Squash

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Squash ist die schnellste Rückschlag-Sportart. Zwei Spieler (selten auch vier) stehen gemeinsam auf einem Spielfeld und spielen den Ball mit genormten Schlägern gegen die Wände; möglichst so, dass der Gegner den Ball nicht mehr erreichen und zurückspielen kann.
Die Schlagtechnik ist bei diesem Spiel besonders wichtig, um den Ball gut unter Kontrolle zu haben und auch, um die Schlag- und Ausholbewegungen möglichst kurz zu halten, damit das Risiko, den Mitspieler zu treffen, möglichst gering gehalten wird. Rücksichtnahme ist nämlich das oberste Gebot.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Geschichte

Als direkter Vorfahre des Squash wird das im 18. Jahrhundert gespielte Wandspiel Fives genannt. Es erfreute sich großer Beliebtheit auf der britischen Insel.
Über die Geburt des Squash gehen die Meinungen auseinander. Einige sagen, Squash sei Anfang des 19. Jahrhunderts in den überfüllten Gefängnissen Englands entstanden, aber auch Mönchszellen werden in manchen Entstehungsgeschichten angeführt. Sporthistoriker allerdings meinen, dass dieser Sport Mitte des 19. Jahrhunderts an der britischen Privatschule Harrow erfunden wurde. Diese Version ist am wahrscheinlichsten und am belegbarsten.
Von England aus verbreitete es sich zunächst im Britischen Imperium, bis es Ende der 60er auch bis zum europäischen Kontinent vordrang. Lange Zeit waren aufgrund des Ursprungs von Squash Nationen wie Pakistan, Südafrika, Australien und Neuseeland führend. Bei der Namensgebung spielte der Ball keine unwichtige Rolle. Der Sport-Brockhaus (1984) übersetzte Squash mit „weicher Körper“, womit er den Ball meinte.

[bearbeiten] Ausrüstung

Schläger Je nach Spielregeln wird ein anderer Schläger verwendet. Ursprünglich bestanden sie aus beschichtetem Holz (typischerweise Esche) und die schmale Schlagfläche wurde mit Darmsaiten bespannt.
Heutzutage sind die Schläger fast immer aus Kunstfaser und/oder Metallen hergestellt, wie Graphit, Kevlar, Titan und Bor, außerdem verwendet man synthetische Saiten für die Schlagfläche.
Durch diese Mischung aus verschiedenen Materialien sind die Squashschläger zwar schwerer als Badminton-, aber leichter als Tennisschläger.

Neigt ein Spieler zu feuchten Händen, sollte man sich besser ein Griffband aus Frottee zulegen, ansonsten ist auch Leder erlaubt.

Moderne Schläger sind maximal 686 mm lang und 215 mm breit, mit einer Schlagfläche von höchstens 500 cm2. Die Verwendung von leichten Werkstoffen ermöglicht es, Schläger mit einem Gewicht von nur 110 g bis 220 g zu produzieren. Erlaubtes Höchstgewicht sind jedoch 255 g.

Ball
Beim Squash wird ein leichter, innen hohler Gummiball verwendet (etwa so groß wie ein Golfball), der mit einem Tropfen Wasser gefüllt ist. Dadurch, dass der Ball Flüssigkeit enthält, muss er zuerst warmgespielt werden. Durch diese Wärme entsteht dann ein Innendruck, der die benötigte höhere Sprungkraft des Balles ermöglicht.

Üblicherweise wird der Ball aus schwarzem Gummi hergestellt, aber um ihn für die Zuschauer leichter wahrnehmbar zu machen, wie etwa bei Fernsehübertragungen, entscheidet man sich oft für weißen Gummi.

Alle haben aber einen Farbpunkt zur Kennzeichnung ihrer Geschwindigkeit:

• Blau: schnell
• Rot: medium
• Grün oder weiß: langsam
• Gelb: sehr langsam
• Zwei gelbe Punkte: am langsamsten

Bei offiziellen Turnieren werden nur sehr langsame Bälle verwendet. Da diese keine hohe Geschwindigkeit aufbauen, springen sie flach ab und es ist daher dementsprechend schwerer, den Ball zu treffen.

