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Lesen Sie das Online-Tagebuch von Phil Hellmuth! BLOG

Phil Hellmuth alias "Poker Brat"

Letzter Blogeintrag am 25. August 2008
Letztes Update: 5. April 2014
 
Pokerstars
„Ich bin eigentlich ein netter Junge, der noch immer nicht damit umgehen gelernt hat, dass der Ball manchmal ganz böse über das Netz rollt und auf meiner Seite liegen bleibt. – Aber ich arbeite daran.“
Phil über seine Gefühlsausbrüche am Pokertisch
16.07.1964
Madison, US
Krebs
Verheiratet
Phillip III, Nicholas
Palo Alto, US
USA
Universität von Wisconsin abgebrochen um eine Poker Karriere zu starten
Schreiben, Zeit mit seiner Familie verbringen
Rock'n'Roll aus den 80ern und 90ern
Esalen, Big Sur, Kalifornien
The American President, The Matrix
Jeder Star, für den seine Familie das Wichtigste ist
...während seines Studiums
Hold'em
Aggressiv
Johnny Chan, Ted Forrest, Annie Duke
„Ich glaube Phil ist der beste Hold’em Turnierpokerspieler der Welt!“ (Doyle Brunson)
...würden alle Leute das Gute in ihren Mitmenschen sehen
...hätte Poker einen höheren Status in der Öffentlichkeit
Ließ sich wegen einer verlorenen Wette vor laufenden Kameras den Kopf rasieren, ist für seine Gefühlsausbrüche und Schimpftiraden bekannt

Kindheit und Jugend

Phil ist das älteste von fünf Kindern und sein Vater ist Professor und stellvertretender Direktor der Universität von Wisconsin. Als Kind spielte Phil gerne Brettspiele mit seinen Geschwistern und war stets darauf versessen zu gewinnen. Die Großfamilie war nicht sonderlich wohlhabend und besaß nur ein Badezimmer, was bei fünf Kindern bestimmt des Öfteren zu Schwierigkeiten führte. In diesem Raum, den alle zusammen benutzten, hatte seine Mutter folgende Weisheit an den Spiegel geklebt: „Du bist was du denkst. Du wirst was du denkst. Was du denkst wird Realität“ (You are what you think. You become what you think. What you think becomes reality). Phil las diese Zeilen jedesmal, wenn er sich die Zähne putzte oder duschte und die Überzeugung seiner Mutter, dass jedes der fünf Geschwister Großes im Leben erreichen kann, inspirierte ihn sehr.

Phil lernte Poker als Student an der Universität von Wisconsin. Er spielte zuerst um Kleingeld in Studentenverbindungen und dann um höhere Einsetze gegen die Professoren. Er spielte so gut, dass er schon bald den Studentenkredit, den er aufgenommen hatte, um die Studiengebühren zu bezahlen, mit seinen Gewinnen zurückzahlen konnte. Nach drei Jahren Studium entschied sich Phil gegen eine akademische Karriere und beschloss, sehr zum Entsetzen seines intellektuellen Vaters, professioneller Pokerspieler zu werden.

Aller Anfang ist schwer

Er ging nach Las Vegas, um sein Glück in der Spielermetropole zu versuchen. Doch, wie viele andere auch, fiel er erstmal gehörig auf die Nase. Sich in der professionellen Spielerszene zu behaupten war kein Kinderspiel und Phil hatte nach wenigen Wochen seine gesamten Ersparnisse verspielt. Neben Poker hatte er sich von sämtlichen anderen Spielen, wie zum Beispiel Backgammon, hinreißen lassen und auch dabei viel verloren. Doch Phil Hellmuth ließ sich nicht entmutigen. Durch diesen ersten gescheiterten Versuch wurde Phil nur noch ehrgeiziger. Er kehrte nach Hause zurück, drückte weiter die Schulbank und spielte intensiv Poker. Sobald sein Konto wieder aufgefüllt war, zog es ihn zurück nach Las Vegas. Bewaffnet mit Selbstvertrauen, einem eisernen Willen und mehr Geld als beim ersten Versuch perfektionierte er sein Spiel und konnte sich allmählich in der Szene behaupten. Nun war jede Hoffnung seines Vaters, den Sprössling doch noch an die Universität zurückzuholen, dahin. Phil wusste nun wo seine Bestimmung lag.

