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Hier erfahren Sie alles über Johnny Chan! STECKBRIEF

Johnny Chan alias "The Orient Express"

Letztes Update: 1. April 2014
 
Betfair Poker
„Du brauchst nicht viel Geld, um ein erfolgreicher Pokerspieler zu sein, aber du musst an dich glauben."
Johnny über sein Erfolgsrezept
1957
Canton, CN
Verheiratet
6, alle ihre Namen beginnen mit "J"
Las Vegas, US
USA
Studium Hotel- u Restaurantmanagement abgebrochen um Pokerspieler zu werden
Zeit mit seiner Familie verbringen, Bowling, Schwimmen, Billard, Designermode (Versace), Autos (Mercedes), gutes Essen
...in seiner Jugend mit Bowling-Kollegen
Hold'em
Aggressiv, schnell
Chip Reese, Doyle Brunson, Phil Ivey
„Keiner liest andere Spieler so gut wie Johnny. In mindestens 90% der Fälle liegt er richtig.“ (T.J. Cloutier)
Nimmt immer eine Orange mit an den Pokertisch weil er den Duft so gerne mag, spielt im Pokerfilm "Rounders" mit, besitzt 6 Häuser, spielt in einem Rap-Video mit, pokerte bereits mit 16 in Las Vegas, hat 10 WSOP-Armbänder gewonnen (Stand März 08), ist mit Hollywoodstar Matt Damon befreundet, wärmt sich vor einem Turnier gerne mit einer japanischen Massage auf, eines seiner Autos hat das Kennzeichen JJ333 weil ihm dieses Full House viel Geld gebracht hat

Kindheit und Jugend

Johnny konnte kaum ein Wort Englisch als er in die USA kam und seine Schulzeit stellte somit eine besondere Herausforderung dar. Er musste sich nicht nur nebenbei die Sprache aneignen, sondern sich auch in eine vollkommen neue, fremde Kultur einfügen. Ein Aspekt der amerikanischen Freizeitkultur, der Johnny auf Anhieb gefiel, war das Bowlingspiel. Er spielte sehr gut und wenn er nicht gerade im Familienbetrieb aushalf, verbrachte er seine Freizeit auf der Bowlingbahn.

Durch seine Leidenschaft für den Bowlingsport fand Johnny schließlich auch den Weg in die Pokerszene. Er spielte mit Sportkollegen für ein paar Münzen und war sofort von dem Spiel fasziniert. Johnny bewies auch außerordentliches Talent am Pokertisch und die harmlosen Spielrunden wurden ihm bald zu langweilig. Auf der Suche nach mehr Herausforderung und Spielen mit höheren Einsätzen, landete Johnny schließlich in den dunklen Hinterzimmern der illegalen Pokerszene. Eines dieser Hinterzimmer befand sich im Restaurant seines Vaters. Johnny spielte jede Woche gegen meist ältere, erfahrenere Pokerspieler und gewann beinahe jedes Mal. Doch sein Können am Pokertisch brachte ihm nicht etwa den Respekt der anderen Spieler ein, im Gegenteil. Die anderen hatten keine Lust, sich ständig von einem Teenager abzocken zu lassen und nach einigen siegreichen Wochen wurde Johnny aus der Spielrunde ausgeschlossen.

Las Vegas - Liebe auf den ersten Blick

Mit 16 beschloss Johnny Chan sein Glück in der Spielermetropole Las Vegas zu versuchen. Ausgerüstet mit einer Bankroll (= das Geld, das man beim Pokern zur Verfügung hat) von $ 500 und einem gefälschten Ausweis, setzte sich Johnny an einen Pokertisch in Vegas und verwandelte seine $ 500 in nur einer Nacht in $ 20.000! Allerdings verspielte er jeden Cent davon in der darauf folgenden Nacht. Dies wurde zu einer Art Routine; Johnny gewann beim Pokern viel Geld, um es gleich darauf bei Casinospielen wie Roulette oder Blackjack wieder zu verspielen.

