Ganz nach Kwickfish Manier hatte ich wirklich keine Lust, so knapp nachdem ich aus dem WSOP Main Event hinausgeflogen bin, etwas zu posten. Also gibt’s jetzt mein Resümee mit ein paar Tagen Verspätung.
An Tag 01 spielte mein ganzer Tisch recht konservativ, genauso wie ich. Die meisten Pots waren gelimpt, was mir ganz recht war. Außer Lee Markholt (er)kannte ich niemanden an meinem Tisch. Ich hatte noch nie zuvor gegen Lee gespielt und war wirklich sehr beeindruckt von seinem Spiel. Er spielte sehr viel Position und versuchte mehr oder weniger, sich überhaupt nicht auf sein Glück zu verlassen. Ich selber habe an Tag 1 nicht besonders viele hohe Pocket Pairs gesehen, wahrscheinlich weil ein anderer Typ an meinem Tisch sie alle bekam. Er bekam tatsächlich fünf Mal Asse, einmal als ein anderer Spieler Könige hatte und ein anderes Mal als ein Gegner auf seine Königinnen setzte. Auch keine schlechte Art und Weise, auf die Schnelle mal 40.000 Chips abzuräumen.
Obwohl ich Tag 01 mit nur 27.000 beendete, war ich mit meiner Herangehensweise an das Spiel sehr zufrieden. Einmal brachte ich mich in eine unangenehme Lage, als ich nach einer Continuation Bet kein Pot Commitment machte. Ich machte mit meinen Jacks einen recht riskanten Call bei einem Board von Q, 7, 9. Es stellte sich dann heraus, dass es eine gute Idee gewesen war, zu callen, aber trotzdem war es eine riskante Entscheidung gewesen – eigentlich etwas, das man als guter Pokerspieler vermeiden sollte.
Tag 02 lief überhaupt nicht nach meinen Wünschen. Innerhalb der ersten halben Stunde verlor ich die Hälfte meines Stacks, und obwohl ich ein paar Mal verdoppeln konnte, verlor ich mehr und mehr Chips bis ich schließlich versuchte, mich mit K, 5 zu behaupten. Als mir mein Gegner dann seine A, 10 zeigte, wusste ich sofort, dass ich ein toter Mann war.
Dieses &*%%* A, 10 war schon in vielen Turnieren die Hand, die mich hinausbeförderte. Diese Hand hasst mich, genauso wie A, Q Phil Hellmuth hasst.
Eine kleine Bemerkung am Rande: die Online-Berichterstattung während der WSOP war wirklich allererste Klasse. Eine riesige Verbesserung gegenüber dem, was es vor ein paar Jahren noch gab. Ich hab buchstäblich Stunden verbracht, bis ich durch all die Hand Histories durch war. Manche von den Überschriften fand ich ein wenig eigenartig, aber ich weiß ja, dass es Leute gibt, denen so etwas richtig Spaß macht. Also wirklich – gute Arbeit, Leute!
Der Höhepunkt der Series war für mich, als ich mich nach einem erfolgreichen Tag 01 bei Phil Gordons jährlicher Independence Day Party zu einem $ 500 Buy In „World Series of Rochambeau“ Spiel überreden ließ und Zweiter wurde. Ja, ihr dürft jetzt alle gerne mit eurem Lieblings-„Wasicka wird immer Zweiter“-Witz daherkommen.
Bevor ich spielte, traf ich diesen eigenartigen Typen der sich selbst „Master Roshambollah“ nannte. „Nenn mich ruhig Master Rosh, das ist kürzer!“ Er sagte er wäre „RSP Spieler in Rente“ und kam ständig mit seltsamen Aussagen daher, wie „Meine Größe bei RSP habe ich mir nicht ausgesucht, sie wurde mir förmlich aufgedrängt.“ Zum Schreien komisch! Was dann noch witziger war: er verlor in der ersten Runde! Er nahm seine Niederlage mit Würde und gratulierte mir zu meinem guten Spiel. Was für ein seltsamer Kerl, was für ein spaßiger Abend!
Ich habe überlegt, ob ich an den Bellagio Events teilnehmen soll, aber im Sommer ist Vegas einfach nur für begrenzte Zeit auszuhalten, bevor man wieder aus der Stadt flüchten möchte. Alles Gute an Thomas Fuller, der morgen um den Bellagio Cup spielt!
Ach ja, ich hab jetzt endlich ein Handy!