Bei Spielen zwischen Profis können die Bälle eine Geschwindigkeit von 200 km/h oder sogar mehr erreichen und das Risiko, von einem Ball getroffen zu werden ist demgemäß hoch, sofern man nicht schnell genug mit dem Schläger dagegenhält.
Es empfiehlt sich daher (zumindest bis man das nötige Können eines Profispielers erlangt hat) einen Augenschutz – meist eine Kunststoffbrille – zu tragen. Das ist auch bei einigen Wettbewerben Pflicht. Unter diese Wettstreits fallen die Junioren- und Doppel-Wettkämpfe.

Kleidung
Da man bei diesem Spiel eine große Bewegungsfreiheit braucht, sollte die Kleidung nicht zu eng und auch nicht schweißaufnehmend sein. Empfehlen würde sich hierfür Baumwolle und auch ein Stirnband oder ein Schweißband sind nützlich. Männer tragen meistens Shorts und T-Shirt, Frauen einen Rock und T-Shirt, manchmal auch ein Sportkleid. Die leichten, atmungsaktiven Schuhe sollten eine helle, griffige Sohle haben, damit sie keine Spuren auf dem Courtboden hinterlassen.

[bearbeiten] Spielfeld

Das Spielfeld (Court) wird von vier Wänden umgeben, drei davon, nämlich die beiden Seitenwände und die Vorderwand (Stirnwand) sind aus massivem Mauerwerk, die Rückwand aus bruchfestem Glas. In dieser befindet sich auch die Tür, die bündig abschließen muss.
Die Wandbeschichtung der Courtwände ist aus weißem Spezialputz, der eine glatte Oberfläche bietet. Diese Wände gibt es auch schon als Fertigteile, die man nur noch zusammenschrauben muss. Der Boden ist aus einem sogenannten Schwingboden mit unversiegeltem Ahornparkett und hat eine Breite von 6,40 m und ist 9,75 m lang. Zur Orientierung sind alle Spielfeldmarkierungen rot gezeichnet.

An der Stirnwand befindet sich in 4,57 m Höhe die vordere Auslinie; an der Rückwand ist sie 2,13 m über dem Boden eingezeichnet. Die beiden seitlichen Auslinien laufen demzufolge schräg nach hinten abfallend.
An der Stirnwand ist noch die Aufschlaglinie 1,78 m über dem Boden markiert und auch das Tin-Board ist an dieser Wand zu finden. Die Dicke dieses Brettes darf oben nicht mehr als 15 mm und unten nicht mehr als 45 mm betragen. Außerdem muss es eine Höhe von 0,45 m aufweisen.

Die Spielfläche wird mit einer roten, parallel zur Stirnwand laufenden Linie halbiert. Die Hälfte nahe der Rückwand wird noch einmal mit einer 4,26 m langen Linie – der Mittellinie – geteilt. In jedem dieser entstandenen Felder wird ein weiteres eingezeichnet. Diese so genannten Aufschlagfelder sind jeweils 1,65 m lang und 1,60 m breit und grenzen an je eine Seitenwand und der langen Trennlinie an.

Bei Meisterschaften bestehen alle vier Wände aus Glas, um es einem größeren Publikum zu ermöglichen, am Spielgeschehen teilzuhaben. Verglichen mit anderen Sportarten ist es wegen des kleinen Spielfeldes trotzdem nur wenigen Zuschauern möglich, ein Spiel zu verfolgen.

[bearbeiten] Spielablauf

Bevor überhaupt zu spielen begonnen wird, drehen die Spieler üblicherweise einen Schläger, um zu entscheiden, wer das Spiel beginnt. Der Aufschläger darf sich dann für eine Seite entscheiden. Nach jedem Satz beginnt immer der Gewinner des vorangegangenen Satzes und darf sich wieder eine Seite aussuchen. Der Aufschlag muss immer von einem Aufschlagfeld ausgeführt werden, wobei der Aufschläger mit mindestens einem Fuß im Aufschlagviereck stehen muss, ohne aber dabei die Linien zu berühren. Der Ball muss danach an der Stirnwand zwischen Auslinie und Aufschlaglinie auftreffen und anschließend entweder direkt oder über die Seitenwand im Hinterfeld des Gegners aufkommen. Die beste Position, um den Ballwechsel zu beherrschen, ist in der T-Position. Diese befindet sich am Kreuzungspunkt der Mittellinie und der parallel zur Stirnwand laufenden Linie. Es wird dann so lange gespielt, bis ein Spieler neun Punkte erreicht hat. Wenn sich aber beide Spieler einig sind, kann bei einem 8:8 auch bis zehn gespielt werden. Es werden drei Gewinnsätze gespielt, das heißt, der Spieler, der zuerst drei Sätze für sich entschieden hat, gewinnt. Bei Wettbewerben werden meistens fünf Sätze ausgetragen, ganz nach dem Motto „best of five“. Es gewinnt also derjenige, der die meisten Sätze von fünf gewonnen hat.

