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STECKBRIEF

David Reese alias "Chip"

Letztes Update: 27. März 2014
Foto by Larry Kang/ www.flickr.com
„Ich werde erst an meinem Begräbnis aufhören zu spielen und was danach kommt weiß Gott allein.“
Chip Reese
28.03.1951
04.12.2007
Centerville, US
Widder
Geschieden
Sohn Casey, Tochter Taylor, Stieftochter Britney
Las Vegas, US
USA
Studium der Volkswirtschaftslehre am Dartmouth College
Golf, Sportwetten, Football
...bereits vor seinem 6. Lebensjahr mit seiner Mutter
7 Card Stud
"Er zählt zu den einzigartigsten Menschen, die ich je gekannt habe und die Pokerwelt hat mit ihm einen der Größten verloren. Er ist mit Sicherheit der beste Pokerspieler aller Zeiten“ (Doyle Brunson)
War dafür bekannt, jedem zu einem Cash Game überreden zu können, investierte zusammen mit Doyle Brunson in die Suche nach der Titanic und der Arche Noah, gilt für die meisten Profipokerspieler als Idol

Kindheit und Jugend

Tatsächlich spielte er so viel, dass er später sogar behauptete, er habe seinen Pokererfolg hauptsächlich diesem einen Jahr seiner Kindheit zu verdanken. Mit ungefähr sechs Jahren war Chip bereits so gut, dass er regelmäßig gegen viel ältere Kinder beim Pokern gewann. In der High School war er ein begeisterter Footballspieler und Mitglied des Debattierclubs, wo er sogar die Ohio State Meisterschaft gewann und es bis ins nationale Finale schaffte.

Chip erhielt ein Angebot von der prestigeträchtigen Harvard Universität, doch er lehnte ab und studierte Volkswirtschaftslehre am privaten Dartmouth College in New Hampshire. Chip war Mitglied der „Beta Theta Pi“ Bruderschaft, spielte weiter Football und nahm an Debattierveranstaltungen teil. Auch das Pokerspiel gehörte weiterhin zu seinen größten Hobbys, er spielte regelmäßig gegen Sport- und Bruderschaftskollegen sowie gegen seine Professoren. „Beta Theta Pi“ benannte später ihren Kartenraum nach ihm „David E. Reese Memorial Card Room“.

Nach seinem College Abschluss wollte Chip eigentlich an der „Stanford Law School“ in Kalifornien Jura studieren, doch ein Ausflug nach Las Vegas stellte seine Pläne auf den Kopf. Im Sommer 1974 machte sich Chip Reese auf den Weg in den Westen, um sich seine neue Universität anzusehen und wie es das Schicksal so wollte, legte er einen Zwischenstopp in „Sin City“ ein, um einen Freund zu besuchen. Der Legende nach setzte sich Chip an einen Seven Card Stud Tisch und verließ ihn nie wieder. Tatsächlich weicht die Legende nicht sehr weit von der Realität ab, Las Vegas hatte Chip auf Anhieb verzaubert und man kann durchaus sagen, dass er die Stadt nie wieder verlassen hat.

Bewaffnet mit $ 400 betrat er das erstbeste Casino und verspielte das gesamte Geld beim Blackjack. Doch Chip ließ sich von diesem anfänglichen Verlust nicht die Laune verderben, nahm gleich am nächsten Tag einen Job beim Vater seines Freundes an und begann, Seven Card Stud zu spielen. Nachdem er den ganzen Sommer lang intensiv trainiert hatte, schrieb sich Chip schließlich in einem Turnier im „Sahara“ Casino ein und pokerte sich auf Anhieb auf den ersten Platz. Chip kassierte $ 50.000 an Preisgeld und seine Studienpläne waren somit endgültig vom Tisch.

Zocken statt Jura

Als die Uni im Herbst begann, war Chip immer noch in Vegas und hatte sich bereits eine stattliche Bankroll (= das Geld, das man beim Pokern zur Verfügung hat) von $ 100.000 erspielt. Für ihn war klar, dass ein Jurastudium finanziell bei Weitem nicht so reizvoll war, wie eine Profipokerkarriere, doch wie erklärt man so etwas seinen Eltern? Chip ließ seine Eltern ein ganzes Jahr lang in dem Glauben, er studiere Jura, bevor er ihnen eröffnete, dass er kein Anwalt, sondern Pokerspieler werden wollte.

