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STECKBRIEF
Lesen Sie das Online-Tagebuch von Doyle Brunson! BLOG

Doyle Brunson alias "Texas Dolly"

Letzter Blogeintrag am 12. September 2008
Letztes Update: 28. März 2014
 
William Hill Poker
"Echten Spielern kann man vertrauen, wenn sie einem ihr Wort geben.“
Doyle über die Bedeutung von Ehre und Vertrauen in der Pokerszene
10.08.1933
Longworth, US
Löwe
Verheiratet
Todd (spielt ebenfalls Poker), Pamela, Cheryl, Doyla (verstorben)
Las Vegas, US
USA
Studierte "Administrative Education" (vergleichbar mit Bildungsmanagement) an der Hardin Simmons Universität in Abilene
Ehemaliger Profibasketballer, Betreiber des Online-Pokerraumes "Doyles Room", Autor mehrerer Pokerbücher
Schwimmen, Country Music
Country
Jesus
...während seines Studiums
Hold'em
Aggressiv
Zu viele, um alle aufzuzählen
...würde er sein Alter ändern
...würde er auch sein Alter ändern
Vertrieb Einbrecher durch einen vorgetäuschten Herzinfarkt, besiegte den Krebs, verließ ein Pokerturnier um in die Kirche zu gehen, 2 Hände sind nach ihm benannt, Autor der Poker-Bibel "Super System"
 Doyle Brunson bei 

Kindheit und Ausbildung

Doyle Brunson wuchs in seinem Geburtsort Longworth, einem 100-Seelen-Bauerndörfchen in Fisher County, Texas, als ältestes von drei Kindern auf. Doyle war schon immer ein begeisterter Athlet. Um von seinem Heimatort in andere Gemeinden zu gelangen nahm er nicht etwa einen Postbus, sondern verließ sich auf seine Beine. Er lief regelmäßig große Distanzen und da sein Vater in der örtlichen Turnhalle arbeitete, hatte er oft Gelegenheit zu trainieren. Doyle trat schließlich dem „All State Texas Basketball Team“ bei und nahm an der Leichtathletikveranstaltung „Texas Interscholastic Track Meet“ teil. Er war ein vielversprechendes Nachwuchstalent und gewann die „Texas State Meisterschaft“ im Meilenlauf.

Durch seine sportlichen Erfolge erhielt er von zahlreichen Colleges Angebote für Sportstipendien, inskribierte aber letztendlich an der „Hardin Simmons University“ in Abilene, um in der Nähe seines Heimatortes bleiben zu können. Doyle betrieb weiterhin Sport und schließlich interessierte sich sogar das bekannte Basketballteam „Minneapolis Lakers“ (heute „Los Angeles Lakers“) für ihn. Doch seine Sportlerkarriere nahm ein abruptes Ende, als er sich bei einem Unfall eine schwere Knieverletzung zuzog. Sein Bein war ganze zwei Jahre lang eingegipst und Doyle leidet noch heute an den Folgen dieser Verletzung. Nach dem Unfall konzentrierte sich Doyle Brunson voll und ganz auf sein Studium und machte seinen Abschluss in „Administrative Education“ (vergleichbar mit „Bildungsmanagement“).

Sein Talent fürs Pokern entdeckte Doyle Brunson während des Studiums. Er spielte auch vor dem Unfall schon gelegentlich Five Card Draw doch erst nachdem er seine sportlichen Aktivitäten aufgeben musste, widmete er sich etwas intensiver den Karten. Schon bald war Poker für ihn nicht nur ein netter Zeitvertreib, sondern auch eine wichtige Einnahmequelle, mit der er sich sein Studentenleben finanzierte. Einen Großteil seines Erfolgs beim Pokern verdankt er seiner außerordentlichen Beobachtungsgabe. Durch aufmerksames Zusehen lernte er viel über das Spiel und schaffte es schließlich, seine Gegner richtig zu „lesen“.

