Skispringen
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[bearbeiten] Skispringen
[bearbeiten] Allgemeines zum Ablauf
Skispringen ist wie das Langlaufen eine olympische Disziplin. Der Ablauf besteht darin, dass die Sportler eine Sprungschanze hinab fahren, bei der Rampe (dem sogenannten Schanzentisch) abspringen und dann versuchen, so weit wie möglich zu fliegen. Wie weit man theoretisch springen (fliegen) kann, hängt vom jeweiligen Schanzentyp ab. Den erkennt man an der so genannten Hillsize-Mark.
Um eine möglichst hohe Punktezahl zu erreichen, ist nicht nur die Weite wichtig, sondern auch die Landung und die Flughaltung werden in die Bewertung miteinbezogen.
Generell ist es wie gesagt so, dass die Sportler eine Schanze hinunterfahren. Dabei sind die Ski parallel zu halten, was ihnen durch eine vorbereitete Schneespur erleichtert wird. Wenn die Schanze allerdings im Sommer benutzt wird (zum Beispiel für das Training), so werden Keramik- oder Metallspuren benutzt.
Am häufigsten wird das Skispringen als Einzeldisziplin durchgeführt. Es ist aber auch zusammen mit dem Skilanglauf Teil der Nordischen Kombination. Wenn für jedes teilnehmende Land vier Springer an den Start gehen, wird das Mannschaftsspringen genannt. Am Ende werden die Punktezahlen aller vier Spieler addiert und das ergibt dann das Gesamtergebnis der Mannschaft.
Der Unterschied zum Skifliegen ist der, dass die Schanze beim Skifliegen größer ist als die beim Skispringen. Die größere Flugschanze hat nämlich einen Konstruktionspunkt von 185 m.
[bearbeiten] Bewertung
Die Gesamtnote eines Springers setzt sich aus jeweils 50 % Weitennote und Haltungsnote zusammen.
Die Weite wird mit Hilfe einer Videokamera gemessen. Auf den Standbildern der Kamera wird dann eine Weitenlinie berechnet, wofür man speziell eingegebene Messpunkte verwendet. Somit kann die Weite auf einen halben Meter genau bestimmt werden. Falls der Fall eintritt, dass dieses elektronische System ausfällt, werden Weitenrichter eingesetzt.
Bei der Messung der Weite ist auch der Konstruktionspunkt (K-Punkt) zu beachten. Springt man genau auf diesen Punkt, bekommt man 60 Weitenpunkte (auf einer Flugschanze 120). Je nachdem, wie weit über- oder unterhalb dieses Punktes man landet, werden Punkte addiert oder subtrahiert. Bei großen Schanzen können das bis zu 1,8 Punkte pro Meter sein. Man geht also immer vom K-Punkt aus und rechnet pro Meter Punkte dazu oder zieht sie ab. Daraus ergibt sich dann die Gesamtnote für die Weite.
Zur Bewertung der Haltung gibt es mindestens 3, meistens aber 5 Punkterichter, welche die 3 Kategorien Flug, Landung und Ausfahrt beachten. Im Idealfall kann man 20 Punkte erreichen, wobei das nicht sehr oft vorkommt. Pro Fehler werden dann in jeder Kategorie bis zu fünf Punkte (in der Kategorie Ausfahrt 7) in 0,5er Schritten abgezogen. Von den Punktwerten der fünf Richter werden die höchste und die niedrigste gestrichen, damit der Springer maximal 60 Punkte erreichen kann. Diese Summe ist dann die Haltungsnote.
Bei der Landung macht es punktemäßig auch einen Unterschied, ob man den „Telemark“ anwendet, oder die so genannte Kacherllandung. Letztere wird meist aus Sicherheitsgründen verwendet, um bei großen Weiten sicher am Boden aufzukommen. Dazu werden die Ski parallel und vorne bündig aufgesetzte. Diese Landung wird aber schlechter benotet als der Telemark. Dieser ist benannt nach der norwegischen Region Telemark, wo er das erste Mal gesprungen wurde. Bei diesem Stil sind die Knie gebeugt, das hintere tiefer als das vordere.
[bearbeiten] Rekorde
Wer sonst als die „Erfinder“ des Skisprungs könnten den ersten Weitenrekord aufgestellt haben und diesen bis 1927 immer verbessert haben. Dann kam aber der Schweizer Bruno Trojani und lag mit seinem Sprung von 72 m weit über dem ersten festgehaltenen Weitenrekord (23 m) 1879. 1936 hat der Österreicher Sepp Bradl die 100 m überschritten. Aber 31 Jahre später saß wieder ein Norweger, nämlich Lars Grini, auf dem Thron. Er hatte mit 150 m die Weite von Bradl weit überschritten.
