Snowboarden

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Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Allgemeines

Snowboarden ist ein Wintersport, welcher auf mehr oder weniger steilen Pisten, Schanzen und in Halfpipes praktiziert wird. Der Snowboarder steht seitlich auf dem Board, wobei beide Beine am Board fixiert sind. So fährt er nun - je nach Disziplin - in Kurven und möglichst schnell, oder über Schanzen und abseits der Piste den Hang hinunter.

Heute gibt es, wie bereits erwähnt, unterschiedliche Snowboard Disziplinen, manche konzentrieren sich auf Sprünge und Akrobatik, andere auf Geschwindigkeit. Snowboarden ist jedoch auch als Extremsport (Gletscherabfahrten) und beim Tiefschneefahren und Tourenbereich beliebt.

Snowboarden war in den 70er Jahren Teil einer ganzen Jugend-Subkultur und noch heute spielen Musik (Konzerte in Kombination mit Wettkämpfen) und Filme eine wichtige Rolle im Sport. Jede Saison werden zahlreiche Snowboardfilme gedreht, teilweise auch zu Promotionszwecken. „Apocalypse Snow“ aus 1986 zeigt eine ca. 30 Minuten lange Abfahrt des französischen Snowboarders Régis und wurde über Nacht zum Kultfilm. Die Hollywoodproduktion „First Descent“ aus 2006 zeigt eine Abfahrt bekannter Snowboarder (u. a. Terje Håkonsen, Shaun White, Hannah Teter) und gibt sowohl einen Rückblick auf die Geschichte des Sports als auch einen Einblick in das aktuelle Geschehen.

[bearbeiten] Geschichte und Entwicklung

Eine sehr frühe Pionierfigur des heutigen Snowboardens ist der Österreicher Toni Lenhardt, der im Jahr 1900 versuchte, auf einem Holzbrett einen Hügel hinunterzufahren.

Die wirkliche Geburtsstätte des Snowboardens ist allerdings die USA wo Surfer und Skateboarder in den 1960er und 1970er Jahren mit verschiedenen Materialen experimentierten um eine Surfboard für den Schnee zu kreieren. Der Surfer Tom Sims erfand in den 70ern den „Ski Board“ und der Surfer Sherman Poppen erfand den sogenannten „Snurfer“. Beide wollten das Gefühl des Gleitens (wie beim Wellenreiten bzw. Skateboarden) auf dem Schnee nachahmen. Ihre Boards wurden in den folgenden Jahren von ihnen ständig verändert und weiterentwickelt.

Ein weiterer Surfer, Dimitrije Milovich, baute erstmals ein Board mit Stahlkanten, welche als Stabilisatoren dienten. Ab 1975 produzierte Milovich, unter dem Namen Winterstick, Snowboards, welche einen Swallowtail (Schwalbenschwanz) hatten, um das Drehen zu erleichtern.

In den späten 70er Jahren entwickelte Jake Burton eine bereits relativ gute Bindung (verstellbare Gummiriemen als Fußschlaufen) und gründete eine Snowboard Firma (Burton), in der er Snowboards erzeugte und verkaufte. Seine Firma ist noch heute Marktführer. Die neue Sportart verbreitete sich in den späten 70ern in den USA und wurde zum Kultsport, in Europa hingegen geschah dies erst in den 80er und 90er Jahren, denn lange Zeit war Snowboarden Teil einer Jugend-Subkultur und wurde auf den Skipisten nicht gerne gesehen. Mit wachsender Beliebtheit in der Bevölkerung wuchs jedoch die Akzeptanz von Seiten der Skiliftbetreiber und Pistenbesitzer und Ende der 90er wurden auf den Pisten erstmals Halfpipes gebaut und die Sportgeschäfte wurden mit Service- Geräten für Snowboards ausgestattet.

Snowboarden wurde bald zu einem beliebten Breitensport und 1998 gab es Snowboarden erstmals als Olympische Disziplin.

[bearbeiten] Disziplinen und Tricks

Das Snowboarden kann in mehrere Disziplinen, welche sich bezüglich der Technik und Fahrweise unterscheiden, unterteilt werden.

Wenn man die Ausrüstung als Kriterium zur Differenzierung nimmt, gibt es Hard und Soft Disziplinen.

Einerseits gibt es Disziplinen bei denen man mit Hard Ausrüstung fährt - Hardboots, schmale, taillierte (race-) Bretter - welche hohe Geschwindigkeiten und eine gute Boardführung ermöglichen.