Ein gefährlicher Beruf

Nach dem Studium nahm Doyle einen Job als Verkäufer für Büroausstattung an, doch diese Tätigkeit war, verglichen mit seinen Gewinnen im Poker, nicht besonders lukrativ. Er kündigte seinen Job nach wenigen Wochen und beschloss, professioneller Pokerspieler zu werden. Mit dieser „Berufswahl“ ging Doyle ein erhebliches Risiko ein. Poker war illegal und wurde in düsteren, versteckten Hinterzimmern hauptsächlich von Kriminellen und Gaunern gespielt. Auch Doyle Brunson musste „untertauchen“, um seinen Lebensunterhalt verdienen zu können. Sein Revier waren die illegalen Spiele in Fort Worth, Texas. Doyle hat mehr als eine spannende Geschichte aus den Anfängen seiner Pokerkarriere auf Lager. Er musste mit ansehen, wie ein Spieler neben ihm kaltblütig erschossen wurde und schaute auch selbst des Öfteren in den Lauf eines Gewehrs. Über diese Zeit sagte er in einem Interview:

„Zu allererst musste man aufpassen, nicht von der Polizei geschnappt zu werden, dann musste man darauf achten, beim Spielen nicht betrogen zu werden. Hatte man gewonnen, war es oft nicht so einfach, an sein Geld zu kommen. Hatte man all das geschafft, musste man noch aufpassen, nicht überfallen zu werden.“

Heutzutage, in den luxuriösen, legalen Casinos, könne sich das niemand mehr vorstellen. Aber es sei damals zumindest interessant und spannend gewesen, erklärte Doyle. Er sei so oft überfallen worden, er könne sich nicht einmal mehr an die genaue Anzahl der Überfälle erinnern.

Familienglück und Schicksalsschläge

1960 verliebte sich Doyle in Louise, die er zwei Jahre später heiratete. Doyle war schnell überzeugt, in Louise die Frau fürs Leben gefunden zu haben und wollte schon viel früher heiraten, doch sie war nicht sicher, ob sie den Rest ihres Lebens mit einem Mann verbringen möchte, der seinen Lebensunterhalt mit Glücksspiel verdient. Doyle konnte sie schließlich überzeugen, dass es doch nicht so übel war, einen professionellen Zocker zu heiraten. Das Paar hatte vier Kinder, Pamela, Todd (auch ein erfolgreicher Pokerspieler), Cheryl und Doyla. Doyla starb im Alter von 18 Jahren an einer Herzkrankheit. Nach dem Tod seiner Tochter fand Doyle Halt im Glauben, las christliche Literatur und konvertierte schließlich zum Christentum. Doch dies war nicht der einzige schwere Schicksalsschlag in Doyle Brunsons Leben. 1962, kurz nach seiner Hochzeit, als Louise ihr erstes Kind erwartete, fand man in seinem Nacken einen bösartigen Tumor. Er wurde sofort operiert, doch der Krebs hatte sich schon zu weit in Richtung Gehirn ausgebreitet und die Ärzte erklärten ihn für unheilbar. Die einzige Option war eine sehr riskante Operation, die es ihm ermöglichen würde, die Geburt seines Kindes noch zu erleben. Doyle entschied sich für die Operation, überlebte und wie durch ein Wunder gelang es den Ärzten, den Krebs vollständig zu entfernen. Doyle ist überzeugt, dass er diese wundersame Heilung seinen Freunden und seiner Frau zu verdanken hat, die für ihn gebetet haben.

Doyles Sohn Todd Brunson scheint das Talent seines Vaters geerbt zu haben. Er spielt ebenfalls professionell Poker und gewann 2005 die World Series of Poker (WSOP) im Omaha Hi-Lo. Dies macht die Brunsons zum ersten Vater-Sohn-Gespann, das jemals bei den WSOP gewonnen hat.

