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STECKBRIEF

Barry Greenstein alias "The Robin Hood of Poker"

Letztes Update: 26. März 2014


Pokerstars
"Erwachsene werden immer einen Grund haben, um Kriege zu rechtfertigen, also sehe ich es als meine Aufgabe, den Kindern zu helfen.“
Barry über sein Engagement für Hilfsorganisationen
30.12.1954
Chicago, US
Steinbock
Geschieden
Nathaniel (*1987), Melissa (*1988) und 3 Adoptivkinder, darunter Pokerspieler Joe Sebok
Rancho Palos Verdes, US
USA
Studium der Mathematik und Informatik an der Universität von Illinois
Autor, Programmierer, Mathematiker, Computerwissenschafter
Seine Familie, Golf, Online-Bridge, gutes Essen, Kino
Seine Heimatstadt Chicago
Rain Man, Willkommen Mr. Chance, Einer flog über das Kuckucksnest
Steak, Hummer
...als Vierjähriger mit seinem Vater
Hold'em
Mathematisch, analytisch, konservativ
"Er war der bemerkenswerteste Student, den ich in meinen 30 Jahren als Professor erleben durfte.“ (Barrys ehemaliger Studienberater Ken Stolarsky)
...würde es keine Kriege mehr geben.
Durfte in der Grundschule eine Klasse überspringen, entwickelte mit 15 seine erste Computersoftware, spendet seine Netto-Turniergewinne am Ende jedes Jahres für Wohltätigkeitsorganisationen

Früh übt sich

Barry war ein überdurchschnittlich intelligenter Junge und stach schon in der Grundschule durch seine Leistungen hervor, weshalb er sogar eine Klasse überspringen durfte.

Den ersten Kontakt mit Spielkarten hatte Barry bereits im zarten Alter von vier Jahren, als ihm sein Vater, ein Gymnasialdirektor und ehemaliger Offizier in der US-amerikanischen Armee das Pokerspiel beibrachte. Sein Vater, Jack Greenstein, war in seiner Zeit bei der amerikanischen Armee ebenfalls ein erfolgreicher Pokerspieler und konnte während des zweiten Weltkrieges einige Pokererfolge verbuchen.

In Barrys Elternhaus wurden oft ganze Nachtmittage lang Kartenspiele wie Gin Rummy, Hearts, Canasta und auch Poker gespielt und es war damals schon deutlich zu erkennen, dass der kleine Junge ein besonderes Pokertalent war. Schon mit sieben Jahren besiegte er die Kinder in seiner Nachbarschaft in diversen Kartenspielen und im Alter von 11 Jahren gewann er bereits gegen die weitaus älteren Schüler seiner High School.

Barrys Eltern förderten sein Talent, weshalb er sich zu einem analytisch denkenden Spieler entwickelte. Bereits mit 12 Jahren war dem Jungen klar, dass er mit Pokern seinen Lebensunterhalt verdienen konnte. Ein Jahr später nahm er erstmals an privaten Pokerrunden teil und gewann in seiner Jugend oft bis zu $ 50 pro Nacht, während seine Freunde gerade einmal den Mindestlohn einsackten, indem sie halbtags bei Fastfoodketten arbeiteten.

Zwischen Uni und Las Vegas

Seine Eltern und Lehrer hingegen sahen weniger sein Pokertalent als vielmehr seine unglaublichen Fähigkeiten, was Zahlen betraf. Bereits als Barry noch die Bogan High School besuchte, zeichnete er sich vor allem durch seine mathematischen Fähigkeiten aus und auch mit Rechenanlagen konnte der jugendliche Barry Greenstein bestens umgehen. Barry sehnte sich nach intellektuellen Herausforderungen und entwickelte bereits mit 15 seine erste eigene Computersoftware. Beim SAT-Test (ein US-amerikanischer standardisierter Test, der hauptsächlich von Studienplatz-Bewerbern an amerikanischen Universitäten gefordert wird) erzielte er ein sensationelles Ergebnis in Mathematik.

Doch schon damals verbrachte er jeden Abend damit, zu pokern und erspielte sich des Öfteren hübsche Gewinnsummen. Nach seinem Schulabschluss schrieb sich Barry an der University of Illinois ein, um sich dem Studium der Computerwissenschaft zu widmen. Auch während seiner Ausbildung am College behielt Barry seine Routine bei: er lernte tagsüber, verbrachte die Nächte mit Pokern und verdiente sich damit Tausende von Dollar. Von diesem Geld konnte er seinem Vater den Betrag, den dieser ihm für seine Ausbildung geliehen hatte, zurückzahlen. Sein Studium der Computerwissenschaft schloss er in einer Rekordzeit von nur drei Jahren mit einem Bachelortitel ab.