Bei der Variante Point-A-Rally wird jeder Punkt gezählt, egal wer Aufschläger war.

[bearbeiten] Regeln

  • Aufschlagrecht:

Zu Beginn eines Spieles wird der Aufschläger ausgelost. Dieser darf dann eine Seite wählen und wenn der Aufschläger den Ballwechsel gewinnt, erhält er einen Punkt. Verliert er aber den Ballwechsel, erhält sein Gegner das Aufschlagrecht und darf eine Seite wählen. Einen Punkt bekommt dieser jedoch nicht.
Auch jeweils am Anfang eines Satzes darf der Aufschläger entscheiden, auf welcher Seite er beginnen möchte.

  • Ballwechsel:

Beim Squash muss der Ball zuerst immer die Vorderwand berühren, bevor ihn der Gegner annimmt. Dafür kann der Ball direkt oder indirekt – also über die Seiten- oder Rückwand – gespielt werden. Danach muss der Ball nach einem einmaligen Aufkommen auf dem Boden zurückgeschlagen werden. Jedoch darf er beliebig oft die Seitenwände oder Rückwand berühren.
Ein Ballwechsel dauert so lange, bis er vom Schieds- oder Punktrichter unterbrochen wird, da entweder ein ungültiger Schlag ausgeführt wurde oder der Ball sich nicht mehr gemäß den Regeln im Spiel befindet.

  • Der Ball:

Falls der Ball während eines Spieles kaputt geht und dies gleich bemerkt wird, so muss der Ball unverzüglich ausgewechselt werden.
Geht der Ball jedoch während eines Ballwechsels kaputt und es wird nicht erkannt, so soll für diesen Ballwechsel ein Let gewährt werden. Vorausgesetzt, der Aufschläger gibt die Beschädigung bekannt, bevor er aufschlägt oder der Rückschläger den Ball annimmt.
Gesetzt den Fall, dass der Ballwechsel jedoch unterbrochen wird, ohne dass der Ball wirklich beschädigt ist, so geht das Aufschlagrecht an den Gegner über.

  • Rückschlag:


Ein Rückschlag ist gültig, wenn der Ball ganz einfach nicht ins „Aus“ geht. Außerdem wird er als gültig anerkannt, wenn er vom Spieler oberhalb der Aufschlaglinie auf die Stirnwand gespielt wird, bevor der Ball zweimal den Boden berührt hat.

  • Letball:


Unter einem Letball (Let) versteht man die Wiederholung des Ballwechsels. Ein Let wird ausgesprochen, wenn der Ballwechsel nicht entschieden werden konnte. Der durch einen Letball ersetzte Ballwechsel wird somit nicht gezählt. Der Aufschläger muss im Falle eines Lets den Aufschlag von der gleichen Seite wiederholen.

    • Gewähren von Lets:


Ein Let muss gewährt werden, wenn der Ball während des Spiels beschädigt wird, und wenn der Schiedsrichter eine Entscheidung treffen soll, ihm das aber nicht möglich ist. Laut den Regeln muss außerdem ein Let gespielt werden, wenn der Rückschläger noch nicht bereit ist, den Ball anzunehmen und deswegen keinen Versuch unternimmt. Falls der Ball nach einem gültigen Rückschlag nicht auf dem Boden aufspringen kann, da er irgendwo eingeklemmt wurde, oder wenn er nach dem ersten Aufspringen ins Aus geht, so steht den Spielern ebenfalls ein Let zu.

Je nach Schiedsrichter kann dieser ein Let gewähren, wenn der Ball einen am Boden liegenden Gegenstand berührt, wenn der Rückschläger Gefahr läuft, seinen Gegner zu verletzen, oder wenn ein Spieler durch irgendein Ereignis abgelenkt wurde. Außerdem kann der Schiedsrichter ein Let spielen lassen, wenn er der Meinung ist, die Courtbedingungen wurden verändert und dies hätte den Ausgang des Ballwechsels beeinflusst.