Nach seinem Sieg über den Krebs eilte Doyle an den Pokertisch zurück, schließlich wollte er seiner immer größer werdenden Familie ein gutes Leben bieten. Er machte sich in der Pokerszene allmählich einen Namen und war bald ein gefürchteter Gegner. In Pokerprofi Johnny Moss fand Doyle schließlich seinen Mentor, von dem er sehr viel lernte. Zusammen mit seinem Freund Dwayne Hamilton reiste er durch Texas, von einem Spiel zum nächsten. Thomas „Amarillo Slim“ Preston und Brian „Sailor“ Roberts schlossen sich dem Duo an. Dwayne Hamilton seilte sich ab und das Trio Brunson, Amarillo Slim und Roberts zockte sich weiter quer durch Texas. Die berüchtigte Zockergruppe wurde bald als die „Texas Rounders“ bekannt und ihr Ruf eilte ihnen meilenweit voraus. Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung zog es die drei in die Spielermetropole Las Vegas, wo sie allerdings ihre gesamten Ersparnisse, einen sechsstelligen Betrag, verloren. Daraufhin beschlossen sie, nicht mehr als Partner zusammen zu spielen, aber dennoch Freunde zu bleiben. Durch diese anfänglichen Verluste verlor Doyle Brunson aber nicht seine Begeisterung fürs Pokern, im Gegenteil, er trainierte noch intensiver und verbesserte sein Spiel. Er überredete schließlich seine Frau, nach Las Vegas zu ziehen, wo er legal pokern konnte.

Trotz seines hohen Alters hat sich Doyle stets über die rasante Entwicklung der modernen Technik auf dem Laufenden gehalten und sich intensiv mit Online-Poker beschäftigt. Er hat nicht nur ein Buch darüber geschrieben, sondern auch seinen eigenen Online-Pokerraum, den DoylesRoom, gegründet. 

Einer der ersten WSOP Champions

1976 gewann Doyle seine ersten beiden Titel bei den World Series of Poker, im No Limit Deuce to Seven Lowball und im No Limit Hold’em (Hauptturnier). Doyle Brunson eroberte die damals noch „junge“ WSOP im Sturm und hat seinen Platz an der Spitze bis heute immer wieder erfolgreich verteidigt. Doyle Brunson gehört, zusammen mit Johnny Moss und Amarillo Slim, zu den ersten WSOP Champions überhaupt. 1977 holte er sich weitere zwei WSOP Armbänder im Limit Seven Card Stud Hi-Lo und im No Limit Hold’em. Die beiden Siege im No Limit Hold’em gingen in die Geschichte ein und führten dazu, dass man sogar eine Hand nach Doyle Brunson benannte. Er gewann beide Hauptturniere, 1976 und 1977, mit 10-2, indem er damit ein Full House vervollständigte. Seither nennt man eine Hand aus 10 und 2, in beliebiger Farbe, einen „Doyle Brunson“. Eine weitere Hand, die man als „Doyle Brunson“ bezeichnet, ist A-Q, weil er stets versucht, diese Hand nicht zu spielen.

1978 und 1979 setzte Doyle seinen Siegeszug bei der WSOP fort und holte sich zwei weitere Goldene Armbänder im Limit Seven Card Stud und im No Limit Hold’em, wodurch er seine Sammlung der begehrten Trophäen auf sechs aufstockte. Bei den WSOP 1980 wurde er von Sarge Ferris (No Limit Deuce to Seven Lowball Rebuy) und Stu Ungar (No Limit Hold’em) eliminiert und ergatterte zwei Zweitplatzierungen. In den nächsten zehn Jahren saß Doyle an etlichen Finaltischen der WSOP und holte sich einige Zweit- und Drittplatzierungen.