Nach seinem Abschluss des Bachelor-Studiums konzentrierte er sich auf sein Studium der Mathematik und arbeitete die nächsten zehn Jahre an seinem Doktortitel. Noch immer aber spielte er nebenbei Poker, verdiente damit immer mehr Geld und reiste um die Welt, um an Pokerturnieren teilzunehmen.

Sein ungewöhnlicher Lebensstil erregte an der Universität bald Aufmerksamkeit. Es kam mehr als einmal vor, dass Barry einige Wochen lang gar nicht zu den Vorlesungen erschien und sich keiner erklären konnte, warum.

Daran erinnert sich auch Barrys ehemaliger Studienberater Ken Stolarsky:

„Er war intelligent, aber er erledigte seine Arbeiten recht nachlässig. Es war beinahe, als würde er uns nicht wirklich brauchen.“

Und eigentlich stimmte das sogar: Nach einer seiner langen Abwesenheiten kehrte Barry in einem Jaguar zum Campus zurück und trug einen maßgeschneiderten Designeranzug. Als ihn Stolarsky daraufhin auf sein Verhalten ansprach, verriet ihm Barry sein Geheimnis: Er hatte in London an einem Pokerturnier teilgenommen und in drei Wochen mehr Geld gewonnen als Stolarsky in zwei Jahren verdienen konnte.

Nur wenig später hielt Barry selbst Mathematik-Seminare an der University of Illinois, während er noch an seiner Doktorarbeit schrieb. Die Hörsäle der Universität waren bei jedem seiner Seminare bis auf den letzten Platz besetzt, was Barry Greenstein innerhalb seiner Uni zur Legende machte. Auch Stolarsky gibt nun zu:

„Ich habe ihn extrem unterschätzt. Während er sich sein Geld mit Pokern verdient hat, ist er seinem Studium um des Wissens willen treu geblieben. Er war der bemerkenswerteste Student, den ich in meinen 30 Jahren als Professor erleben durfte.“

Heirat und Karriere bei Symantec

Kurz vor Abschluss seines Studiums traf Barry seine (heutige Ex-) Frau Donna. Obwohl Barry, der zu dieser Zeit immer noch studierte, beim Pokern „nebenbei“ schon viel Geld verdiente, konnte man natürlich dennoch nicht sagen, dass er einem regulären Job nachging.

Deshalb stellten sich die Behörden quer und forderten von Barry, dass er sich einen festen und respektablen Job suchen musste, um als Stiefvater für die Kinder in Frage zu kommen. Also brach Barry sein Studium kurz bevor seine Dissertation fertig war ab und zog mit seiner Familie nach und heiratete sie kurz darauf. Donna brachte drei Kinder aus einer früheren Beziehung mit in die Ehe, die Barry adoptieren Silicon Valley, wo er als einer der ersten Mitarbeiter bei einer Computersoftware-Firma eingestellt wurde, die später unter dem Namen Symantec berühmt werden sollte. Heute ist dieses Unternehmen besonders für ihre Norton Antivirus - und Internetsicherheitsprodukte bekannt. Infolgedessen durfte Barry die Kinder seiner Frau Donna adoptieren; 1987 und 1988 bekamen sie zwei gemeinsame, Nathaniel und Melissa.

Von 1984 bis 1991 arbeitete Barry als Softwareentwickler. Obwohl er in seinem Vertrag ausdrücklich ausgehandelt hatte, dass er sein Doktoratsstudium trotz seiner Arbeit abschließen könne, wählte Barry einen anderen Weg. Er hatte schlicht und einfach keine Zeit dafür, seine Ausbildung weiter zu verfolgen. Er blieb also bei Symantec und arbeitete zusammen mit seinen Kollegen fieberhaft an einem Programm namens Q&A (eine Software, die Computer benutzerfreundlicher machte).

1986 wählten verschiedenste Fachzeitschriften das Programm Q&A zum „Produkt des Jahres“; diese Software bleibt für Barry Greenstein bis heute eine der wichtigsten Errungenschaften. Der Erfolg dieses Programmes machte die Computerfirma außerdem zu einer der besten und bekanntesten Softwarefirmen der Welt und gab Barry ohne Zweifel die Befriedigung, ein wichtiger Teil des Erfolges eines heute weltberühmten Unternehmens zu sein.