Der große Durchbruch

Bei seinem ersten World Series of Poker (WSOP) Turnier im Seven Card Stud pokerte sich Phil Hellmuth auf den fünften Platz. 1988 nahm er zum ersten Mal am WSOP Hauptturnier (Texas Hold’em) teil und wurde 33er. Bei der WSOP Erfolg zu haben war Phils größtes Ziel und der Durchbruch ließ nicht lange auf sich warten. 1989 schrieb Phil Hellmuth Pokergeschichte. Beim WSOP Hauptturnier schlug der damals erst 24jährige Phil den Weltmeister Johnny „The Oriental Express“ Chan in einem erstaunlichen Heads Up Finale und holte sich sein erstes WSOP Armband. Dieser Sieg brachte ihn in die Hall of Fame der World Series of Poker als bis dato jüngster Pokerspieler, der jemals ein WSOP Turnier gewonnen hat. Für Phil Hellmuth war dies nicht nur beruflich, sondern auch privat ein wichtiges und denkwürdiges Ereignis. Sein Vater beobachtete das gesamte Turnier und folgte Phil von Tisch zu Tisch. Vor dem Finaltisch kam es zu einer Wiedervereinigung der beiden Männer und sein Vater akzeptierte schließlich Phils Entscheidung und erkannte die außerordentlichen Fähigkeiten seines Sohnes an.

Während der nächsten zehn Jahre jettete Phil Hellmuth von Turnier zu Turnier und räumte mehr Siege ab als jeder andere professionelle Pokerspieler zuvor. Er saß an zahlreichen Finaltischen der WSOP und anderer namhafter Turniere und bis Ende 1998 hatte er seine WSOP Armbänder auf sechs Stück aufgestockt. Außerdem gewann er das 1998 L.A. Poker Classic Turnier im No Limit Hold’em.

Auch das Jahr 2000 war reich an Turniersiegen. Phil Hellmuth gewann das Jack Binion World Poker Open, das Global Pot Limit No Limit Open, das Pot of Gold Tournament sowie die Poker EM 2000. 2001 holte er sich sein siebtes Goldenes Armband im No Limit Hold’em und gewann außerdem das Shooting Star Tournament im Limit Omaha Hi-Lo und die Austrian Masters and World Heads Up Championships (No Limit Hold‘em ).

2002 ging er nur knapp an einem achten WSOP Armband im Heads Up No Limit Hold’em vorbei und der Titel ging an Poker-Ass Johnny Chan. Im selben Jahr ergatterte Phil noch einige Zweitplatzierungen, unter anderem beim L.A. Poker Classic im Limit H.O.S.E und beim Bellagio Five Diamond World Poker Classic im Pot Limit Omaha. Ein Jahr ohne WSOP Armband schien Phil Hellmuth überhaupt nicht in den Kram zu passen, also holte er sich bei der nächsten Gelegenheit, 2003, gleich zwei (Limit Hold’em und No Limit Hold’em). Nebenbei gewann er noch das L.A. Poker Classic Turnier der WPT Season 1 im Limit Omaha Hi-Lo und wurde Dritter bei den WPT World Poker Finals Season 2. 2004 wurde er einmal Sechster und einmal Siebter bei den WSOP.

Auch 2005 war ein erfolgreiches Jahr für Phil und das Geld floss reichlich. Er gewann die 2005 National Heads Up Poker Championship im No Limit Hold’em, indem er Stars wie Huck Seed, Barry Greenstein und schließlich Chris Ferguson eliminierte und kassierte eine halbe Million Dollar Preisgeld. Im selben Jahr pokerte er sich im WSOP Tournament of Champions Circuit Qualified Event auf den dritten Platz, der mit einer Viertelmillion Dollar dotiert war.

Phil Hellmuth bricht alle Rekorde

Bei den WSOP 2006 zeigte Phil Hellmuth einmal mehr, wer der Größte ist und holte WSOP Rekordhalter Johnny Chan und Doyle Brunson ein, indem er sein zehntes Goldenes Armband (No Limit Hold’em) gewann. Der Medienrummel um diesen legendären Sieg war enorm und die Pokerwelt drehte sich nur um Phil. Phrasen wie „Beethoven mag ja für seine Neunte berühmt sein, doch Hellmuth feiert man für sein ZEHNTES!“, lassen nur erahnen, wie spektakulär dieses Ereignis war.

Ein Jahr später, bei den WSOP 2007, hielt die Pokerwelt erneut den Atem an, als Phil Hellmuth wieder Pokergeschichte schrieb. Er brach seinen eigenen Rekord und gewann sein 11. Goldenes Armband! Dies war sein bis dato 38er Finaltisch (nur einen entfernt von Finaltisch-Rekordhalter T.J. Cloutier) und das 59te Mal, dass Phil ein Turnier „in the money“ (= mit Preisgeld) verlässt. Am 7. Juli 2007 wurde er in die Poker Hall of Fame aufgenommen.

