Wrestling

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Wrestling ist eine Show-Sportart, die vor allem in Japan, den USA und Mexiko weitverbreitet ist. Der Bedeutung nach geht es um Ringen, es nimmt allerdings eine Sonderform ein, die mit Showelementen und einer Handlung besetzt ist. Bei den inszenierten Kämpfen treten zwei Kontrahenten gegeneinander an, wobei der Sieger meist schon vorher feststeht und die Wrestler instruiert werden, wie sie sich im Ring zu verhalten haben. Der Ablauf ist schon im Vorhinein mit den Kämpfern und der TV-Crew abgesprochen, wobei meist noch Platz für Improvisationen bleibt. Beim Wrestling geht es darum, die Zuschauer zu unterhalten und sie durch die Darbietung mitzureißen. Es handelt sich also weniger um eine Sportart, als vielmehr um eine Show.


Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Geschichte

In seinen Anfängen im 19. Jahrhundert wurde Wrestling hauptsächlich auf Jahrmärkten zwischen Besuchern und professionellen Kämpfern ausgeführt. Wrestling entwickelte sich aber bald weiter und 1887 wurde der erste professionelle Wrestling-Titel, der American-Catch-as-Catch-Championship, eingeführt. Im 20. Jahrhundert bildeten sich die ersten Wrestling-Ligen und in den 1920er Jahren wurde Wrestling in den USA als internationaler Sport anerkannt. In Südafrika wurde Wrestling mit der Begründung es sei brutal und erniedrigend verboten, während sich in den USA die ersten beiden großen Ligen, die Jim Crockett Promotions und die World-Wide Wrestling Federation etablierten. In den darauffolgenden Jahren bildeten sich mehrere Wrestling-Ligen, die 1948 zur National Wrestling Alliance (NWA) zusammengefasst wurden.

In den 1950er Jahren wurde versucht, Wrestling besser zu inszenieren und die Shows auf den Hauptkampf zu konzentrieren. Das Fernsehen wurde dabei als neues, hilfreiches Medium entdeckt, um die Bekanntheit zu steigern. Neben der NWA bildeten sich die American Wrestling Association (AWA), die bald zur beliebtesten Liga wurde, und die World-Wide Wrestling Federation (WWF), die aufgrund des Wechsels zahlreicher Wrestler in diese Liga zur dominierenden Liga in den USA wurde und heute unter dem Namen World Wrestling Entertainment (WWE) bekannt ist.

In den 1980er Jahren kam es durch gezieltes Marketing und die Popularität Hulk Hogans zum Durchbruch und zum ersten Mal wurde die WrestleMania veranstaltet. Dabei wurden nicht mehr wöchentlich die bedeutendsten Kämpfe gezeigt, sondern das Geschehen auf einen speziellen Tag und eine spezielle Show konzentriert. Die Wochen davor dienten dazu, diese Show aufzubauen. Finanziert wurde Wrestling hauptsächlich durch die Einführung von Pay-per-Views. WrestleMania erlangte durch die Partizipation von Prominenten mehr Aufmerksamkeit und entwickelte sich im Laufe der Zeit zum wichtigsten Ereignis der Wrestling-Welt.

In den 1990er Jahren bekam die WWF durch die World Championship Wrestling Liga (WCW) Konkurrenz, wobei die WCW vorerst die klare Nummer zwei hinter der WWF von Vince McMahon blieb. Um Erfolge zu verbuchen, versuchte die WCW die Popularität ihrer Stars sowie die der von der WWF übernommenen Stars, wie Hulk Hogan zu nutzen. Die WWF blieb aber weiterhin an erster Stelle in Nordamerika. Der nächste Schritt war die Einführung der wöchentlichen Show, WCW Monday Nitro, die dem WWF Monday Night Raw Konkurrenz machen sollte. Die beiden Shows, die von bis zu 10 Millionen Zuschauern verfolgt wurden, wurden fast zeitgleich im Fernsehen ausgestrahlt. Zwischen den Ligen brach ein regelrechter Kampf (Monday Night Wars) aus, um die Aufmerksamkeit der Fans auf die eigene Liga zu richten. Der Kampf ging in die nächste Runde, als der WCW-Chef, Eric Bischoff, begann, die Ergebnisse der Monday Night Raw in seiner Show bekanntzugeben. 1996 kam es zu einer Wende, als ehemalige WWF Wrestler begannen, die WCW zu boykottieren und eine neue Gruppierung, die New World Order, gründeten, die darauf bestrebt war, das Wrestling Business zu übernehmen und die WCW in den Ruin zu treiben. Für viele Fans entstand der Eindruck, dass die Wrestler von der WWF geschickt wurden, um die WCW zu bekämpfen. In Wirklichkeit war die NWO ein Produkt der WCW, um die Spannung zu erhöhen und bessere Einschaltquoten zu erzielen, was ihr für die nächsten zwei Jahre auch gelang.