Andererseits gibt es Soft Disziplinen, bei denen weiche Boots und breite Bretter verwendet werden und daher mehr Bewegungsfreiheit gegeben ist.

Zu den Hard Disziplinen gehören

Die Soft Disziplinen sind

Snowboarden kann jedoch auch in die Disziplinen Alpin und Freestyle unterteilt werden - wobei "Hard" praktisch mit "Alpin" und "Soft" eigentlich mit "Freestyle" gleichgesetzt werden kann.

Alpine Disziplinen benötigen Hard Ausrüstung und konzentrieren sich auf Geschwindigkeit (Raceboards), bei Freestyle Disziplinen wird hingegen Soft Ausrüstung verwendet und Sprünge/ Tricks sowie das Fahren abseits der Piste stehen im Vordergrund. Bei dieser Unterteilung sind die Disziplinen ähnlich wie bei der simplen Unterteilung in Hard und Soft:

Alpine Disziplinen sind

  • Slalom
  • Parallel Riesenslalom
  • Parallel Slalom
  • Riesenslalom
  • Snowboard Cross
  • Super- G

Freestyle Disziplinen sind

[bearbeiten] FIS-Disziplinen

Die FIS(Fédération Internationale de Ski) - der internationale Schi- und Snowboarddachverband - unterscheidet zwischen folgenden Disziplinen:

  • Parallel Riesenslalom (Hard): Nach einzelnen Qualifikationsrennen fahren die Snowboarder zu zweit nebeneinander zweimal einen Riesenslalom (zwei gleiche, parallel verlaufende Abfahrten). Wer beim ersten Durchgang gewinnt, hat beim Start des zweiten Durchgangs einen Zeitvorsprung. Sieger ist, wer beim zweiten Durchlauf gewinnt.
  • Parallel Slalom (Hard): Zu zweit nebeneinander fahren Snowboarder einen Slalom (zwei gleiche, parallel verlaufende Abfahrten), wobei der Schnellste gewinnt und in die nächste Runde aufsteigt.
  • Riesenslalom (Hard): Der Snowboarder fährt zweimal einen Riesenslalom auf zwei verschiedenen Pisten und die Zeiten von den zwei Abfahrten werden addiert.
  • Snowboard Cross (Soft): Hier durchfahren die Sportler zu viert nebeneinander einen Snowboard Cross Parcours, welcher Steilkurven, Sprünge, Hügel und andere Hindernisse beinhaltet. Nach Qualifikationsrennen werden die Endrunden im KO-System ausgetragen. Die Snowboarder müssen gute Allrounder sein und die zwei schnellsten bei einer Abfahrt steigen in die nächste Runde auf. Wichtig ist vor Allem Kondition, denn die Männer fahren insgesamt 6mal, Frauen insgesamt 5mal, jeweils ca. 1:45 Minuten lang.

Halfpipe(Soft): Der Snowboarder fährt durch einen Schneekanal mit steilen, abgerundeten Seitenwänden (Halfpipe = Halbrohr). Er fährt mit Schwung die Seitenwände hoch, springt an der oberen Kante ab und vollführt in der Luft Tricks. Die Wände können bis zu 6 Meter hoch sein, die Länge des Kanals beträgt meist ca. 120 Meter. Der Sportler bekommt je nach Schwierigkeitsgrad seiner Tricks Punkte von einem Richterkomitee (5 Richter und ein Hauptrichter/ Headjudge). Von den Fahrern wird hier vor allem Individualität verlangt.

[bearbeiten] Tricks

Abgesehen von Geschwindigkeit, ist auch gute Technik und Akrobatik beim Snowboarden gefragt. Bei den einzelnen Sprüngen, etwa in der Halfpipe, wird Kreativität gefordert, da die Snowboarder selbst ihr Sprungprogramm erstellen.

Wichtige Basis- Tricks (Sprünge) beim Kicker Springen (von einer Schanze abspringen) sind der

  • Straight Air,
  • 180’er, Frontside 180,
  • Frontside 360,
  • Frontside 540,
  • Cap 540 und
  • Backside 540.

Ein guter Snowboarder kombiniert in einem Sprung mehrere Tricks; hier eine Liste mit Erklärungen der wichtigsten Tricks. Wie bereits erwähnt können mehrere Tricks in einem Jump kombiniert werden, wobei eine saubere Ausführung und Kreativität in Bewerben von besonderer Wichtigkeit sind.