Seinen nächsten großen Sieg feierte er bei den WSOP 1991. Er eliminierte Pokerprofis wie T.J. Cloutier, Andy Clark und Dan Stashriw im No Limit Hold’em Hauptturnier und sicherte sich seinen siebten WSOP Titel. 1995 wurde er einmal Zweiter und einmal Dritter bei den WSOP und 1998 holte er sich sein achtes Goldenes Armband, diesmal im Limit Razz. Im selben Jahr wurde er Zweiter im Pot Limit Omaha und Dritter im No Limit Deuce to Seven Lowball.

Doyle nimmt an relativ wenig Turnieren teil und konzentriert sich vorwiegend auf die WSOP, doch er hat durchaus auch Erfolge bei der World Poker Tour (WPT) zu verbuchen. 2003 pokerte er sich beim WPT Championship Season 1 „Five-Star World Poker Classic“ Turnier auf den vierten Platz und ein Jahr später gewann er das WPT Season 3 „Legends of Poker“ Turnier im No Limit Hold’em und kassierte ein Preisgeld von über 1 Million Dollar. Eine WPT Veranstaltung trägt sogar seinen Namen, die „Doyle Brunson North American Championship“, das Hauptturnier der „Five Diamond World Poker Classic“ im Bellagio. Doyle Brunson gehört, zusammen mit Gus Hansen und James Garner, zu den ersten drei Pokerstars, die 2004 in den WPT Poker Walk of Fame aufgenommen wurden. Außerdem nahm Doyle auch an zahlreichen Fernsehturnieren wie „High Stakes Poker“, „Poker After Dark“ oder die „National Heads Up Poker Championship“ teil. In seiner Heimatstadt Las Vegas spielt er oft im „Big Game“ des Bellagio, ein berühmtes Cash Game mit extrem hohen Einsätzen.

Seinen eher ungewöhnlichen Spitznamen Texas Dolly verdankt Doyle dem US-amerikanischen Sportkommentator Jimmy „The Greek“ Snyder. Snyder sollte Brunson bei einem Turnier als „Texas Doyle“ ankündigen und sagte stattdessen „Texas Dolly“. Seitdem nennen ihn die meisten seiner Kollegen einfach nur „Dolly“.

Bei den WSOP 2003 gewann Doyle Brunson sein neuntes Goldenes Armband im Limit H.O.R.S.E Bewerb und stellte somit einen neuen Rekord auf.

Das 10. Armband

2005 gewann er das WSOP Hauptturnier im No Limit Hold’em, ein goldener Moment, im wahrsten Sinne des Wortes. Doyle Brunson nahm sein zehntes WSOP Armband mit den Worten „Rekorde sind da, um gebrochen zu werden!“ entgegen. Diesen Rekord teilte er nur mit Johnny Chan, 2007 wurde er aber von Phil Hellmuth gebrochen. Bereits bei seinem neunten WSOP Sieg haben sich viele Zuschauer gefragt, ob dies nicht vielleicht sein letzter großer Turniersieg sein könnte, immerhin spielte Doyle seit fünf Jahrzehnten Poker und war mit über 70 nicht mehr der Jüngste. Doch Texas Dolly denkt nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen und bewies einmal mehr, dass er immer noch zu den Besten der Besten gehört. Bei den WSOP 2005 eliminierte Doyle Pokergrößen wie Jason Lester, Ayaz Mahmood, Layne Flack, Scotty Nguyen, und Minh Ly und als er schließlich das Turnier gewann, hielt die Pokerwelt den Atem an. Der erste Platz war mit $ 367.800 dotiert, doch niemand beachtete den Stapel Scheine am Tisch, alle Augen waren bewundernd und voller Ehrfurcht auf das Goldene Armband gerichtet, das dem 73-jährigen Doyle ums Handgelenk gelegt wurde. Auf die Frage, wie es sich anfühle, im Poker immer noch ganz oben mitzumischen, an tagelangen „Marathon“-Turnieren teilzunehmen und gegen junge Gegner voller Energie anzutreten, antwortete er:

„Erfahrung ist mit nichts aufzuwiegen. Niemand hat mehr Pokererfahrung als ich. Das liegt daran, dass hier niemand älter ist als ich.“

Tipps vom Urvater des modernen Pokerspiels

Doyle Brunson ist für viele der Urvater des modernen Pokerspiels. Sein aggressiver Spielstil und seine No Limit Texas Hold’em Strategie wurden von den meisten erfolgreichen Spielern, bewusst oder unbewusst, übernommen. Seine Poker-Weisheiten und Geheimnisse veröffentlichte Doyle 1979, zwei Jahre nach seinem zweiten WSOP Sieg, in seinem Buch „Doyle Brunson’s Super System: A Course in Power Poker“. „Super System“ war das erste Buch dieser Art und gilt für viele als die ultimative Poker-Bibel. Generationen von jungen Pokerspielern inspirieren sich an Doyles Buch und versuchen seinen aggressiven Stil zu imitieren. Dies ist einerseits sehr lehrreich, kann aber durchaus auch negative Auswirkungen haben. Brunsons Stil basiert zwar auf Aggression und Risikobereitschaft, doch das alleine genügt nicht, um ein guter Spieler zu sein. Er kalkuliert seine Spielzüge sehr genau und es sieht oft nur nach außen hin so aus, als würde er einfach aggressiv drauflos spielen. Doyle versucht immer, zwei Gewinnmöglichkeiten zu haben, entweder zwingt er seinen Gegner zu passen, oder er sichert sich die Karte, die er für einen Sieg braucht. Durch seine geschickt platzierten und kalkulierten Einsätze, zwingt er seine Gegner wichtige Informationen preiszugeben.

„Ich sorge dafür, dass er mir ausgeliefert ist, ich selbst gebe nichts preis… Das ist das Schöne daran.“, erklärte Doyle in einem Interview.

Seit der Veröffentlichung von „Super System“, hat sich Doyle Brunsons Stil jedoch etwas verändert. Er ist nicht mehr der draufgängerische, hyperaggressive Spieler von damals, sondern zieht eine ausgeglichenere, vielseitigere Strategie vor. Er warnt junge Nachwuchstalente davor, zu unüberlegt zu spielen.

Auf der Startseite seiner Webseite erklärte Texas Dolly wie wichtig es ist, seine privaten Probleme nicht mit an den Pokertisch zu nehmen. Er veranschaulicht diesen Appell mit einer Anekdote über einen Pokerkollegen namens Craig, der dafür bekannt war, sich durch nichts ablenken zu lassen und in jeder Situation gutes Poker zu spielen. Doch als plötzlich, mitten in einem Turnier, seine Freundin mit ihm Schluss machte, ging es bergab. Er ließ sich zwar nach außen hin nichts anmerken, verlor jedoch innerhalb kürzester Zeit seine gesamten Chips. Nach dem Turnier tauchte die Freundin wieder auf, umarmte ihn und entschuldigte sich. Auf die Frage, wie es denn gelaufen sei, antwortete Craig nur „Ich habe ein bisschen Geld verloren…“ und sie entgegnete „Du solltest nicht spielen, wenn du so aufgebracht bist.“ Doyle hatte großes Mitleid mit Craig und seit diesem Vorfall ist „Don’t take your troubles to the table“ (dt.: „Nimm deine Probleme nicht mit an den Pokertisch“) eine der wichtigsten Pokerregeln für ihn geworden, die er jedem ans Herz legen möchte. Außerdem, so Doyle, müsse man als professioneller Spieler eine völlig gleichgültige Einstellung zu Geld haben.

2004 erschien „Super System 2“, eine neue, aktualisierte Version von „Super System“. Außerdem schrieb Doyle Brunson noch zahlreiche andere Pokerbücher, wie zum Beispiel „According to Doyle“, das 2003 unter dem Titel „Poker Wisdom of a Champion“ neu aufgelegt wurde. 2005 erschien „Online Poker: Your Guide to Playing Online Poker Safely & Winning Money“, ein Buch, das Doyle dem relativ jungen Trend des Online Poker gewidmet hat. Des Weiteren schreibt Doyle eine Pokerkolumne für die angesehene englische Zeitung „London Telegraph“.

