Freitag,  30. September 2016  -  11:59:21
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7 Card Stud Hi/Lo


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Übersicht:

 

7 Card Stud Hi/Lo (7 Card Stud 8/b)

Vor Texas Holdem war 7 Card Stud der Favorit unter den Pokervarianten. Der größte Unterschied ist wohl, dass es bei 7 Card Stud keine Gemeinschaftskarten gibt. Stattdessen erhält jeder Spieler sieben Karten, einige aufgedeckt, andere verdeckt ausgeteilt. Da es keine Blinds gibt, zahlt jeder Spieler einen Pflichteinsatz, noch bevor die Karten ausgeteilt worden sind (Ante), damit Geld im Pot ist.

Es gibt fünf Bietrunden. Der Gewinn ist am Ende im Split Pot (geteilten Pot) zwischen dem Spieler mit dem höchsten (High Hand) und dem Spieler mit dem niedrigsten Blatt („Low Hand“) aufgeteilt wird. Das Spiel wird auch 7 Card Stud 8 or better (8 oder besser) genannt, da nur Karten mit dem Wert 8 oder weniger für die „Low Hand“ verwendet werden können. Gibt es keinen Spieler mit einer „Low Hand“, erhält der Spieler mit der „High Hand“ den gesamten Pot. Die Tatsache, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, zu gewinnen, macht das Spiel einerseits um einiges komplizierter und andererseits spannender, da man viel taktischer Spielen muss als bei anderen Varianten.

Ein Ass zählt sowohl als High als auch als Low und Straights und Flushes können ebenfalls als beides zählen. Die Bestmögliche Low Hand ist deshalb eine Straße bis fünf (A-2-3-4-5), ein sogenanntes „Wheel“. An einem Spiel können bis zu 8 (in manchen Casinos 9) Spieler teilnehmen. Es wird meistens mit Fixed Limit gespielt.

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Ablauf der Spielrunden:

Ante (Pflichteinsatz)

In diesem Pokerspiel, noch bevor die Karten ausgeteilt werden, zahlt jeder Spieler einen Pflichteinsatz denn da es bei dieser Pokervariante keine „Blinds“ gibt, wäre sonst kein Geld im Pot.

3rd Street

Nachdem der Pflichteinsatz von jedem Spieler bezahlt wurde, erhält jeder Spieler (beginnend mit dem ersten Spieler links vom Dealer) drei Karten (3. Straße oder „3rd Street“), die ersten zwei davon verdeckt, die Dritte aufgedeckt.

Die erste Setzrunde

Der Spieler mit der niedrigsten aufgedeckten Karte muss nun das Startgebot abgeben, das sogenannte „Bring-In“. Haben zwei oder mehr Spieler die gleiche niedrigste Karte, entscheidet die Wertigkeit der Farben – Kreuz, Karo, Herz und Pik. Sobald das Startgebot gemacht wurde, kann jeder Spieler (beginnend mit dem Spieler links vom „Bring-In“ passen (fold), mitgehen (call) oder erhöhen (raise).

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4th Street

An der „4th Street“ erhält jeder Spieler eine weitere, offene Karte. Nun muss der Spieler mit den höchsten offenen Karten mit dem Setzen beginnen.

5th Street

Jeder Spieler erhält eine weitere offene Karte und wieder muss der Spieler mit der höchsten offenen Kartenkombination mit dem Setzen beginnen.

6th Street

Wieder erhält jeder Spieler eine weitere offene Karte und derjenige mit den höchsten offenen Karten beginnt mit dem Bieten.

7th Street oder River

An der „7th Street“ oder am River erhalten alle Spieler eine letze – verdeckte – Karte. In diesem Fall beginnt jener Spieler mit dem Bieten, der in der Runde davor auch begonnen hat.

Common Card(s)

Da an einem 7 Card Stud Hi/Lo Spiel bis zu 8 (bzw. 9) Spieler teilnehmen können und es in Summe nur 52 Karten in einem Pokerdeck gibt, kann es in seltenen Fällen passieren, dass nicht genügend Karten vorhanden sind um jedem Spieler seine letzte Karte zu geben. In diesem Fall wird die letzte Karte (River) als „Common Card“ gegeben. Es wird eine Karte offen in der Tischmitte aufgelegt. Diese Karte gilt dann für alle Spieler als letzte und siebente Karte. Es beginnt auch in diesem Fall der Spieler mit dem Setzen, der schon in der Vorrunde begonnen hat. (Bei 9 Spielern kann es in Ausnahmefällen auch vorkommen, dass bereits die sechste Karte als Common Card gegeben werden muss)

Showdown

Nun gewinnt der Spieler, der mit fünf seiner sieben Karten die beste Hand zusammenstellt, eine Hälfte des Pots und der Spieler mit der niedrigsten Hand (falls es einen gibt) die andere Hälfte. Der Spieler, der zuletzt gesetzt hat, muss als Erster seine Hand aufdecken.

Die Standardaktionen beim Poker

Passen (fold)

Wenn Sie mit Ihren Karten nicht zufrieden sind, haben Sie die Möglichkeit auszusteigen. Falls Sie das „Kleine“ oder „Große Blind“ gesetzt haben oder bereits mitgegangen sind, verlieren Sie den bereits gesetzten Betrag. Darüber hinaus können Sie aber nichts mehr verlieren, denn bis zum Beginn der nächsten Hand sind Sie aus dem Spiel.