Nach der WrestleMania 1998 konnte die WWF wieder Zugewinne mit der Einführung der „WWF Attitude“-Ära verbuchen, bei der härtere Storylines und Charaktere verwendet wurden. Damit begann der Niedergang der WCW. Ein weiteres Problem zeichnete sich ab, als die alternden Superstars der WCW den Weg für den Nachwuchs blockierten, während bei der WWF ein Generationenwechsel vollzogen worden war. Die WCW versuchte noch einmal mit der Übernahme von WWF-Stars mit der konkurrierenden Liga mithalten zu können, was ihr allerdings nicht gelang. Durch einen häufigen Wechsel des WCW-Titels verlor dieser jegliche Bedeutung. Weiters entstanden Unstimmigkeiten, da immer mehr Leute zum Teil bedeutenden Einfluss auf wichtige Entscheidungen der WCW nehmen konnten, wie zum Beispiel Hulk Hogan, der aufgrund seiner Popularität und als Zugpferd der WCW hinsichtlich seines Charakters große Freiheiten hatte, während bei der WWF eine klare Hierarchie festgelegt war.

Die WCW unternahm einen letzten Versuch, indem sie Vince Russo wieder als Storywriter unter Vertrag nahm, der ursprünglich Storylines für die WWF schrieb und dann 1999 zur WCW wechselte, die er allerdings aufgrund einiger Auseinandersetzungen mit dem Management verlassen hatte. Der erwünschte Erfolg stellte sich allerdings nicht ein, da Russos Geschichten zum Teil aus der WWF kopiert und für die Fans zu undurchsichtig waren, als dass ihr Interesse geweckt werden konnte. Beim „Bash At The Beach“ im Jahr 2000 wurde schließlich der Höhepunkt erreicht, als Russo Hogan hinterging, indem er seinen Konkurrenten instruierte, sich gleich zu Beginn des Kampfes wehrlos auf den Boden zu legen. Hogan wurde entlassen und kehrte 2002 in die WWF zurück, nachdem er seinem Ärger Luft gemacht hatte und den Untergang der WCW prophezeite.

Russo genoss in der WCW viele Freiheiten, die es ihm sogar ermöglichten, den WCW Titel zu übernehmen, wodurch die Popularität der Liga weiter abnahm und die WCW große finanzielle Verluste einfuhr.

Im Jahr 2000 wurden erste Gerüchte über einen Verkauf der WCW an Fusient Media Ventures, eine Investorengruppe um Eric Bischoff, laut. Aufgrund des Verlustes des Sendeplatzes der WCW sank das Interesse der Fusient Media Ventures. Um die finanzielle Misere der WCW einzudämmen, wurde diese schließlich zu einem äußerst geringen Preis an die WWF verkauft, wodurch die Moday Night Wars schließlich beendet wurden.

Im Jahr 2001 bekam die WWF durch die TNA (Total Nonstop Action Wrestling), die ursprünglich ein Teil der NWA war, Konkurrenz. Um sich von der WWF zu unterscheiden, baute man auf Besonderheiten, wie zum Beispiel einen sechseckigen Ring und stärkere Bedeutung für Technik im Gegensatz zu Entertainment. Bei der TNA sind inzwischen einige ehemalige WCW-Wrestler, wie Kevin Nash oder Scott Steiner, sowie WWF-Stars, wie Kurt Angle und Christian Cage, vertreten.

Älteren und sehr erfolgreichen Wrestlern wird manchmal das Recht zugestanden, die „kreative Kontrolle“ über ihren Charakter zu übernehmen. Vor allem während der Monday Night Wars wurden den Akteuren umfassende Rechte, wie das Entscheiden über Sieg und Niederlage oder die Anzahl der Titelgewinne, zugestanden, um ein Abwandern zur Konkurrenz zu verhindern. Seit dem Kauf der WCW durch die WWF wurden diese Freiheiten allerdings wieder eingeschränkt. Heute werden erfolgreichen, älteren Wrestlern so genannte Legendenverträge angeboten, um sie an die Liga zu binden.