Obwohl er bereits in so jungen Jahren den ersten Schritt in die Profipokerszene von Vegas gewagt hatte, blieb Johnny nicht in „Sin City“, sondern ging in Houston aufs College und studierte Hotel- und Restaurantmanagement, um eines Tages den Familienbetrieb übernehmen zu können. Der Zocker in ihm nahm aber schlussendlich doch überhand und Johnny verließ das College mit 21, noch vor seinem Abschluss, um in Las Vegas Poker zu spielen. Diese Entscheidung war nicht einfach für Johnny, denn er musste seine Eltern enttäuschen. Sie wollten nicht, dass er spielte und sahen die Zukunft ihres Sohnes im Familienrestaurant. Doch Johnny spürte, wo seine wahre Berufung lag und ließ sich nicht von seinem Vorhaben abbringen. Er erinnert sich noch gut an seinen ersten Ausflug in die Spielermetropole, es war Liebe auf den ersten Blick:

„Als ich dort ankam war es, als wäre ich gestorben und in den Himmel gekommen. Ich liebe diese Stadt!“

Angesichts seines schwindelerregenden Erfolges sind seine Eltern aber heute sehr zufrieden mit der Berufswahl ihres Ältesten. Schließlich hat Johnny mittlerweile neben seinem Pokertalent auch Geschäftssinn bewiesen, seinen eigenen Online-Pokerraum ChanPoker gegründet und ist nebenbei immer noch im Restaurantgeschäft tätig. Chan Poker wurde übrigens inzwischen von Aced Poker übernommen.

Am Anfang seiner Pokerkarriere durchlebte Johnny Chan viele Höhen und Tiefen. Es gab Zeiten, wo er Nebenjobs annehmen musste und seine Ausgaben auf den Cent genau plante. Er arbeitete einige Zeit als Koch in einem Hotel und war dafür bekannt, direkt von der Küche ins Casino zu eilen und sich mit der Kochschürze an den Pokertisch zu setzen. Es kam sogar vor, dass er seine Habseligkeiten verkaufen musste, um finanziell über die Runden zu kommen. Doch Johnny ließ sich nicht entmutigen, er hatte sich fest in den Kopf gesetzt, in der Pokerszene ganz nach oben zu kommen.

So schwierig es auch in seiner Kindheit war, sich als chinesischer Einwanderer in den USA zurechtzufinden, in den Casinos von Las Vegas profitierte er enorm von seiner asiatischen Herkunft. Als Johnny nach Las Vegas zog, gab es dort kaum asiatische Spieler, weshalb man ihn am Pokertisch ständig unterschätzte. Asiaten hatten damals offenbar den Ruf, keine guten Spieler zu sein. Es kam sogar des Öfteren vor, dass Johnny einen Einsatz machte und sein Gegner mit einem schlechten Blatt mitging, fest davon überzeugt, der „Chinese“ wisse ohnehin nicht was er tut. Ein Vorurteil, das sich sehr bald äußerst positiv auf Johnnys Finanzen auswirkte.

Kein Finaltisch ohne den "Orientexpress"

1982 startete Johnny Chan richtig durch. Er erkannte, dass sein Erfolg am Pokertisch eng mit seinem allgemeinen Lebenswandel verbunden war und änderte diesen radikal. Er gab sein größtes Laster, vier Päckchen Zigaretten pro Tag zu rauchen auf, begann an seiner körperlichen Fitness zu arbeiten und stellte seine Ernährung um. Tatsächlich verbesserte sich sein Spiel erheblich und Johnny erntete bald die Früchte seiner Arbeit. Er nahm am „America’s Cup of Poker“ in Las Vegas teil, wo er 13 von 16 Spieler in nur 30 Minuten eliminierte und schließlich das Turnier gewann. Dieser legendäre „Auftritt“ brachte ihm auch den Spitznamen The Orient Express („Der Orientexpress“) ein, den er seinem Pokerkollegen Bob Stupak zu verdanken hat.

Seit diesem Durchbruch ist der „Orientexpress“ Johnny Chan nicht mehr zu stoppen, rast unermüdlich über die Turniertische hinweg und lädt eine Trophäe nach der anderen auf. 1983 kam Johnny zum ersten Mal bei der World Series of Poker (WSOP) in die Cash-Ränge und das gleich mit einem vierten Platz. Zwei Jahre später, 1985, holte er sich sein erstes Goldenes WSOP Armband, im Limit Texas Hold’em und kassierte dafür $ 171.000.

