Rugby
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[bearbeiten] Kurze Einführung
Bei der Ballsportart Rugby geht es den beiden Mannschaften darum, mehr Punkte als die andere Mannschaft zu erzielen.
Punkte können erzielt werden indem der Ball von einem Spieler ins gegnerische Malfeld gebracht und dort auf den Boden gelegt wird (Versuch oder engl. try), dies bringt fünf Punkte. Nach einem erfolgreichen Versuch hat die Mannschaft noch die Möglichkeit den Ball von einer beliebigen Linie, auf der der Versuch gelegt wurde, durch die beiden Längspfosten des Tores zu kicken (diese Erhöhung oder engl. conversion bringt zwei Punkte). Gelingt es einem Spieler, den Ball aus dem laufenden Spiel ins Tor zu treten, bringt das seiner Mannschaft drei Punkte, dieses Manöver nennt sich Sprungtritt oder engl. dropkick. Durch einen Strafkick (engl. penalty kick) durch das Tor - also einen Kick von der Stelle an der ein Foul von der gegnerischen Mannschaft verübt wurde - können drei Punkte erzielt werden.
[bearbeiten] Geschichte
Erzählungen zufolge entstand das Ballspiel Rugby in der gleichnamigen englischen Stadt dadurch, dass während eines Fußballspiels ein Spieler den Ball mit den Händen nahm und ihn ins Tor der Gegner legte, um eine bevorstehende Niederlage abzuwenden. Der Wahrheitsgehalt dieser Geschichte ist zwar zu bezweifeln, trotzdem ist der Pokal der Rugby-Union Weltmeisterschaft nach diesem Spieler (dem Gründer dieser Mannschaft) – William Web Ellis – benannt: der Web Ellis Cup.
Aufgrund von Streitigkeiten bei Regeländerungen des englischen Fußballverbandes haben sich einige Vereine zurückgezogen und 1871 die Rugby Football Union (RFU) gegründet. 1895 spaltete sich diese Vereinigung wegen Streitigkeiten wieder, einer der dadurch entstandenen Verbände - die Northern Rugby Union welche ihre eigenen festen Regeln festlegte, besteht als Rugby League bis heute.
[bearbeiten] Varianten
[bearbeiten] Rugby Union
Rugby Union gehört wie viele andere Rugby Arten zur Rugby-Familie, wobei Rugby Union die am weitesten verbreitete Variante ist.
[bearbeiten] Spielfeld
Das Spielfeld wird von so genannten Mal- und Seitenauslinien begrenzt, diese Linien gehören allerdings nicht zum Spielfeld. Nimmt man Spielfeld und Malfelder zusammen, so spricht man von der Spielfläche. Das an die Spielfläche angrenzendes Gebiet (bis zur Absperrung) wird als Spielfeldumgrenzung bezeichnet.
Der Untergrund des Rugby Platzes darf laut den Regeln des IRB aus Gras, Schnee, Ton oder Sand bestehen. Sollte die Entscheidung auf Ton oder Sand fallen, gilt allerdings zustätzlich, dass der Untergrund nicht zu hart sein darf.
Das Spielfeld darf maximal 100 m lang sein und nicht breiter als 70 m. An den Enden befinden sich noch die Malfelder, die mindestens 10 m lang sein sollten, aber höchstens 22 m. Auf diesen Flächen muss der Ball abgelegt werden. Neben den Mal- und Seitenauslinien gibt es auf dem Spielfeld selbst noch zahlreiche Linien zur Orientierung:
- Die Mittellinie teilt den Platz in zwei gleichgroße Flächen, sie steht normal zur Seitenauslinie. Der Ankick erfolgt immer an dieser Linie.
- Die 10m-Linie wird auf beiden Seiten 10 m von der Mittellinie entfernt gezogen. Die Verteidiger befinden sich im Moment des Ankicks an dieser gestrichelten Linie.
- Jeweils 22 m innerhalb der beiden Spielfeldenden befindet sich die 22m-Linie. Der Bereich zwischen ihr und der Mallinie wird deswegen häufig auch „die 22“ genannt.
- Das Feld wird an der Längsseite von den Seitenauslinien begrenzt. Da diese laut Regeln nicht mehr zum Spielfeld gehören, wäre der Ball hier bereits im out.