  • Big Air/ Big Jump: Ein einziger großer Sprung (mind. 20 m weit), bei dem der Snowboarder in der Luft Tricks macht. Ein “Big Jump” wird nach folgenden Kriterien beurteilt: Kontrolle über den Trick, Weite und Landung.
  • Straight Air: ein Basissprung, der in einer geraden Linie in der Hocke angefahren und auch gerade gesprungen wird.
  • 180’er: der Snowboarder springt wie beim Straight Air (von der Frontsidekante abgesprungen) nur dreht er sich in der Luft um 180 Grad, also eine halbe Umdrehung. Wenn er am Boden aufkommt, fährt er automatisch fakie - also rückwärts.
  • Frontside 180: wie der 180’er, nur wird er von der Backsidekante abgesprungen. Die Drehung erreicht der Snowboarder durch ein Aufdrehen des Oberkörpers, er positioniert dabei seine Schulterachse senkrecht zum Board.
  • Frontside 360: die Position in der Luft muss so lange gehalten werden, bis eine komplette Drehung ausgeführt ist. Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, um die Drehung einzuleiten - der Absprung kann über die Zehenkante erfolgen oder über die Backsidekante. Die Bewegung ist bei beiden fast die gleiche.
  • Frontside 540: kurz vor dem Absprung rotiert der Snowboarder mit Kopf und Oberkörper gegen die Drehrichtung, um während des Sprungs eine größere Drehung (540 Grad) zu erreichen.
  • Cap 540: der Sprung wird umgekehrt als der Frontside 540 gesprungen. Vor dem Absprung fährt der Snowboarder fakie (rückwärts) und dreht sich dann um 540 Grad, so dass er in die richtige Fahrtrichtung landet.
  • Backside 540:es wird von der Zehenkante abgesprungen, die Rotation wird durch eine Schulterstellung quer nach hinten zur Backsidekante eingeleitet. Die Position auf dem Board sowie die Landung ähneln sehr den Vorgängen beim Backside 180, nur muss eine volle Umdrehung mehr gesprungen werden.

[bearbeiten] Ausrüstung

Die Snowboard Ausrüstung inkludiert Haube, Snowboardbrille, Handschuhe mit speziellem Handgelenksschutz sowie eine Snowboardjacke und eine Snowboardhose. Die Jacke und Hose sind etwas weiter geschnitten, um mehr Bewegungsfreiheit (Hinsetzen, Sprünge,…) zu ermöglichen, außerdem ist der Rücken der Hose meist weit hinauf geschnitten, um den unteren Rücken vor Schnee zu schützen. Die Jacke verfügt an den Ärmeln sowie am unteren Rand meist über eigens zuzuschnürende Schneefänge. Oft tragen - vor Allem professionelle - Snowboarder auch schützende Ausrüstung wie Helm und Rückenschutz. An den Füßen trägt man spezielle Snowboardboots - entweder Hardboots oder Softboots, hier einige Details bezüglich der Beschaffenheit von Snowboardboots:

[bearbeiten] Boots

Die frühen Snowboarder der 70er Jahre trugen entweder Wanderschuhe oder Moonboots, später Skischuhe. Heute trägt man sogenannte Hardboots oder Softboots.

  • Hardboots (hart) sind Skischuhen im Vergleich zu Softboots ähnlicher,sie verfügen ebenfalls über eine harte Schale, haben jedoch eine dickere Sohle und erzeugen einen spitzeren Winkel zwischen Fuß und Brett. Bei alpinen Disziplinen werden Hardboots verwendet, da der Fuß gut festgeschnallt ist und sie eine bessere Kraftübertragung ermöglichen. Hardboots werden heute jedoch fast nur von Profisnowboardern getragen, da sie eher weniger Komfort bieten.
  • Softboots (weich) haben keine harte Schale, ähneln vom Aussehen her Moonboots und sind grundsätzlich bequemer, vor allem beim Gehen. Sie bieten dem Fuß im Schuh oft keinen so guten Halt wie Hardboots, sind jedoch für Freestyle-Disziplinen (mit Sprüngen) geeigneter, da sie mehr Bewegungsfreiheit zulassen und mehr Komfort bieten.

