Der schlimmste Tag des Jahres ist zweifellos jener, an dem du aus dem Main Event fliegst. Dieses Jahr war ich erleichtert, als ich es endlich hinter mir hatte. Ich habe drei Tage damit verbracht, auf der Expo-Bühne Bücher zu signieren und Autogramme zu geben; 4-5 Stunden durchgehend. Danach war ich völlig fertig. Noch nie zuvor hatte ich so wenig Lust, irgendeine Art von Poker zu spielen wie an diesem Tag, als ich mich für die erste Hand an den Tisch setzte. Ich denke, man lernt nie aus und ich werde sicher nie wieder vor einem Pokerspiel so viel arbeiten. Es war mir peinlich, dass ich so schlecht gespielt habe, aber ohne Enthusiasmus geht’s nun mal nicht. Poker ist ein sehr mentales Spiel aber du kannst nicht zurück, nur vorwärts.
Ich versuche, genug Energie aufzubringen, um nach Montana zu fliegen. Vielleicht gehört das einfach zum Altwerden dazu, früher habe ich immer alle ausgelacht, die sich über Müdigkeit beschwert haben. Ich glaube ich war mit viel Kraft und Ausdauer gesegnet, aber jetzt holt mich das Alter doch ein.
So, genug gejammert. Wenn ich mir die Top-Platzierungen in der WSOP anschaue, erkenne ich nur wenige Namen. Ich drücke allen Pros, die noch übrig sind, die Daumen aber es wird extrem schwer werden. Es ist schön, dass die Teilnehmerzahl nicht zurückgegangen ist und sollten die Internetseiten je wieder einen Aufschwung erleben, wird sich das bestimmt auch enorm auf die WSOP auswirken.
Meine Tochter Pam konnte nicht an der WSOP teilnehmen weil sie einen Zwerchfellbruch operieren lassen musste. Schade, sie hat sich wirklich darauf gefreut. Zu allem Überfluss leidet ihr kleiner Pudel an einer lebensbedrohlichen Krankheit, die von den Ärzten nur schwer behandelt werden kann. Sie tut mir schrecklich leid denn ich weiß, sie liebt Hunde so sehr wie ich.
Der Titel „The Last Brunson Standing“ (dt.: „der letzte Brunson, der noch dabei ist“) geht an Todd’s Frau Anjela, die den zweiten Turniertag mit über 40.000 Chips begann. Sie ist nicht nur eine ziemlich gute Pokerspielerin, ich finde sie ist auch eine der attraktivsten Spielerinnen. Ich werde morgen hingehen und sie anfeuern. Jemand muss schließlich den Ruf der Familie Brunson aufrecht erhalten; Todd und ich haben es jedenfalls nicht geschafft.
Country und Westernsänger Andy Griggs, ein Mitglied des DoylesRoom-Teams, ist stolz, am zweiten Tag mit über 60.000 Chips noch dabei zu sein. Er hat die Nationalhymne und einen Song aus seinem neuen Album gesungen und am nächsten Tag „It’s All About The Money“. Andy hat noch nicht sehr viel Erfahrung im Pokern, also werde ich ihn zusammen mit Anjela anfeuern und unterstützen. - DB