Außerdem machte diese Erfolgsgeschichte Barry zu dem reifen, disziplinierten und geduldigen Menschen, der er sein musste, um solch große Projekte bis zum Schluss zu verfolgen; eine Fähigkeit, die ihm auch heute noch dabei hilft, die eine oder andere lange Pokernacht durchzustehen.

All die Jahre, die Barry mit seiner Familie in Kalifornien verbrachte, spielte er regelmäßig Poker und nahm an diversen No Limit Texas Hold’em-Veranstaltungen im Cameo Club in Palo Alto, Kalifornien, teil.

Barry Greenstein ist Mitglied des Teams PokerStars (wenn Sie von hier aus die Seite von PokerStars besuchen, erhalten Sie dort sofort Ihren exklusiven Willkommensbonus) und verbringt sehr viel Zeit damit, seinen damit verbundenen Pflichten nachzukommen. Er nimmt häufig an Online-Turnieren teil und spielt dann unter seinen Pseudonymen „crazyplayer“ oder „barryg1“. Außerdem wirkte er wegen seiner Vergangenheit als Programmierer auch maßgeblich bei der Gestaltung der Internetseite und deren Software mit. 

Schicksalsschläge

In den späten 80er-Jahren stellten Ärzte bei Barrys Frau Donna Multiple Sklerose fest, eine schwere Erkrankung des zentralen Nervensystems. Als ob dies nicht schon genug gewesen wäre, litt ihre gemeinsame Tochter Melissa an Leberproblemen, die schließlich so schwerwiegend waren, dass sie eine Lebertransplantation benötigte.

1991, im Alter von 36 Jahren setzte sich Barry Greenstein zur Ruhe, weil er durch den Erfolg des besagten Programmes schon genug Geld verdient hatte, um gut davon leben zu können. Außerdem war es als Pokerspieler einfacher, sich seine Zeit frei einzuteilen und Barry konnte viel Zeit mit seiner Familie verbringen und seine kranke Frau und seine Tochter pflegen.

Ab 1991 widmete sich Barry Greenstein dem Poker also Vollzeit. Von da an verdiente er sich seinen Lebensunterhalt, indem er an diversen Ring Games (Pokerspiele die nicht im Turnier-Modus gespielt werden) mit hohen Einsätzen in Nordkalifornien teilnahm.

Da Barry ein äußerst erfolgreicher Pokerspieler war, wuchsen seine Gewinne schnell an. Ein weiterer Grund dafür könnte aber auch sein, dass er fast jeden Tag der Woche 12 Stunden lang im Cameo Club verbrachte und viel Zeit dafür aufwendete, um im Pokern besser zu werden.

1992 fasste Barry schließlich den Entschluss zum ersten Mal an der Hauptveranstaltung der WSOP (World Series of Poker) in Las Vegas Johnny Chan, Todd Brunson und Berry Johnston, kämpfte sich Barry durch das Turnier und wurde guter 22er, womit er ein Preisgeld von immerhin $ 8.080 erhielt. teilzunehmen. Relativ unbeeindruckt von einem Teilnehmerfeld von 201 Pokerspielern, darunter unter anderem die Profis

Ungefähr zur gleichen Zeit allerdings überschattete ein weniger positives Ereignis Barrys Leben: Barry und seine Frau bemerkten, dass ihre Ehe nicht mehr funktionierte und entschlossen sich zur Scheidung. Barry bot Donna alles, was sie hatten, wollte aber unbedingt das Sorgerecht für die Kinder. Obwohl Donna, bedingt durch ihre Krankheit, ohnehin nicht in der Lage war, sie großzuziehen, beschloss sie, um ihre Kinder zu kämpfen und engagierte einen Anwalt. Den dreijährigen Kampf um das Sorgerecht für die Kinder gewann Barry.

Während dieser schwierigen Zeit lernte der Pokerprofi Barry Greenstein schließlich die Vietnamesin Mimi Tran kennen, mit der er auch eine Zeit lang eine Beziehung führte und die noch immer eine seiner besten Freundinnen ist. Mit ihr schloss Barry ein berüchtigtes Abkommen: Er erklärte sich bereit, Mimi das Pokern beizubringen während sie ihm die vietnamesische Sprache beibringen sollte. Mimi Tran gilt heute, dank Barrys Lektionen als eine der meistrespektierten weiblichen Pokerspielerinnen. Barry hoffte im Gegenzug, dass er lernen würde, mit den vietnamesischen Spielern zu kommunizieren, gegen die er sehr häufig in Pokerturnieren antrat.

