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Hier erfahren Sie alles über Annie Duke! STECKBRIEF

Annie Duke alias "The Duchess of Poker"

Letztes Update: 25. März 2014
 
Full Tilt Poker
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"Jemand, der mit dir ins Bett will, nimmt dir nicht dein Geld weg."
Annie über den Vorteil ihres Sex-Appeals am Pokertisch
13.09.1965
Concord, US
Jungfrau
Geschieden
Maud (*1995), Leo (*1998), Lucy (*2000), Nell (*2002)
Los Angeles, US
USA
Abschluss in Anglistik und Psychologie an der Univesität von Columbia, Doktoratstudium an der Universität von Pennsylvania abgebrochen
Filme, Zeit mit ihren Kindern verbringen
White Stripes, Violent Femmes, Arctic Monkeys, Willie Nelson
Portland, Oregon
Hinter dem Rampenlicht, Avalon, Was für ein Genie,...
...als Kind mit ihrer Familie, ernsthaft: in Montana um finanziell über die Runden zu kommen
Omaha
Analytisch, aggressiv
Howard Lederer, Erik Seidel, Chris Ferguson, Phil Ivey, Ted Forrest.
"Annie Duke ist ein Familienmensch und schafft es trotzdem, tolles Poker zu spielen. Ich mag Pokerspieler, die ihre Prioritäten richtig setzen!“ (Phil Hellmuth)
...würden die Leute ihre Kinder viel besser behandeln
...wären die Leute viel netter zu den Dealern
Gab Ben Affleck Poker-Unterricht

Kindheit und Jugend

Annie wuchs zusammen mit ihren zwei Geschwistern Howard (Pokerprofi Howard Lederer) und Katy am Campus der „St. Paul’s School“ auf, einer High School mit Internat, an der ihr Vater Englisch unterrichtete. Die Familie wohnte auf dem Schulgelände und die Geschwister wuchsen in einem dementsprechend akademischen Umfeld auf. Annies Vater, Dr. Richard Lederer, ist ein bekannter US-amerikanischer Autor und Sprachwissenschaftler und ihre Mutter Deedy war ebenfalls Lehrerin. Annies Eltern hatten schon immer eine Vorliebe für Gesellschafts- und Glücksspiele aller Art und brachten den Kindern verschiedenste Kartenspiele bei. Das Kartenspiel gehörte bei Familie Lederer zum Alltag und es bot für sie eine Gelegenheit, miteinander Zeit zu verbringen.

Nach der High School besuchte Annie die Columbia Universität und machte einen Abschluss in Anglistik und Psychologie. Danach spezialisierte sie sich auf kognitive Psychologie und Psycholinguistik. Ein Forschungsstipendium der „National Science Foundation“, einer unabhängigen Einrichtung der US-Regierung zur finanziellen Unterstützung von Forschung und Bildung, ermöglichte es Annie an der Universität von Pennsylvania ihr Doktoratstudium zu beginnen. Annie brach dieses allerdings kurz vor ihrem Rigorosum ab, um mit ihrem Mann Ben Duke nach Columbus, Montana, zu ziehen.

Heirat und erste Schritte in die Pokerszene

Annie wollte eigentlich in die Fußstapfen ihres Vaters treten, Schriftstellerin werden und unterrichten, doch das Schicksal hatte andere Pläne für sie. Ihr langjähriger guter Kumpel und Studienkollege Ben Duke, der Annie stets mit Rat und Tat zur Seite stand wenn sie Probleme hatte, zog nach Montana, doch ihre Freundschaft blieb bestehen. Am 13. September 1991, an ihrem 26. Geburtstag, rief Annie ihren alten Kumpel Ben an und sagte „Hey, lass uns heiraten!“ Bald darauf heirateten die beiden, ohne zuvor als Paar „miteinander ausgegangen“ zu sein. Annie zog also nach Columbus, Montana, um bei ihrem Ehemann zu sein und ihre Dissertation blieb halbfertig liegen.