Chip Reese bildete mit seinem Pokerkollegen Danny Robeson, den es ebenfalls von Dayton nach Vegas verschlagen hatte, ein Team und die beiden beschlossen, es mit den Profis aufzunehmen. Nach drei Tagen Marathon-Poker gegen Legenden wie Doyle „Texas Dolly“ Brunson, der später sein bester Freund wurde und Johnny Moss, konnte Chip einen Profit von $ 300.000 verzeichnen. Dieser Gewinn machte ihn mutiger und er versuchte sein Glück auch in anderen Pokervarianten wie Texas Hold’em und Razz.

Bereits gegen Ende der 1970er galt Chip Reese in der gesamten Szene als bester Seven Card Stud Spieler der Welt und Doyle Brunson konnte sich keinen besseren Autor für das Seven Card Stud Kapitel seines Buches „Super System“ vorstellen. Das Buch ist die „Poker-Bibel“ schlechthin und zählt zu den meistverkauften Pokerbüchern aller Zeiten. 

Chip Reese machte sich nicht nur durch sein exzellentes Pokerspiel in Las Vegas einen Namen, er arbeitete auch fünf Jahre lang als Manager eines Kartenraumes im „Dunes Casino“ (das heutige Bellagio), was sich natürlich äußerst positiv auf seine Bankroll auswirkte. Chip nahm an relativ wenig Turnieren teil und konzentrierte sich vorwiegend auf Cash Games.

Chip erobert die WSOP im Sturm

1978 gewann Chip Reese das Limit Seven Card Stud Hi-Lo Turnier der World Series of Poker (WSOP) und holte sich sein erstes Goldenes WSOP Armband. 1981 pokerte er sich im No Limit Ace to Five Draw auf den dritten Platz und ergatterte zwei fünfte Plätze im No Limit Deuce to Seven Lowball beziehungsweise im Limit Ace to Five Draw.

1982 holte sich Chip sein zweites Goldenes Armband in seiner Lieblings-Pokervariante Limit Seven Card Stud und gewann ein Preisgeld von $ 92.500. Im selben Jahr gewann er das Deuce to Seven Lowball Turnier des „Amarillo Slim’s Superbowl of Poker“. 1984 entschied er das Limit Seven Card Stud Turnier des „1984 Grand Prix of Poker“ für sich und durfte $ 100.000 mit nach Hause nehmen.

1985 ging er nur knapp an zwei weiteren WSOP-Titeln vorbei. Für seinen zweiten Platz im No Limit Deuce to Seven Lowball kassierte er immerhin $ 38.000 und die Zweitplatzierung im Pot Limit Omaha brachte ihm $ 42.500 ein. In den darauf folgenden Jahren kam Chip mehrmals in die WSOP Cash-Ränge, oft unter die ersten Zehn und konnte auch bei anderen namhaften Veranstaltungen Erfolge verbuchen (Grand Prix of Poker 1985 und 1987, Amarillo Slim's Superbowl of Poker 1986,1987 und 1988,...). Sein zweiter Platz beim Limit Hold'em Turnier des „5th Annual Diamond Jim Brady“ 1989 brachte ihm schlappe $ 150.000 ein.

Auch in den 1990ern blieb Chip Reese auf Erfolgskurs und war an den Finaltischen der Turnierpokerszene nicht mehr wegzudenken. 1991 wurde er als damals jüngster Spieler in die „Poker Hall of Fame“ aufgenommen. Beim „Queens Poker Classic 1992“ ergatterte Chip zwei Zweitplatzierungen und einen dritten Platz. Bei der WSOP 1993 landete er auf dem sechsten Platz im Seven Card Stud und dominierte bis 1995 die Cash-Ränge sämtlicher Veranstaltungen.

