Tennis
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Das Wort Tennis erklärt sich aus der französischen Befehlsform von tenir ,“tenez!“, und bedeutet in der Übersetzung etwa „haltet“.
Tennis ist ein Ballspiel, das von zwei (Einzel) oder vier (Doppel) Personen gespielt wird. Die Tennisspieler versuchen, mit einem Tennisschläger einen Tennisball so in die gegenüber liegende, durch ein Netz getrennte Hälfte des Feldes, zu bringen, dass es dem (den) Gegner(n) nicht möglich ist, den Ball so zurückzuspielen, dass er innerhalb der dazu vorgesehenen Begrenzung aufkommt. Tennis wird zumeist auf Sand- Rasen- oder Hartplätzen gespielt, sowohl im Freien, wie auch in der Halle.
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[bearbeiten] Geschichte
Spiele, die dem heutigen Tennis ähnlich waren, sind bereits aus dem alten Ägypten bzw. dem antiken Griechenland bekannt. Ein Spiel, das mit dem heutigen Tennis am ehesten zu vergleichen ist, wurde ab dem 14.Jahrhundert in England und vor allem in Frankreich unter dem Namen „Jeu de Paume“ (Spiel mit den Handflächen) gespielt. Bei dieser Form versuchte der Spieler, den Ball aus Leder oder Kork über ein Netz an eine Wand zu schlagen. Meistens fand dieses Spiel in einem umschlossenen Raum, Hof oder Ballhaus statt, da durch das Material des Balles das Absprungverhalten nicht leicht zu steuern war. Erst mit Aufkommen des Gummiballes wurde es möglich, Tennis auch im Freien zu spielen.
1874 ließ sich der aus England stammende Major Walter Clopton Wingfield eine Form von Tennis unter dem Namen „Sphairistike“ (Ballspiele griech.) patentieren.
Von 1896-1924 war Tennis eine olympische Disziplin und wurde als solche auch 1988 in Seoul wieder aufgenommen.
Das erste offizielle Tennisturnier wurde 1877 in Wimbledon ausgetragen, bei dem die bis heute gültigen Tennisregeln präsentiert und angewandt wurden.
[bearbeiten] Spielfeld
Ein Tennisfeld ist 23,77 m (78 Fuß) lang und wird durch ein Netz, das in der Mitte 0,914 m (3 Fuß) und an den Seiten 1,07 m (3,5 Fuß) hoch ist, in zwei Spielhälften geteilt. Dieses Netz muss an den Seiten 0,914 m über das markierte Feld hinausreichen. Spielen zwei Spieler gegeneinander (Einzel) so beträgt die Feldbreite 8,23 m (27 Fuß). Bei 4 Spielern (Doppel) erhöht sich die Breite auf 10,97 m (36 Fuß). Ein Tennisfeld wird parallel zum Netz durch Grundlinien und normal zum Netz durch Seitenlinien begrenzt. Alle Linien sind Bestandteil des Tennisfeldes und ein Ball wird erst als „aus“ („out“) bezeichnet, wenn er außerhalb der Linie aufkommt. Parallel zur Grundlinie verläuft in einem Abstand von 6,40 m (21 Fuß) vom Netz die Aufschlaglinie, die mit einer Linie, die genau in der Mitte des Netzes Aufschlaglinie und Netz verbindet, die Aufschlagfelder begrenzt.