Annie und Ben lebten in ärmlichen Verhältnissen und Annie begann, in örtlichen Casinos Poker zu spielen, um die Hypothek auf ihr erstes gemeinsames Zuhause zurückzahlen zu können. Sie erzählte ihrem Bruder Howard, der zu dieser Zeit schon ein erfolgreicher Pokerspieler in Las Vegas war, von ihren finanziellen Schwierigkeiten und er schickte ihr Geld, damit sie ihre Einsätze erhöhen konnte. Annie arbeitete sich in den Casinos von Billings, Montana, schrittweise nach oben und verbesserte ihr Spiel. In ihrem ersten Monat am Pokertisch gewann Annie an die $ 3.000, ein Taschengeld verglichen mit den Summen, die sie bis heute einkassiert hat. Doch in dieser schwierigen Zeit zählte jeder Cent und der Erfolg machte Annie Mut und erhöhte ihr Selbstvertrauen.

Trotz ihres außergewöhnlichen Pokertalents hatte es Annie alles andere als leicht in den Casinos von Montana. Die Tatsache, dass sich eine Frau in eine Männerdomäne wie Poker hineinwagt, war an sich schon ungewöhnlich genug; dazu kam noch, dass Annie sehr jung war. Als junge, hübsche Frau in schäbigen Hinterzimmern mit Cowboys und Ranchern zu pokern, die im Durchschnitt doppelt so alt waren wie sie, war kein Kinderspiel. Doch Annie hatte eine dicke Haut und ließ die Kommentare der anderen Spieler nicht an sich heran. Im Gegenteil, sie fand bald heraus, wie sie die Einstellung der Männer gegenüber einer weiblichen Spielerin zu ihrem Vorteil nutzen konnte. Annie erkannte, dass hinter dem Benehmen der männlichen Spieler nur zwei Motivationsgründe stecken: entweder Anziehung oder Chauvinismus. Beides verstand sie sehr schnell gegen ihre Kontrahenten zu ihrem Vorteil zu verwenden.

Annie erobert Las Vegas

Annie besuchte immer wieder ihren Bruder Howard in Las Vegas und schnupperte in die professionelle Pokerszene hinein. Howard, der schon sehr früh das Potential seiner Schwester erkannt hat, ermutigte Annie, gab ihr Tipps und half ihr, ihr Spiel zu verbessern. Howard schrieb Annie sogar kurzfristig in einem Frauenturnier der World Series of Poker (WSOP) ein und bezahlte das Buy-In von $ 1.000 für seine Schwester. Annie war ohnehin ein nervöser Mensch und als Howard sie mit der Tatsache konfrontierte, dass sie am nächsten Tag an einem Turnier teilnehmen würde, rannte sie erstmal auf die Toilette um sich zu übergeben. Doch als sie schließlich am Turniertisch saß verschwand ihre Nervosität und sie genoss das Spiel. Bei diesem ersten Turnier kam Annie zwar nicht in die Cash-Ränge, doch für jemanden, der sich erst seit Kurzem näher mit dem Spiel beschäftigte, war sie nicht schlecht.

Annies Bruder Howard war es auch, der sie dazu motivierte, ihr Glück bei der „richtigen“ WSOP in Las Vegas zu versuchen. Sie nahm also 1994 zum ersten Mal an der WSOP teil, wurde gleich bei ihrem ersten Turnier (Limit Hold’em) 14te und eliminierte sogar ihren Bruder. Beim nächsten WSOP-Turnier, ebenfalls Limit Hold’em, pokerte sich Annie sogar auf den fünften Platz, der mit $ 26.500 dotiert war und beim No Limit Hold’em Hauptturnier wurde sie 26te, was ihr immerhin rund $ 17.000 einbrachte. Von der Profipokerszene verzaubert und vom Erfolg beflügelt beschloss Annie mit ihrem Mann in die Spielermetropole Las Vegas zu ziehen, um sich dem Pokerspiel Vollzeit widmen zu können