Greenstein behauptet mittlerweile von sich selbst, immerhin das Vokabular eines fünfjährigen Vietnamesen zu haben. Die beiden verbindet noch heute eine anhaltende Debatte darüber, wer der bessere Lehrer ist. Barry besteht darauf, dass er es ist, während Mimi argumentiert, dass das nur der Fall ist, weil sie die bessere Schülerin ist… womit sie, betrachtet man die Ergebnisse, Recht haben könnte…

Barry auf Erfolgskurs

In den darauffolgenden Jahren trat Barry auch immer häufiger bei Limit Texas Hold’em-Veranstaltungen an und erpokerte sich so seinen Ruf als einer der besten Spieler der Welt.

Jahrelang spielte Barry Greenstein immer noch hauptsächlich Cash Games (Echtgeld-Spiele, bei denen ein Spieler jederzeit den Tisch betreten und verlassen kann) und arbeitete daran, sein Spiel zu verbessern. Auch nachdem er in das Turniergeschehen eingestiegen war, zeichnete er sich bald durch seine großen Erfolge aus.

Sein endgültiger Durchbruch gelang Barry Greenstein 2003, als er „Larry Flynt’s $ 1.000.000 Seven Card Stud“-Veranstaltung im Hustler Casino gewann, bei der sein Preisgeld immerhin $ 770.000 betrug. Außerdem gewann er 2003 die „California State Championships“ und „The Fifth Annual Jack Binion World Poker Open“.

Auch bei der World Poker Tour 2004 war Barry Greenstein mehr als erfolgreich: Er gewann die „WPT Jack Binion’s World Poker Open“ und wurde Fünfter bei der „WPT Party Poker Million 3“. Außerdem gewann er die WPT $ 10.000 No Limit Hold’em-Veranstaltung und ein Preisgeld von $ 1.278.370. Sein fünfter Platz bei der 2004 WPT $ 7.000 Limit Hold’em Championship brachte ihm immerhin $ 194.763 ein.

Im selben Jahr gewann er das Goldene Armband der World Series of Poker No Limit Deuce to Seven-Veranstaltung 2004 und damit ein Preisgeld von $ 296.200.

Bei den WSOP 2005 strich er dank seines ersten Ranges im $ 1.500 Pot Limit ein Preisgeld von $ 128.505 ein. Barrys Erfolg bei diesem Turnier ging in die Geschichte des Pokers ein, weil er im Vorfeld dieses Turniers von einem 26jährigen Pokerspieler namens Charlie Tuttle aus Tennessee gehört hatte, der an Krebs im Endstadium litt. Als Barry das Turnier also gewann, widmete er diesem jungen Mann seinen Sieg. Nachdem er die letzte Hand gewonnen hatte, wurde er offenbar von seinen Gefühlen überwältigt und riss dem Turnierdirektor das Mikrophon aus der Hand, um jedem im Raum von Charlie zu erzählen. Leider verlor Charlie Tuttle den Kampf gegen seine Krankheit nur wenige Zeit später.

2006 landete Barry im Pot Limit Omaha auf dem 13ten Platz und erhielt dafür ein Preisgeld von $ 20.492. Ebenfalls im Jahr 2006 wurde der bei der H.O.R.S.E.-Veranstaltung (Eine Spielvariante, bei dem fünf verschiedene Poker-Varianten gespielt werden: Hold’em, Omaha, Razz, Seven Card Stud High und Seven Card Stud Eight or Better) 12ter und gewann $ 205.920. Auch bei der WPT Invitational 2006 im Commerce Casino konnte er einen Sieg einheimsen, womit Barry Greenstein zu den Top-Gewinnern der World Poker Tour zählt.

Schätzungen zufolge hat Barry von Beginn seiner Karriere bis zum Jahr 2006 rund $ 5.000.000 an Turnier-Preisgeldern abkassiert.

Der "Robin Hood" der Pokerszene

Barry Greenstein ist als äußerst großzügiger und großherziger Mensch bekannt und beweist dies durch seine große Spendenbereitschaft:

Nach seinem Turniersieg der „Larry Flynt’s $ 1.000.000 Seven Card Stud“-Veranstaltung im Hustler Casino spendete Barry Greenstein zum ersten Mal beinahe seinen gesamten Gewinn an die Wohltätigkeitsorganisation „Children Incoporated“, für die er sich schon längere Zeit stark macht. Über diese Organisation hatte er schon früher Patenschaften für mehrere amerikanische Kinder übernommen, aber nun, da er diese hohe Summe gewonnen hatte, entschied er, dass es an der Zeit war, den nächsten Schritt zu machen und spendete den Großteil seines Gewinnes an die Organisation, die mehr als 15.000 Kindern in 21 Ländern hilft.