[bearbeiten] Aufbau des Boards

Für den Kern eines Snowboards wird entweder Kunststoff, Holz, Aluminium oder eine Karbon- Kevlar- Verbindung verwendet. Die Laufflächen werden mit einem speziellen Belag (Base) überzogen, welcher robust und pflegeleicht sein sollte. Wie bei den Skiern, wird dieser Belag regelmäßig gewachst (Ski- oder Snowboardwachs).

Grundsätzlich besteht die Base aus Polyethylen (P-Tex), es gibt jedoch verschiedene Arten des Belags:

  • den Extrudierten Belag (Polyethylengranulat verflüssigt und in eine Form geschnitten),
  • den Graphitbelag (Polyethylenbelag mit einem Rußanteil von 15% (auf Raceboards üblich) und
  • den Gesinterten Belag (Polyethylenpulver wird verflüssigt, gepresst und dann in Form geschnitten (hohe Gleitfähigkeit, nimmt Wachs gut auf).

[bearbeiten] Bindung

Es gibt drei verschiedene Arten der Bindung, Softbindung, Plattenbindung und Step- In Bindung.

  • Die Softbindung

wird in Kombination mit Softboots verwendet, vor Allem bei Freeride- und Freestyleboards. Der Fuß bzw. Schuh steht in der Bindung, welche hinten eine breite Fläche (Highback) hat, die die Hinterseite des Schuhs bis zur Wade abstützt und verhindert dass der Schuh nach Hinten wegrutscht. VDer vordere Teil der Bindung besteht aus 2-3 Riemen, die über den Schuh geschnallt und befestigt werden. Die Riemen der Bindung sind flexibel und lassen dem Fuß somit eine gewisse Bewegungsfreitheit, der weiche Schuh ermöglicht zustäzlichen Komfort, auch beim Gehen.

  • Die Plattenbindung

entwickelte sich aus der Skibindung und wird in Kombination mit Hardboots (vergleichbar mit Skischuhen) verwendet. Der Schuh wird hinten unter einen Bügel eingehakt und dann Vorne mit einem Klappbügel festgeschnallt. Plattenbindungen werden vor allem bei Raceboards verwendet (gute Kraftübertragung und daher hohe Geschwindigkeit). Im Gegensatz zur Skibindung öffnet sich die Snowboard-Plattenbindung bei einem Sturz nicht, der Fuß ist und bleibt sehr fest am Board verankert. Durch den praktisch unveränderbaren Winkel zwischen Schuh (Fuß) und Board, wird diese Art der Bindung mit der Zeit sehr unbequem.

  • Die Step-In Systeme (INTEC Systeme)

sind Bindungen, bei denen ein Teil Bindung im Schuh integriert ist. Auf der Unterseite des Schuhs verläuft ein Metallstab, welcher durch einen mechanischen Vorgang in der Bindung am Board einrastet. Der Nachteil dieser Bindungen ist oft, dass Schnee am Schuh ein korrektes Einrasten der Bindung verhindert und die somit nicht vollständig geschlossenene Bindung ein Verletzungsrisiko darstellt.

[bearbeiten] Boardtypen

  • Freeride- Board

Diese Boards sind relativ breit und sind fürs Tiefschneefahren gemacht. Man kann damit auch Carven und kleine Tricks machen. Hinten (am tail) ist das Board etwas aufgebogen, um Rückwärtsfahren zu ermöglichen (also fakie). Es werden grundsätzlich Softbindungen verwendet. Eine Spezialvariante des Freerideboards ist das Swallowtailboard, welches hinten V- förmig mit einem Schlitz geformt ist (Schwalbenschwanz).

  • Freestyle- Board

Diese Boards sind eher kurz (130- 165 cm) und weich. Hinten und Vorne sind sie identisch gebaut und sie sind fürs Springen und Rail fahren (auf einer dünnen Stange entlang rutschen) geeignet. Es wird mit Softbindungen gefahren.

  • Allround- Board

Diese Boards sind ähnlich wie Freeride- und Freestyle- Boards gebaut, nur ist es bei diesen Boards leichter, das Gewicht auf die Kanten zu verteilen und die Boards sind daher besser für das Pistenfahren geeignet (weniger Kraft benötigt), grundsätzlich sind diese Boards allerdings für jede Disziplin geeignet.

  • Alpin- Board (Überbegriff)

Dieser Begriff bezeichnet alle fürs Carving gemachten Boards, die keine Freestyle oder Freeride Boards sind, z.B.: Freecarve-, Carving-, Race- und Boardercross- Boards.