1995 beschloss Chip dem Turnierpoker den Rücken zu kehren und sich ausschließlich auf Cash Games zu konzentrieren. Er hatte mittlerweile eine Familie gegründet und seine hohen Gewinne im „Big Game“ des Bellagio halfen ihm, mit den steigenden Ausgaben zurechtzukommen. Zusätzlich verdiente Chip noch Geld mit Sportwetten und wurde Mitglied der so genannten „Computer Group“, die mit Hilfe eines Computerprogrammes Wetterfolge in Millionenhöhe erzielte. 2002 nahm er am „3rd Annual Jack Binion World Poker Open“ in Tunica teil und wurde Fünfter, doch abgesehen davon hörte man zwischen 1995 und 2004 nicht viel von ihm, es sei denn man gehörte zur Elite, die regelmäßig im „Big Game“ des Bellagio um astronomisch hohe Summen spielte.

Chip war ein Familienmensch, Zeit mit seinen drei Kindern zu verbringen war stets oberste Priorität für ihn. Diese Eigenschaft wurde ihm auch von seinen Pokerkollegen hoch angerechnet; Barry Greenstein sagte einmal über Chip:

„Er war ein Familienmensch wie kein anderer Pokerspieler. Egal in welcher Situation er sich gerade befand, wenn es um seine Kinder ging – Baseballspiele, Vorträge, was auch immer – ließ er alles liegen und stehen, um dabei sein zu können. Viele von uns beneideten ihn dafür. Er spielte so gut, dass er es sich leisten konnte, eine Auszeit zu nehmen, um für seine Kinder da zu sein“.

Seine Kinder waren es auch, die ihn 2004 schließlich an den Turniertisch zurückholten. Sie waren sehr stolz auf ihren Vater und wollten ihn unbedingt im Fernsehen spielen sehen. Bei seinem ersten „Fernsehauftritt“, dem No Limit Hold'em Turnier der „5th Annual Jack Binion World Poker Open 2004“ der WPT (World Poker Tour) Season 2 pokerte er sich auf den vierten Platz, der ihm über $ 200.000 einbrachte. Im selben Jahr nahm er noch an zwei weiteren Veranstaltungen der WPT teil („Grand Prix de Paris“ und „The Doyle Brunson North American No Limit Hold'em Poker Championship“) und durfte natürlich auch beim prestigeträchtige „Tournament of Champions“ nicht fehlen. Das „Tournament of Champions 2004“ war ein Freeroll Turnier (Freeroll = ein Turnier ohne Buy-In bei dem man trotzdem Geld gewinnen kann) für geladene Spieler, bei dem die Besten der Besten aufeinander trafen. Zu den Teilnehmern zählten Pokerstars wie Phil „Poker Brat“ Hellmuth, Doyle Brunson, Greg Raymer, Annie Duke, Johnny „The Orient Express“ Chan und Howard Lederer. Auf den Sieger wartete ein Pot von sagenhaften $ 2.000.000! Chip Reese wurde schließlich Zehnter und Annie Duke gewann das Turnier.

Chip Reese schreibt Pokergeschichte

2005 wurde Chip Fünfter beim „Poker Superstars Invitational Tournament“ und 2006 entschied er das $ 50.000 Buy-In No Limit H.O.R.S.E. (= eine Kombination aus Hold'em, Omaha Hi-Lo Split, Razz, Seven-Card Stud und Eight or Better) Turnier der WSOP 2006 für sich. Dieser Sieg brachte ihm stolze $ 1.784.640 und sein drittes Goldenes WSOP Armband ein.

Das Turnier war in vielerlei Hinsicht legendär, allein das astronomisch hohe Buy-In machte es einzigartig. Eine weitere Besonderheit war die Dauer des Turniers, welches sich zu einem regelrechten Poker-Marathon entpuppte. Es dauerte insgesamt vier Tage und stellte nicht nur das Pokerkönnen der 143 Teilnehmer auf die Probe, sondern auch ihre geistige und körperliche Ausdauer. Der erste Spieltag dauerte 14 Stunden und der zweite sogar noch länger. Tag zwei begann um 12 Uhr mittags und endete um 9 Uhr am nächsten Morgen.

Nachdem sie 21 Stunden lang non-stop gespielt hatten, durften sich die neun Finalisten etwas Ruhe gönnen und trafen sich um 21 Uhr am Finaltisch. Dieser bestand aus der absoluten Pokerelite; Top-Spieler wie der „Tiger Woods of Poker“ Phil Ivey, Doyle Brunson, der charismatische Finne Patrik Antonius, T.J. Cloutier und Andy Bloch trafen aufeinander.