Fragt man ihn nach dem Grund dafür, warum er gerade die Organisation „Children Incorporated“ unterstützt, gibt Barry folgende Antwort:

„Anfangs hing es damit zusammen, dass ich ein mieser Vater war. Ich hatte meine Kinder verwöhnt und nun versuchte ich ihnen zu zeigen, dass andere Kinder nicht so viel Glück hatten wie sie. Ich wollte die Patenschaft eines Jungen und eines Mädchens übernehmen, die im gleichen Alter waren wie meine beiden Jüngsten. Die meisten Wohltätigkeitsorganisationen haben religiöse Ziele und das wollte ich nicht. Ich wollte dabei helfen, Kinder zu ernähren und einzukleiden und nicht ihre Seelen zu retten. Obwohl ich weiß, dass es diese religiösen Menschen gut meinen, finde ich es bedenklich, wenn bedürftige Kinder Nahrung oder Arzneimittel als Gegenleistung dafür bekommen, dass sie die Religion des Spenders annehmen. “

Seitdem sahnte er bei zahlreichen Turnieren ab und spendete Millionen von Dollar an unzählige Wohltätigkeitsorganisationen, darunter immer wieder „Children Incorporated“ und auch „Guyana Watch“, welche die Lieblingsorganisation von Barrys Profipokerkollegen Victor Ramdin ist.

Barry erkannte im Laufe der Jahre aber, dass eine Veränderung nötig war, um abzusichern, dass er selbst, trotz seiner Spendenfreude schuldenfrei blieb und arbeitete eine zukunftsfähige Lösung für dieses Problem aus:

„Ich werde meine Nettogewinne aus Turnieren am Ende jedes Jahres spenden.“, erzählte Barry in einem Interview von 2006. „Bis jetzt habe ich die Gewinne gleich gespendet, nachdem ich gewonnen hatte, aber das kann ich mir nicht mehr leisten. Ich habe die Kosten des Turnierpokers unterschätzt.“

Heute spende er die Hälfte an Children Incorporated und die zweite Hälfte an andere Wohltätigkeitsorganisationen. Er wollte auch dort helfen, wo er lebt. Also haben unter anderem auch schon seine alte High School in Chicago und das Mathematik-Institut der University of Illinois von seinen Geldgewinnen profitiert.

“Normalerweise”, so Barry in einem Interview, „spende ich Geld an Organisationen, zu denen ich persönlichen Kontakt habe, damit ich jeden Dollar, den ich hergebe, verfolgen kann. Außerdem habe ich schon einigen Wohltätigkeitsorganisationen Geld gegeben, die mir andere Pokerspieler empfohlen haben. Ich fühle mich, als würde ich die Fahne stellvertretend für alle Pokerspieler hochhalten, die alle sehr großzügige Menschen sind, aber nicht das Glück haben, in einer ähnlich guten finanziellen Lage wie ich zu sein.”

Barry Greenstein ist deshalb auch als der “Robin Hood der Pokerszene" bekannt. Da er immer noch seine gesamten Turniereinnahmen an caritative Einrichtungen spendet, fragt sich der eine oder andere Leser vielleicht, wovon Barry Greenstein selbst seine Rechnungen bezahlt. Er nimmt meist sehr erfolgreich an Cash Games teil und verdient bestimmt auch auf diese Weise genug Geld, um davon zu leben.

Schüchtern und ruhig am Pokertisch - der Schein trügt

Barry Greenstein am Pokertisch zu beobachten ist eine eindrucksvolle Erfahrung. Er bildet wegen seiner schüchternen Erscheinung am Tisch einen starken Kontrast zu kontaktfreudigen und überheblich wirkenden Spielern wie zum Beispiel Phil Hellmuth oder Tony G. Während andere konstant den Ablauf eines Spieles bestimmen wollen, bleibt Barry bei seinem konservativen Spiel und wartet geduldig auf seine Chance. Barry ist ruhig und macht immer den Anschein, unsicher zu sein. Trotzdem steckt hinter dieser Fassade ein berechnender und äußerst intelligenter Geist. Mit seinem mathematischen Wissen als Hintergrund ist es für diesen Pokerprofi ein Leichtes, jede Hand, die er im Begriff ist zu spielen, zu berechnen. Er versteht es bestens, die anderen Spieler zu lesen und passt sich ihnen an. Es scheint fast, als würde er während des gesamten Spiels wissen, was die anderen auf der Hand haben - eine äußerst gewinnbringende Gabe.