  • Race-Board

Diese Boards sind sehr schmal, sehr steif und auf Geschwindigkeit ausgelegt. Meistens sind die Boards sehr lang (Slalom 155- 165cm, Riesenslalom 175- 185cm; im Weltcup noch länger), schwer und haben eine kurze, flache Spitze (nose). Es werden nur Hardboots und Plattenbindungen in Kombination mit diesen Boards verwendet.

  • Carving- Board

Diese Boards sind zum Carven (auf der Kante fahren) gemacht. Sie sind vorne (an der nose) nicht sehr weit ausgebogen um die Kantenlänge möglichst gut auszunutzen. In der Breite variieren sie zwischen 14 cm und 23 cm und es wird eine Plattenbindung verwendet.

  • Split- Board

Diese Boards können der Länge nach in der Mitte geteilt werden um daraus Tourenski zu machen, sogar die Bindung kann zu einer Skibindung umfunktioniert werden (für Skitourengehen/ Tourensnowboarden geeignet). Von der Form her ähneln sie den Freeride Boards.

[bearbeiten] Fußstellung

Grundsätzlich steht man mit beiden Beinen auf einem Snowboard, je nach Fahrstil stehen die Füße fast normal zur Seitenkante oder zeigen mit der Spitze zur Nase des Boards. Außerdem gibt es zwei verschiedene Fußstellungen - "Regular" und "Goofy". Steht man mit dem linken Fuß vorne - also die Fußspitze zeigt zur Nase des Boards - steht man also "Regular" auf dem Brett, steht man mit dem rechten Fuß zur Boardspitze, nenn sich das "Goofy". Ob der Fahrer lieber regular oder goofy fährt, bleibt ganz ihm überlassen, keine der beiden Stellungen hat Vorteile gegenüber der Anderen, allerdings bleiben die meisten Snowboarder bei einer Stellung wenn sie sich dafür entschieden haben. Grundsätzlich stehen beide Füße fast parallel auf dem Board. Es gibt jedoch Unterschiede in den Winkeln zu den Seitenkanten des Boards. Je nach Fahrstil gibt es empfohlene Fußpositionen, für Anfänger wird etwa ein vorderer (vorderer Fuß) Winkel vom 30° und ein hinterer Winkel (hinterer Fuß) von 15° empfohlen, wodurch die Fußspitzen leicht in Fahrtrichtung zeigen.

Prinzipiell gibt es keine fixen Regelungen bezüglich der Fußstellung und Snowboarder suchen sich mit der Zeit meist den für sie angenehmsten Winkel aus.

Bei Raceboard Fahrern werden die Bindungen meist sehr steil (24°/ 18°) angebracht, da es zu hohen Geschwindigkeiten kommt und es von Vorteil ist, in die Fahrtrichtung gedreht zu stehen. Außerdem sind manche Raceboards so schmal gebaut, dass eine andere Fußstellung unmöglich ist, da sonst die Schuhspitze über das Board hinausragen würde.

Freestyle Snowboarder fahren hingegen mit flachen Winkeln von (0° bis 21°) oder auch dem „Duckstance“, bei welchem die Füße in einem „V“ am Board stehen (ähnlich der natürlichen Fußstellung) und man dadurch in eine tiefere Hocke gehen kann.

Es kann auch passieren, dass eine Bindung in einem falschen Winkel angebracht wird, etwa wenn der hintere Fuß steiler als der vordere Fuß montiert wird. Diese Stellung nennt man „Mongofoot“ (falsche Stellung!).

[bearbeiten] Snowboard Produzenten

Ein Snowboard ist grundsätzlich ein in der Mitte und an den Enden leicht nach oben gebogenes Brett. Die Fläche wird in der Mitte schmäler, je nach Boardtyp variiert die Breite und Länge des Brettes.

Das Snowboard wurde in den 70ern von Surfern und Skateboardern in den USA entwickelt. Frühe Experimente mit alten Türen und Holzbrettern führten schließlich zum heutigen Snowboard.