Heute zählt Wrestling in den USA zu den beliebtesten Sportarten nach Football und Baseball. Es gibt viele Ligen, wobei die WWE die Größte darstellt. Außerhalb der USA kommt Wrestling vor allem in England und Deutschland größere Bedeutung zu, wobei die Regeln vom amerikanischen Wrestling abweichen. In den letzen Jahren konnte sich Wrestling auch in Italien etablieren, wobei die bekannteste italienische Liga die Italian Championship Wrestling (IWC) ist. In Japan ähnelt Wrestling mehr einem Kampfsport und weniger einer Show, wobei die Kämpfe „härter“ sind (Hardcore-Wrestling) und der Ring bei den öfters stattfindenden Barbed-Wire-Matches aus Stacheldraht besteht. Das mexikanische Wrestling, auch bekannt als „Lucha Libre“, geht auf die 1930er Jahre zurück und ist akrobatischer und zum Teil brutaler als in den USA, wobei die Regeln den amerikanischen sehr ähneln. Die meisten Wrestler sind kleiner als ihre nordamerikanischen Kollegen, weshalb sich das mexikanische Wrestling mehr durch die schnelle Abfolge von Haltegriffen und Manövern (Moves) sowie spektakuläre High-Flying-Moves auszeichnet, als durch in Nordamerika dominierende Power-Moves. Viele mexikanische Wrestler wechseln in amerikanische Ligen, wo sie mehr verdienen können und durch ihre Athletik begeistern.

Neben den großen Ligen gibt es auch noch so genannte „Independent Ligen“, die nur semi-professionell arbeiten und keine festen TV-Verträge sowie vertragliche gebundene Wrestler haben. Die bekanntesten Independent Ligen sind „Ring of Honor“ und Combat Zone Wrestling (CZW), in der fast nur Hardcore-Kämpfe ausgetragen und auch unübliche Waffen, wie Stacheldraht, Rasentrimmer oder Neonröhren verwendet werden. Independent-Wrestler gehen unter der Woche meist normalen Berufen nach und hoffen bei ihren Kämpfen an den Wochenenden von Talent Scouts für die großen Ligen entdeckt zu werden.

[bearbeiten] Aufbau und Ablauf

Kämpfe werden beim Wrestling in einem Ring mit drei Seilen, der einem Boxring ähnelt, ausgetragen. Die aus Matten und Holz bestehende Ringoberfläche befindet sich etwa 70 cm über dem Boden, wobei es zwei Treppen gibt, die zum Ring führen. Der Einmarsch der Wrestler erfolgt in den professionellen Ligen über eine große Tribüne bzw. eine Stahlrampe und wird durch kleine Feuerwerke (Pyro) und Erkennungslieder (Themes) möglichst spektakulär gestaltet. Neben dem Ring befinden sich die Kommentatorenpulte. Die Zuschauer werden durch eine Absperrung von den Kämpfern getrennt.

Zu Beginn des Kampfes läutet der Ringrichter die Ringglocke. Während des Kampfes versuchen die Wrestler ihre Gegner durch verschiedene möglichst gefährliche und spektakuläre Aktionen zu schwächen:


[bearbeiten] Würfe

  • Airplane spin toss: Der Wrestler hebt seinen Gegner auf die Schultern, wirbelt ihn herum, schiebt ihn aus dem Weg und lässt ihn auf die Matte fallen.
  • Armbar Takedown: Der Wrestler nimmt die Arme des Gegners und zieht ihn auf den Boden.
  • Armbreaker: Der Wrestler schlägt den Arm des Anderen gegen einen Teil seines Körpers, z.B. Schulter oder Knie.
  • Atomic drop: Der Wrestler hebt seinen Gegner auf und wirft ihn zu Boden, indem er seinen Kopf unter dessen Arm steckt bzw. sich aufgrund eines Sleep Holds schon dort befindet.
  • Body Slam: Der Wrestler hebt seinen Gegner auf und wirft ihn zu Boden.
  • Bulldog: Der Wrestler nimmt die Hand seines Gegners und springt nach vorne, sodass er in einer sitzenden Position landet, wobei er das Gesicht des Anderen in die Matte drückt.
  • Death Valley Driver: Der Wrestler lässt sich in die Richtung fallen, in die sein Gegner schaut, sodass dessen Kopf auf die Matte fällt.
  • Facebreaker: Der Wrestler schlägt das Gesicht des Gegners gegen Schulter oder Knie.
  • Giant swing: Der Wrestler nimmt die Beine des Gegners und wirbelt diesen durch die Luft.
  • Jawbreaker: Der Wrestler schlägt den Kiefer des Gegners gegen Schulter oder Knie.
  • Monkey Flip: Der Wrestler hält sich mit den Händen am Kopf des Gegners fest, stemmt seine Beine in dessen Hüften und verlagert sein Gewicht, sodass die beiden rückwärts fallen. Dabei drückt er seine Beine durch, wodurch der Andere sich nach vorne überschlägt.
  • Backbreaker: Der Wrestler schlägt das Kreuz des Gegners gegen sein Knie.
  • Piledriver: Der Wrestler nimmt die Beine des Gegners, lässt sich in eine sitzende Position fallen, wodurch der Kopf des anderen auf die Matte gedrückt wird.
  • Power Slam: ist eine Form des Body Slams, wobei der Wrestler seinen Gegner nicht nur auf den Boden wirft, sondern sich zusätzlich auf ihn fallen lässt.


[bearbeiten] Haltegriffe

  • Stretches: Der Wrestler hält den Anderen in einer Position fest, durch die sein Körper in Spannung gehalten wird, um ihn zu schwächen und zum Aufgeben zu zwingen (Head, Face and Chin Locks, Neckscissors, Arm Locks, Chokes, Body Locks, Back Stretches, Arm drag, etc.).
  • Transition Holds: Haltegriffe, die dazu dienen einen neuen Angriff zu starten (Arm Trap, Butterfly, Crucifix, Electric chair, Sleeper Hold, u.a.)

[bearbeiten] Angriffe

Angriffe sollen den Gegner schwächen oder einen Wurf vorbereiten (Double Axe Handle, Back Elbow, Bell Clap, Big Splash, Bronco Buster, Chops, Clothesline, Crossbody, u.a.).


[bearbeiten] Flugtechniken (Highflying Moves)

Flugtechniken dienen dazu Schnelligkeit und Gewandtheit unter Beweis zu stellen, wobei der Gegner durch die Luft geschleudert wird (Arm Twist Ropewalk Chop, Axe Handle, Diving Headbutt, Flying Neckbreaker, Plancha, Senton, Splach, u.a.).


Beim Wrestling geht es allerdings nicht nur darum, den Gegner anzugreifen, sondern auch die gegnerischen Angriffe möglichst realistisch und effektiv aussehen zu lassen (Selling). Bei übertriebenen Darstellungen einer Aktion spricht man von Over-Selling. Professionelle Wrestler müssen daher nicht nur gut trainiert sein, sondern auch über gewisse schauspielerische Begabungen verfügen, um authentisch zu wirken und Erfolg zu haben. Zum Erwerb der entsprechenden Fähigkeiten und Vermeidung von Verletzungen gibt es Wrestling-Schulen, in denen junge Wrestler unter anderem richtige Falltechniken erlernen.


Beendet werden kann ein Kampf durch:

  • Pinfall: Der eine Wrestler liegt auf dem anderen und drückt dessen Schultern für drei Sekunden auf die Matte.
  • Aufgabe: Der Wrestler klopft entweder dreimal auf die Matte bzw. sagt dem Ringrichter, dass er aufgibt oder er ist bewusstlos und sein vom Ringrichter angehobener Arm fällt dreimal auf die Matte.
  • Count Out: Ein Wrestler darf sich nur 10 Sekunden lang außerhalb des Ringes befinden. Bei Überschreitung der Zeit wird der Kampf beendet, wobei ein Berühren des Ringinneren ausreicht, um ein Count Out zu stoppen.
  • Disqualifikation: Zum Beispiel bei Verwendung verbotener Gegenstände.


[bearbeiten] Risiken

Obwohl die Kämpfe und Aktionen beim Wrestling inszeniert sind, ist die Verletzungsgefahr sehr hoch. Die Wrestler müssen gut trainiert und gut aufgewärmt bzw. mental auf den Kampf vorbereitet sein, um die Manöver sicher und glaubwürdig ausführen zu können.