Johnny Chan hatte die WSOP im Sturm erobert und war bald an den Finaltischen dieser prestigeträchtigen Veranstaltung nicht mehr wegzudenken. 1987 ergatterte er einen dritten Platz im No Limit Deuce to Seven Lowball und gewann das No Limit Hold’em Hauptturnier. Er setzte sich gegen Pokerlegenden wie Howard Lederer, Dan Harrington, Humberto Brenes und Johnny Moss durch, womit er sich sein zweites Goldenes Armband, den Weltmeistertitel und ein Preisgeld von $ 625.000 holte. Im selben Jahr gewann er das Pot Limit Omaha Turnier des „Amarillo Slim’s Superbowl of Poker“ im Caesars Palace (Las Vegas) und das No Limit Hold’em Turnier des „3rd Annual Diamond Jim Brady“ (Los Angeles).

Sein Erfolgskurs schien kein Ende zu nehmen und 1988 entschied Johnny Chan erneut das WSOP Hauptturnier für sich, kassierte $ 700.000, ein weiteres Goldenes Armband und durfte sich nun zweifacher Weltmeister nennen. Nach diesem historischen Sieg setzte Johnny noch einen drauf und gewann das No Limit Hold’em Turnier der „Hall of Fame Poker Classic 1988“.

Am WSOP Hauptturnier 1988 nahmen zahlreiche weltbekannte Pokergrößen wie Erik Seidel, T.J.Cloutier, David „Chip“ Reese und „Poker Brat“ Phil Hellmuth teil doch der „Orientexpress“ fegte über sie hinweg und ließ seinen Heads Up Kontrahenten Erik Seidel in einer Staubwolke zurück.

Rounders

Wenn man heute einen Pokerstar nach der legendärsten Hand, die je bei der WSOP gespielt wurde fragt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass Johnny Chans letzte Hand gegen Erik Seidel im Hauptturnier von 1988 zur Sprache kommt. Johnnys Sieg war tatsächlich so spektakulär, dass die letzte Hand sogar im berühmten Pokerfilm „Rounders“ (1998), in dem Johnny Chan sich selbst spielt, verewigt wurde. Im Film stellt sich die Hauptfigur Michael McDermott (Matt Damon) die Hand immer wieder vor und träumt davon, Johnny Chan zu besiegen und das WSOP Hauptturnier zu gewinnen. Der Kultfilm „Rounders“ gilt für viele junge Pokerspieler als Motivation, ihr Glück bei großen Turnieren zu versuchen; Tausende haben Johnnys Hand in ihrem Gedächtnis verankert:

Johnny Chan hatte einen Chipvorsprung von 4:1 und J♣-9♣ auf der Hand. Seidel hatte Q♣-7. Trotz des eher bescheidenen Blattes warf Johnny seine Karten nicht weg und wartete auf den Flop. Sein Herz muss wohl für einige Sekunden ausgesetzt haben, als am Flop Q♠-T-8 erschienen, doch er zeigte keinerlei Emotionen. Chan hatte die „nuts“, die „holy city“, das bestmögliche Blatt. Nach außen hin völlig unbeeindruckt platzierte er einen kleinen Einsatz und Seidel erhöhte mit seinem Damenpärchen. Anstatt gleich aufs Ganze zu gehen, ging Chan einfach mit. Der Turn brachte die 2♠ und Johnny checkte. Seidel kaufte ihm den Bluff ab und schob selbstbewusst alle seine Chips in den Pot. Chan machte das gleiche, deckte seine Straße auf und wurde erneut zum World Series of Poker Champion gekrönt.

Als „Rounders“ 1998 in die Kinos kam, litt Erik Seidel, seinerseits ein brillanter Pokerspieler, noch lange unter dem schlechten Image, das ihm im Film verliehen wurde. Mittlerweile hat sich der mehrfache WSOP-Gewinner allerdings den Respekt der Pokerwelt erarbeitet und gehört zu den meistgefürchteten Gegnern am Tisch.