Beinahe noch beeindruckender ist allerdings Barrys Fähigkeit, seine eigenen, inneren Schwächen zu entdecken und daraufhin zu verbessern. Er gibt selbst an, mit jeder Hand, die er spielt, noch etwas dazu zu lernen.

Am Poker liebt Barry vor allem das Gewinnen und die Freiheit, die er hat, wenn er einen Sieg und das dazugehörige Preisgeld einheimst, weil er dann die Möglichkeit hat, sich und seine Familie zu versorgen.

„Es (Poker) ist ein Job, der es mir ermöglicht, Geld zu verdienen und mir jede Menge Freiheiten lässt. Die meisten Menschen gehen von neun bis 17 Uhr arbeiten und rackern sich dabei ab. Und obwohl ich schon sehr viel Poker gespielt habe, wahrscheinlich sogar mehr als notwendig gewesen wäre, habe ich die Möglichkeit, mir frei zu nehmen, wann immer ich will.“

Aus eben diesem Grund bezeichnet er allgemein jedes Turnier, das er nicht gewinnt als Enttäuschung. Auf die Frage eines Reporters, der die Gelegenheit hatte, Barry zu interviewen, welcher Misserfolg ihn am meisten enttäuscht habe, antwortet er:

„Es ist nicht einfach, die Schwere dieser Enttäuschungen einzustufen, aber es gab da ja einige Versuche bei der Hauptveranstaltung der WSOP und es tut wirklich immer weh da fertig gemacht zu werden.“

Was ihn von den meisten anderen Pokerprofis unterscheidet ist, dass er eigentlich keine Lieblingsvariante des Pokerspiels hat. Er finde sie alle gut. Am liebsten nehme er aber an gemischten Turnieren oder Cash Games teil, bei denen so viele verschiedene Varianten wie nur möglich gespielt werden.

Als seinen besten Freund innerhalb der Pokerwelt bezeichnet Barry, abgesehen von Mimi Tran und seinem Stiefsohn Joe Sebok, den weltbekannten Phil Ivey.

Sein Stiefsohn Joe Sebok ist heute ebenfalls ein professioneller Pokerspieler. Barry könnte nicht stolzer auf seinen „Nachwuchs“ sein:

„Ich war ein bisschen überrascht, als Joe beschloss, dass er lernen wollte wie man Poker spielt. Ich hatte eher das Gefühl bei meinem jüngsten Sohn Nathaniel. […] Er hat mich schon gefragt, ob ich ihm beibringen kann, wie man spielt, aber ich habe ihm geantwortet, dass ich damit noch warten will, bis er einen Collegeabschluss hat. Aber andersrum gesehen war Joe immer schon sehr wettbewerbsfähig und trainierte Mannschaftssport. Aber bis vor ein paar Jahren hatte er praktisch gar kein Interesse an Poker gezeigt. Ich glaube er war 27 als ich ihm zum ersten Mal die Werte der Karten und Hände erklärt habe – ein Flush schlägt eine Straße und so weiter.“

Erfolg in der "realen" und der virtuellen Pokerwelt

Er spielt regelmäßig bei den wichtigsten Cash Games in Kalifornien und Las Vegas, darunter natürlich auch beim „Big Game“ im Bellagio und trat bei zahlreichen Pokerturnieren, die im Fernsehen übertragen wurden, auf. Unter anderem absolvierte er Auftritte bei „High Stakes Poker“, „NBC’s Heads Up Championship“ und „Poker Superstars Invitational“.

In einem Interview erwähnte Barry außerdem einmal, dass er nicht glaubt, dass Internetpoker die Spiele in „echten“ Casinos einmal überschatten werde, dass aber das Internet ein riesiger Teil der Pokerwelt sei. Das Geld für die Pokerturniere im Fernsehen stamme nämlich hauptsächlich von den Internetpokerseiten, meint Barry.