- Die 5m-Seitenauslinie ist eine weitere gestrichelte Linie parallel zu den touchlines- den Seitenlinien - als Verlängerung der Mallinien (logischerweise 5 m innerhalb der Seitenlinien) verläuft.
- Die touch in-goal line ist die Verlängerung der Seitenauslinie im Malraum, sie läuft durch den Raum zwischen der Mallinie und der dead ball line.
- Die dead ball line verläuft am Ende des Feldes, hinter dem Torraum, auf oder hinter dieser Linie ist der Ball "tot".
- Die sogenannten dash lines sind jeweils einen Meter lang und dienen sowohl den Spielern als auch dem Schiedsrichter zu Orientierung, es gibt drei verschiedene Arten von dash lines:
- Die 15 metre dash lines sind sieben kurze Linien, die 15 m innerhalb von und parallel zu den Seitenauslinien verlaufen. Diese Linien kreuzen die 22m Linien, die 10 m Linien und die Mittellinie.
- Die 5 metre dash lines sind sechs kurze Linien, 5 m innerhalb von und parallel zu jeder Mallinie verlaufen. Sie befinden sich jeweils 5 und 15 m innerhalb der Seitenauslinien und vor jedem Torpfosten.
- Die halfway dash line ist einen halben Meter lang und teilt die Mittellinie in zwei Hälften, von dieser Linie aus sollte der Ankick stattfinden.
- Die Mallinie bezeichnet den Anfang des Torraums, logischerweise gibt es an jedem Ende des Feldes eine Mallinie, sie verläuft zwischen den beiden Seitenauslinien.
[bearbeiten] Ball
Der Ball muss typischerweise oval sein und darf nur aus vier Feldern bestehen. Er muss zwischen 280 und 300 mm lang sein und der Längsumfang darf zwischen 760-790 mm betragen. In der Breite sollte er einen Umfang von 580-620 mm haben und er darf nur 400-440 g schwer sein. Diese Maße dürfen nur für jüngere Spieler geändert werden.
Die Oberfläche des Rugby-Balls muss nicht unbedingt aus Leder hergestellt werden, hat er z.B. eine Synthetikoberfläche kann der Ball auch besonders behandelt werden, um ihn schmutz- und nässeresistent zu machen.
[bearbeiten] Spieleranzahl
Jede Mannschaft darf nicht mehr als 15 Spieler auf dem Spielfeld einsetzen.
Acht von ihnen sind schwere, kräftige Stürmer (engl. "forwards"), deren Aufgabe darin besteht, den Ball an sich zu bringen, wenn der jeweilige, ballführende Spieler zu Boden gebracht wurde. Sie können den Spieler in Ballbesitz auch umschließen und so den Ball sicher nach vorne befördern. Das nennt man ein angeordnetes Gedränge, ein Spielzug der für gewöhnlich nach kleinen Fouls angewendet wird, um den Ball wieder ins Spiel zu bringen.
Der Gedrängehalb (scrum half) und der Verbinder (fly half) sind die Bindeglieder zwischen Stürmer und Hintermannschaft und eigentlich die Spielemacher. Gedrängehalbs sind schnelle, taktisch versierte Spieler. Deswegen wird ihnen auch die Aufgabe übertragen, den Ball in das angeordnete Gedränge zu rollen, oder einen hinten - aus dem angeordneten Gedränge - herauskommenden Ball weiterzuspielen.
Der Verbinder ist der erste, der vom Scrum half angespielt wird, er entscheidet dann über den weiteren Verlauf des Spieles. Entweder läuft er selbst mit dem Ball weiter, oder er kickt ihn, um Raum zu gewinnen. Er kann ihn auch zum Sturm zurückspielen, oder er veranlasst die Dreiviertelreihe zu einem Laufspiel.
Die Dreiviertelreihe setzt sich aus vier Spielern zusammen. Sie sind die schnellsten und agilsten Spieler einer Mannschaft und dadurch, dass sie mehr Raum zur Verfügung haben, können sie versuchen, die Gegner zu überlisten. Mit Körpertäuschung und einem Passspiel gelingt es ihnen in vielen Fällen, eine Lücke in der Aufstellung der gegnerischen Mannschaft zu nutzen und dadurch einen Versuch zu legen (also mit dem Ball in Richtung des gegnerischen Malfeldes zu laufen).