Den größten Bluff seines Lebens vollführte Doyle allerdings nicht am Pokertisch. In einem Interview erzählte er, mit welcher Lüge er zwei Einbrecher von seinem Haus vertrieben hat. Als Doyle nach Hause kam überraschte er die Einbrecher und täuschte einen Herzinfarkt vor. Sie erschraken so sehr, dass sie sofort das Weite suchten.

Texas Dolly weiß durchaus, wie wichtig es ist, auch in der virtuellen Welt präsent zu sein. Seine persönliche Homepage ist sehr ansprechend gestaltet und enthält viele interessante Informationen über den Star, sowie eine Fotogallerie und ein Diskussionsforum.

Negative Schlagzeilen

2006 machte Pokerlegende Doyle Brunson allerdings negative Schlagzeilen. Im Juli 2006 wurde das Gerücht in die Welt gesetzt, Brunsons Unternehmen DoylesRoom wolle die World Poker Tour für astronomische 700 Millionen Dollar, das Doppelte des damaligen Börsenwertes, aufkaufen. Daraufhin stiegen die Aktienkurse der WPT enorm an. Das Angebot wurde aber nie bestätigt und es stellte sich heraus, das Doyle die WPT doch nicht kaufen wollte, wodurch der Börsenkurs in den Keller sank. Nun keimte der Verdacht auf, es könne sich hierbei um Betrug handeln. Dieser Verdacht wurde durch die Tatsache, dass es sich beim WPT Vorstandsvorsitzenden um einen engen Freund Brunsons handelte, noch verstärkt. Die amerikanische Börsenaufsichtsbehörte (SEC) übernahm die Ermittlung, doch es ist bis heute nicht geklärt, ob es sich bei Doyles Angebot und dessen Veröffentlichung um einen Verstoß gegen das Gesetz handelte oder nicht. Seine Freunde und Fans sind natürlich überzeugt, dass Doyle niemals wissentlich etwas Unrechtes tun würde.

Mit Gott und sich selbst im Reinen

Doyle Brunson ist allgemein als ein besonders ehrlicher und gutherziger Mensch bekannt. Er legt viel Wert darauf, mit Gott und sich selbst im Reinen zu sein und macht kein Geheimnis daraus, dass Religion eine wichtige Rolle in seinem Leben spielt. Es gibt sogar Geschichten über Pokerspiele, die Doyle einfach so, mittendrin verlassen hat, um in die Kirche zu gehen. In einem Interview erklärte er, woher seine enge Beziehung zur spirituellen Welt kommt. Seine Familie war sehr religiös und er ging gerne mit seinen Eltern und Geschwistern in die Kirche. Als er anfing zu pokern, geriet dieser Teil seines Lebens immer mehr in Vergessenheit und erst nach dem Tod seiner Tochter begann er wieder über Spiritualität nachzudenken. Er erkannte, was im Leben wirklich wichtig ist. Er selbst würde sich nicht als „religiös“ im traditionellen Sinne bezeichnen:

Ich habe definitiv christliche Wertvorstellungen […], [aber] man muss nicht jeden Sonntag in die Kirche gehen und in der ersten Reihe sitzen, um diese Wertvorstellungen zu haben.“

Auf Diskussionen über das Thema Religion möchte sich Doyle nicht einlassen, jeder soll glauben, was er für richtig hält und den Glauben anderer nicht kritisieren.