1994 gelang es gleich zwei Springern 203 m zu springen, nämlich Toni Nieminen und Andreas Goldberger. Der Weitenrekord ging aber trotzdem alleine an Nieminen (obwohl Goldberger vor ihm gesprungen war), da sein Konkurrent bei der Landung in den Schnee fasste und sein Sprung daher als gestürzt galt. Um die Gültigkeit eines Sprunges zu gewährleisten, muss ein Springer stehend landen.
Nach einem Beschluss der FIS 1984 wurden Flüge über 191 m aus Sicherheitsgründen trotzdem nur als 191 m Flüge bewertet. Doch dieser Beschluss wurde Mitte der 90er Jahre wieder aufgehoben.
2005 hat Bjørn Einar Romøren den letzten Weltrekord mit 239 m aufgestellt. Eigentlich sollte der derzeitige Rekordhalter Janne Ahonen sein, der beim gleichen Wettbewerb im slowenischen Planica 240 m gesprungen ist. Leider ist er gestürzt und sein Sprung war somit ungültig.
Bei den Damen hält den Weltrekord die Österreicherin Daniela Iraschko.
[bearbeiten] Wettbewerbe
Wettbewerbe gibt es wie bei allen anderen Sportarten natürlich auch beim Skispringen. Die vier wichtigsten sind der Weltcup, die Weltmeisterschaft, die Vierschanzentournee und natürlich auch die Olympischen Spiele.
Beim Weltcup sind nur die besten Springer vertreten. Der Weltcup besteht aus 30 Veranstaltungen, die auf neun Länder in Nord- und Mitteleuropa, aber auch auf Japan und die USA verteilt sind. Bei diesem Wettbewerb gibt es aber nicht nur Einzelwettkämpfe, sondern auch Teamkonkurrenzen. Auf welchem Rang die Springer am Ende liegen, wird mit dem FIS-Punktesystem bestimmt.
Im Jahr 1994 wurde zusätzlich der Sommer-Grand-Prix eingeführt. Hier wird auf Mattenschanzen gesprungen und dieser Wettstreit ist kürzer als der der Wintersaison.
Seit 1997 gibt es beim Weltcup auch das Nordic Tournament für die letzten vier Einzelwettkämpfe. Dieses entspricht dem skandinavische Pendant für die Vierschanzentournee und umfasst das Springen in Lahti, Kuopio, Lillehammer und auf dem Holmenkollen in Oslo.
Für die Nachwuchsspringer bietet die FIS neben dem Weltcup noch zwei weitere Wettkampfreihen an, nämlich den Continental Cup (früher Intercontinental Cup) und den FIS-Cup.
Als bester Skisprung-Weltcupgewinner gilt nach wie vor Matti Nykännen, der aber leider zu Ende seiner Karriere eher durch Eskapaden als durch sportliche Erfolge von sich reden machte.
Für den Gewinner der Einzelwettbewerbe gab es in der Saison 2005/2006 70.000 Franken, die unter den 10 besten Springern verteilt wurden. Bei den Teamwettbewerben wurden 50.000 Franken unter den drei besten Teams aufgeteilt.
Die Weltmeisterschaft findet alle zwei Jahre von Januar bis März statt. Seit die nordischen Skiweltmeisterschaften das erste Mal bei den Olympischen Spielen ausgetragen wurden, ist Skispringen eine der Wettbewerbsdisziplinen.
Bei diesem Wettbewerb gibt es seit 1962 nicht nur das Springen von der Kleinschanze, sondern man muss ich auch auf der Großschanze beweisen. Neben der Skiweltmeisterschaft gibt es seit 1972 auch Skiflugweltmeisterschaften, welche seither jedes Jahr durchgeführt werden.
Außer dem Einzelspringen von beiden Schanzen gab es 2001 und 2005 auch das Teamspringen von beiden, das jedesmal Österreich gewann. Das Mannschaftsspringen von der Normalschanze muss aber gesondert bei der FIS beantragt werden, weil es kein fixer Bestandteil der WM ist. „Die Finnen und die Deutschen haben, nachdem sie die WM zugesprochen erhalten hatten, beim Sprungkomitee der FIS angesucht, ob sie zwei Teambewerbe austragen können. Aber es ist nicht die Regel“, bestätigte FIS-Renndirektor Walter Hofer. Daher wird es auch 2007 in Sapporo und 2009 in Liberec wieder nur Medaillen für die Teamwettbewerbe von der Großschanze geben.
1978 gab es in Lathi den ersten nicht offiziellen Mannschaftswettbewerb. Erst 1982 wurden auch Medaillen verteilt.
Damen
1998 gab es für die Damen erstmals Wettbewerbe im Rahmen der Junior-WM. Sie waren aber noch nicht gleichwertig mit der WM. Aus ihnen wurden 1999 der FIS Ladies Grand Prix, der aus 4 Einzelwettbewerben (Baiersbronn, Schönwald im Schwarzwald, Saalfelden und Breitenberg) und einem Teamwettbewerb besteht. Dieser Grand Prix ist seit 2005 Bestandteil des FIS Continental Cup der Damen, welcher aus 16 Wettbewerben (12 im Winter und 4 im Sommer). 2006 gab es dann die erste Junioren-WM eigens für Frauen.