Der Schlussspieler (full back) fängt durchgebrochene Spieler (Spieler der Dreiviertelreihe) oder weit getretene Bälle des Gegners. Er kann sich aber auch am Angriff der eigenen Dreiviertelreihe beteiligen, wenn es eine günstige Gelegenheit gibt.
[bearbeiten] Kleidung
Normalerweise sind die Rugbyspieler mit einem Trikot, einer kurzen Hose, Stutzen und Stollenschuhen ausgestattet.
Erlaubt, aber nicht verpflichtend, sind auch Schienbeinschützer aus flexiblem Material, die unter den Strümpfen getragen werden müssen. Optional gibt es außerdem einen Knöchelschutz aus steifem Material, fingerlose Handschuhe, Schulterpolster aus weichem, dünnen Stoff, einen Brustschutz (nur bei Frauen) aus ebensolchem Material, Zahnschutz und einen weichen und dünnen Kopfschutz.
Bei Verletzungen sind auch Bandagen oder Verbände erlaubt, oder auch ein dünnes Tape, um Verletzungen vorzubeugen.
[bearbeiten] Spieldauer
Vor Spielbeginn losen die Mannschaftskapitäne um den Ankick und die Spielfeldseite.
Danach werden 2 x 40 Minuten mit einer Halbzeitpause von 10 Minuten gespielt, die nach Möglichkeit beide eingehalten werden sollten. Die Uhr wird bei verletzungsbedingten Pausen nicht angehalten, mit Ausnahmen bei Topspielen wie zum Beispiel Länderspielen.
[bearbeiten] Schiedsrichtersignale
Da Rugby ein relativ brutaler Sport ist, braucht der Schiedsrichter eine ganze Reihe von Signalen, mit denen er sowhohl die Spieler beider Mannschaften, als auch das Publikum über mögliche Regelverletzungen, Bestrafungen etc. informieren kann.
- Penalty: Die Schultern sind parallel zur Seitenauslinie und der Arm wird auf der Seite nach oben ausgestreckt, wo sich die Mannschaft befindet, die keinen Regelverstoß begangen hat.
- Freekick: Die Schultern sind wieder parallel zur Seitenauslinie. Der Arm wird abgewinkelt auf der Seite des straffreien Teams nach oben gestreckt.
- Try und Penalty Try: Die Schultern sind parallel zur Trylinie und der Arm ist nach oben gestreckt.
- Scrum: Schultern werden parallel zur Seitenauslinie gehalten, währen der Arm horizontal in die Richtung des einwerfenden Teams gestreckt wird.
- Im Line-Out die Gasse schließen: Die Hände mit Fingerspitzen nach oben befinden sich auf Augenhöhe, die Handflächen zeigen zueinander. Dann werden die Handflächen zusammengeführt.
- Behinderung im offenen Spiel: Die Arme werden vor der Brust gekreuzt.
- Abseits bei Ruck (Gedränge) oder Maul (Paket) (engl. fringing): Die Finger zeigen bei ausgestrecktem Arm nach unten und die Hand dreht sich im Kreis.
- Abseits (weniger als 10 Meter): Die Hand macht über dem Kopf eine Kreisbewegung.
- High Tackle: Die Hand bewegt sich waagerecht vor dem Hals. (Hier ist zu bemerken dass beim Rugby Union nur unterhalb der Schultern getackled werden darf).
- Treten (Stamping): Eine Bewegung mit dem Fuß zeigt das Foul.
- Schlagen (Faust): Die Faust schlägt auf die Handfläche.
- Anfechten einer Entscheidung des Schiedsrichters: Die Hand simuliert das Reden, indem sie sich öffnet und schließt.
- Physiotherapeut benötigt: Ein Arm wird über den Kopf gehalten.
- Arzt benötigt: Beide Arme werden über den Kopf gestreckt.
- Blutende Wunde: Die Arme werden über dem Kopf gekreuzt und das bedeutet auch, dass ein vorübergehender Ersatzspieler eingesetzt werden darf.
[bearbeiten] Begriffe
- Scrum: angeordnete und offene Gedränge, bei denen sich die Stürmer einer Mannschaft um den eigenen ballführenden Spieler schließen.
- Ruck: Ein Gedränge. Ein oder mehrere Spieler beider Mannschaften stehen sich gegenüber und schließen sich um den am Boden liegenden Ball zusammen. Dann versuchen sie, sich gegenseitig mittels Körperkontakt wegzuschieben.