Weitere Gefahren bestehen durch den Missbrauch von Steroiden (Muskelaufbaumitteln). Aufgrund dessen, dass Wrestler zur Ausübung der Kämpfe gut trainiert und sehr muskulös sein müssen, um Sprünge und Stürze abfedern und die Gegner durch die Luft wirbeln zu können, greifen einige zu Anabolika. Der Konsum solcher Mittel hat nicht nur kurzzeitige Effekte, sondern kann sich bei längerfristigem und übermäßigem Konsum negativ auf das Herz auswirken. Daher kommt es immer wieder zu Todesfällen während der aktiven Karriere sowie frühem Tod durch Herzprobleme.


[bearbeiten] Fans

Die durchschnittlichen Wrestling-Anhänger sind männlich und 10-30 Jahre alt, wobei versucht wird, mehr Frauen, unter anderem durch die Einführung des Damen-Wrestling, für die Kämpfe zu begeistern.


Bei der Zielgruppe kann man zwischen zwei Gruppen unterscheiden:

  • Marks: Sie wissen nicht, dass Wrestling inszeniert ist. Dabei handelt es sich hauptsächlich um junge Leute, die ihre Stars anfeuern und sich oft nur nebenbei mit Wrestling beschäftigen und keine „Hardcore-Fans“.
  • Smart Marks (Smarks): Sie sind sich dessen bewusst, dass Wrestling eine Show ist und bewerten die Kämpfe daher nach anderen Kriterien, wie unter anderem die technischen Fähigkeiten der Wrestler oder anspruchsvolle Aktionen, als Marks. Für sie hat Wrestling einen Unterhaltungswert, ähnlich eines Kinofilms. Smarks interessieren sich oft für das Geschehen hinter den Kulissen und diskutieren in zahlreichen Foren vermehrt über Neuverpflichtungen, Entlassungen oder private Details der Wrestler als über Ergebnisse.


Beim Wrestling geht es nicht nur um die Kämpfe, sondern auch um so genannte Fehden und Storylines im Hintergrund. Wrestler, die einander längerfristig gegenüberstehen, werden mit den Attributen „der Gute“ (Face) oder „der Böse“ (Heels) versehen, um das Publikum zu polarisieren und eine bessere Identifikationen mit den Stars zu erreichen. Smarks lassen sich jedoch meist nicht davon beeinflussen. Negative Auswirkungen bestehen für den Wrestler, wenn die erwünschte Publikumsreaktion ausbleibt. Einige Wrestler haben einen Status zwischen „Face“ und „Heels“ als „Tweener“ eingenommen. Um die Reaktionen der Fans abzuwarten und die richtige Zuordnung zu „Face“ oder „Heels“ zu ermöglichen, wurden Wrestler manchmal absichtlich als Tweener gehalten. Das Ausbleiben solcher Reaktionen führte allerdings dazu, dass einige talentierte Wrestler ihre Verträge verloren. Traditionell gesehen gab es eine strikte Trennung zwischen den guten „Face“ und den bösen „Heels“; heute gibt es vermehrt Grauzonen, da die Fans Wrestling möglichst nahe an der realen Welt angelehnt sehen möchten und das stereotype Verhalten der Guten bzw. Bösen ablehnen.


[bearbeiten] Wettkämpfe und Vermarktung

Beim Wrestling geht es darum Titel, die im Laufe der Zeit immer größere Bedeutung erlangten und um die sich mittlerweile ganze Shows drehen, zu erkämpfen. Um einen Titel zu erwerben ist es wichtig, beim Publikum gut anzukommen, gute technische und schauspielerische Leistungen zu erbringen und sich nicht nur im Ring, sondern auch hinter den Kulissen gut darzustellen. Die Entscheidungen sind für Außenstehende oft nicht nachvollziehbar, da die Entscheidungsgewalt bei den Besitzern oder manchmal sogar bei den Wrestlern selbst liegt, die, wenn es vertraglich vereinbart wurde, einen Titelgewinn für sich verlangen können.


Wichtige Titel sind unter anderen:

  • Schwergewichtstitel: WWE World Heavyweight Championship, NWA World Heavyweight Championship.
  • Tag Team Titel: Die ersten Tag Team Matches fanden 1901 in San Francisco statt, wobei ein Tag Team ein Team im Wrestling, bestehend aus meistens zwei Personen, bezeichnet, die sich durch Abschlagen in einem Kampf gegenseitig ein- und auswechseln können.
  • Cruiserweight-Titel: Bis 1992 wurde dieser Kampf unter dem Namen WCW Lightheavyweight ausgetragen, ab 1996 als Cruiserweight Championship und seit dem Kauf der WCW durch die WWE 2001 als WWE Cruiserweight Championship. Er wird von den Smackdown Superstars (Friday Night Smackdown ist eine US-Wrestling Show von WWE) ausgetragen, wobei die Wrestler nicht mehr als 100 kg wiegen dürfen.
  • X-Divisiontitel: Der TNA X-Division Championship wird von der TNA an technisch versierte Einzelwrestler vergeben.


