeflüsterer.

Westernreiter und Freizeitreiter nutzen ebenfalls die Bodenarbeit, vor allem, um Geschicklichkeit und Gehorsam des Pferdes zu trainieren, aber auch, um das Pferd zunächst ohne Reitergewicht auf die Übungen zu gewöhnen. Um diese Methode effektiver zu gestalten, wird dem Pferd anstatt eines Stallhalfters ein Knotenhalfter angelegt, um leichter mit dem Pferd nonverbal kommunizieren zu können.

[bearbeiten] Bekannte Rennpferde

  • Eclipse


Eclipse aus England ist wohl das bekannteste Rennpferd in der Geschichte des Reitsports. In Besitz von Lord Cumberland hat es angeblich kein einziges Rennen verloren. Heute gibt es ein nach ihm benanntes, namhaftes Gruppe-I-Rennen, die Eclipse-Stakes.

  • Man O’War


Diese amerikanische Vollblutlegende ist zu Beginn der 20er Jahre auf seinem Höhepunkt gewesen. „The Big Red“ hat nur ein Rennen von 21 verloren und dabei fünf Weltrekorde aufgestellt. An seinem Tod im Alter von 30 Jahren hat die ganze Nation Anteil genommen und ihm zu Ehren wurde auf seinem Grab im Kentucky Horse Park eine lebensechte Statue von ihm platziert.

  • Seabiscuit


Der Vollbluthengst hatte keinen vielversprechenden Start seiner Rennkarriere. Durch seine sensationellen Rennverläufe wurde er allerdings zum erfolgreichsten Rennpferd seiner Zeit. Von manchen hört man hin und wieder auch, dass Seabiscuit zu seiner Glanzzeit 1938 Persönlichkeiten wie Adolf Hitler und Franklin Delano Roosevelt in den Schatten stellte und mehr Aufmerksamkeit in den US-amerikanischen Zeitungen bekommen hat als diese.

  • Citation


Citation war ebenfalls US-amerikanischer Herkunft. Er war das erste Rennpferd, das 1951 über 1 Million $ Preisgeld gewann und sich dann im Alter von sechs Jahren aus dem Rennsport zurückzog. Er erreichte hinter Man O’War und Secretariat den dritten Platz in der Liste der wichtigsten US-amerikanischen Rennpferde, dem Blood Horse Magazine. Seine Leistung ist aber aufgrund seiner Statur (er war eher klein und sehnig) höher zu bewerten als die seiner beiden, großen Konkurrenten, die sehr groß waren und deshalb auch „Big Red“ genannt wurden.


[bearbeiten] Bekannte Reitsportler

  • Hugo Simon


Hugo Simon ist ein gebürtiger Tscheche, ist aber nach dem Zweiten Weltkrieg mit seinen Eltern nach Deutschland emigriert. Aufgrund des Berufes seines Vaters (Pferdehändler) kam er bereits mit acht Jahren in den Genuss des Reitens und arbeitete hart mit bekannten Trainern in deutschen Springreitlagern, um das erforderliche Niveau für die Teilnahme an den olympischen Sommerspielen in München zu erreichen. Für Deutschland wurde er nur als Ersatzmann gewählt, was der Grund war, warum er die österreichische Staatsbürgerschaft annahm. So durfte er dann doch noch teilnehmen, und zwar für Österreich.
1980 dachte er schon daran aus dem Pferdesport auszusteigen, er konnte seinem Lieblingssport allerdings nicht lange den Rücken kehren und mit seinem Hannoveraner-Fuchswallach E.T. erlangte er seine größten Erfolge.
Hugo Simon ist auch deshalb einer der größten österreichischen Springreiter, weil er konstant mehr als dreißig Jahre durchgehend an der Weltspitze vertreten war.

  • Victoria Max-Theurer


Bereits im Alter von zwei Jahren saß diese berühmte Dressurreiterin erstmals im Sattel. Ihr Vater und Trainer Hans Max-Theurer hat sie dorthin gebracht, wo sie heute ist, nämlich auf der Überholspur des Dressurreitens.
Mit acht Jahren nahm sie an den ersten Turnieren teil, drei Jahre später holte sie sich ihren ersten Landesmeistertitel, mit zwölf den österreichischen Meistertitel. Mit 13 konnte sie bereits zwei EM-Bronzemedaillen verzeichnen. Insgesamt gewann sie sechsmal Bronze und zweimal Silber und kann sich außerdem vierfache österreichische Staatsmeisterin im Dressurreiten nennen. Victoria ist auch schon in die Fußstapfen ihrer Mutter Elisabeht Max-Theurer getreten und hat an den Olympischen Spielen in der Disziplin Dressurreiten teilgenommen, jedoch nicht so erfolgreich wie ihre olympiasiegende Mutter. Aufgrund von Victorias Leistungen, vor allem mit ihrem Pferd Falco, gilt sie als großes Talent und sie ist Österreichs Hoffnung für weitere erfolgreiche Teilnahmen an Turnieren, vielleicht auch mit den hoffnungsvollen Nachwuchspferden Agrigento und Augustin.

  • Zara Phillips


Zara Phillips steht nicht nur an elfter Stelle der britischen Thronfolge, sie ist auch eine überaus erfolgreiche Reiterin. Man erkennt ihre Liebe zu diesen Tieren auch an ihrem Beruf als Physiotherapeutin für Pferde.
2004 beabsichtigte Phillips, an den Olympischen Spielen in Athen teilzunehmen, was ihr aber aufgrund einer Beinverletzung ihres Pferdes nicht möglich war. Ebenso wie ihre Mutter Prinzessin Anne gewann auch sie als Vielseitigkeitsreiterin den Europameistertitel im Einzel und zusätzlich auch noch mit der britischen Mannschaft.
2006 hat sie die Goldmedaille für die Vielseitigkeit Einzel gewonnen und mit ihrem Kader erreichte sie Silber. Anschließend wurde sie dafür zur Sportlerin des Jahres gewählt und infolge ihrer Verdienste um den Pferdesport zum „Member of the Order of the British Empire“ ernannt.

  • Toni Haßmann


Toni Haßmann errang auf Collin in drei aufeinander folgenden Jahren den Sieg im anspruchsvollsten Turnierreiten der Welt, dem Deutschen Springderby in Hamburg-Klein Flottbek. Neben ihm gelang es nur einem weiteren Springreiter, dem Brasilianer Nelson Pessoa, drei Siege in Folge zu erreichen.


[bearbeiten] Weitere erwähnenswerte Turnierreiter und ihre Pferde:


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[bearbeiten] Nützliche externe Links

 
 
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