- Maul: Ein Maul ist ein Paket, das gebildet wird, wenn sich mehrere Spieler beider Mannschaften um den balltragenden Spieler zusammenschließen.
- Line-Out: Eine Gasse wird bestimmt, nachdem der Ball über die Seitenauslinie hinaus ist, oder sie nur berührt hat. Mindestens zwei Spieler jeder Mannschaft bilden dann eine Gasse und zwischen beiden Reihen wird der Ball eingeworfen.
- Try: Ein sog. Versuch wird erreicht, wenn es einem Spieler gelingt, den Ball im gegnerischen Malfeld abzulegen. Dafür bekommt die Mannschaft, wie bereits erklärt, fünf Punkte gutgeschrieben.
- Conversion: Nach einem gelungenen Versuch oder eben einer Umwandlung steht es der angreifenden Mannschaft zu, den Ball von einer beliebigen gedachten Linie neben der Seitenauslinie durch den Punkt, an dem der Versuch gelang, zu treten. Der Rugby-Ball muss dabei über die Querstange der H-förmigen Malstange fliegen. Dann werden nämlich für diese Erhöhung zwei Punkte gutgeschrieben.
- Dropkick: Dieser Sprungtritt wird mit drei Punkten belohnt, wenn es einem Spieler gelingt, während eines laufenden Spieles den Ball über die Querstange zwischen den Malstangen zu treten. Der Ball muss vorher jedoch mit dem Boden in Berührung gewesen sein.
[bearbeiten] 7er-Rugby
Das 7er-Rugby ist eine Abwandlung des Rugby-Union. Es gehört ebenso zur Rugby-Familie, wird aber, anders als Union Rugby, nur mit sieben Spielern gespielt.
[bearbeiten] Geschichte
7er-Rugby wurde 1883 von einem Metzger aus dem schottischen Melrose erfunden. Gedacht war es als einmalige Aktion, um Geld für den eigenen Rugby-Verein zu sammeln. Es erfreute sich jedoch damals so großer Beliebtheit, dass es sich bis heute als Sport durchgesetzt hat.
Das erste Spiel, vom IRB unterstützt, wurde 1973 zum 100-jährigen Jubiläum der schottischen Rugby-Vereinigung organisiert.
20 Jahre später wurde die 7er-Rugby-Weltmeisterschaft zum ersten Mal ausgetragen, bei der die weltbesten Nationalmannschaften um den Melrose Cup spielen.
In Deutschland haben junge und kleine Vereine die Möglichkeit, bei Turnieren nützliche Spielerfahrung zu sammeln. Seit 1996 gibt es für Männer eine Deutsche Meisterschaft, im Jahr 2000 wurde diese auch für Frauen eingeführt.
[bearbeiten] Olympische Spiele
Rugby Union war 1924 das letzte Mal Teil des Olympischen Programms der Sommerspiele. Deswegen wird jetzt schon seit Längerem diskutiert, ob man das 7er-Rugby zu einer olympischen Disziplin machen soll, um Rugby wieder bei den Olympischen Spielen vertreten zu sehen. Man argumentiert mit der großen Beliebtheit dieses Sports beim Publikum und auch damit, dass man auch kleineren Nationen die Möglichkeit gibt, in diesem Sport erfolgreich zu sein.
[bearbeiten] Regelungen
Die Grundlage des Regelwerkes bilden die Regeln des Rugby-Union. Auch die Größe des Spielfeldes ist genau gleich der des 15er-Rugby, nur die Spieldauer wurde um Einiges verkürzt. Beim 7er-Rugby werden nur 2 x 7 Minuten gespielt, mit einer Unterbrechung von einer Minute. Finalspiele dauern 2 x 10 Minuten mit einer 2-minütigen Halbzeitpause. Aufgrund der kürzeren Spielzeit können solche Rugby-Turniere auch an einem Tag oder an Wochenenden abgehalten werden.
Infolge der geringen Anzahl an Spielern ist es für das angreifende Team leichter zu punkten, was auch hauptsächlich an der Platzgröße liegt. Diese ist ja gleich geblieben und gewährt den 7er-Teams mehr Spielraum als den Union-Teams mit 15 Spielern.
