Pokerboom
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Der enorme Pokerboom der letzten Jahren dürfte wohl an niemandem unbemerkt vorbeigezogen sein.
Während Poker noch vor ein paar Jahren in Europa hauptsächlich mit Zigarre qualmenden älteren Herren und dubiosen Gestalten in amerikanischen Filmen und TV-Serien assoziiert wurde, so zeigen neuere Studien, dass ein beachtlicher Teil der männlichen Bevölkerung zwischen 15 und 30 Jahren zumindest hin und wieder selbst Poker spielt, und auch bei Frauen stößt das Spiel aufgrund berühmter Vorreiterinnen wie Kathy Liebert und Annie Duke auf stetig steigendes Interesse.
Insider der Szene sind sich darin einig, dass die explosionsartige Ausbreitung des Pokerns zu einem regelrechten Massenphänomen in direktem Zusammenhang mit dem überraschenden Sieg von Chris Moneymaker bei der World Series of Poker 2003 steht. Als sich im Jahr 2003 ein bis dahin völlig unbekannter Buchhalter aus Atlanta von ganz unten bis in die Endrunde dieses wohl prestigeträchtigsten Turniers der professionellen Pokerwelt hinauf spielte und dann auch noch den ersten Platz (mit einem Preisgeld in der Höhe von $ 2,5 Millionen) errang, hatte die internationale Pokerszene über Nacht ihren ersten Superstar gefunden.
Tausende und bald Millionen versuchten, Moneymakers unglaubliche Aufstiegsgeschichte zu imitieren und ebenfalls durch Pokern zu Reichtum und Berühmtheit zu gelangen. Das Internet mit seinen stetig sich vermehrenden Online Pokerräumen erwies sich dabei als perfekter Nährboden für ein ausgesprochenes Poker-Fieber. Moneymaker, der nun exklusiv für PokerStars.com spielt, hatte sich ja ebenfalls über sogenannte Satelliten-Turniere in einem Online-Pokerraum für die WSOP qualifiziert.
Schon nach kurzer Zeit hatte Poker in der öffentlichen Meinung seinen ehemals etwas halbseidenen Ruf vollkommen abgelegt. Das Kartenspiel kann mittlerweile mit Fug und Recht als Breitensport bezeichnet werden, der von den unterschiedlichsten Zielgruppen online ebenso wie auch live mit großer Leidenschaft ausgeübt wird. Ein Zeichen, dass das beständig steigende Interesse am Pokern immer noch nicht gesättigt ist, sind die zunehmende Zahl von Pokerturnieren, die fast täglich im Fernsehen ausgestrahlt und von Millionen Menschen weltweit verfolgt werden.
Ohne Zweifel ist Poker heutzutage ein gesellschaftsfähiger Zeitvertreib geworden. Ein Abnehmen des Pokerbooms ist indessen nicht absehbar.