Doyle Brunson, der viel Geld auf einen Sieg von Hellmuth gewettet hatte, sagte nach dem Turnier „Ich glaube Phil ist der beste Hold’em Turnierpokerspieler der Welt!“

In seiner Rede verkündete Phil, der die meisten seiner Goldenen Armbänder an Familienmitglieder verschenkt hat, dass er dieses am 11. Juni gewonnene 11. Armband, seiner Schwester, die am 11. 11. Geburtstag hat, schenken würde. Wenn das kein gutes Omen ist!

"Poker Brat"

Doch Phil Hellmuth hat sich nicht nur durch seine außerordentlichen Erfolge einen Namen gemacht, sondern auch durch seinen einzigartigen Charakter. Nicht umsonst wird er auch Poker Brat (Poker Rüpel, Poker Göre) genannt. Phil hatte schon immer eine aufbrausende Art und ein ausgeprägtes Ego, doch der Ruhm scheint diesen Charakterzug noch verstärkt zu haben. Er ist ein äußerst schlechter Verlierer und mit seinen niederschmetternden, beleidigenden Kommentaren über seine Gegner hat er sich viele Feinde gemacht. Zu seinen berühmtesten Aussagen gehören

„If luck weren’t involved, I guess I’d win every one!“ (dt.: „Wenn der Glücksfaktor nicht wäre, würde ich [alle Turniere] gewinnen!“) und

„I can dodge bullets baby!“ (dt.: „Ich kann Pistolenkugeln ausweichen!“).

Letztere ist aufgrund ihrer Zweideutigkeit doppelt genial, als „bullets“ bezeichnet man nämlich im englischen Pokerjargon zwei Asse auf der Hand. Zu dieser legendären Aussage kam es während des WSOP 2005 Hauptturniers, als er sich entschied, bei einem Board von 4-4-A-Q, mit A♣ und K♠ nach dem Turn zu passen. Daraufhin enthüllte sein Gegner seine Hand, es handelte sich um zwei Asse. Somit war Phil Hellmuth mit diesem Spielzug nur knapp einer Niederlage entgangen. Der coole Spruch ging durch die Medien und schlug bei den Fans ein wie eine Bombe, T-Shirts und Pullover mit dem Schriftzug „I can dodge bullets, baby!“ sind der Verkaufsschlager schlechthin. Eine weitere typische Phil Hellmuth Aussage ist:

„I’ve revolutionized the way to play Texas Hold’em!“ (dt.: „Ich habe die Art, Texas Hold’em zu spielen revolutioniert!“).

Phil Hellmuth ist fest davon überzeugt, der beste Pokerspieler der Welt zu sein, doch er respektiert durchaus auch die Fähigkeiten anderer Pokergrößen. Auf die Frage, wer denn seiner Meinung nach der zweitbeste Pokerspieler der Welt sei, antwortete er:

„Johnny Chan. Ohne jeden Zweifel. Ein Spieler, der wirklich meinen Respekt hat. […].“ Was er an Johnny Chan besonders bewundert, ist, dass er gut spielt und trotzdem viel Zeit mit seinen sechs Kindern verbringt!

Besonderer Respekt gebührt, laut Phil, auch noch Ted Forrest und Annie Duke.

„Ted Forrest hat ein großes Herz und spielt großartiges Poker, […] Annie Duke ist ein Familienmensch und schafft es trotzdem, tolles Poker zu spielen. Ich mag Pokerspieler, die ihre Prioritäten richtig setzen!“

Phil scheint mit einem Bad Beat (einer Niederlage durch eine Pechsträhne) schlechter umgehen zu können als seine Kollegen. In einer solchen Situation schafft er es nicht, seine Emotionen im Zaum zu halten, Wutausbrüche und Schimpftiraden sind fixer Bestandteil seines Spiels. Berühmt ist auch sein Ausbruch beim WSOP Invitational Turnier, nachdem ihn Annie Duke mit Glück eliminierte und er nur knapp an einem Preisgeld von 2 Millionen Dollar vorbeiging. In der Übertragung hörte man minutenlang nichts anderes als den „Piep“, der Hellmuths Obszönitäten übertönte. Derartige Entgleisungen brachten ihm neben „Poker Brat“ auch noch den Spitznamen „Hellmouth“ (Höllenmund) ein. Auch nach einem Bad Beat beim WSOP 2005 Hauptturnier schlug „Hellmouth“ wieder zu und unterstellte seinem Kontrahenten, das Wort „Poker“ nicht einmal buchstabieren zu können.