Fast alle Spieler des 7er-Rugby spielen auch Union-Rugby. Erfolgreiche 7er-Mannschaften werden meist aus Spielern der Hintermannschaft und Dritte-Reihe-Stürmern von 15er-Mannschaften gebildet. Diese sind flinker und da diese Rugby-Variante aufgrund der verringerten Spielerzahl laufintensiver ist, sind sie körperlich besser geeignet und können auch besser mit dem Ball umgehen.
[bearbeiten] Touch Rugby
[bearbeiten] Geschichte
Das Ursprungsland des Touch Rugby ist Australien. Entstanden ist es in den 60er Jahren, als sich die australischen Rugby Spieler mit Übungen ohne Körperkontakt aufzuwärmen begannen. Daraus ist anschließend ein eigenes Spiel hervorgegangen – das Touch Rugby. Beim Touch Rugby werden gelten prinzipiell ähnliche Regeln wie z.B. bei Union Rugby. Der größte Unterschied besteht darin, dass ein Spieler, der einen Versuch startet, nicht durch einen tackle als durch sogenanntes Tiefhalten aufgehalten wird, sondern durch Berührung mit der Hand (den touch).
1968 fand in Sydney die erste Touch-Meisterschaft statt, danach gewann diese Sportart schnell immer mehr an Beliebtheit. Viele Australier begeistern sich auch heute für Touch – entweder aktiv in einem Verein, oder es wird als „Social Touch“ mit Freunden gespielt. Auch aus dem Schulsport ist Touch-Rugby nicht mehr wegzudenken, außerdem ist diese Sportart auch schnell ins benachbarte Neuseeland vorgedrungen.
Gemeinsam haben Rugby und Touch nur, dass der Ball hinter der gegnerischen Ziellinie aufgesetzt werden muss, dass derselbe Ball verwendet wird und dass nur nach hinten gepasst werden darf.
Touch Rugby ist eine in Australien für zwei Teams entworfene Sportart, die an Rugby angelehnt ist. Das zügige und spannungsreiche Spiel ist wegen seiner Geschwindigkeit, Taktik und Einfachheit bei vielen beliebt.
Aber auch die Tatsache, dass es keinen harten Körperkontakt und kein Angreifen gibt, macht die Sportart attraktiver, da das Verletzungsrisiko stark verringert wird. Ebenso bietet Touch Rugby die einmalige Gelegenheit, Männer und Frauen gleichgestellt in einem Team spielen zu lassen.
Ein Touch Spiel wird auf einem 70 m x 50 m großen Platz für 2 x 20 Minuten gespielt. Zwei Mannschaften mit jeweils sechs aktiven und bis zu acht Auswechselspielern treten gegeneinander an und versuchen, mit einem ovalen Ball, der eine Größe kleiner ist als ein normaler Rugbyball, Punkte zu erzielen.
[bearbeiten] International
Touch hat in Australien angefangen und sich über Neuseeland bis in den asiatischen Raum verbreitet. In Südafrika hat man vor mehr als zehn Jahren diesen Sport entdeckt und auch auf dem europäischen Kontinent gibt Organisationen in Frankreich, Belgien, Schweiz, Spanien und Deutschland.
Vor Allem in Großbritannien ist Touch ganz vorne auf der Liste der beliebtesten Sportarten.
Eine EM wird alle zwei Jahre abgehalten, die letzte war 2006 in Edinburgh/Schottland. Die Touch-WM geht alle vier Jahre vonstatten. Als nächstes findet sie 2007 in Kapstad/Südafrika statt.
[bearbeiten] Tag Rugby
Tag Rugby gehört ebenfalls zur Rugbyfamilie und hat sich aus dem ohnehin schon kontaktarmen Touch Rugby entwickelt.
Bei diesem kontaktlosen Spiel messen sich immer zwei Mannschaften zu je sieben Spielern. Jeder von ihnen trägt einen Gürtel oder eine Hose, die mit zwei Klettbändern versehen sind. Die Verteidiger müssen dann versuchen, eines dieser Bänder zu entfernen und so den balltragenden Spieler zum Passen zu zwingen. Dieser Vorgang wird als „Tag“ bezeichnet und wird anstatt des gewohnten Tiefhaltens (tackle) bzw. des touch im Touch Rugby angewendet.
Die Angreifer müssen einen erfolgreichen Versuch erzielen, bevor ihnen das Band sechsmal abgenommen wurde.