Die Großveranstaltungen werden im Wrestling vorrangig über TV und Internet ausgestrahlt, wobei größere Ligen ihre Events über Pay-Per-View, das eine der größten Einnahmequellen darstellt, weltweit senden.

Beim Wrestling werden allerdings nicht nur die Kämpfe vermarktet, sondern auch die Akteure. Hulk Hogan übernahm zum Beispiel schon einige Rollen in Kino und Fernsehen und auch andere Wrestler haben in Kinofilmen und TV-Serien, wie The Rock in „Scorpion King“, ihr schauspielerisches Talent unter Beweis gestellt. Weiters gibt es ein breites Angebot an Fanartikeln, das über CDs, Kleidung, Videospiele, DVDs und Videos, etc. hinausreicht.


[bearbeiten] Women of Wrestling

1986 wurden die Gorgeous Ladies of Wrestling (GLOW) gegründet, die als Promotion-Show für Frauen im Wrestling dienen sollte. Den Frauen wurden Charaktere zugeteilt, die sie verkörpern sollten. Die meisten waren ursprünglich Schauspielerinnen oder Pornostars, die hofften durch ihre Auftritte beim Wrestling ins Showbusiness eintreten zu können. Jede hatte ihren eigenen Song, der zu Beginn jedes Kampfes gespielt wurde.

Im Jahr 2000 wurden die Women of Wrestling (WOW) als Pro-Wrestling Promotion von David McLane gegründet. Beim Pro-Wrestling oder Professional Wrestling geht es um den Auftritt, das Management und Marketing der Show. McLane wollte dafür sorgen, dass Frauen im Wrestling endlich den Respekt erhalten würden, den sie seiner Meinung nach verdienten.

Die meisten Frauen sind eigentlich Models, Schauspielerinnen oder kommen vom Kampfsport. Sie sollen Wrestling noch interessanter und ansehnlicher machen und die Kämpfer unterstützen. Bekannte Frauen sind zum Beispiel Sunny, Chyna, die Klimaszewski-Zwillinge oder Mrs. Yamaguchi-San (Shian-Li Tsang).


[bearbeiten] Hall of Fame

  • Hulk Hogan (Terrence Gene Bollea) hatte seine Glanzzeit in den 1980ern als Babyface-Charakter bei der WWF. Er galt als einer der populärsten Wrestler und hat entscheidend zur Etablierung und Beliebtheit des Wrestling beigetragen. Bis heute wird Wrestling vor allem mit ihm in Verbindung gebracht. Nach einem Steroidskandal, Rücktritten und Gerichtsprozessen sank seine Beliebtheit und Hogan unterschrieb einen Vertrag bei der WCW, kehrte aber nach deren Niedergang zur WWF zurück. Während seiner Wrestling-Karriere trat er in zahlreichen Filmen und TV-Shows auf. 2005 wurde er von Sylvester Stallone in die WWE Hall of Fame eingeführt. Er tritt immer wieder bei größeren Veranstaltungen als „Teilzeit-Wrestler“ auf. Während seiner aktiven Karriere hat Hogan zahlreiche Titel, wie den NWA Southeastern Heavyweight Champion, IWGP Heavyweight Champion, AWA World Heavyweight Champion, WCW World Heavyweight Champion, WWE Champion, etc. gewonnen. Seit 2005 wird die TV-Reality-Soap „Hogan Knows Best“ ausgestrahlt, in der die Hauptdarsteller, Hulk und seine Familie, von der Kamera bei allen Situationen begleitet.