Außerdem arbeitet er zusammen mit seinem Stiefsohn Joe an einigen Pokerprojekten, darunter auch ein Unternehmen namens GreenBokProductions. Ein Resultat dieses Unternehmens ist eine unterhaltsame, interaktive Internetseite rund um das Thema Poker. Barry erklärt:

„Wir nennen es „Pokertainment“. Wir wollen gegen niemanden konkurrieren. […] Wir wollen uns nur anschließen. Wir haben viele unterhaltsame Sachen. Ich habe einen Audioblog und erzähle da, was es Neues gibt. Gavin (Smith) und mein Sohn Joe (Sebok) haben ihre eigene Radiosendung… Es gibt jede Menge Zeug, das Spaß machen soll.“

Des Weiteren hat sich Barry Greenstein auch schon einen Namen als Autor gemacht. Er sollte ein Kapitel von „Super/System 2“, dem hoch angesehenen zweiten Teil von Doyle Brunsons Pokerbuch „Super/System“ schreiben. Er fand das Autorendasein dann aber so amüsant, dass er es sich in den Kopf setzte, nicht nur ein „lächerliches“ Kapitel, sondern gleich ein eigenes Buch zu schreiben. Das Ergebnis erschien im Jahr 2005 und heißt „Ace on the River: An Advanced Poker Book“ („Ass auf dem River: Ein Pokerbuch für Fortgeschrittene“). Dieses Buch behandelt weniger die verschiedenen Pokerstrategien sondern viel mehr die Lebenshaltung eines Pokerprofis. Exemplare dieses Buches gelten inzwischen bei Turnieren, an denen Barry Greenstein teilnimmt als Trophäe: Barry ist nämlich bekannt dafür, jenen Spielern, die es schaffen, ihn bei einem Turnier zu eliminieren, ein Exemplar davon, sogar inklusive eines Autogrammes, in die Hand zu drücken. Unter seine Unterschrift setzt Barry schließlich auch noch eine kurze Beschreibung jener Hand, mit der er besiegt wurde.

Auf seiner eigenen Internetseite (www.barrygreenstein.com) bietet Barry Greenstein seinen Fans die Möglichkeit, mit dem Pokerprofi zu kommunizieren. Witzig an dieser Seite ist vor allem der Teil, in dem Barry alle Pokerprofis, gegen die er bereits angetreten ist auflistet und sie in verschiedene Kategorien unterteilt. Dazu gehören zum Beispiel „Aggression“, „Beherrschung“ und „bestes Spiel“. Des Weiteren hat er jedem der Pokerspieler, der in der Liste aufscheint einen Song zugeordnet und erklärt auch, warum er gerade diesen Song für den jeweiligen Spieler ausgesucht hat. Zum Beispiel wählte er kurioserweise für den berüchtigten Phil Hellmuth den Song „It’s My Party“ (dt.: Es ist meine Party), weil „Phil oft so tut, als wäre er der einzige, der manchmal mit einer sehr guten Hand verliert. Und genau das passt so gut zu der Textzeile ̕You would cry too, if it happened to you̕“ (dt.: Du würdest auch weinen, wenn es dir passieren würde)

Abseits der Pokertische

Wenn er nicht gerade an irgendeinem Pokertisch sitzt, verbringt er so viel Zeit wie nur irgendwie möglich mit seinen Kindern. Er spielt Golf und Online-Bridge und geht gerne auswärts essen und ins Kino.

Barry nennt heute Kalifornien sein zu Hause; er lebt mit seiner Freundin Alexandra (Alex) Vuong, einer Pokerspielerin, in Palos Verdes und besitzt dort, an einem der begehrtesten Plätze der USA, ein unglaubliches Anwesen, in das er sehr viel Geld und Liebe gesteckt hat.

Gerade weil er sehr wenig Freizeit hat, genießt er es wenn er frei hat, Zeit mit seiner Freundin oder seinen Kindern zu verbringen.

„Ich schenke ihnen sowieso zu wenig Zeit, also ist es das, was ich mit meiner Freizeit mache. Es ist lustig; als ich noch nicht so lange mit meiner Freundin zusammen war, sagte sie noch, sie wolle reisen und die Welt sehen und jetzt hoffen wir immer, dass wir zu Hause bleiben können.“

Außerdem ist er stolzer Besitzer einer Eigentumswohnung in Las Vegas, wo er, schon alleine wegen der Pokerturniere , an denen er dort teilnimmt, einen großen Teil seiner Zeit verbringt. Seine Lieblingsfilme sind „Rain Man“, „Willkommen Mr. Chance“ und „Einer flog über das Kuckucksnest“.