Einzigartige Pokerleistungen

Nachdem sich Johnny zweimal hintereinander den Traum eines jeden Profipokerspielers, das WSOP Hauptturnier zu gewinnen, erfüllt hatte, war sein Name weltweit bekannt. Pokerfan Jerry Buss, Besitzer des berühmten Basketball-Teams „Los Angeles Lakers“, war von Johnnys Leistungen so beeindruckt, dass er ihm einen „Championship Ring“, die Trophäe der nordamerikanischen Basketball Profiliga NBA versprach, sollte es ihm gelingen, 1989 ein drittes Mal das WSOP Hauptturnier zu gewinnen.

Genau das hätte Johnny Chan auch beinahe geschafft. Beim Hauptturnier der WSOP 1989 pokerte er sich bis an den Finaltisch und saß dann „Poker Brat“ Phil Hellmuth im Heads Up gegenüber. Hellmuths letzte Hand bestand aus einem Neunerpärchen (9♠-9♣) und Chan hatte A♠-7♠. Phil erhöhte vor dem Flop und Johnny ebenfalls. Phil ging mit seinen $ 1.000.000 gegen Johnnys $ 450.000 All In und Johnny überlegte eine Weile. Er ging schließlich mit und der Flop brachte K♣-T-K, womit Hellmuth zwei Pärchen hatte. Turn und River halfen Johnny nicht weiter und somit gingen $ 755.000 und der Weltmeistertitel an Phil Hellmuth. Johnny Chan konnte als Zweitplatzierter immerhin rund $ 300.000 mit nach Hause nehmen, doch auf die NBA-Auszeichnung musste er verzichten.

Im selben Jahr pokerte sich Johnny Chan beim „Annual Diamond Jim Brady“ in fünf Turnieren unter die ersten Fünf, womit er insgesamt rund $ 120.000 einkassierte. Zwischen 1989 und 1992 kam Johnny mehrmals in die Cash-Ränge der WSOP, meistens unter die ersten Zehn.

Sein nächster großer Sieg gelang Johnny Chan bei der WSOP 1994. Er gewann das Limit Seven Card Stud Turnier und holte sich sein viertes Goldenes Armband sowie $ 135.600 an Preisgeld. 1995 wurde er Zweiter im No Limit Deuce to Seven Lowball und 1996 pokerte er sich im Limit Texas Hold’em auf den vierten Platz.

1997 gewann Johnny Chan sein fünftes Goldenes WSOP Armband im No Limit Deuce to Seven Lowball und 1998 ging er knapp an einem sechsten WSOP Titel vorbei und wurde Zweiter hinter dem Iren Donnacha O’Dea (Pot Limit Omaha).

Doch das sechste Armband ließ nicht lange auf sich warten; bei der WSOP 2000 entschied Johnny das Pot Limit Omaha Turnier für sich und kassierte dafür rund $ 180.000. Im selben Jahr gewann er das No Limit Hold’em Hauptturnier der „L.A. Poker Classic“ und ein Preisgeld von fast $ 100.000 und konnte auch in anderen namhaften Turnieren Erfolge verbuchen („National Championships of Poker“, „Tom McEvoy’s Poker Spectacular“).

2001 verpasste Johnny nur knapp einen weiteren WSOP Titel und landete im No Limit Hold’em hinter seinem „Rounders-Kontrahenten“ Erik Seidel auf dem zweiten Platz. Doch bereits im nächsten Jahr, bei der WSOP 2002, gab der Orientexpress wieder Vollgas und holte sich sein siebtes Goldenes Armband, im Heads Up No Limit Hold’em. Er saß erneut Poker-Ass Phil Hellmuth gegenüber, der zu diesem Zeitpunkt sieben Armbänder besaß. Johnny gewann das Turnier und somit herrschte Gleichstand zwischen den beiden. Im selben Jahr ergatterte Johnny noch einen zweiten und einen dritten Platz bei der WSOP und wurde in die „Poker Hall of Fame“ aufgenommen.

Johnny Chan bricht alle Rekorde

2003 machte die lebende Pokerlegende Johnny Chan erneut seinem Ruf alle Ehre und holte sich zwei weitere WSOP Armbänder (No Limit Hold’em, Pot Limit Omaha) sowie rund $ 400.000 an Preisgeld. Damit holte er den damaligen Rekordhalter Doyle „Texas Dolly“ Brunson, Besitzer des bekannten DoylesRoom mit neun WSOP Titeln ein und galt außerdem als größter Geldgewinner der World Series of Poker.

