“Round and round it goes, where it stops, nobody knows.” Der Roulette-Dealer sagt diese Worte während sich Rad und Kugel drehen. Sie erinnern mich daran, wie mein eigenes Leben im Moment verläuft. Ich war letzte Nacht beim Cash Game, hab weitere $ 137.000 verloren und komme einfach nicht dahinter, was ich falsch mache. Nach dem Spiel denke ich über all die Hände nach und ich habe das Gefühl, ganz gut zu spielen. In den Turnieren bekomme ich nach wenigen Stunden nur noch schlechte Karten. Das Glück ist zurzeit wohl nicht gerade auf meiner Seite. Dieses Gefühl kennt jeder Pokerspieler und ich denke, man muss sich da einfach wieder herausspielen.
Etwas anderes, das mir Sorgen macht, betrifft meinen Sohn Todd und mich; wir befinden uns gerade mitten in einer sehr unangenehmen Meinungsverschiedenheit. Er ist so stur und dickköpfig (ich frag mich, woher er das hat), sieht so aus als müsste ich in den sauren Apfel beißen und mit ihm reden. Ich hoffe, unser Streit hat sein Pokerspiel nicht beeinträchtigt aber ich habe immer gesagt, du musst dein Privatleben in Ordnung bringen wenn du vorhast, dein bestes Poker zu spielen.
Eine Gruppe aus älteren Pokerspielern hat darüber diskutiert, welche Spieler, verstorben oder lebendig, am gemeinsten zu den Dealern waren. Ich dachte, es wäre interessant, eine Liste zu machen; bei jedem Blogeintrag kommt einer dazu.
Meine absolute #1 ist Stu Ungar. Er war so aufbrausend und konnte jederzeit explodieren. Er hat seinen Frust immer an den Dealern ausgelassen, nie an den anderen Spielern. Er hat ihnen Schimpfwörter an den Kopf geworfen, die ich noch nie zuvor gehört hatte und das Geschlecht war dabei völlig egal. Ich erinnere mich als er einmal in Lake Tahoe auf eine Karte gespuckt und zum Dealer gesagt hat „Ich bin draußen, nimm meine Karten.“ Der Dealer blieb unbeeindruckt und antwortete „Ich werde diese Karte nicht berühren, mein Freund“. Im Golden Nugget hat er einmal einen weiblichen Dealer so sehr beschimpft, dass sie ihren Vorgesetzten gerufen und mit den Worten „ich kündige.“ ihr Namensschild abgenommen hat. Dann hat sie sich zu Stu umgedreht und gesagt „Und du verdammter Hurensohn kommst mit nach draußen und ich trete dir in den Arsch.“ Stu lehnte ab.
Privat war er ein wirklich lustiger Kerl mit einem tollen Sinn für Humor, ich hab mich immer gefragt, wieso er diese Wutausbrüche hatte.
Im nächsten Blogeintrag… #2.
-DB