Doyle Brunson bezeichnet Ehre und Vertrauen als die wichtigsten Tugenden in der Pokerszene und im Glücksspiel überhaupt. Er führt dies auf seine Erfahrungen am Anfang seiner Pokerkarriere zurück. Als er sich langsam in der Szene nach oben arbeitete, gab es noch keine Schecks und Kreditkarten, die Leute trugen auch nicht immer viel Geld mit sich herum. Gespielt wurde trotzdem und alles, was man hatte, war sein Wort. Das gesamte Spiel beruhte ausschließlich auf gegenseitigem Vertrauen. Doyle beteuerte, dass sich für ihn und seine Pokerkollegen daran bis heute nichts geändert hätte. Bei Cash Games der wahren Poker-Elite herrsche immer noch dieses tiefe Vertrauen unter den Spielern, egal wie astronomisch hoch die Summen sind. Als Beispiel erzählte er eine Anekdote über einen Pokerkollegen, der einem anderen 1 Million Dollar geliehen hatte, ohne ihn nach seinem Nachnamen zu fragen. Wie Doyle nicht anders erwartet hatte, bekam der Kollege das Geld ohne weiteres zurück. Es sei schwer, dies einem Außenstehenden klar zu machen, die meisten hielten so etwas für unmöglich.

„[…] Echten Spielern kann man vertrauen, wenn sie einem ihr Wort geben.“, versicherte Doyle.

Auf die Frage, ob er seinen Sohn Todd ermutigt hat, in seine Fußstapfen zu treten, antwortete Doyle mit einem klaren „Nein“. Todd habe das Spiel alleine für sich entdeckt und gelernt. Doyle beobachtete ihn bei seinen ersten Spielen in Las Vegas und erkannte sofort das Talent seines Sohnes. Als er eines Tages ankündigte, nach dem College Pokerspieler zu werden, war seine Mutter zwar weniger begeistert, aber Doyle versuchte nicht, ihn davon abzuhalten.

Eine lebende Legende

Doyle lebt mit seiner Frau in Las Vegas, Nevada. In seiner Freizeit geht er gerne schwimmen und hört Country Music. Als seinen „Lieblingsstar“ nennt er Jesus und auf die Frage, welche Pokerspieler er am meisten respektiere, antwortet er „zu viele, um alle aufzuzählen“. Wenn er irgendetwas an der Welt verändern könnte? - „Mein Alter.“ Und was würde Doyle an der Pokerwelt ändern wollen? – „Auch mein Alter!“.

Doyle Brunson ist für viele eine lebende Legende, der Arnold Palmer des Pokers, der „King“, der beste Pokerspieler aller Zeiten. Er hat bis dato an die $ 5.000.000 erspielt und ist eine echte Berühmtheit. 2006 wurde er von der Pokerzeitschrift „BLUFF Magazine“ auf Platz 1 der einflussreichsten Persönlichkeiten der Pokerwelt gewählt. Ob ihm der Ruhm zu Kopf gestiegen ist? Ganz und gar nicht. Er sieht sich immer noch als den einfachen Bauernjungen, der sich an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen kann. Über sein Leben als Spieler sagte er einmal:

„Ich bin ein Spieler. Ich werde immer einer sein. Ich könnte gar nichts anderes machen. Mein Leben wird immer voller Siege und Verluste sein und ich möchte es auch nicht anders haben. Es ist aufregend. Es gab nicht einen langweiligen Moment in meinem Leben.“

Ans Aufhören denkt Texas Dolly nicht. Durch jahrzehntelanges Pokerspielen habe er sein Gehirn fit gehalten. Es sei manchmal ein Schreck für ihn, sich selbst im Fernsehen zu sehen, zu sehen, wie alt er eigentlich ist.

„Das geistige Bild, das ich von mir habe, ist das Bild des Jungen, der in Texas aufwuchs und einen Rekord im Meilenlauf aufstellte. In meinem tiefsten Inneren bin ich immer noch dieser Junge.“

Wir können uns also weiterhin auf viele spannende Turniere mit dem legendären Doyle Brunson freuen – ein Genie, ein Revolutionär und ein Mann mit dem Herz am rechten Fleck.

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