Insbesondere in Irland ist Tag Rugby äußerst beliebt. Er wird von der Irish Tag Rugby Association gefördert und viele Firmen bezahlen eigene Mannschaften, um ihren Mitarbeitern Freizeitsport zu ermöglichen. Dieser Rugby-Verband organisiert vier verschiedene Wettbewerbe.
- Social: In dieser Liga spielen Mannschaften bestehend aus beiderlei Geschlecht. Jedoch müssen immer mindestens drei Frauen gleichzeitig auf dem Spielfeld vertreten sein und Versuche von Frauen werden mit der dreifachen Punktzahl belohnt.Diese Abwandlung ist am beliebtesten in Irland.
- Super: Wurde früher auch Max genannt. Es ist die schnellste Art und wird ausschließlich von Männermannschaften gespielt.
- Women’s League: Hier spielen im Gegensatz zum Super reine Frauenteams.
- Veteran’s: Diese Liga wird von Teams die ausschließlich aus Männern über 35 Jahren bestehen, gespielt.
[bearbeiten] Varianten
Mini Tag
Mini Tag ist die offizielle Form für Spieler unter acht Jahren.
OzTag
Grundsätzlich ist es eine kontaktlose Version von Rugby League. Wie bei allen Tag-Varianten wird auch hier das Tiefhalten durch das Abreißen der Klettbänder ersetzt. Außer dem Passen ist auch das Treten des Balles nicht regelwidrig und Versuche zählen nur einen Punkt.
OzTag entstand in Australien als Freizeitsport. Inzwischen gibt es vielfältige Wettbewerbe in ganz Australien mit Hauptaugenmerk auf Sidney, Brisbane und Canberra.
Wheelchair Power Tag Rugby
Bei dieser Variante ist das Spielfeld überdacht. Es wird von zwei Mannschaften zu je drei Rollstuhlfahrenden Spielern gespielt. Dieses Rugby ist ebenfalls ohne Körperkontakt und wird mit einem mittelgroßen Rugby-Ball gespielt.
[bearbeiten] Rugby League
Bei Rugby League oder auch Dreizehner Rugby besteht eine Mannschaft aus 13 Spielern. Das Regelwerk von Rugby League ist dem von Rugby Union nicht ganz unähnlich. Einen wesentlichen Unterschied findet man jedoch beim Platz, der weniger breit ist als der gewöhnliche. Dadurch ergibt sich zwangsweise für die Spieler die Möglichkeit für mehr Körperkontakt. Desweiteren ist das tackling als Tiefhalten auch oberhalb der Arme erlaubt, wodurch das Spiel rauer wird. Nach einem tackle wird um den Ball allerdings nicht gekämpft, er geht zurück an die ballbesitzende Mannschaft und erst nach dem sechsten Tackling geht er zur gegnerischen Mannschaft über.
Große Popularität genießt dieser Sport in Australien - wobei anzumerken ist, dass Australien auch die führende Nation im Rugby League ist. Neben Papua-Neuguinea hat 13-er Rugby auch noch in Neuseeland und England eine beachtliche Fangemeinde.
Wettkämpfe
Die Rugby-League-Weltmeisterschaft gibt es bereits seit 1954, also viel länger als die des beliebteren Rugby Union. Eine Regelmäßigkeit der Wettbewerbe gibt es allerdings nicht. Das nächste Mal findet eine Rugby-League-Weltmeisterschaft 2008 statt.
Dasselbe kann über die Europameisterschaft dieses Sports gesagt werden. Sie besteht bereits seit 1935, aber gegen Ende der 50er Jahre wurde sie nur mehr gelegentlich ausgetragen. Seit 1996 gibt es keine Informationen mehr über stattgefundene Spiele.
Ein weiterer namhafter Wettkampf ist das Tri Nations, das, wie es der Name erahnen lässt, von drei Nationen organisiert wird, nämlich Australien, Neuseeland und Großbritannien. Das nächste Turnier ist für 2009 angesetzt, allerdings soll an dieser Meisterschaft auch Frankreich teilnehmen, deshalb wird der Wettbewerb wohl unter einem anderen Namen publiziert werden.
Der 25. April ist ein wichtiger nationaler Feiertag von Neuseeland und Australien. An diesem ANZAC Day tragen diese beiden jährlich ein Rugby-League-Spiel aus.