[bearbeiten] Spielziel und Zählweise
Ziel beim Tennis ist es, zwei Sätze, die wiederum aus mehreren Spielen (Games) bestehen, zu gewinnen. Spätestens ein dritter Satz bringt also immer eine Entscheidung. Seltener, bei so genannten „Best of 5“-Matches, sind drei gewonnene Sätze für den Sieg notwendig. Zu Beginn jedes Ballwechsels muss ein Spieler seinen Aufschlag in ein kleineres, dafür vorgesehenes Feld - das Aufschlagfeld - bringen. Gelingt das nicht beim ersten Mal, so hat der Tennisspieler einen zweiten Versuch, der verwertet werden muss, da ansonsten der andere Spieler den Punkt zugerechnet bekommt. Der Gegner versucht den Ball so zu retournieren, dass er, obwohl richtig im Feld platziert, vom anderen Spieler nicht erreicht oder zumindest nicht ordnungsgemäß zurückgeschlagen werden kann. Ist dieser Fall eingetreten, so kann der aufschlagende Tennisspieler, einen Punkt für sich verzeichnen. Nach sechs erreichten Games ist der Satz gewonnen, wobei mindestens 2 Games Unterschied für den Sieg nötig sind. Bei einem Stand von 6:6 muss das Tie-Break den Satz entscheiden.
Die heutige Zählweise beim Tennis erklärt sich aus den Ursprüngen im 13. und 14. Jahrhundert, wo um Geld gespielt wurde und man für jeden Fehler 15 Sous zu zahlen hatte. Beim ersten gewonnenen Punkt wird 15, beim zweiten 30, beim dritten 40 gezählt und beim nächsten Punkt ist das Game gewonnen. Sollten beide Spieler drei Punkte gewonnen haben, so steht es Einstand (deuce). Jetzt muss einer der Tennisspieler zwei aufeinanderfolgende Punkte gewinnen, um das Game für sich zu entscheiden.
Um einen Satz zu gewinnen, werden sechs gewonnene Games benötigt, wobei der Gegner in diesem Fall höchstens 4 Games gewonnen haben darf. Bei einer Führung von 6:5 hat man die Möglichkeit, mit dem nächsten gewonnenen Game den Satz mit 7:5 für sich zu entscheiden.
Bei einem Spielstand von 6:6 kommt das oben erwähnte Tie-Break zum Einsatz. Der Gewinner des Tie-Breaks kann den Satz mit 7:6 für sich verbuchen. Dazu benötigt man 7 Punkte und mindestens 2 Punkte Vorsprung. Der Tie-Break ist erst dann beendet, wenn ein Spieler einen Vorsprung von 2 Punkten hergestellt und mindestens 7 Punkte erreicht hat.
Beim Turnier-Tennis werden zu jedem ungeraden Spielstand während eines Satzes die Seiten gewechselt, also bei 1:0, 2:1, 1:4, usw. Dies geschieht primär um etwaige Vor- oder Nachteile durch Windverhältnisse und Sonneneinwirkung auszugleichen. Im Tie-Break werden jeweils nach 6 gespielten Punkten, also z.B. bei 3:3, 4:2, 1:5, 6:6, usw. die Seiten gewechselt.
[bearbeiten] Spielstrategien
Spielen zwei Tennisspieler den Ball an der Grundlinie so lange hin und her bis einer punktet, so nennt man das „Grundlinienspiel“' (base line play)'. Bei dieser Strategie wird versucht, den Gegner auszuspielen, indem man die Bälle möglichst so platziert, dass sie für den anderen unerreichbar sind.
Geht ein Tennisspieler sofort nach dem eigenen Aufschlag ans Netz, um mit einem - im Idealfall - unerreichbaren Volley, den Punkt zu machen so wird das als „Aufschlag/Volley“ (serve and volley) bezeichnet. Besonders auf Rasen und anderen schnellen Belägen ist diese Strategie oft äußerst erfolgreich. Einer der letzten wirklichen Aufschlag-Volley Spieler unserer Zeit ist der Engländer Tim Henman (Stand Februar 2008).
Beim „Chip and Charge“ wird das gegnerische Service mit einem möglichst aggressiven Return beantwortet (Chip), um danach gleich ans Netz zu gehen und beim nächsten Schlag durch einen Volley den Punkt für sich zu entscheiden (Charge). Hier ist es besonders das Überraschungsmoment, das sehr häufig zum Punkt für den Rückschläger führt.