2005 hielt die Pokerwelt erneut den Atem an, als Johnny Chan alle Rekorde brach und sein zehntes Goldenes Armband (Pot Limit Hold’em) gewann. Für diesen Sieg kassierte Johnny mehr als $ 300.000. Knapp vier Tage lang durfte er sich als Spieler mit den meisten WSOP-Titeln bezeichnen, dann wurde er von Doyle Brunson, der das Hauptturnier gewann, eingeholt. 2006 schloss sich auch Phil Hellmuth dem Rekord-Duo mit zehn Goldenen Armbändern an und überholte sie schließlich 2007, indem er seinen 11. WSOP-Titel gewann.

Johnnys Erfolgsrezept? Er ist bekannt für seinen scharfen Verstand, sein blitzschnelles, aggressives Spiel und seine Fähigkeit seine Gegner zu „lesen“. Chan ist auch ein äußerst vielseitiger Spieler, der sich in jeder Pokervariante behaupten kann. Eines seiner Markenzeichen ist die Orange, die er bei jedem Spiel vor sich auf dem Tisch platziert. Nachdem er in den 1980ern zweimal hintereinander das Hauptturnier gewonnen hatte, begannen auch andere Spieler, Früchte als Glücksbringer mit an den Tisch zu nehmen. Johnny erklärte allerdings, die Orange sei gar kein Glücksbringer, er mag einfach den Geruch. Der Zigarettenrauch, der damals bei vielen Turnieren den Raum erfüllte, störte Johnny, also gewöhnte er sich an, immer eine Orange dabei zu haben, deren angenehmer Geruch den Rauch erträglicher machte.

Johnny sagt über seine Fähigkeiten, je höher die Einsätze, desto besser sei sein Spiel. Wenn er an „kleinen“ Spielen mit niedrigen Einsätzen teilnimmt, spiele er deutlich schlechter. Besonders wichtig ist es auch, so Johnny, an sich selbst zu glauben:

„Du brauchst nicht viel Geld, um ein erfolgreicher Pokerspieler zu sein, aber du musst an dich glauben. Spieler, die nicht an sich selbst glauben, kommen und gehen. Sie haben einmal Glück, gewinnen ein Turnier und dann hörst du nie wieder etwas von ihnen“

Geld, Luxus und Anerkennung

Die Tatsache, dass der Erfolg in seinem Beruf mit hohen Geldgewinnen einhergeht, genießt Johnny in vollen Zügen. Das Geld ist für ihn eine bedeutende Motivation und er lebt gerne auf großem Fuß:

„Ich gebe gerne viel Geld aus. Ich liebe es, neue Kleidung zu kaufen und es kommt schon mal vor, dass ich mir einen $ 5.000 Anzug zulege. Das ist für mich der Grund, weiter zu spielen. […] Das Leben ist zu kurz, man sollte es genießen.“

Mit seinem glamourösen, eleganten Lebensstil und seinem brillanten Pokerspiel ist Johnny Chan für viele ein großes Vorbild, vor allem für asiatische Spieler. Für seine Landsleute gilt er in der Pokerszene als Pionier und alle träumen davon, in seine Fußstapfen zu treten und der nächste „Orientexpress“ zu werden.

Auch seine amerikanischen Profipoker-Kollegen bringen Johnny ein hohes Maß an Respekt und Bewunderung entgegen. Er ist nicht nur ein guter Spieler, sondern mit seiner freundlichen, sportlichen Art auch ein sehr angenehmer Zeitgenosse am Pokertisch. Pokerlegende Doyle Brunson über Johnnys außerordentliche Leistungen:

„Die Wahrscheinlichkeit, [das zu schaffen, was Johnny geschafft hat], ist sehr gering, selbst wenn man eine Million Jahre lang spielt. Er hat nicht nur zweimal hintereinander [das WSOP Hauptturnier] gewonnen und ist dann Zweiter geworden, er hat dazwischen auch noch zwei andere Turniere gewonnen. Er hat vier große Turniere hintereinander gewonnen und es dann auf den zweiten Platz geschafft. Das war wirklich außergewöhnlich“