Sechzehn Mannschaften aus Australien und Neuseeland sind in der australisch-asiatischen National Rugby League (NRL) vertreten, der besten Liga der Welt. Diese jährlich stattfindenden Spiele gelten als die härtesten der australischen Rugby-League. Die NRL und die RSL werden dicht gefolgt von halbprofessionellen Ligen aus Neuseeland und Frankreich.
Bei einem sporadisch ausgetragenen, äußerst beliebten Länderspiel zwischen Australien und England wird um die Ashes-Trophäe gekämpft.
[bearbeiten] Beach Rugby
Beim Beach Rugby gibt es keine wirklich festgelegten Regeln, zumal man sich nicht einig werden kann, ob es eine Abwandlung des Rugby Union oder der Rugby League ist. Einige Dinge sind aber bei allen Wettbewerben des Beach Rugby gleich; das Spielfeld ist kleiner, die Spielerzahl ist reduziert und das Punktesystem ist simplifiziert.
Um diese Version Beach-tauglich zu machen, werden einige Vorkehrungen bezüglich Spielfeld getroffen. Die Linien werden mit Seilen oder Bändern dargestellt und auch auf die Torstangen wird verzichtet.
Je nachdem wie groß das Spielfeld ist (zwischen 30 und 50 m lang und 20 bis 35 m breit), sind nie mehr als sieben Spieler aktiv, mindestens aber 5. Die drei bis sieben Auswechselspieler können während des laufenden Spiels eingewechselt werden, da die Spielzeit ohnehin sehr kurz gehalten wird, nämlich fünf bis sieben Minuten pro Halbzeit.
Weil auf die Torstange verzichtet wird, zählt das Ablegen des Balles im gegnerischen Malfeld einen Punkt.
Eine italienische Liga hat sich mit einem eigenen Punktesystem geholfen. Sie hat das Malfeld in fünf gleiche Rechtecke geteilt und je weiter in der Mitte man den Ball ablegt, desto besser ist der Versuch und desto mehr Punkte werden vergeben. Grundsätzlich gilt aber, dass für das mittlere fünf Punkte vergeben werden, für das angrenzende auf beiden Seiten vier und für die beiden äußeren drei. Man weiß aber nicht, ob diese Liga noch besteht.
[bearbeiten] Rollstuhlrugby
Rollstuhlrugby (eine Mischung aus Rugby, Volleyball und Schach) hat sich aus dem Rollstuhlbasketball entwickelt. Tetraplegiker (also Menschen, die sowohl an Armen als auch an den Beinen an Bewegungseinschränkungen leiden) waren beim Basketball benachteiligt, da man ja gezielt werfen und auch schnell und gut fahren können musste. Vor fast dreißig Jahren haben sich also Kanadier eine Sportart einfallen lassen, die auch diese Personen ausüben können.
Beim Rollstuhlrugby ist nämlich jeglicher Körperkontakt verboten, jedoch sämtliche Manöver mit einem speziellen Rugbyrollstuhl sind zulässig.
Binnen kurzer Zeit wurde Rollstuhlrugby auch in den benachbarten vereingten Staaten bekannt. Mittlerweile gibt es über 45 offizielle Mannschaften in den USA, auch Neuseeland und England stellen professionelle Spieler. Von England aus verbreitete sich Rollstuhlrugby schließlich auch am euorpäischen Kontinent. Nachdem in den 90ern eine englische Rollstuhlrugby-Mannschaft nach Deutschland eingeladen wurde, um diese Sportart bekannt zu machen, entstand schnell die erste deutsche professionelle Rugbymannschaft.
Rollstuhlrugby wird heute bereits in mehr als 20 Ländern der Welt gespielt, außerdem ist es eine Disziplin der Paralympischen Spiele.
[bearbeiten] Rugbyspieler
Jonny Wilkinson
Jonny Wilkinson ist ein aktiver Spieler der englischen Rugby-Union. Seine Berühmtheit erlangte er durch seine ständig wachsenden Erfolge. Er war direkt am Gewinn des Rugby World Cup 2003 beteiligt, da er die entscheidenden Punkte holte.
Nach dem World Cup musste er infolge verschiedener Verletzungen eine Zwangspause einlegen und kam erst wieder 2007 zur Six Nations Championship gegen Schottland dazu. In diesem Comeback Match erzielte er 27 Punkte für sein Team und wurde dafür mit dem Titel „Man of the Match“ belohnt.