In einem Interview erzählte Barry Greenstein, er wäre nicht gerade ein „Tagmensch“. Er stehe meistens um die Mittagszeit auf und gehe gegen vier Uhr morgens schlafen.

Zu seinen Lieblingsspeisen gehören Steak und Hummer.
Zum seiner Meinung nach „besten Land der Welt“ kürte Barry ebenfalls im Zuge eines Interviews die Vereinigten Staaten, sagt aber auch, dass er es immer wieder genießt, andere Länder zu besuchen. Die beste Stadt sei für ihn seine Heimatstadt Chicago, aber er liebt es auch, nach New York, Paris und Tunica (wo er einen seiner größten Turniersiege erringen konnte) zu reisen. Vor allem in Tunica seien die Leute unglaublich freundlich ihm gegenüber gewesen, findet er.

Auf die Frage, welche Pokerspieler er am meisten respektiert, antwortet er:

„Niemals würde ich wollen, dass meine Kontrahenten vermuten, dass ich ihr Spiel respektiere, weil dies den psychologischen Vorteil, den ich haben könnte, verringern würde.”

Könnte er etwas in der Welt verändern, würde er wollen, dass es keine Kriege mehr geben wird.

„Aber das wird nicht passieren, weil Erwachsene immer einen Grund haben werden, um das Kämpfen zu rechtfertigen, also sehe ich es als meine Aufgabe, den Kindern zu helfen.“, ist Barry sich sicher.

Die Fans lieben Barry

Natürlich wird Barry Greenstein aufgrund seiner großen Popularität auf der Straße immer häufiger erkannt.

„Es ist erstaunlich. Ich kann nirgendwo hingehen ohne erkannt zu werden; vor allem von Männern im Alter zwischen 17 und 25 Jahren. Außerdem werde ich häufig von Frauen umarmt, die mir dafür danken, dass ich Kindern helfe.“, meint er.

Ob Barry Greenstein auch einen negativen Teil seiner Bekanntheit nennen kann?

„Ich glaube nicht, dass es da einen schlimmsten Teil gibt. Pokerberühmtheit ist die beste Form von Berühmtheit, die ich mir vorstellen kann – wo dich Leute erkennen und nett zu dir sind, aber wir nicht belästigt werden wie die echten „A-Klasse“ Prominenten. Für einen Pokerspieler ist es großartig weil wir jetzt ein Gefühl von Seriosität bekommen, das wir vorher nicht hatten. Daher hab ich noch keine negative Seite daran gesehen. Alles ist gut.“

Natürlich hat eine Legende wie Barry Greenstein eine riesige Fangemeinde, die ihren “Helden” vergöttert. Folgende Zitate zeigen, wie Barrys Fans über ihn denken:

„Barry Greenstein ist ohne Zweifel der beste Cash Game-Spieler bei High Stakes Poker (zusammen mit Doyle Brunson). Es scheint, als würde er bei keiner Hand, die er spielt eine falsche Entscheidung treffen. Er kann sich auf jede Hand einstellen. LEGENDE!“

“Barry ist eine Legende. Absolut einer der besten Pokerspieler der Welt.”

Barry wirkt wegen seines bescheidenen Auftretens nicht gerade einschüchternd oder gar furchteinflößend. Dennoch sei jedem Gegner davon abzuraten, diesen Mann zu unterschätzen. Barry ist äußerst intelligent und kann Wahrscheinlichkeiten wie fast kein Zweiter abschätzen.

Er ist einer der besten Pokerspieler der Welt und gilt tatsächlich als lebende Legende. Seine Fähigkeiten sind scheinbar endlos und er wird wie ein guter Wein immer besser.

Nicht viele Pokerspieler können ernsthaft von sich behaupten, den Verstand, das mentale und physische Durchhaltevermögen und das nötige „Kleingeld“ zu haben, um cool, ruhig und gefasst zu bleiben, wenn sie an einem Pokerspiel mit hohem Einsatz teilnehmen. Einer der es kann, ist Barry Greenstein…

Man sieht also, dass Barry ein außergewöhnlicher Mensch ist; mit ethischen Grundsätzen, bescheiden, nicht anmaßend, gütig, großzügig und mitfühlend; alles Eigenschaften, die in der Pokerszene keineswegs selbstverständlich sind.

Vor allem aber ist er ehrlich was seine Schwächen betrifft, und so ist und bleibt Barry Greenstein eine der bemerkenswertesten und liebenswertesten Persönlichkeiten der Pokerwelt!

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