Um 1977 wurde von Jake Burton eine erste richtige Bindung entwickelt und Snowboards produziert - damals entstand die bis heute marktführende Marke Burton. Ab 1975 verkaufte Dimitrije Milovich unter dem Namen Winterstick frühe Snowboards und er entwickelte auch die „Swallowtailboards“. Die Hinterseite dieser Boards ist ähnlich wie ein Schwalbenschwanz geformt. Burton und Milovich waren für die Verbreitung des Snowboards in den USA mitverantwortlich, da sie auch auf Sportmessen ihre Boards ausstellten. Tom Sims entwickelte ebenfalls in den 70ern ein Board mit dünnen verleimten Holzschichten, welches sich sehr gut verkaufte. In den 80ern wurden erstmals Beläge aus der Skiindustrie verwendet, welche das Fahrgefühl deutlich verbesserten. 1981 begann Chuck Barfoot unter dem Namen Barfoot Snowboards zu produzieren. Ebenfalls zu dieser Zeit wurden erste Snowboardboots (1985) entwickelt. Die USA war in den 70er/ 80er Jahren der führende Snowboard Hersteller, erst 1984 wurden unter dem Namen Hooger Booger in Europa erstmals gute Boards (Race Boards) produziert. Ein weiterer europäischer Hersteller war Niedecker, welcher asymmetrische Boards kreierte und den ersten europäischen Weltmeister José Fernandez mit einem Board versorgte.

Wichtige aktuelle Snowboard Produzenten

Burton, Division 23, Elan, Lamar Snowboards, Sims Snowboards, Fanatic, G- Shock, Fanatic, K2, Morrow Snowboards, Oxess und Völkl.

[bearbeiten] Snowboard Institutionen

1989 wurde die International Snowboard Association (ISA) gegründet, um ein Regelwerk für den Snowboardsport und Wettkämpfe aufzustellen. Die ISA wurde 1990 durch die ISF (International Snowboarding Federation) ersetzt und 1994 schloss sich die ISF an die FIS an.

Damals war Snowboarden die einzige (Winter-) Sportdisziplin, die unabhängig von der FIS (also nicht an FIS Regeln gebunden) eine erfolgreiche Sportart war. Erst in den späten 90ern wurde Snowboarden in Skigebieten auf den Pisten akzeptiert, davor mussten die Snowboarder abseits der Pisten oder in der Nacht auf den präparierten Pisten fahren, da sie weder von Skifahrern noch von Liftbetreibern gern gesehen waren.

1994 begannen erste Gespräche über Snowboarden als Olympische Disziplin. 1997 entschied das Internationale Olympische Komitee (IOC), dass nur jene Snowboarder an den Olympischen Spielen teilnehmen durften, welche sich bei FIS- Rennen qualifizieren konnten. Dies führte zu einem Streit zwischen dem IOC und ISF. Der damalige Olympia Favorit Terje Håkonsen weigerte sich an den Spielen 1998 teilzunehmen, da er nicht mit den Regeln des IOC einverstanden war. 2002 ging die ISF in Konkurs, ein Grund war sicher die Streitsituation mit der FIS, welche die Arbeit der ISF erschwerte. Nach dem Konkurs wurden die Aufgaben und Wettbewerbe der IFS von der FIS übernommen.

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[bearbeiten] Olympische Spiele

1995 wurde vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) beschlossen, Snowboarden 1998 erstmals zu den Spielen zuzulassen. Snowboarden ist somit die jüngste Olympische Disziplin. 1998 nahmen erstmals Snowboarder in den Disziplinen Halfpipe und Riesenslalom (Einzelfahrten) an den Spielen teil. Voraussetzung für die Zulassung war und ist die Bewältigung der FIS Wettkämpfe.

Diese ersten Spiele 1998 wurden von zwei negativen Meldungen überschattet:

Der damalige Favorit Terje Håkonsen weigerte sich, an den Spielen teilzunehmen, da er nicht mit den Regeln des IOC einverstanden war (somit Kritik am FIS), welche die Basisregeln des Wettkampfs sind,(er wollte Snowboarden nicht als Konkurrenz zwischen Ländern sehen). Er ging wegen dieser Aktion als umstrittene, jedoch legendäre Figur in die Geschichte ein.

Die zweite aufsehenerregende Meldung der Spiele betraf den kanadischen Snowboarder Ross Rebagliati, bei welchem im Urin Marihuana festgestellt wurde. Ihm wurde seine Goldmedaille entzogen, später jedoch wieder zurückgegeben, da Marihuana damals nicht zu den illegalen Dopingsubstanzen zählte.

In 2002 wurde der Riesenslalom durch den Parallel Riesenslalom ersetzt und Snowboard Cross wurde erstmals 2006 in Turin ausgeführt. Heute gibt es für Männer und Frauen getrennte Wettbewerbe in folgenden Olympische Disziplinen: Halfpipe, Parallel Riesenslalom und Snowboard Cross.