Die letzten drei am Finaltisch waren Phil Ivey, Andy Bloch und Chip Reese. Ivey, der mit einem hohen Chiprückstand zu kämpfen hatte, schied aus und Chip Reese saß Andy Bloch im Heads Up gegenüber. Mit diesen beiden trafen zwei Giganten der Pokerwelt, zwei ähnliche Charaktere mit ähnlichem Spielstil aufeinander und das Publikum durfte sich auf ein spannendes Match freuen.

Das Heads Up Spiel übertraf alle Erwartungen und als am Horizont die Sonne aufging, saßen die beiden Kontrahenten immer noch da, hochkonzentriert, mit rauchenden Köpfen und undurchschaubaren „Poker-Faces“. Zuschauer, die am Vorabend das Casino verlassen hatten, kamen wieder und trauten ihren Augen nicht als sie genau dasselbe Szenario vorfanden. Um genau 09:12 Uhr brachen Chip und Andy einen Rekord der jahrzehntelang als unschlagbar galt: Im Heads Up des Hauptturnieres 1983 lieferten sich Tom McEvoy und Rod Peate einen siebenstündigen Kampf, das längste Heads Up Match aller Zeiten – bis Reese und Bloch den Rekord brachen und sich das bis dato längste Heads Up der WSOP Geschichte lieferten.

Bloch ging mit einem leichten Chipvorsprung ins Heads Up und konnte diesen auch die meiste Zeit halten. Er setzte Chip mehrmals All In, doch dieser raffte sich immer wieder auf und schlug zurück. Einmal hatte Reese das unglaubliche Glück genau jene magische Karte zu erhalten, die ihm auf eine Straße fehlte und war somit wieder im Rennen. Ein anderes Mal rettete ihn ein Flush und so erkämpfte sich Reese langsam die Chipführung.

Nach über 300 Händen sollte sich das Duell endlich entscheiden: Chips letzte Hand bestand aus A-Q und er ging vor dem Flop All In. Andy Bloch hatte nur noch wenige Chips und musste mit einem Blatt aus 9-8 mitgehen. Das Board zeigte J-7-7-4-4 und Reese gewann mit seinem Ass als höchste Karte.

Andy Bloch durfte als Zweitplatzierter immerhin schlappe $ 1.029.600 mit nach Hause nehmen, doch das Preisgeld interessierte ihn herzlich wenig, er hatte sich so sehr auf sein erstes Goldenes WSOP Armband gefreut und war sichtlich enttäuscht. Man muss wohl ein eingefleischtes Mitglied der Pokerszene sein um zu verstehen, dass es bei diesem Match nicht um Geld ging, sondern um viel mehr. Es ging um einen Beweis dessen unschätzbarer Wert für „Außenstehende“ nicht nachvollziehbar ist. Chip nahm die $ 1.784.640 und sein drittes Goldenes Armband entgegen und hat damit seinen inoffiziellen Titel als bester Allround-Spieler einmal mehr verteidigt. H.O.R.S.E. gilt für viele als die schwierigste Disziplin im Poker; bei keiner anderen Pokervariante muss man so vielseitig sein und so viel Können beweisen.

In einem Interview nach dem Pokerturnier sagte Chip „Der Beste zu sein bedeutet nicht ein oder zweimal zu gewinnen, man muss es jeden Tag beweisen“

Obwohl er natürlich glücklich über den Sieg war, hatte er Mitleid mit Andy Bloch:

„Ich bin froh, dass ich dieses Turnier gewonnen habe, aber Andy tut mir leid, er hätte den Sieg genauso verdient wie ich.“

Andy Beal vs. The Corporation

Ein weiterer Höhepunkt in Chips Pokerkarriere war wohl das legendäre Spiel „Andy Beal versus The Corporation“ im Jahr 2006. Die „Corporation“ war ein von Phil Ivey gegründeter Club dessen Ziel darin bestand, Geld zusammenzulegen um den Erfolgsbanker, Millionär und bekannten Pokerspieler Andy Beal herauszufordern. Zu den Mitgliedern zählten neben Chip und Phil noch Doyle Brunson, Todd Brunson, Jennifer Harman, Howard Lederer, Chau Giang, Barry Greenstein, Ted Forrest, Gus Hansen, Ming La, und Johnny Chan.