In den nächsten zehn Jahren nahm Annie an zahlreichen Turnieren der WSOP, der WPT (World Poker Tour) und anderen namhaften Veranstaltungen teil und saß an vielen Finaltischen. Die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit lenkte Annie im Jahr 2000 auf sich, als sie hochschwanger am WSOP Main Event teilnahm und Zehnte wurde. Sie schied nur einen Platz vor dem Finaltisch aus. Dieser legendäre „Auftritt“ und das wachsende Interesse der Medien an Turnierpoker machten Annie zum Star. Ihre Erfolge brachten ihr bald zahlreiche Spitznamen, wie „Annie Legend“ und „The Duchess of Poker“ (abgeleitet von ihrem Nachnamen „Duke“, was „Herzog“ bedeutet > „Duchess“ = „Herzogin“).

Annie ist auch in der virtuellen Pokerwelt sehr aktiv. Sie war Team-Mitglied bei UltimateBet und fungierte als Aushängeschild des online Pokerraumes, wo sie zum Pokern und Chatten zur Verfügung steht. Mit einer so großen Familie ist es natürlich nicht so einfach von Turnier zu Turnier zu reisen, weshalb Onlinepoker für Annie die ideale Lösung darstellt. In einem Interview erklärte sie, dass sie fast ausschließlich online spielt.

Die "Dutchess of Poker" in Höchstform

2004 war ein sehr erfolgreiches Jahr für Annie. Sie gewann die „Five-Star World Poker Classic“ der WPT Championship Season 2 im Limit Hold’em und kassierte rund $ 160.000. Ein Monat später holte sie sich ihr erstes Goldenes WSOP Armband im Limit Omaha Hi-Lo, ein Sieg, der ihr rund $ 140.000 einbrachte. Im selben Jahr gelang Annie ein absolut legendärer Sieg beim WSOP „Tournament of Champions“, einem No Limit Texas Hold’em Freeroll Turnier (Freeroll = ein Turnier ohne Buy-In) für geladene Spieler, bei dem die Besten der Besten aufeinander trafen. Annie setzte sich gegen Pokerlegenden wie Phil Ivey, Johnny Chan, Doyle Brunson, Greg Raymer, Daniel Negreanu und ihren Bruder Howard Lederer durch und landete schließlich mit Phil Hellmuth im Heads Up.

Auf den/die SiegerIn wartete ein Preisgeld von unglaublichen 2 Millionen Dollar und die Atmosphäre war dementsprechend angespannt. Annie zeigte allen, wer am Pokertisch „die Hosen anhat“, eliminierte Phil Hellmuth und kassierte die $ 2.000.000. Phil Hellmuth, der für seine emotionalen Ausbrüche am Tisch bekannt ist, schaffte es zwar, Annie zu gratulieren, ließ aber dann doch, etwas abseits vom Tisch, seiner Wut freien Lauf. Für die Medien war dieses Spektakel natürlich ein gefundenes Fressen, doch auf der Übertragung war minutenlang nichts anderes zu hören als der „Piep“, der Hellmuths Obszönitäten übertönte. Phil hat natürlich nicht wirklich etwas gegen Annie, im Gegenteil, er bezeichnet sie sogar als „die derzeit beste Allround-Spielerin der Welt“. Dies war der absolute Durchbruch und die Medien kämpften förmlich um die Aufmerksamkeit der „Duchess of Poker“; Annie trat sogar in der David Letterman Show und in der Nachrichtensendung „Good Morning America“ auf.

Doch das Jahr 2004 brachte nicht nur Gutes. Annie und Ben ließen sich scheiden und Annie zog bald darauf mit ihren vier Kindern nach Los Angeles, damit sie in einem etwas „familienfreundlicheren“ Umfeld aufwachsen konnten.