Auch der ungarische Pokerprofi Istvan Hamori bekam Phils Zorn zu spüren, dabei hatte er ihn nicht einmal geschlagen, doch allein die Tatsache, dass die Gefahr bestand, brachte „Hellmouth“ zum Ausrasten. Hamori hatte es offenbar gewagt, Phils absolute Macht anzuzweifeln und musste folgenden Wortschwall über sich ergehen lassen:

„Ich bin der beste Spieler! Ich bin der allerbeste Spieler! Ich bin ein Sieger und du bekommst keinen einzigen Jeton mehr von mir!“ Phil sprang auf, warf sein Blatt auf den Tisch und gewann das Turnier.

Aufgrund seines Temperaments vergleicht man Phil Hellmuth oft mit Tennisstar John McEnroe, der ebenfalls oft ein schlechtes Benehmen an den Tag legt, wenn er verliert. In einem Interview erzählte Phil, er verstehe sich tatsächlich blendend mit McEnroe und dessen Familie und glaube sogar an eine Seelenverwandtschaft mit dem Tennisprofi. Ein weiterer Name, der oft in einem Atemzug mit Phil „Hellmouth“ Hellmuth genannt wird, ist Tony G, ebenfalls ein berüchtigtes Großmaul der Pokerszene. Auch dieser Vergleich stört Phil ganz und gar nicht, er kenne Tony G und dieser sei privat ein sehr netter Kerl.

Phil Hellmuths Benehmen am Pokertisch wird von vielen als unprofessionell, unsportlich und primitiv beurteilt, doch im Großen und Ganzen wirkt es sich positiv auf seine Karriere aus und bringt viel Publicity. Kaum ein Turnier mit Medienpräsenz bei dem nicht alle Kameras auf ihn gerichtet sind. Phil ist wie eine tickende menschliche Zeitbombe und man weiß nie, wann es zur nächsten Explosion kommt. Er ist häufig in Pokersendungen wie „High Stakes Poker“ auf GSN oder „Poker After Dark“ auf NBC zu sehen. Auch auf der Video Webseite Youtube feiert Phil große Erfolge und seine Clips stehen ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Der Medienrummel um seine emotionalen Ausbrüche lässt vermuten, sie seien Teil seiner Strategie, doch laut Phil ist nichts davon Absicht. Es mache ihn einfach wahnsinnig, wenn ein „schlechter“ Spieler durch pures Glück gewinnt, dann könne er sich einfach nicht mehr beherrschen. Doch seine Wut sei meist nur von kurzer Dauer und er schaffe es ziemlich schnell, sich wieder zu sammeln. Zu seiner Verteidigung erklärte er:

„Ich bin eigentlich ein netter Junge, der noch immer nicht damit umgehen gelernt hat, dass der Ball manchmal ganz böse über das Netz rollt und auf meiner Seite liegen bleibt. – Aber ich arbeite daran.“

Seine Frau Kathy, eine promovierte Psychiaterin, die ihn oft zu großen Turnieren begleitet, schafft es noch am ehesten, ihren Mann nach einem Bad Beat rasch wieder zu beruhigen.

Aggressiver Spielstil und große Emotionen

Was seinen Spielstil betrifft, gehört Phil Hellmuth, den man so gut wie nie ohne sein Phil-Hellmuth-Cap und seine Sonnenbrille am Turniertisch sieht, zu den Aggressiven. Teil seiner Taktik ist es, oft nur relativ kleine Beträge zu setzen, um zu sehen, wie die Gegner auf den Einsatz reagieren und um ihnen Informationen zu entlocken. Ähnlich wie sein Pokerkollege Tony G versucht Phil seine Gegner durch ständiges Reden aus dem Konzept zu bringen. Das Gerede soll auch die Kontrahenten zum Sprechen animieren, wodurch sie vielleicht etwas über ihre Hand preisgeben.