Die Corporation legte schließlich 10 Millionen Dollar zusammen und trat im Wynn (Las Vegas) gegen das Mathematikgenie Beal in Heads Up Matches an. Chip Reese machte den Anfang und spielte als Erster gegen den Banker. Nach zwei Wochen hatten Phil und seine Clubmitglieder alles verloren. Nach einer einwöchigen Pause spielte Phil drei Tage lang durchgehend gegen Beal und gewann die gesamten 10 Millionen zurück, plus zusätzlich 6,5 Millionen. Nach dieser Niederlage und einem Verlust von 16,5 Millionen Dollar schwor Andy Beal, nie wieder Poker zu spielen.

Dieses legendäre Match faszinierte die Pokerwelt. Es wurde spekuliert und gewettet und die Medien versuchten verzweifelt an Informationen heranzukommen. Die Corporation gab sich geheimnisvoll und achtete darauf, dass nicht zu viel an die Öffentlichkeit geriet, schließlich handelte es sich um ein privates Match. Allerdings hätten sie ihr privates Match auch in privaten Räumlichkeiten austragen können anstatt im Privatbereich eines Casinos. Anscheinend haben sie mit ihrem mysteriösen Spiel nicht ganz ungewollt das Interesse der Öffentlichkeit geweckt.

Noch nie hatte es bei einem Pokerspiel so hohe Einsätze gegeben und das Match „Andy Beal versus The Corporation“ ging in die Geschichte ein. Der US-amerikanische Autor Michael Craig schrieb sogar ein Buch darüber mit dem Titel „The Professor, the Banker and the Suicide King: Inside the Richest Poker Game of All Time“. Der Titel bezieht sich auf zwei Mitglieder der Corporation und Andy Beal. „The Professor“ ist Howard Lederer, das Pokergenie mit dem mathematischen Gedächtnis, „the Banker“ ist Andy Beal und „the Suicide King“ (dt.: Selbstmordkönig) ist der verrückte, oft rücksichtslose Spieler Ted Forrest. „The Suicide King“ bezieht sich aber auch auf den Herzkönig, da es auf der Karte so aussieht, als würde sich der König das Schwert in den Kopf rammen.

Beeindruckendes Pokertalent und einzigartige Persönlichkeit

Die meisten seiner Profipoker-Kollegen bezeichnen Chip Reese als besten Cash Game Spieler aller Zeiten, als besten Allround-Spieler und als besten Seven Card Stud Spieler. Ein weiteres Detail, das Chip Reese von der Masse abhebt ist die Tatsache, dass er nie bei einem Online Pokerraum unter Vertrag war.

Am Spieltisch war er ein sehr angenehmer Zeitgenosse, der sich immer wie ein Gentleman benahm und seine Kollegen stets großzügig unterstützte wenn sie pleite gingen. Chip, der bereits in seiner High School Zeit ein begabter Redner war, war dafür bekannt, andere zum Spielen zu überreden. Ob man nun Angst hatte, vom großen Meister abgezockt zu werden, ob man pleite war oder müde oder einfach nur keine Lust auf ein Spiel hatte, nach einer Unterhaltung mit Chip landete man für gewöhnlich am Pokertisch. Seine Überredungskünste waren so legendär, dass sie von den anderen liebevoll als „Chip-talk“ (dt. etwa „Chip-Geschwätz“) bezeichnet wurden. Auch Barry Greenstein wurde mehr als ein Mal von Chip zu einem Cash Game verführt:

„Er sagte immer zu mir ‚Kumpel, wir haben das perfekte Spiel für dich. Wir spielen alle deine Lieblingsvarianten. Ich kann einfach nicht glauben, dass du dir das entgehen lässt!‘ Er redete in dieser typischen, leicht bevormundenden Art und Weise, dem ‚Chip-talk‘ eben.“ , erinnert sich Barry.