Das enorme Medieninteresse an Annie Duke ist natürlich in erster Linie auf ihr exzellentes Pokerspiel zurückzuführen, aber nicht zuletzt auch auf die Tatsache, dass sie eine Frau ist. Wäre Annie ein Mann, wäre sie nicht einmal halb so berühmt, behaupten Kritiker. Annie stimmt dem auch teilweise zu, doch sie ist stets darauf bedacht, ihre Leistung in den Mittelpunkt zu stellen. Schließlich sei Poker eine der wenigen Sportarten, wo absolute Gleichberechtigung herrschen kann, denn körperliche Voraussetzungen spielen keine Rolle. Es liegt aber in der Natur der Dinge, dass Annie als vierfache Mutter, hochintelligente, attraktive Profipokerspielerin und Schwester eines Pokerstars diesbezüglich einige Asse im Ärmel hat.

2005 ergatterte sie einen vierten Platz beim WSOP Limit Hold’em Turnier, der ihr rund $ 90.000 einbrachte und 2007 setzte sie sich gegen Stars wie Chris „Jesus“ Ferguson und Scotty Nguyen durch und wurde Dritte beim WSOP Pot Limit Omaha & Seven Card Stud Turnier. Der dritte Rang war mit $ 75.210 dotiert.

Aggressiver Spielstil, Frauenpower und Sex-Appeal

Was ihren Spielstil betrifft, gehört Annie Duke zu den aggressiven Spielertypen, gleichzeitig versteht sie es aber in die Verteidigung zu gehen wenn es die Situation erfordert. Sie geht sehr analytisch und strategisch an das Spiel heran und ist davon überzeugt, dass Glück beim Poker nur eine sehr geringe Rolle spielt, ja sogar beinahe irrelevant ist. Beim Pokern, so Annie, gewinnt derjenige, der das mathematische Konzept dahinter begreift, wobei Erfahrung und Talent natürlich auch nicht unwesentlich sind. Spieler, die blind auf Aggression setzen und sich nur auf ihr „Gefühl“ verlassen, mögen vielleicht kurzfristig gewinnen, doch auf lange Sicht sind es die Mathematiker und Theoretiker, die wirklich Geld verdienen.

Als eine ihrer größten Stärken nennt Annie die emotionale Kontrolle. Sie lässt sich nie von vergangenen Verlusten beeinflussen und versucht nicht, eine Niederlage im nächsten Spiel zwanghaft wieder wettzumachen. Annie behauptet außerdem von sich selbst, sehr gut im Bluffen zu sein und ihre Einsätze besonders clever zu platzieren, womit sie den Gegner sehr oft zu Fehlern verleitet. Was ihren Weg von der Anfängerin zur Profispielerin betrifft, so habe sie im Laufe der Zeit vor allem gelernt, Geduld zu haben. 70 bis 80 Prozent aller Anfangskarten spiele sie gar nicht. Am Anfang sei sie psychisch labil und nervös gewesen, heute ist sie die Ruhe selbst.

Wie bereits erwähnt, hat Annie einen Weg gefunden, ihre Situation als attraktive Frau am Pokertisch auszunutzen und daraus Profit zu schlagen. Männliche Pokerspieler seien entweder Chauvinisten oder wollen mit ihr ins Bett. Männer, die mit ihr schlafen wollen, stellen keine große Gefahr am Pokertisch dar:

„[…] Jemand, der mit dir ins Bett will, nimmt dir nicht dein Geld weg. Das wäre keine besonders gute Strategie um jemanden rumzukriegen.“

Wenn Annie bemerkt, dass ihr Gegner sie sexuell anziehend findet, flirtet sie mit ihm, macht ihm Hoffnung und nimmt ihn gezielt aus.

Von Pokerturnieren nur für Frauen hält Annie Duke nicht viel. Poker ist eine der wenigen Sportarten, wo es schlicht und einfach nicht notwendig ist, Männer und Frauen aufgrund ihrer körperlichen Voraussetzungen zu trennen und deshalb sei es, so Annie, eher herablassend Frauenturniere zu veranstalten. Auf die Frage, wieso Poker trotzdem immer noch eine Männerdomäne ist, antwortet Annie:

„Poker ist ein mathematisches Spiel. Männerhirne sind mathematischer gewickelt. Zudem werden Mädchen in der Schule nicht ermutigt, Mathe zu studieren. Poker ist ein aggressives Spiel. Zeigt eine Frau Aggressionen, gilt sie als Zicke. Ein aggressiver Mann hingegen wird als männlich bewundert. Pokert eine Frau, gilt sie als unverantwortlich, als ob sie das Haushaltsgeld verspielen würde.“

Beruf: Hausfrau und Mutter - Nebenjob: Pokerstar

Eine Frau zu sein bringt Annie natürlich einen besonderen Status in der Pokerwelt ein, doch auch die Tatsache, dass sie vierfache Mutter ist, hebt sie deutlich von der Masse ab. Eine gute Mutter zu sein und trotzdem ihre Pokerkarriere zu managen ist ihr größtes Lebensziel. Dies gelingt ihr trotz Scheidung sehr gut, ihre Kinder stehen immer im Mittelpunkt und eigentlich unterscheidet sich ihr Leben gar nicht so sehr von dem einer ganz normalen Durchschnittsmutter.

Annie weiß genau, wo ihre Prioritäten liegen, kein Pokerturnier, wie lukrativ es auch immer sein mag, ist wichtiger als ihre Kinder. Dies stellt sie laufend unter Beweis und stößt damit bei anderen Pros, wie zum Beispiel ihrem Bruder, manchmal auf Unverständnis. Als ihre älteste Tochter Maud sechs Jahre alt wurde, stand Annie vor folgender Entscheidung: Ihren Las Vegas Aufenthalt ein paar Tage zu verlängern um an einem Spiel teilzunehmen, das ihr die Chance auf eine sechsstellige Summe eröffnet hätte, oder zur Geburtstagsparty ihrer Tochter zurück nach Montana zu fahren. Für Annie war der Fall klar und trotz der Belehrungen ihres Bruders fuhr sie nach Hause zur Party:

„Es war mir vollkommen egal um wie viel Geld es ging, ich werde doch nicht die Party [meiner Tochter] verpassen. Mein Bruder sagte ich hätte an diesem Wochenende das Geld für ihre gesamte College Ausbildung verdienen können und ich sagte ‚Ach ja? Und mit 25 wird sie ihrem Therapeuten dann erzählen, dass ich ihren sechsten Geburtstag verpasst habe!‘“

Tatsächlich hat Geld für Annie wenig Bedeutung. Reich werden gehörte nie zu ihren Lebenszielen, sie wollte schließlich College-Professorin werden. Sie hat begonnen Poker zu spielen, weil sie das Spiel faszinierte; das es dabei um Geld geht, ist Nebensache:

„Ganz ehrlich, wenn es um Zündhölzchen gehen würde, würde ich mir genauso viel Mühe geben und genauso gut spielen!“

Pokerunterricht für Ben Affleck

Ihren Traum, Lehrerin zu werden, hat Annie nebenbei auch noch verwirklicht, indem sie anderen das Pokern beibringt. Ihr berühmtester Schüler war Hollywood Star Ben Affleck, der dank seiner guten Lehrerin die „California State Poker Championship“ 2004 gewann. Wer in den Genuss von Annies privatem Pokerunterricht kommen will, muss allerdings tief in die Tasche greifen: Vier Stunden kosten $ 20.000! Annie findet den Preis eher niedrig:

„Ein Studium an der 'Harvard Law School' kostet weit mehr. Wer bei mir studiert, verdient viele Jahre lang gutes Geld, also bin ich recht günstig. Ich verlange so wenig, weil das Unterrichten auch für mich extrem hilfreich ist. Je besser ich den verschiedensten Leuten mein Pokerkonzept erklären kann, desto besser wird auch mein Spiel.“

Die Arbeit mit Superstar Ben Affleck trug natürlich auch erheblich zu ihrem eigenen Superstar-Image bei. Der Ruhm ist Annie Duke aber keineswegs zu Kopf gestiegen und obwohl sie Millionärin ist, lebt sie in vergleichsweise bescheidenen Verhältnissen. Von ihrem Pokergeld möchte sie die Rechnungen bezahlen, die Ausbildung ihrer Kinder finanzieren und in einem netten Haus wohnen. Allein der Standort Los Angeles verrät, dass ihr Haus nicht gerade billig war, doch von teuren Accessoires hält sie nicht viel. Sie fährt kein teures Auto und trägt auch keine Designerklamotten.