Ein Let darf nicht gewährt werden, wenn ein Spieler die Behinderung selbst verursacht hat, oder nach einer Behinderung weitergespielt hat, ohne diese zu melden.

  • Gewonnener Ballwechsel:

Ein Spieler kann einen Ballwechsel aufgrund mehrerer Faktoren gewinnen. Zum einen kann es passieren, wenn dieser Spieler der Rückschläger ist und der Aufschläger durch einen Fehler sein Aufschlagrecht und den Ballwechsel verliert. Zum anderen kann der Aufschläger den Ballwechsel für sich entscheiden, wenn der Rückschläger keinen gültigen Rückschlag ausführt. Außerdem kann der Schiedsrichter einem Spieler den Ballwechsel zusprechen, sofern dies laut Regeln möglich ist.

  • Treffen des Gegners mit dem Ball:

Wenn der Ball nach dem Aufschlag, den gegnerischen Spieler, dessen Kleidung oder Ausrüstung trifft, bevor der Spielball die Stirnwand getroffen hat, wird das Spiel sofort unterbrochen. Danach entscheidet der Schiedsrichter über den weiteren Verlauf des Spieles. Wenn es sich um einen gültigen Rückschlag gehandelt hätte, und der Ball die Stirnwand erreicht hätte, nachdem er eine Wand berührt hat, kommt es zu einem Letball. Wenn der Ball ohne vorheriges Berühren einer Wand die Vorderwand erreicht hätte, gewinnt der Rückschläger den Ballwechsel. Wäre der Rückschlag nicht gültig gewesen, verliert der Rückschläger jedoch den Ballwechsel.

  • Einsprüche:


Falls ein Ruf des Punktrichters wie „Fuß“, „Fußfehler“, „Tief“ oder „Aus“ dem Aufschläger zuwider läuft, kann dieser Einspruch erheben. Wird dem stattgegeben, so wird ein Let gewährt.
Verabsäumt der Punktrichter jedoch dies zu rufen, hat der Rückschläger die Möglichkeit, den Ballwechsel zu gewinnen, indem er seine Ansicht dem Schiedsrichter mitteilt. Dies kann er unmittelbar nach dem Aufschlag oder beendetem Ballwechsel tun.

  • Behinderung:

Grundsätzlich muss es einem Spieler möglich sein, den Schlag ohne Behinderungen durch seinen Gegner ausführen zu können. Der Kontrahent muss dabei jede Anstrengung unternehmen, um dem schlagenden Spieler ein hindernisfreies Spiel zu ermöglichen. Darunter versteht man einen unbehinderten Zugang und gute Sicht zum Ball und auch ausreichend Platz, um den Ball (auf direktem Weg an die Frontwand) zu schlagen.

  • Einspielen:

Bevor das Spiel offiziell beginnt, wird den Spielern eine Einspielzeit von fünf Minuten gewährt. Nach 2 ½ Minuten ruft der Schiedsrichter „Halbzeit“, was für die Spieler einen Seitenwechsel bedeutet. Nach abgelaufener Einspielzeit fordert er die Spieler mit dem Ruf „Zeit“ auf, das Einspielen zu beenden. Danach werden noch maximal 90 Sekunden gewartet, bis das eigentliche Spiel beginnt.

Wurde das Spiel aufgrund eines Ballaustausches oder anderen Gründen für längere Zeit unterbrochen, so erlaubt der Schiedsrichter, den Ball wieder warmzuspielen.

Laut den Regeln ist es aber nicht verboten, den Ball während den Pausen weiter aufzuwärmen.

  • Verzögerungen:

Verzögerungen sind eigentlich nicht erlaubt, können aber unter verschiedenen Bedingungen zugelassen werden. Prinzipiell ist zwischen den Sätzen eine Pause von maximal 90 Sekunden einzuhalten. Danach haben sich die Spieler wieder spielbereit auf dem Court einzufinden. Aufgrund schlechter Lichtverhältnisse oder anderer Umstände, kann der Schiedsrichter das Spiel auf unbestimmte Zeit unterbrechen, wobei der Spielstand beibehalten wird. Wird das Spiel auf den nächsten Tag verschoben, können die Spieler vereinbaren, nochmal neu anzufangen oder an den momentanen Punktestand anzuschließen.