Wie bereits erwähnt, verkraftet es Phil Hellmuth nur schwer, nicht immer der Beste zu sein. Ist er in einem Turnier mal nicht auf Erfolgskurs, murmelt er beleidigt vor sich hin, in der Überzeugung, der gesamte Tisch hätte sich gegen ihn verschworen. Wenn er schlecht spielt, sind immer die anderen schuld. Aussagen wie „Ich habe alles richtig gemacht, nur, dass ich keine Hand gewonnen hab…“ sind typisch für Phil Hellmuth. Aufgrund dieses Verhaltens wird er von seinen Kollegen auch gern „Poker Diva“ genannt, wobei dies noch harmlos ist, viele finden sein Benehmen einfach nur idiotisch und raten ihm, sich bei seiner Frau auf die Couch zu legen.

Auch unter den Fans gehen die Meinungen über Phil auseinander. Für die einen ist er einfach Kult während ihn andere hassen. Im Internet stößt man neben zahlreichen Fanclubs auch auf Kommentare wie „I would pay money to kick Phil Hellmuth in the nuts“ („Ich würde dafür bezahlen, Phil Hellmuth in die Nüsse treten zu können“) oder „I can’t stand Phil Hellmuth“ („Ich kann Phil Hellmuth nicht ausstehen“).

Obwohl Phil Hellmuth zweifellos zu den Meistern des Turnierpokers gehört, sind seine Erfolge bei Cash Games eher bescheiden. Auf diesem Gebiet sind ihm andere Profispieler um einiges voraus, was Phil natürlich darauf zurückführt, dass er einfach nicht so viel Zeit in Cash Games investiert, um sich anderen Geschäften zu widmen und um mehr Zeit mit seiner Familie verbringen zu können.

Abgesehen von seinen Prahlereien und Wutausbrüchen bietet Phil Hellmuth auch sonst einiges an Unterhaltung und sorgt dafür, dass es in der Pokerszene nie langweilig wird. So hat er zum Beispiel bei den WSOP 2002 angeboten, seinen Kopf zu rasieren wenn der Amateur Robert Varkonyi gewinnen sollte. Obwohl Varkonyi nur noch wenige Chips hatte, gewann er letztendlich das Turnier und Hellmuth ließ sich vor laufenden Kameras die Locken abrasieren. Doch Phil hat noch eine andere Wette laufen, nämlich mit Daniel Negreanu. Negreanu hat eine Million Dollar gewettet, dass der unumstrittene Texas Hold’em-Meister Phil es nicht schafft, ein WSOP Armband im Seven Card Stud zu gewinnen.

Der geborene Star

Phil Hellmuth ist ein Star, der es versteht, sich in Szene zu setzen. Ein Beispiel hierfür ist sein Besuch in London bei den WSOP Europe im September 2007. Phil klapperte, begleitet von 12 Models in sexy Polizeiuniformen, mit einem roten „Phil Hellmuth-Doppeldeckerbus“ Londons Sehenswürdigkeiten ab und lenkte die Aufmerksamkeit der gesamten Stadt auf sich. Die Königsfamilie und die Beckhams verdanken dem Pokerstar einen ruhigen Tag ohne Paparazzi, denn diese konzentrierten sich voll und ganz auf Phil. Ein Passant, der den Menschenauflauf vor dem Buckingham Palace beobachtete, sagte „Ich dachte, bei dem ganzen Tumult ging es um die Royal Family, doch als ich den Hellmuth-Bus sah, machte [die Aufregung] viel mehr Sinn!“

Touristen und Fans kämpften darum, einen Blick von ihrem Star zu erhaschen, schossen Fotos und schrien „Wir lieben dich, Phil!“. Phil Hellmuth steht den Stars aus der Musik- und Kinowelt um nichts nach und sonnt sich in seinem Ruhm. Er versorgt seine Fans nicht nur regelmäßig mit Schlagzeilen, sondern auch mit allerlei Fanartikeln. Von Kalendern, Büchern und DVDs über Poker-Lernsoftware, Kleidungsstücke, Kappen, Sonnenbrillen und Energydrinks bis hin zum Phil Hellmuth Handyspiel sind dem eingefleischten Fan keine Grenzen gesetzt. Wer ihm am Pokertisch nacheifern will, ist mit seinem Anleitungsvideo "Phil Hellmuth's Million Dollar Poker Secrets" bestens bedient.

Doch Phil ist nicht nur ein guter Pokerspieler, der sich geschickt vermarktet, er hat auch schriftstellerisches Talent bewiesen und mehrere Bücher veröffentlicht. Sein erstes Buch mit dem Titel „Poker Brat“ enthält autobiografische Elemente und Pokertipps. Außerdem schrieb er noch „Play Poker Like The Pros“, „Phil Hellmuth’s Texas Hold’em“, „Bad Beats and Lucky Draws: Poker Strategies, Winning Hands, and Stories from the Professional Poker Tour” und “The Greatest Poker Hands Ever Played”. Nebenbei schreibt er noch Artikel für Pokerzeitschriften wie das „Card Player Magazine“.