Der steinige Weg zu Ruhm und Reichtum

Diese Bodenständigkeit hängt vielleicht auch damit zusammen, dass Annies Weg zu Ruhm und Reichtum keinesfalls ein leichter war. Obwohl überdurchschnittliche Intelligenz bei den Lederers praktisch im Blut liegt, war das Familienleben alles andere als harmonisch. Annies Mutter hatte ein Alkoholproblem und die Geschwister verwendeten viel Kraft und Energie dafür, sie vom Trinken abzuhalten. Annie und Howard versuchten, sie zu kontrollieren, indem sie an den Flaschen Markierungen anbrachten, um zu sehen, wie viel sie täglich trank. Ihre jüngere Schwester Katy versuchte wiederum, ihre Mutter zu decken, um Streitereien zu verhindern.

Annies Mutter verblüffte die Kinder immer wieder mit ihrem außergewöhnlich hohen IQ und der Gabe, sich einmal gehörte Dinge, wie zum Beispiel Gedichte, über Jahrzehnte hinweg zu merken. Ihr breites Allgemeinwissen stellte sie regelmäßig unter Beweis, indem sie zum Beispiel die Sonntagsausgabe des anspruchsvollen New York Times Kreuzworträtsels in nur 20 Minuten löste. Leider schöpfte sie ihr Potential nie voll aus. Mrs. Lederer hatte neben dem Alkohol auch noch eine andere, weniger gefährliche aber ebenso ausgeprägte Sucht: Karten. Sie spielte regelmäßig stundenlang Solitär und war von dem Spiel so besessen, dass sie alles um sich herum vergaß.

Kartenspiele waren die einzige Möglichkeit, eine Art von Harmonie zu erzeugen, das Einzige, was die Familienmitglieder einander näher brachte. Familienspielabende im Hause Lederer liefen anders ab, als in den meisten anderen Familien, wo die Eltern ihre Kinder gewinnen lassen. Besonders Annies Vater Richard legte Wert darauf, dass die Kinder für den Sieg kämpften und aus eigener Kraft gewannen. Annie war damals eine schlechte Verliererin und es kam oft vor, dass sie nach einer Niederlage vor Wut die Karten durchs Zimmer schleuderte und heulend davon stürmte. Gewinnen war schließlich extrem wichtig, wenn man im Hause Lederer aufwuchs:

„Unsere Eltern kümmerte es nicht besonders, ob wir in der Schule gute Noten hatten, beim Spielen zu gewinnen war alles was zählte.“ (aus Katy Lederers Buch Poker Face: A Girlhood Among Gamblers)

Obwohl er am Anfang vom Lebenswandel seiner beiden Ältesten nicht sehr begeistert war, ist Richard Lederer mittlerweile stolz auf Annie und Howard:

„Wir sind die größten ‚Pokerspielerzüchter‘ im ganzen Land! Und eigentlich überrascht mich das nicht.“, sagte er in einem Interview.

Ihr Leben in einer Familie zwischen Genie und Wahnsinn und ihre Erfahrungen als Profipokerspielerin hat Annie Duke sogar zu Papier gebracht. 2005 veröffentlichte sie ihr autobiographisches Buch „Annie Duke: How I Raised, Folded, Bluffed, Flirtet, Cursed, and won Millions at the World Series of Poker“ (dt. etwa: „Annie Duke: Wie ich bei der World Series of Poker erhöhte, passte, bluffte, flirtete und fluchte und damit Millionen gewann“). Das Buch unterscheidet sich von den Büchern anderer Pokerstars vor allem dadurch, dass es nicht ausschließlich um Pokerstrategie geht. Annie gibt darin auch viele private Details aus ihrem Leben preis und will damit vor allem zeigen, dass ihr der Erfolg nicht in die Wiege gelegt wurde. 2005 sprach sie in einem Interview über ihr Buch:

„Wenn du Erfolg hast, glauben viele Leute, dass dein Leben völlig anders ist und total einfach. Ich will nicht sagen, dass mein jetziges Leben schwer ist - das ist es nicht. Aber ich bin nicht von heute auf morgen, aus dem Nichts heraus da hingekommen, wo ich heute bin. […] Ich wollte den Leuten einfach die Geschichte einer Frau erzählen, die in ihrem Leben viele harte Kämpfe austragen musste. Meine Kindheit war, in vielerlei Hinsicht, sehr unglücklich und dann, als ich 19 war, wollte ich mich umbringen. Jetzt, mit 40, bin ich sehr glücklich und habe keinerlei Depressionen. Aber das geschah nicht wie durch Zauberhand, einfach so. Zwischen 20 und 30 hatte ich oft schlimme Depressionen und musste hart an mir arbeiten, um dahin zu kommen, wo ich heute bin. […] Ob man jetzt Poker spielt oder nicht, ich wollte den Leuten einfach zeigen, dass man alles überstehen kann. Was immer auch passiert, es ist nicht das Ende der Welt.“

Auch Annies jüngere Schwester Katy Lederer hat das außergewöhnliche Familienleben der Lederers in einer Autobiographie veröffentlicht. In „Poker Face: A Girlhood Among Gamblers“ (dt. etwa: „Poker Face: Meine Kindheit in einer Spielerfamilie“), beschreibt Katy die Verwandlung ihrer Geschwister Annie und Howard von „normalen“ Privatschulkindern aus New Hampshire in millionenschwere Las Vegas Profizocker. Das Buch richtet sich keineswegs nur an Spieler, sondern hat auch literarisch sehr viel zu bieten. Eine weitere bekannte Veröffentlichung von Katy Lederer ist die Gedichtsammlung „Winter Sex“.

Annies schönste Kindheitserinnerung führt sie zurück in die Zeit, als ihr Vater ein Jahr Forschungsurlaub nahm und die Familie vorübergehend mit ihm nach Philadelphia zog. Sie war damals vier Jahre alt und ihr Vater machte jedes Wochenende mit den Kindern einen Ausflug. Annies Lieblingsort war das Franklin Museum. In diesem Museum der Wissenschaft gab es ein überdimensional großes Modell eines Herzens. Man konnte durch das Modell hindurchgehen, das Herz schlagen hören und sehen, wie es funktioniert. Annie erinnert sich noch genau wie fasziniert sie damals davon war.

Mit dem Ruhm, den sie mittlerweile erlangt hat, kann Annie sehr gut umgehen, sie findet sogar, er habe ausschließlich positive Seiten. Annie, genauso wie viele andere SpielerInnen, hat Zeiten erlebt, in denen Frauen die Poker spielten, in eine Schublade mit Prostituierten und Drogendealern gesteckt wurden. „Die Tatsache, dass jemand das was ich tue cool findet, ist einfach toll!“, freut sich Annie.

Höhen und Tiefen einer großen Karriere

Als absoluten Tiefpunkt ihrer Karriere bezeichnet sie die Zeit gegen Ende ihrer vierten Schwangerschaft und unmittelbar danach, im Jahr 2002. Sie war müde, ausgebrannt und überarbeitet und spielte dementsprechend schlecht. Rückblickend sagt sie, sie hätte in diesem Zustand nicht Poker spielen sollen, aber im Nachhinein ist man ja bekanntlich immer klüger. Noch dazu kam es während dieser schwierigen Phase im Internet zu verbalen Attacken eines anderen Pokerspielers gegen Annie. Sie zog sich daraufhin aus der Pokerszene zurück, fest entschlossen nie wieder zu spielen. Nach einer dreimonatigen Pause allerdings, saß sie wieder am Pokertisch.