  • Aufsicht:

Im Allgemeinen wird ein Spiel von einem Schieds- und Punktrichter beaufsichtigt. Ist aber nur eine Person anwesend, kann diese die Aufgaben von beiden Ämtern übernehmen.

Schiedsrichter Der Schiedsrichter ist wie in jedem Sport das Kontrollorgan. Er kann über die Einsprüche eines Spielers entscheiden, jedoch soll er sich bei den Spielansagen des Punktrichters nicht einmischen, es sei denn, dieser macht einen schweren Fehler den Spielstand oder eine Unterbrechung des Spiels betreffend. Außerdem ist er für die konsequente Einhaltung der Spielzeiten verantwortlich und auch dafür, dass die Courtbedingungen für ein Spiel angemessen sind. Zu guter Letzt hat er auch noch das Recht, das Spiel einem Spieler zuzusprechen, falls sich sein Gegner nicht nach der festgesetzten Zeit im Court befindet.

Punktrichter Seine Hauptaufgabe besteht darin, das Spiel anzusagen und den Punktestand auszurufen. Er muss weiters immer die Entscheidungen des Schiedsrichters wiederholen. Auf Rufen des Punktrichters hin muss das Spiel unterbrochen werden. Geschieht dies, obwohl seine Sicht verstellt war oder er sich nicht sicher ist, muss er den Schiedsrichter um eine Entscheidung bitten. Im Fall, dass sich der Schiedsrichter ebenfalls unsicher ist, wird ein Let gewährt.

[bearbeiten] Strategie und Taktik

Die Hauptstrategie beim Squash ist die „T-Position“. Erfahrene Spieler platzieren sich nach einem Schlag immer auf diesem Punkt, da sie von hier aus am schnellsten in jeden Teil des Courts gelangen können und somit den Ball ohne viel Bewegung erreichen.

Profispieler versuchen oft, den Ball in so einem Winkel an die Stirnwand zu spielen, so dass er in die Kerbe springt, wo sich Boden und Seitenwand treffen. Wenn dieser Schlag sauber ausgeführt wurde, rollt der Ball über den Boden und kann somit nicht zurückgespielt werden. Falls er jedoch ungenau gespielt wird, wird daraus ein leicht zurückzuspielender Ball.

Ein Spieler, der sehr erfahren ist und viel trainiert, kann in letzter Sekunde die Richtung des Balles ändern und so seinen Kontrahenten verwirren. Fachkundige Spieler können sogar den Schlag des Gegners um einige zehntel Sekunden früher ausmachen als Durchschnittsspieler und somit ihre Chancen verbessern.

[bearbeiten] Kulturelle, soziale und Gesundheitsaspekte

Kulturelle Aspekte Überall auf der Welt wird Squash gespielt, je nach Kultur erkennt man auch Unterschiede.
In den USA wird „hardball“ im Einzel oder Doppel mit einem härteren Ball und auf unterschiedlich großen Plätzen gespielt. Hardball im Einzel hat schon viel seiner Popularität verloren, hingegen das Doppel erfreut sich noch immer großer Beliebtheit in Nordamerika. Auch gibt es unterschiedliche Versionen des Doppel-Squash. Eine davon wird in einer größeren Halle gespielt, und es gibt auch eine tennisähnliche Variante, die Tennis Squash genannt wird.

Beim ähnlichen Racquetball besteht der Unterschied zum Squash darin, dass der Ball hier an alle vier Seiten gespielt werden darf, was das Punkten erleichtert. Beim Racquetball ist es auch leichter, den Ball zu „killen“, da nicht jeder Ball die Stirnwand über dem Tin treffen muss. So dauert ein Satz nicht so lange wie beim Squash.

Soziale Aspekte Die meisten Squash-Spieler treten am liebsten gegen einen körperlich, geistig und technisch gleichstarken Gegner an, damit einer dem anderen nicht haushoch überlegen ist und so immer der gleiche Spieler gewinnt.