Ab 2009 plant der internationale Skiverband (FIS), auch den Frauen das Skispringen in der Nordischen Skiweltmeisterschaft in Liberec zu ermöglichen. Für 2010 versucht man auch, den Damenwettbewerb bei den Olympischen Spielen aufzunehmen.
Die Vierschanzentournee gibt es erst seit 1952. Sie findet jährlich um den Jahreswechsel auf – wie der Name schon sagt – vier Schanzen statt. Sie hat mindestens den gleichen Rang wie die Weltmeisterschaft, weil es eine Herausforderung darstellt, auf vier verschiedenen Schanzen zu springen. Der einzige Springer, dem es bislang gelang, auf jeder zu gewinnen, ist Sven Hannawald. Bisher konnten nur Jens Weißflog und Janne Ahonen viermal den Gesamtsieg erringen. Zum ersten Mal in der Geschichte gelang es 2005/2006 gleich zwei Springern, eine gleiche Punktezahl zu erreichen.
Seit das Skispringen zum ersten Mal bei den Olympischen Spielen vertreten war, ist es auch gar nicht mehr wegzudenken. Es wird auf zwei Schanzen gesprungen, auf der Kleinschanze und auf der Großschanze. Bis 1988 war der K-Punkt bei der kleinen auf 70 m festgelegt, die große war um 20 m höher. Aber das wurde bei den nächsten Spielen geändert. Die Normalschanze ist jetzt 90 m, die Großschanze 120 m.
Seit 1988 gibt es auch bei den Olympischen Spielen Mannschaftswettbewerbe.
[bearbeiten] Geschichte
Entstanden ist das Skispringen wie alle nordischen Sportarten in Norwegen. Erstmals fand ein großer Wettkampf in diesem Sport 1879 auf dem Husebybakken in Oslo statt, ist aber 1892 auf den Holmenkollen umgesiedelt, welcher bis heute ein Pilgerort des nordischen Wintersports ist. Skisprung ist außerdem seit Anfang der Winterspiele im Programm.
Natürlich ist dieser Sport nicht gleich wie seit dem ersten Mal. Es hat zahlreiche Veränderungen gegeben.
Am Anfang war es noch so, dass die Skispringer während des Sprungs mit den Armen gerudert haben und die Ski parallel gehalten haben. Eine weitere Umgestaltung war später das Vorstrecken der Arme, oder man hat sie eng an den Körper angelegt. An der Sprungtechnik hat sich zuletzt 1990 etwas geändert. Der Parallelstil wurde abgelöst durch den V-Stil, bei dem die Skier V-förmig abgespreizt werden.
Durch diesen neuen Stil, den man dem Schweden Jan Boklöv zu verdanken hat, wurde es möglich, die Sprünge noch länger hinauszuzögern. Dieser „Erfinder“ des neuen Sprungs hatte allerdings einige Abzüge bei der Punktevergabe zu verkraften. Doch das war nicht weiter schlimm, denn für die höhere Weite bekam er mehr Punkte und somit hat er seine Gesamtpunktezahl erhöht und auch Spitzenplätze erreicht.
Skispringen ist keine weit verbreitete Sportart. Weltweit gibt es nur wenige tausend aktive Skispringer. Grund dafür sind die hohen Unterhaltskosten der Schanze und die enormen Materialkosten.
Im Laufe der Jahrzehnte sind die Skisprungorte hauptsächlich in den nordischen Ländern und in den Alpenländern entstanden (die einzige bekannte Skisprungschanze der südlichen Halbkugel befindet sich im argentinischen San Carlos de Bariloche). Neben dem Ursprungsland Norwegen zählt man auch Finnland, Deutschland, Österreich, Tschechien und Slowenien zu den Skisprungnationen dazu. Seit 1972 zählt auch Japan dazu und auch Südkorea und China bemühen sich seit einiger Zeit, eine leistungsstarke Mannschaft aufzubauen. Zu „kleineren“ Nationen zählt man unter anderem Schweiz, Frankreich, Italien, Polen und die Slowakei. In Schweden und Estland ist es aber nicht so herausragend, wie man vielleicht meinen könnte.
Zwischen 1950 und 1970 stellt auch die Sowjetunion erfolgreiche Skispringer, doch nach der Auflösung der UdSSR wurden die Schanzen immer schlechter gewartet und sie waren kaum mehr zu benutzen. Das erschwerte den Sportlern aus diesen Ländern die Trainingsbedingungen.
Auch die USA und Kanada sind mit einigen Springern bei den Wettbewerben vertreten. Doch man findet sie eher auf den hintersten Plätzen in der Rangliste. Aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel. Zwei Kanadier, Horst Bulau und Steve Collins, waren am Anfang der 80er Jahre überaus erfolgreich. So auch die kanadischen Kombinierer, die seit 1995 zahlreiche Erfolge errungen haben.