[bearbeiten] Schlagarten und Schlagvariationen
Generell ist es beim Tennis erlaubt, den Ball entweder direkt aus der Luft, oder häufiger, nach einmaligem Aufkommen am Boden zu schlagen. Nachfolgend eine Auflistung der Grundschlagarten im Tennis.
Ein Aufschlag (Service) steht am Beginn jedes Ballwechsels. Man versucht dabei, den in die Luft geworfenen Ball in das diagonal gegenüberliegende Aufschlagfeld zu schlagen. Es ist allerdings auch regelkonform mit einer anderen Technik zu beginnen. Meist wird aber die Überkopfvariante gewählt, da bei dieser der Ball die höchste Geschwindigkeit bekommt.
Wird der Aufschlag so geschlagen, dass er vom Gegner nicht erreicht und zurückgeschlagen werden kann, so nennt man das Ass (Ace).
Bei der Vorhand (Forehand) wird der Tennisball, auf der Seite der Schlaghand aufkommend, mit einem ausladenden Schwung und in einer offenen Bewegung über das Netz geschlagen. Die Vorhand wird fast ausschließlich mit einer Hand geschlagen. Spieler, die sowohl Vorhand als auch Rückhand mit beiden Händen spielen bzw. spielten, sind zum Beispiel bei den Herren Fabrice Santoro und bei den Damen die ehemalige Weltranglisten-Erste Monica Seles.
Bei der Rückhand (Backhand) wird der Ball auf der Seite des Körpers, der Schlaghand gegenüber aufkommend, zurückgeschlagen. Der Schlagarm wird vor dem Körper gehalten und dem ankommenden Ball entgegen gedreht. Hier unterscheidet man grundsätzlich zwischen einhändiger Rückhand und beidhändiger Rückhand.
Als „Return“ wird der Schlag bezeichnet, der auf das Service des Gegners folgt.
Ein „Smash“ ist ein Überkopfschlag während des Spiels, in der Technik ähnlich dem Aufschlag.
Wenn versucht wird, den Gegner mit einem besonders hoch geschlagenen Ball zu überspielen, so nennt man das „Lob“.
Beim „Stoppball“ wird der Ball so kurz und mit Unterschnitt gespielt, dass er unmittelbar nach dem Netz aufkommt.
„Volleys“ bezeichnen Bälle, die direkt aus der Luft, also ohne vorangehenden Bodenkontakt, geschlagen werden. Eine besondere Form des Volleys ist der Halbvolley. Hier handelt es sich zumeist um einen Notschlag, wenn einem der Ball direkt vor die Füße gespielt wird und ein herkömmlicher Volley nicht möglich oder nur sehr schwer auszuführen ist. Der Halbvolley zählt mit dem Rückhand Smash zu den schwierigsten Schlägen im Tennis überhaupt und erfordert eine ausgezeichnete Schlagtechnik und ein sehr ausgeprägtes Ballgefühl.
Mit Hilfe einer bestimmten Technik besteht beim Tennis die Möglichkeit, den Ball in eine Vorwärtsrotation zu versetzen. Diese Schlagvariante nennt man Topspin. Hier erfährt der Ball eine Beschleunigung, nachdem er den Boden berührt. Erfährt der Tennisball eine Rückwärtsrotation, so nennt man das Slice.
Landet der Ball in der diagonal gegenüberliegenden Ecke des Tennisfeldes, spricht man von einem Cross.
Beim Longline wird versucht, den Ball in der direkt gegenüberliegenden Ecke zu platzieren, also die Linie entlang.
[bearbeiten] Turnierbetrieb und Weltrangliste
Das ganze Jahr über finden im Profitennis Ranglistenturniere statt, die für die austragenden Regionen von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind. Entsprechend des Erfolges jedes einzelnen Tennisspielers im Verlaufe des Turniers, werden Punkte vergeben, welche dann die Position in der Weltrangliste des Tennis bestimmen. Je nach Position erhält ein Spieler die Teilnahmeberechtigung bzw. Setzposition bei den einzelnen Turnieren. So soll auch verhindert werden, dass die besten Spieler schon in den Anfangsrunden aufeinandertreffen.