  • Eddie Guerrero wurde bereits als Kind von seinem Vater trainiert und begann seine professionelle Karriere 1988 in mexikanischen Wrestling-Ligen. Er ging mit zwei anderen Wrestlern die Gemeinschaft der „Los Gringos Locos“ ein, die sich jedoch nach dem Tod eines Mitglieds auflöste. 1995 wechselte Guerrero zur ECW in die USA und konnte sich zweimal die ECW-TV-Championship sichern. Danach ging er zur WCW, die er aber aufgrund des ausbleibenden Erfolgs für kurze Zeit verließ, um in Japan zu kämpfen. 1996 kehrte er zur WCW zurück und gewann die WCW United States Championship sowie zweimal die WCW Cruiserweight Championship. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten wechselte Guerrero im Jahr 2000 zur WWF. Er gewann einige Titel, wurde aber schließlich 2001 entlassen, da er eine starke Schmerzmittelabhängigkeit entwickelt hatte und mit Alkohol am Steuer erwischt wurde. Im Jahr darauf kehrte er nach erfolgreicher Rehabilitation zur WWE zurück, wo er zahlreiche Titel (WWE Champion, WWE Intercontinental Champion, WWE United States Champion, WWE Tag Team Champion, WWF European Champion) gewann. 2005 starb Guerrero mit nur 38 Jahren aufgrund einer akuten Herzinsuffizienz, verursacht durch den früheren Missbrauch von Schmerzmitteln.


  • Steven James Borden (Sting) begann seine Wrestling-Karriere mit der „Power Team USA“-Gruppierung, die mit einem Bodybuilding-Gimmick auftrat. 1987 wurde er von der WCW unter Vertrag genommen. Sting war der unbekannte Partner beim Kampf der Outsiders gegen die New World Order (NWO), die Sting Verrat an der WCW unterstellte. Sting verließ die WCW, da er enttäuscht war, dass viele Leute den Vorwürfen glaubten, kehrte aber später wieder zurück, um die WCW im Kampf gegen die NWO anzuführen. 2003 trat Sting zum ersten Mal für die Total Nonstop Action Wrestling (TNA) auf. Bisher war er unter anderem zweimal NWA World Heavyweight Champion, NWA World Television Champion, siebenfacher WCW World Heavyweight Champion, zweifacher WCW International World Heavyweight Champion, zweifacher WCW United States Heavyweight Champion, dreifacher WCW World Tag Team Champion, WWA World Heavyweight Champion und dreifacher UWF Tag Team Champion.


  • Richard Morgan Fliehr (Ric Flair) begann 1972 in der American Wrestling Association (AWA) mit dem professionellen Wrestling. Drei Jahre später unterschrieb er bei der National Wrestling Alliance (NWA), dem damals größten Dachverband der Wrestlingligen und wurde zu deren Star. 1991 wechselte Flair nach Auseinandersetzungen mit den Offiziellen in der NWA zur WWF und 1993 zur WCW, wo er bald wieder zu einem Topstar wurde. Nach dem Kauf der WCW durch die WWF trat er wieder für die WWF auf. Nach mehreren gewonnenen Titeln und schließlich mehreren weniger erfolgreichen Fehden gab Flair im Mai 2007 bekannt, dass er bei der WrestleMania 24 aufhören möchte.


  • Tom Crazy ist ein österreichischer Wrestler, der seit 2002 bei den Wrestling Warriors Austria (WWA) kämpft. Zu seinen Lehrern zählten unter anderem Fredi Barne, der seit den 1980er Jahren als professioneller Wrestler tätig ist, Dirty Harry oder Fiver Rock. Schon von Beginn an wurde Tom Crazy als Aufsteiger des Jahres gehandhabt. Seit 2003 werden österreichische Wrestling-Events vor allem von der RWA – Riotgas Wrestling Alliance veranstaltet, bei denen Tom Crazy regelmäßig antritt.


  • Dwayne Douglas Johnson (The Rock) musste seine Football-Karriere bei den University of Miami Hurricanes aufgrund einer Knieverletzung beenden. Daraufhin begann er 1995 bei seinem Vater, der ebenso wie schon sein Großvater professioneller Wrestler war, zu trainieren. Ab 1996 kämpfte er in der WWF, konnte mehrere Titel gewinnen und schloss sich den Auseinandersetzungen gegen die New World Order an und bei WrestleMania 18 besiegte er schließlich Hulk Hogan. Nach diesem Kampf stand Johnson vermehrt vor der Kamera. 2004 absolvierte er seinen letzten großen Kampf und gab zwei Jahre darauf bekannt, dass er sich ganz vom Wrestling zurückziehen wolle. Zu seinen sportlichen Erfolgen zählen unter anderem sechsfacher WWF Champion, zweifacher WWF Intercontinental Champion, fünffacher WWF World Tag Team Champion, zweifacher WCW World Heavyweight Champion und neunfacher USWA Tag Team Champion. Mit mehreren Rollen in TV-Serien sammelte Johnson erste Erfahrungen als Schauspieler. Größere Erfolge konnte er mit den Filmen „Die Mumie kehrt zurück“, „The Scorpion King“ oder „Welcome to the Jungle“ verbuchen. Derzeit steht Johnson für zwei weitere Filme vor der Kamera.