Als Höhepunkt ihrer Karriere nennt Annie ihren Sieg bei der WSOP 2004, der ihr das erste Goldene Armband einbrachte. Auf die Frage nach ihrer größten Errungenschaft außerhalb ihrer Karriere, antwortet Annie:

„Die Frage ist leicht zu beantworten: Zu sehen, was aus meinen Kindern geworden ist. Ich habe vier fröhliche Kinder, die alle viel Sinn für Humor haben. Sie sind alle sehr klug und, worauf ich am meisten stolz bin, liebevoll und respektvoll.“

Eine weitere Frage, die jedem Interviewer auf der Zunge brennt, wenn er Annie Duke gegenübersitzt, ist die Frage nach dem Konkurrenzkampf mit ihrem Bruder Howard. Annie und Howard arbeiten für zwei verschiedene Online Pokercasinos, doch von einem „Konkurrenzkampf“, so Annie, kann nicht die Rede sein. Sie mache sich nicht viele Gedanken darüber, welches der beiden Unternehmen erfolgreicher ist - in dieser Branche sei genug Platz für alle.

Abseits der Pokertische

Abseits der Pokertische verbringt Annie gerne Zeit mit ihren Kindern Maud (*1995), Leo (*1998), Lucy (*2000) und Nell (*2002) und ihrem Freund, dem Schauspieler und Produzenten Joe Reitman (Bandidas, Das Mädchen aus dem Wasser). Joe ist ebenfalls ein begeisterter Pokerspieler und gewann, nachdem er bei seiner Freundin Unterricht genommen hatte, 2006 sogar ein Turnier auf UltimateBet.com. Der Sieg brachte ihm schlappe $ 266.000. Annie und Joe wurden einander im Jahr 2005 von einem gemeinsamen Freund in einem Club in Los Angeles vorgestellt und zwischen den Beiden funkte es sofort.

Joe über Annie: „Sie ist die beste Mutter der Welt und die klügste Frau, die ich je getroffen habe. Sie bringt mich zum Lachen und ist obendrein noch wunderschön.“

Annie über Joe: „Er ist lustig, klug und süß.“

Auch beruflich ergänzen sich die beiden perfekt. Sie brachte ihm das Pokern bei und er brachte sie auf neue Geschäftsideen. Annies TV Show „Annie Duke takes on the world“, die 2006 auf GSN (Game Show Network) ausgestrahlt wurde, war eine davon. In der Show spielten vier Amateure gegeneinander um das Privileg, gegen Annie Heads Up zu spielen. Annie kommentierte das Spiel und gab ihnen Tipps.

Annies Vater und seine zweite Frau Simone van Egeren, mit der er in San Diego, Kalifornien, lebt, verstehen sich ebenfalls bestens mit Joe.

Annies größtes Hobby sind Filme. Wann immer sie ausgeht um Spaß zu haben, zieht es sie als erstes ins Kino. Zu ihren Lieblingsfilmen gehören „All That Jazz“ („Hinter dem Rampenlicht“), „Avalon“, „Real Genius“ („Was für ein Genie“) und viele mehr. Was ihren Musikgeschmack betrifft, hört Annie gerne White Stripes, Violent Femmes, Arctic Monkeys und Willie Nelson. Als ihren Lieblingsstar bezeichnet sie Jack White, den Gitarristen der Band White Stripes und zu den Pokerspielern, die sie am meisten respektiert zählen ihr Bruder Howard Lederer, Erik Seidel, Chris Ferguson, Phil Ivey und Ted Forrest. Annies Lieblingsort ist Portland im US Bundesstaat Oregon.

Wenn Annie irgendetwas an der Welt verändern könnte?
„Dann würden die Leute ihre Kinder viel besser behandeln.“

Wenn Annie etwas an der Pokerwelt verändern könnte?
„Dann wären die Leute viel netter zu den Dealern.“

Annie Duke ist zweifellos eine besondere Bereicherung für die Pokerszene. Ihre interessante Lebensgeschichte, ihre Situation als Superstar und vierfache Mutter in einem Männersport wie Poker, ihr brillantes Spiel und ihr gefährlicher Sex-Appeal machen sie zu einer Pokerlegende, die Ihresgleichen sucht.

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