Gesundheit Squash ist ein optimaler Sport, um das Herz-Kreislauf-System zu stärken. Schon eine Stunde reicht, um mehr Kalorien zu verbrennen als vergleichsweise beim Tennis oder Racquetball. Der Gesundheitszustand lässt sich durch die hohe Belastungsintensität vor allem bei Menschen mit niedrigem Blutdruck verbessern. Es ist jedoch nicht so empfehlenswert für jene mit Herz-Kreislaufbeschwerden, da die Belastungsspitzen beim Squash nur schwer zu steuern sind. Hauptsächlich bietet Squash einen hohen Spaßfaktor und baut Aggressionen und Stress ab. All diese Vorteile, stehen leider einem großen Nachteil gegenüber: Squash birgt ein großes Verletzungsrisiko. Vor allem Gelenke, Sehnen und Bänder werden aufgrund der ruckartigen Bewegungen stark beansprucht.

[bearbeiten] Squashspieler

Rodney Eyles Rodney Eyles ist ein ehemaliger australischer Squashspieler der 80er und 90er.
Seine Karriere begann bereits im Alter von 16 Jahren, als er an der Profi Squash Tour im Mai 1984 teilnahm. Im Finale der World Junior Squash Championship 1984 erreichte er hinter Jansher Khan den zweiten Platz. Insgesamt gewann er zwischen 1980 und 1986 vier Australian Junior Titel und drei Queensland Junior Titel. 1996 musste er sich wieder geschlagen geben, diesmal bei dem World Open und beim British Open – sein Gegner war wieder Jansher Khan. Am bekanntesten wurde er durch seinen Sieg des World Open 1997, wo er Peter Nicol 3:0 schlug. Weitere Highlights seiner Karriere sind der Sieg des Tournament of Champions 1994, das US-Open 1993 und das Australian Open 1997. Im Alter von 33 Jahren zog er sich im November 2000 aus diesem Sport zurück.

John White John White ist seit 1993 professioneller Squashspieler und ehemalige Nummer eins des Squash. White ist gebürtiger Australier, vertritt aber Schottland bei internationalen Squash Turnieren. Bei den World Open und bei den British Open hat er 2002 beide male „nur“ den zweiten Platz belegt, was seine größten Erfolge waren, trotz dem Gewinnen von zehn PSA-Turnieren. 2004 hat er die British National Championships gewonnen und somit die Spitze der Weltrangliste erklommen. Diesen Platz konnte er zwei Monate lang verteidigen, bis Peter Nicol ihn verdrängte.
White hält auch den Weltrekord im Beschleunigen des Squashballes. 2004 hat er dem Ball mit einer gewaltigen Vorhand einen derartigen Schlag versetzt, dass der Ball eine Geschwindigkeit von fast 240 km/h erreichte.

Peter Marshall Von 1991 bis 2002 war der britische Squashspieler professionell in diesem Sport vertreten.
Peter Marshall hat in seinen Jugendjahren in allen Altersgruppen den British Junior Titel gewonnen. In England wurde er dann 1991 zum ersten Mal Nummer eins und diese Position konnte er vier Jahre verteidigen. Er ist der einzige Squash-Profi, der wie im Tennis die Rückhand mit beiden Händen schlug. Profis standen dieser Technik eher skeptisch gegenüber, aber Marshall hat sie perfektioniert. Doch beim World Open 1994 und beim British Open 1995 musste er sich trotz dieses einzigartigen Stiles seinem Gegner Jansher Khan knapp geschlagen geben.
Als er 1994 hinter Khan den zweiten Platz erreichte, waren viele Zuschauer der Meinung, dass er den Erstplatzierten vom Thron stoßen könnte. Jedoch ist Marshall 1995 ernsthaft erkrankt (Chronisches Erschöpfungssyndrom), wonach er zwei Jahre lang kein Spiel bestreiten konnte. Ihm gelang zwar ein Comeback 1999, aber er konnte nie wieder an seine früheren Erfolge anknüpfen.