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Auf die Frage, wann er gedenke mit dem Pokerspielen aufzuhören, soll Chip ironischerweise einmal in einem Interview geantwortet haben:

„Ich werde erst an meinem Begräbnis aufhören zu spielen und was danach kommt weiß Gott allein.“

Abseits der Pokertische spielte Chip gerne Golf mit seinen Kumpels Doyle Brunson und Barry Greenstein. Das Trio spielte um sehr viel Geld und forderte jüngere Pokerprofis wie Daniel Negreanu, Phil Ivey oder Erick Lindgren heraus. Doyle und Chip waren dicke Freunde und versuchten, sämtliche Geschäftsideen gemeinsam zu verwirklichen. Die beiden Profizocker hatten die ungewöhnlichsten Einfälle, doch ihre originellen Pläne waren nur selten erfolgreich. Investitionen in Öl, Diamantenminen, Rennpferde, die Suche nach der Titanic und der Arche Noah sind nur einige Beispiele. Wie bereits erwähnt, scheiterten die meisten dieser Projekte kläglich, doch Doyle und Chip hatten Spaß daran und konnten immer noch auf ihr Pokerkönnen zurückgreifen.

Doyle Brunson über diese Zeit:

„Wir machten uns auf die Suche nach der Titanic und der Arche Noah! Wir waren die zwei größten Trottel wenn es um geschäftliche Dinge ging, aber wir hatten ja immer noch Poker. Wir mussten leider immer wieder auf Poker zurückkommen, um uns wieder aufzuraffen“.

Chip arbeitete außerdem an der TV-Serie „Professional Poker League“ mit, die aber niemals ausgestrahlt wurde. Durch das neue Glücksspielgesetz der USA, das Internetpoker für Amerikaner schwierig machte, mangelte es der Show an Sponsoren und Werbemöglichkeiten und das Projekt wurde, sehr zur Enttäuschung von Chip Reese, ad acta gelegt.

Ein Schock für die Pokerwelt

Am Morgen des 4. Dezember 2007 erschütterte eine traurige Nacricht die Pokerwelt:

David Chip Reese starb völlig unerwartet im Alter von 56 Jahren in der Nacht zum 4. Dezember in seinem Haus in Las Vegas. Ein enger Freund der Familie berichtete, Chip hätte um 22:00 Uhr seinen Arzt angerufen und über Symptome geklagt, die auf eine Lungenentzündung hindeuteten. Er ging nicht ins Krankenhaus und starb im Schlaf. Chip hinterlässt seinen Sohn Casey, seine Tochter Taylor und seine Stieftochter Britney. Von seiner Frau ließ er sich kurz vor seinem Tod scheiden.

Die öffentlichen Trauerfeierlichkeiten fanden am 7. Dezember 2007 im „Palm Mortuary Northwest“ in Las Vegas statt und zahlreiche Profipokerspieler kamen, um Chip die letzte Ehre zu erweisen. Unter den Trauernden waren natürlich auch Doyle und Todd Brunson, für die Chip beinahe ein Familienmitglied war.

Doyle Brunson über das tragische Ereignis:

„Ich habe heute einen meiner engsten und liebsten Freunde verloren. Er zählt zu den einzigartigsten Menschen, die ich je gekannt habe und die Pokerwelt hat mit ihm einen der Größten verloren. Er ist mit Sicherheit der beste Pokerspieler aller Zeiten“

Auch für Doyles Sohn Todd war die Nachricht ein schwerer Schlag:

“Ich habe einen Mentor und Freund verloren. Er war für mich wie ein Familienmitglied.”

Chips plötzlicher Tod traf die Pokerwelt wie ein Erdbeben, zahlreiche Online-Pokerräume stoppten ihre Spiele und legten Trauerminuten ein, Casinos veranstalteten Trauer- und Gedenkfeiern. WSOP Chef Jeffrey Pollack verkündete, dass zukünftige Gewinner des „$ 50.000 H.O.R.S.E.“ Turnieres den „David Chip Reese Award“ zu Ehren von Chips großartigen Poker-Leistungen erhalten werden.

Chip Reese hat die Pokerwelt geprägt wie kaum ein anderer und wird uns stets als Genie, als König des „Big Game“ und als großzügiger, liebenswerter Mensch in Erinnerung bleiben.

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