Bei den letzten Olympischen Winterspielen 2006 in Turin dominierten die USA die Wettkämpfe mit 3 Goldmedaillen, 3 Silber und 1 Bronzemedaille.

[bearbeiten] Wichtige SnowboarderInnen

Generell dominieren seit den 70ern bis heute SnowboarderInnen aus den USA die Sportart. Frühe Snowboarder - die noch vom Surfen und Skateboarden kamen - waren Tom Sims, Sherman Poppen, Jake Burton, Dimitrije Milovich und Chuck Barfoot.

Weitere wichtige Namen sind Terje Håkonsen, Craig Kelly, Paul Graves, Terry Kidwell , José Fernandez, Peter Bauer, Nick Perata, Shawn Farmer, Petra Müssig, Jean Nerva, Craig Kelly, Burt Lamar und Ross Rebagliati.

  • Tom Sims: früher Pionier und Weltmeister, gründete Sims Snowboards, eine bis heute erfolgreiche Firma (2006 verkauft).
  • Sherman Poppen: entwickelte 1965 den “Snurfer” (frühes Snowboard).
  • Jake Burton: entwickelte eine Bindung für den Snurfer, 1979 eröffnete er eine Snowboard Produktionsfirma (Burton), heute international erfolgreichste Snowboard Marke.
  • Dimitrije Milovich: Surfer, brachte für mehr Stabilität an frühen Snowboards Stahlkanten an, ab 1975 Produktion von Snowboards (Winterstick), entwickelte patentierten „Swallowtail“.
  • Chuck Barfoot: designte für Tom Sims Snowboards, gründete 1981 Barfoot.

Terje Håkonsen: norwegische Snowboard Ikone (Snowboard Freestyler), legändere Absage bei Olympischen Winterspielen 1998, organisiert jährlich „The Arctic Challenge“ als Teil der TTR.

  • Craig Kelly: früher Snowboard Profi (4 Weltmeistertitel), starb 2000 durch eine Lawine.

[bearbeiten] Aktuelle Top- SnowboarderInnen

USA: Hannah Teter, Shaun White, Chas Guldemond, Kelly Clark, Hana Beaman, Ellery Hollingsworth, Leslie Glenn, Travis Rice, Wiley Fullmer, Beau Bamburg, Nate Adams, Ian Aarsvold, Kevin Pearce, Danny Kass, Scotty Lago, Wyatt Caldwell.

  • Hannah Teter: 1987 in USA geboren, aus bekannter Snowboarder Familie, größtes weibliches Nachwuchstalent der USA, seit 2003 Teil des Burton Teams, 2005 US Open Bronze Medaille, 2005 Nokia Snowboard Fis World Cup Champion (Halfpipe), Gold Medaille (Halfpipe) Olympia 2006, spielte in „First Descent“ (2006) mit (www.hannahteter.com).
  • Shaun White: 1986 in USA geboren, größtes Snowboard Talent in der Geschichte des Sports, seit 13. Lebensjahr Vertrag mit Burton (eigene Modelinie von Burton), jüngster Sieger der US Open Snowboarding Championships, Sieg bei „Nokia Air-& Style- Contest“ 2002/03 und 2003/04, Gold Medaille (Halfpipe) Olympia 2006, der Film „The White Album“ dokumentiert seine Karriere, spielte in „First Descent“ (2006) mit (www.shaunwhite.com).

Finnland: Risto Mattilam, Antti Autti, Heidi Aarikka, Jussi Oksanen, Iikka Backstrom

Schweiz: Christian Haller, Thierry Brunner, Daniela Meuli, Philipp Schoch, Simon Schoch, Tanja Frieden

Deutschland: David Benedek, Jan Michaelis, Xaver Hoffman, Amelie Kober

Österreich: Sani Alibabic, Stefan Gimpl, Tommy Brunner, Brigitte Köck, Manuela Riegler

Norwegen: Torstein Horgmo, Mikkel Bang, Daniel Ek, Terje Hakkonsen

Australien: Ben A Hearne

Japan: Chikako Abe, Yuki Furihata, Junya Abe, Fumiyuki Murakami, Kazuhiro Kokubo, Takahiro Ishihara, Yayoi Tamura, Junko Asazuma

 
 
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