  • Bret Sergeant Hart stammt aus einer Wrestler-Familie und wurde wie sein Bruder vom Vater trainiert. 1978 begann Hart seine Profi-Karriere und trat 1985 in die WWF ein. Mithilfe seiner technischen Fähigkeiten und seiner sympathischen Art avancierte Hart bald zum Publikumsliebling und gewann 1992 den Weltmeistertitel im Kampf gegen Ric Flair. 1997 wurde Bret Hart Opfer der so genannten Montreal Screwjobs, bei dem Shawn Michaels auf Anordnung des damaligen WWF-Chefs Vincent McMahon, aber ohne Absprache mit Hart den Kampf für sich entschied. Aufgrund dieser Auseinandersetzungen mit dem Management und finanzieller Schwierigkeiten der WWF wechselte Hart 1997 zur WCW, konnte dort aber aufgrund der Popularität anderer Wrestler wie Hulk Hogan, nicht mehr an seine Erfolge anknüpfen. Nach einem schlecht geplanten Tritt im Kampf gegen Bill Goldberg erlitt Hart eine Gehirnerschütterung und nach einem schweren Fahrradunfall 2002 musste er schließlich seine Karriere beenden. Er trat nach wie vor bei einigen Shows und Veranstaltungen auf und übernahm einige Schauspielrollen. 2005 wurde ein Film über Hart „The Bret Hart Story: The Best There Is, Was, and Ever Will Be“ gedreht. Zu seinen Erfolgen zählen unter anderem sechsfacher Stampede Wrestling North American Heavyweight Champion, zweifacher WCW World Heavyweight Champion, vierfacher WCW United States Heavyweight Champion, fünffacher WWF World Heavyweight Champion und zweifacher WWF Intercontinental Champion. Obwohl Bret Hart nie an die Popularität Hulk Hogans heranreichen konnte, genießt er bei seinen Fans großen Respekt für seine technischen Leistungen. Er ist bisher der einzige Wrestler, der in seiner Karriere niemals einen Gegner verletzt hat.


  • Bill Goldberg spielte ursprünglich American Football bei den Atlanta Falcons und den Los Angeles Rams, bevor er aufgrund eines Bauchmuskelrisses seine Football-Karriere beenden musste und 1997 seinen ersten Wrestling-Kampf bestritt. Er ist der einzige Star, den die WCW nicht von der WWF oder anderen Ligen übernommen, sondern selbst hervorgebracht hat. Goldberg hatte bis Ende 1998 eine Siegesserie von 173 zu 0, die dadurch entstand, dass er sowohl bei WCW Monday Nitro, WCW Thunder, PPVs, WCW Saturday Night als auch bei so genannten House Shows kämpfte. Derzeit wreselt er ab und zu in Japan und hat eine eigene TV-Show („Automaniac“). Zu seinen erkämpften Titeln zählen unter anderem World Heavyweight Champion, WCW World Heavyweight Champion, WCW US Heavyweight Champion und WCW World Tag Team Champion.


  • Michael Shawn James Hickenbottom (Shawn Michaels) begann seine Wrestling-Karriere schon mit 17 Jahren. Er ist ein wiedergeborener Christ, was auch bei seinen Auftritten deutlich zum Ausdruck kommt. Sein Spitzname ist Heartbreak Kid (HBK) und derzeit tritt er im RAW-Roster von WWE an. 1997 verlor Michaels einiges an Sympathien, als er beim so genannten Montreal Screwjob den Titel ohne Absprache mit Bret Hart, auf Anordnung von Vince McMahon gewann. In den darauffolgenden Jahren muss er seine Karriere wegen einer schweren Rückenverletzung unterbrechen, tritt aber seit 2002 wieder bei Kämpfen an. Zu seinen gewonnenen Titeln zählen unter anderem dreifacher WWF World Champion, World Heavyweight Champion, dreifacher WWF Intercontinental Champion und vierfacher WWF World Tag Team Champion.
 
 
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