Aber damit nicht genug, bald kann man am aufregenden Leben von Pokerlegende Phil Hellmuth auch entspannt vom Kinosessel aus teilhaben; es ist nämlich ein Film über Hellmuth in Planung. Das Drehbuch zu „The Madison Kid“ stammt von Hellmuths Freund Bob Soderstrom und die Hauptrolle übernimmt kein geringerer als der kanadische Schauspieler Hayden Christensen („Anakin Skywalker“ in Star Wars). Es kursieren auch Gerüchte, dass Phil zusammen mit GSN eine Reality Show namens „Winner Takes All“ plant.

Auch in der virtuellen Welt ist Phil Hellmuth sehr aktiv. Er ist beim Online-Pokerraum UltimateBet Poker unter Vertrag und fungiert als Aushängeschild des Unternehmens.

Außerdem hat Phil eine sehr umfassende Homepage, auf der man vom Lebenslauf über Turnierergebnisse und Artikel bis hin zur Fotogalerie alles über den Star findet.

Geschäftsmann Phil arbeitete außerdem mit dem Modehaus Oakley Inc. zusammen und entwickelte eine Kollektion von signierten Phil Hellmuth-Sonnenbrillen sowie eine Bekleidungsserie. Eigenen Aussagen zufolge könnte Phil Hellmuth abseits der Pokertische locker bis zu 400 Millionen Dollar einnehmen. 

Abseits der Pokertische

Phil Hellmuth lebt mit seiner Frau Kathy und seinen zwei Söhnen, Phillip III und Nicholas, in Palo Alto, Kalifornien. Er ist ein Familienmensch und bewundert jeden Star, egal aus welcher Branche, der es schafft, Karriere zu machen und gleichzeitig viel Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Auf seiner Homepage bezeichnet er seine beiden Söhne als seine größte und wichtigste Errungenschaft. Neben dem Familienleben beschäftigt sich Phil gerne mit der Gestaltung seiner Homepage, mit Schreiben und mit seinen zahlreichen anderen geschäftlichen Projekten. Zu seinen Lieblingsfilmen gehören „The American President“ und „The Matrix“ und was seinen Musikgeschmack betrifft, steht Phil auf Rock’n’Roll aus den 80ern und 90ern.

Wenn er irgendetwas auf der Welt verändern könnte? „Ich hätte gerne, dass alle Menschen das Gute in ihren Mitmenschen sehen. Wenn das so wäre, glaube ich, gäbe es keine Kriege, keine Morde und Gräueltaten mehr.“

Phil Hellmuth gibt an, kein Anhänger einer bestimmten Glaubensgemeinschaft zu sein, doch die Aufforderung im Buddhismus, das Gute im Menschen zu sehen, berühre ihn am meisten. Er hat diese Tugend auch persönlich verinnerlicht und behauptet, selbst in den „schleimigsten“ Pokerspielern das Gute zu sehen:

„Manchmal ist es sehr schwer, aber ich finde schlussendlich immer etwas Gutes in ihnen.“

Auf die Frage, was er an der Pokerwelt ändern würde, antwortet er, er würde gerne den Status des Spiels in der Öffentlichkeit erhöhen. Er fände es schön, wenn die Öffentlichkeit Poker wirklich verstehen würde und ist überzeugt, dass Poker als Sport „größer als Golf“ werden könnte.

„Ich meine, jeder, ungeachtet seines Alters, seines Geschlechts, seiner Religion oder Herkunft kann dieses Spiel spielen und daran Freude haben. Physische Kondition spielt keine Rolle im Poker, man muss nur sein Gehirn verwenden.“

Das alles klingt so ganz und gar nicht nach „Poker Brat“, es scheint als hätte Phil „Hellmouth“ Hellmuth auch eine sehr ausgeprägte sentimentale Ader. Diese sensible Seite an ihm tritt auch in seinem Buch „Poker Brat“ zutage, als er beschreibt, wie er nach seinem Sieg bei der Poker EM 2000 in Baden im Flugzeug sitzt und vor Glück weint.

Sein Karriereziel? – Der beste Pokerspieler aller Zeiten zu werden!

Dies ist zwar kein bescheidenes Ziel, doch für einen Phil Hellmuth durchaus realistisch - er ist auf dem besten Weg!

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