Pokerkollege T.J. Cloutier bezeichnet Johnny als ewigen Favoriten bei der WSOP und bewundert seine Fähigkeit, die Gegner richtig zu „lesen“:

„[…] Keiner liest andere Spieler so gut wie Johnny. In mindestens 90% der Fälle liegt er richtig.“

Phil Hellmuth zählt Johnny Chan zu den Spielern, die er am meisten respektiert, vor allem weil Johnny trotz seiner steilen Karriere viel Zeit mit seinen sechs Kindern verbringt.

Hiermit wären wir bei der nächsten außergewöhnlichen Leistung des „Orientexpress“: Johnny Chan ist stolzer Vater von sechs Kindern. Die Namen seiner Kinder beginnen alle mit „J“, denn er ist überzeugt, dass dieser Buchstabe Glück bringt. Wenn es um die Erziehung geht, so ist Johnny viel weniger streng als seine Eltern es waren und versucht nicht, seine Kinder vom Glücksspiel fernzuhalten. Im Gegenteil, in einem Interview im Jahr 2006 erzählte er voller Stolz, dass seine damals 13-jährigeTochter bereits sehr gut Poker spielte.

Ausgeprägtes Selbstbewusstsein

Der „Orientexpress“ muss nicht an seinen besonderen Status in der Pokerwelt erinnert werden, er ist sich seiner Macht durchaus bewusst und ist überzeugt, der beste Spieler der Welt zu sein. Er wird oft mit Phil Hellmuth (11 Goldene Armbänder, Stand Feb.08) und Doyle Brunson (10 Goldene Armbänder, Feb.08) verglichen, da er zusammen mit diesen beiden Spielern die Rangliste der Top-WSOP-Gewinner anführt. Doch die Tatsache, dass Phil Hellmuth so viele Goldene Armbänder gewonnen hat, schreibt Johnny lediglich Phils hoher Turnierfrequenz zu. Dafür, dass Hellmuth an 85% der Turniere teilnimmt, habe er, so Johnny, wenige Armbänder. Johnny gibt an, nur an 15% der Turniere teilzunehmen und behauptet, viel besser zu sein als Hellmuth:

„Wenn ich an so vielen [Turnieren] teilnehmen würde, hätte ich mindestens 20 [Goldene Armbänder]. Ich würde jedes Jahr eines gewinnen, keine Frage.“

Johnny Chan hat generell nur wenig Lob für andere Spieler übrig. Die einzigen, die er mit sich selbst auf eine Stufe (oder auf die Stufe direkt unter ihm…) stellt sind Doyle Brunson und Phil Ivey. Als sein absolutes Vorbild, seinen „größten Helden“ bezeichnet er den im Dezember 2007 verstorbenen Pokerprofi David „Chip“ Reese.

Johnny sagte in einem Interview (bevor Hellmuth sein 11.Armband gewann) über sich selbst, er habe in seinem Beruf als Profipokerspieler beinahe alles erreicht:

„Ich habe den Weltrekord der meisten Goldenen Armbänder gebrochen, dann hat mich Doyle eingeholt. Ich habe alle Rekorde gebrochen, die es gibt. Ich hatte mindestens 20 Jahre lang die höchsten Turniergewinne. Ich bin in der ‚Hall of Fame‘ und war damals wahrscheinlich auch der jüngste Spieler, der je in die ‚Hall of Fame‘ aufgenommen wurde. […] Ich habe sehr viel besser gespielt als jeder andere Spieler auf der Welt. Ich habe im Poker so gut wie alles erreicht.“

Besonders wenig Respekt hat Johnny Chan vor weiblichen Pokerspielern. Er glaubt nicht, dass eine Frau jemals das WSOP Hauptturnier gewinnen wird, denn „Frauen werfen schneller die Nerven weg. Wenn sie verlieren, verlieren sie gleich alles.“ Wer weiß, vielleicht schafft es ja seine Tochter, nachdem sie bereits mit 13 Pokertalent zeigte, die Einstellung ihres Vaters zu ändern. Auf die „Duchess of Poker“ Annie Duke ist Johnny besonders schlecht zu sprechen, womöglich weil sie 2004 das prestigeträchtige „Tournament of Champions“ und somit 2 Millionen Dollar gewonnen hat:

„[…] Ich würde Annie Duke nie als Top-Spielerin bezeichnen. Sie hätte dieses Turnier nicht gewinnen sollen – ich hätte gewinnen sollen.“

Auf die Frage, wer denn seiner Meinung nach die besten Spielerinnen seien, nennt er Jennifer Harman Traniello und Mimi Tran. Johnny Chan kann natürlich mit Recht stolz auf sich sein, doch manche meinen, er sollte mit seinem Eigenlob etwas sparsamer umgehen und auch die Leistungen seiner Kollegen anerkennen…

Wie bereits erwähnt, nimmt Johnny an relativ wenigen Turnieren teil. Turniere können extrem lange dauern, weshalb er sich lieber auf Cash Games konzentriert, bei denen der Pot oft höher ist und man kommen und gehen kann wann man will. Johnny ist Stammgast im legendären „Big Game“ des Bellagio, wo er regelmäßig mit den Besten der Besten um astronomisch hohe Summen spielt.

Johnny betrachtet Poker als Geschäft, andere gehen ins Büro, er ins Casino. Er geht sehr professionell an seinen Beruf heran, hat ein lupenreines Image und versucht, dem Bild des trinkenden, rauchenden Poker spielenden Gangsters, das oft durch die Medien verbreitet wird, entgegenzuwirken.

Abseits der Pokertische

Was sein Privatleben betrifft, hält sich Johnny Chan eher bedeckt. Seine Frau Fay hat er im chinesischen Viertel von Houston kennengelernt und die Familie lebt derzeit in Cerritos, Kalifornien und Las Vegas, Nevada. Wenn es um seinen Wohnort geht, hat Johnny offensichtlich die Qual der Wahl, er besitzt nämlich, wie es sich für einen echten Star gehört, nicht weniger als sechs Häuser. Wer so viele Wohnmöglichkeiten hat, braucht natürlich ein (oder mehrere) ordentliche(s) Fortbewegungsmittel, um von einer Residenz in die nächste zu gelangen. Auch hierbei hat sich Johnny etwas Außergewöhnliches einfallen lassen: sein knallrotes Mercedes Cabrio hat das Nummernschild JJ333, eine Anspielung auf ein Full House, dass ihm sehr viel Geld gebracht hat.

Abseits der Pokertische verbringt Johnny gerne Zeit mit seiner Familie und betreibt Sport. Er geht schwimmen, spielt Poolbillard und Bowling und trainiert im Fitnesscenter. Außerdem joggt er regelmäßig mehrere Kilometer. Bewegung ist enorm wichtig, wenn man einen „sitzenden“ Beruf hat, bei dem man nie sagen kann, wann Feierabend ist. Während eines langen Turnieres kann es schon mal vorkommen, dass Johnny aufspringt und eine Runde um den Casinoblock läuft, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Reisen, gutes Essen, schnittige Autos der Marke Mercedes Benz und Designermode von Versace gehören ebenfalls zu Johnnys Hobbys.

Auch seine beiden Bücher „Play Poker like Johnny Chan“ und „Million Dollar Hold’em: Limit Cash Games“ verkaufen sich gut. Für die WSOP 2007 hat Johnny an einem Werbespot für den Energy Drink namens „All In“ mitgearbeitet. Der Spot ist eigentlich ein Rap-Video, in dem er zusammen mit Phil Hellmuth, Layne Flack und den Rappern Raw, Holly Rae, Alexander Neal und ProHoeZak den „All In Song“ singt. Außerdem besitzt Johnny ein Fast Food Restaurant in Las Vegas und arbeitet daran, sich seinen größten Traum zu erfüllen und ein eigenes Casino zu eröffnen.

Bei einer derart glänzenden Erfolgsstory im Poker sowie privat und in zahlreichen anderen geschäftlichen Projekten fragt man sich, was Johnny Chan eigentlich nicht kann… und findet keine Antwort – Was dieser Mann anfasst, wird zu Gold.

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