Nach dem darauffolgenden Spiel gegen Italien ging er in die Geschichte der Five/Six Nations Championship als Spieler mit der höchsten gewonnenen Punktezahl ein.
Zinzan Brooke
Er ist wohl die beste Nummer 8, die jemals für die neuseeländischen All Blacks gespielt hat. Er hatte die Lauf- und Kick-Fähigkeiten eines Spielers aus der Dreiviertelreihe. Das machte ihn für einen Stürmer besonders agil, einmal gelang ihm ein 49 m langes drop goal zu erzielen.
1997 wechselte er zu den Harlquins aus England und übernahm sie später auch als Trainer. Leider war er darin nicht sehr erfolgreich.
Danach schloss er 1990 einen Vertrag mit dem Graham Lowe's Manly Club in Sydney ab. Kurze Zeit darauf ging seine Karriere leider zu Ende denn er erlitt ein Gehirntrauma und hat deswegen jetzt Probleme mit dem Sprechen.
John Eales
Er kann als bester Kapitän der Geschichte des australischen Rugby betitelt werden. Er hat zweimal entscheidend zu den Erfolgen im Rugby World Cup beigetragen, einmal 1991 und einmal 1999. Von den Medien bekam er den Spitznamen „Nobody“ wegen des Ausdrucks „nobody is perfect“.
Nach ihm wurde auch die John Eales Medal benannt, die jährlich an den besten australischen Rugby-Union-Spieler verliehen wird.
1999 bekam er den Orden „Order of Australia“ für seine Dienste in der Gemeinschaft und im Rugby.
Martin Johnson
Martin Johnson wurde „der wohl beste englische Spieler aller Zeiten“ genannt. Er war bekannt für seine starke Führungseigenschaft und für sein geradliniges und nüchternes herantreten an die Spiele.
Philippe Sella
Der französische Rugby-Union Spieler hat bis vor kurzem den Rekord für die meiste internationale Präsenz in diesem Sport gehalten. Sella erstellte den Rekord für 111-maliges Spielen für Frankreich. Dieser Rekord wurde bisher nur zweimal gebrochen - erst kürzlich wieder von Fabien Pelous. Sella ist auch einer der wenigen Spieler, denen es gelang, ein Try in jedem Five Nations zu erzielen.
Sean Fitzpatrick
Sean Brian Thomas Fitzpatrick hat sich zwar schon aus dem Rugbysport zurückgezogen, gilt aber als einer der besten neuseeländischen Rugby-Union-Spieler. Fitzpatrick ist vor Allem seit der ersten Rugby-Weltmeisterschaft 1987 DER Aufsteiger seiner Zeit. Damals war er nur ein Ersatzspieler. Als sich jedoch der damalige Kapitän verletzt zurückziehen musste, kam Fitzpatrick’s Chance. Er wurde eingewechselt und spielte so stark, dass der ursprüngliche Teamführer, auch nachdem er genesen war, nicht mehr eingesetzt wurde. Mit seinem Team, den All Blacks, beherrschte er die internationale Rugbyszene.
Nach der Weltmeisterschaft 1991 trat er das Amt des Kapitäns an und hielt es bis zu seinem Rücktritt.
Nach 1996 erst ging Fitzpatrick's Karriere langsam aber sicher zu Ende. Aufgrund seiner Führungsstärke blieb er noch eine Weile bei seinem Team, aber nachdem er sich verletzt hatte, spielte er sein letztes Länderspiel 1997 nur mehr als Auswechselspieler.
Colin Meads
Colin Meads spielte wie Sean Fitzpatrick für die All Blacks, die neuseeländische Nationalmannschaft. Er gilt als einer der rauesten Spieler des Rugby-Sports. 1967 wurde er als zweiter Spieler überhaupt vom Schiedsrichter vom Platz genommen. Nachdem er sich einmal in einem offenen Gedränge ganz offensichtlich den Arm gebrochen hatte, spielte er weiter. Sein einziges Statement war am Ende: „Wenigstens haben wir das verdammte Spiel gewonnen.“ Heftige Kritik regnete es des Öfteren wegen seiner unnötig brutalen Spielweise. Doch das tat seiner Beliebtheit keinen Abbruch. Er wurde 1991 vom neuseeländischen Rugbyverband zum „Spieler des Jahrhunderts“ erklärt.
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