Die ITF (Tennisweltverband) steht als Dachverband über der Vereinigung professioneller männlicher Tennisspieler ATP (Association of Tennis Professionals) und der Vereinigung der professionellen weiblichen Tennisspieler WTA. Weiters werden vom ITF die aktuellen Spielregeln festgelegt, sowie die Grand-Slam-Turniere US-Open, French Open, Australian Open und das in Wimbledon, England ausgetragene British Open, die als besonders angesehen und auch am besten dotiert gelten, sowie der Davis Cup und der Fed Cup veranstaltet. Die ATP entstand 1972 vor allem aus marketing-strategischen Gründen. Heute organisiert sie auch die ATP Tour, die den Großteil aller professionellen Tennisturniere beinhaltet.
Mit Einführung der ATP entstand auch die ATP Weltrangliste. Das Entry-System (Tennis-Weltrangliste) berücksichtigt die erworbenen Punkte der vorangegangenen 52 Wochen. Für den weniger versierten Zuseher ist dieses System allerdings sehr schwierig zu verfolgen und so wurde zu Beginn des Jahres 2000 das Champions Race entwickelt, bei dem jeder Tennisspieler zu Beginn der Saison von Neuem beginnt, Punkte zu sammeln. Zurzeit laufen beide Systeme parallel, da sie sowohl Vor- als auch Nachteile aufweisen. Aufgrund wiederkehrender Kritik der Spieler am Champions Race, wurde mit der Saison 2007 die Bedeutung des Champions Race wieder abgeschwächt und wieder verstärkt auf die herkömmliche Weltrangliste (Entry System) verwiesen.
Jede Ära des Tennis hat seine ganz speziellen Größen hervorgebracht und es gab immer wieder SpielerInnen, die es ganz besonders gut verstanden, dem weißen Sport ihren Stempel aufzudrücken. Der aktuell unangefochten beste Spieler der Welt und Nummer 1 der ATP-Weltrangliste bei den Herren heißt Roger Federer und kommt aus der Schweiz (November 2009). Seit mehreren Jahren dominiert er das Herrentennis wie kaum ein Zweiter zuvor und schickt sich an, alle bedeutenden Rekorde im Tennis zu brechen. Inzwischen hält er die Rekorde für die meisten gewonnenen Grand-Slam-Turniere und die meisten erreichten Grand-Slam-Finals. Somit hat er Pete Sampras, der in seiner großartigen Karriere insgesamt 14 Grand Slam Titel für sich verbuchen konnte, überholt. Als seine Vorbilder nennt der Weltsportler Boris Becker und Stefan Edberg, ohne Frage zwei weitere absolute Größen des Tennis, die auch in unserer folgenden Aufzählung der bisherigen Weltranglisten-Ersten einen bedeutenden Platz einnehmen.
[bearbeiten] Folgende Spieler gehören zweifellos der internationalen Spitzenklasse an:
Björn Borg, Jimmy Conners, John McEnroe, Boris Becker, Stefan Edberg, Ivan Lendl, Mats Wilander, Andre Agassi, Pete Sampras, Rod Laver, Thomas Muster, Martina Navratilova, Steffi Graf, Billie Jean King, Monica Seles, Martina Hingis, Lindsay Davenport, Venus Williams, Serena Williams, Roger Federer, Rafael Nadal, Andy Roddick
[bearbeiten] Nützliche Links auf BonusBonusBonus:
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- BBB Glossar – Begriffserklärungen, Synonyme
[bearbeiten] Nützliche externe Links:
- Association of Tennis Professionals (ATP)
- International Tennis Federation (ITF)
- Womens Tennis Association (WTP)
- Australian Open offizielle Webseite
- French Open offizielle Webseite
- US Open offizielle Webseite
- Wimbledon offizielle Webseite
- Davis Cup offizielle Webseite
- Fed Cup offizielle Webseite