Peter Nicol Peter Nicol ist zwar in Schottland geboren, hat aber nach einigen Jahren nicht mehr sein Heimatland, sondern England international vertreten. Er hat behauptet, dass er zu wenig Unterstützung der schottischen Squash-Verantwortlichen bekommen hätte und deshalb gewechselt habe. Insgesamt war er von 1992 bis 2006 Squash-Profi. 1998 gelang es ihm als erstem britischen Squash-Spieler, die Nummer eins der Weltrangliste zu werden und sich dort 60 Monate zu halten..
Er wird aufgrund seiner zahlreichen Siege als einer der hervorragendsten internationalen Squash-Spieler aller Zeiten gesehen. Sein größter Erfolg war der Gewinn der Weltmeisterschaft 1999, aber er hat auch alle anderen hochkarätigen Titel, die es zu gewinnen gab, gewonnen.
Er ist außerdem bekannt dafür, ein äußerst hartnäckiger Gegner zu sein. Auch sein Konkurrenzkampf mit dem kanadischen Spieler Jonathon Power ist einer der bekanntesten in der Geschichte des Squash.

Jonathon Power
Der Kanadier Jonathon Power hat sich längst aus dem Squash-Geschehen zurückgezogen. Er gilt als einer der größten Schlag-Erfinder in diesem Sport, da er eine breite Palette von drop shots und täuschenden Schüssen kreiert hat.
Er war fast jedermanns Lieblingsspieler, nicht nur wegen seiner Emotionsausbrüche sondern auch wegen seines verbalen Schlagabtauschs mit dem Schiedsrichter. Daher wurde er auch oft mit John McEnroe verglichen.
2006 erklomm er viereinhalb Jahren nach dem ersten Mal wieder die Spitze der Rangliste. Im Februar 2006 musste er jedoch wieder absteigen und sie David Palmer überlassen. Aber am 1. März 2006 saß er wieder auf dem Thron und nur einen Tag später hat er seinen Rücktritt bekanntgegeben.

Amr Shabana Auch Ägypten hat einen herausragenden Squash-Spieler zu verzeichnen – Amr Shabana.
2003 hat er einen bemerkenswerten Auftritt hingelegt. Beim World Open in Pakistan, an dem zahlreiche Profispieler teilnahmen, hat er seinen ersten Weltmeistertitel gewonnen und somit Thierry Lincou geschlagen. Infolgedessen wurde er der erste ägyptische Spieler, der diesen Titel gewann.

Roshan Khan Roshan Khan aus Pakistan war der führende Spieler in diesem Sport in den 50ern (er hat das British Open 1957 gewonnen) und frühen 60ern. In den 80ern wurde er von seinem Sohn Jahangir Khan abgelöst, dem wohl größten Spieler aller Zeiten.
1959 sind Roshan Khan und Hashim Khan (nicht blutsverwandt) beim British Open gegeneinander angetreten, wobei Hashim 3:1 gewonnen hat. Ein Jahr später sind sie sich beim Finale des British Open wieder begegnet und diesmal hat es Roshan 3:1 für sich entscheiden können. Das hat Hashims Zeit als Champion nach sechs Jahren beendet.

Jahangir Khan Jahangir Khan ist der Sohn von Roshan Khan. Jahangir wurde auch von diesem trainiert, danach aber die meiste Zeit von seinem Cousin.
Im Alter von 15 Jahren wurde er aufgrund einer schwachen, körperlichen Verfassung nach einer Krankheit nicht zu den World Championships zugelassen. Daraufhin hat er sich selbst für die World Amateur Individual Championship angemeldet und prompt gewonnen. Das machte ihn zum jüngsten Gewinner dieses Turniers.
Während seiner Karriere hat er sechsmal das World Open gewonnen und das British Open rekordverdächtige zehnmal. Von 1981 bis 1986 war er für fünf Jahre die ungeschlagene Nummer eins, während denen er 555 Mal hintereinander gewonnen hat. 1993 hat er sich zurückgezogen.

Jansher Khan
Jansher Khan stammt ebenfalls aus Pakistan, ist aber mit den beiden letztgenannten Spielern weder verwandt noch verschwägert.
Fast zehn Jahre waren Jansher und Jahangir Rivalen beim Squash. 37 Mal sind sie gegeneinander angetreten, 19 Mal davon hat der mehrfache Weltmeister und jahrelange Weltranglistenerste Jansher Khan gewonnen.
Jansher wurde aber erst zum dominierenden Spieler der Profi-Tour, nachdem Jahangir in den 90ern seinen Rücktritt bekannt gegeben hat.
Achtmal wurde Jansher Weltmeister, hat aber 1997 aus familiären Gründen auf die Titelverteidigung verzichtet. 2001 verkündete er dann offiziell seinen Rücktritt.

 
 
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