Check (schieben)

Wenn Sie Ihre Karten behalten und im Spiel bleiben möchten, können Sie nun zum Beispiel checken (schieben). Das bedeutet, dass vor Ihnen noch niemand gesetzt hat und, dass auch Sie nicht setzen. Jetzt hat der Spieler nach Ihnen die Möglichkeit ebenfalls zu checken oder zu bieten. Setzt ein Spieler in der Runde, müssen Sie, wenn Sie wieder an der Reihe sind, entscheiden ob Sie nun passen, mitgehen oder den Einsatz erhöhen.

Mitgehen (call)

Mitgehen (call) bedeutet nun, dass Sie, falls vor Ihnen schon jemand gesetzt hat, den gleichen Betrag setzen, wie der Spieler vor Ihnen.

Setzen und erhöhen – je nach Limit (Bet/Raise/Re-raise)

Wenn Sie denken, dass Sie gute Karten in der Hand halten, dann können Sie beim Poker einen gewissen Geldbetrag setzen. Falls ein Mitspieler vor Ihnen bereits gesetzt hat, können Sie auch den Einsatz erhöhen. Je nach Setzstruktur sind die Beträge, die Sie setzen beziehungsweise um die Sie erhöhen können, festgelegt.

  • Fixed Limit: Bei einem $ 5/$ 10 Tisch zum Beispiel können Sie $ 5 in den ersten beiden Runden und $ 10 in den letzten drei setzen. In jeder Runde kann einmal gesetzt und dreimal erhöht werden („Bet“, „Raise“, „Re-Raise“, „Re-Raise“ oder „Cap“). Nachdem dreimal erhöht wurde, liegt ein sogenannter „Cap“ (Obergrenze) vor, was bedeutet, dass nichtmehr weiter erhöht werden kann. In diesem Fall wird die nächste Karte ausgeteilt oder, wenn es sich um die letzte Runde handelt, kommt es zum „Showdown“.
  • No Limit: Bei dieser Variante funktioniert die Setzstruktur nach folgenden Regeln: Jeder Spieler darf so viel setzen wie er am Tisch hat, unabhängig von der Größe des Pots. Grundsätzlich gilt aber, dass der Minimaleinsatz in der Höhe des „Großen Blind“ sein muss. Außerdem müssen Sie, wenn Sie erhöhen, mindestens um denselben Betrag erhöhen, den der Spieler vor Ihnen soeben gesetzt hat.
  • Pot Limit: Beim Pot-Limit-Spiel kann ein Spieler jede Summe vom Mindesteinsatz bis zur Gesamtgröße des Pots setzen. In einem $5/$10-Pot-Limit-Spiel beträgt das „Kleine Blind“ $ 5 und das „Große Blind“ $ 10. Der erste Spieler kann mit dem „Großen Blind“ mitgehen (in diesem Fall $ 10) oder auf jede beliebige Summe bis zur gesamten Pothöhe erhöhen. Die Erhöhung muss entweder dem vorangegangenen Einsatz oder der vorangegangenen Erhöhung entsprechen oder ihn/sie übersteigen. In diesem Fall würde eine maximale Erhöhung bis zum Pot Limit $ 25 betragen ($ 5 „Kleines Blind“ + $ 10 „Großes Blind“ + $ 10 Mitgehen), das bedeutet, dass Spieler #3 gesamt $ 35 einsetzen kann. Angenommen Spieler #3 erhöht um das Pot Limit, dann beträgt der Gesamtpot nun $ 50.
    Wenn der nächste Spieler weiterspielen möchte, muss er mit $ 35 mitgehen, also der Höhe des Wetteinsatzes von Spieler 3. Wenn der Spieler um das Maximum erhöhen möchte, würde er $ 120 einsetzen, was dem gesamten Pot ($ 50) plus einer Erhöhung von $ 70 ($ 35 Mitgehen + $ 35 Erhöhung) entspricht. Die Anzahl der Setzrunden pro Hand ist beim Pot Limit nicht begrenzt, es wird in jeder Runde so lange mitgegangen oder erhöht, bis jeder Spieler entweder ausgestiegen oder mitgegangen ist.

Alles auf eine Karte werfen

POKER

In erster Linie geht ein Spieler dann All-In, wenn er ein besonders gutes Blatt hat, da er, wenn ein oder mehrere andere Spieler mitgehen und er gewinnt, seinen Gewinn in der jeweiligen Runde deutlich vergrößern kann. Außerdem könnte der Spieler, wenn er „All-In“ geht, auch bluffen und nur signalisieren, dass er eine tolle Hand hat, um die anderen Spieler zum Aussteigen zu drängen, und sich den Pot zu sichern.

Wenn ein Spieler nicht mehr genügend Chips hat um mitzugehen beziehungsweise die Hand zu Ende zu spielen, aber trotzdem aufgrund seines guten Blattes im Spiel bleiben möchte, dann muss er nicht passen. Es gibt die Möglichkeit „All-In“ zu gehen, was bedeutet, dass der Spieler zwar im Spiel bleibt, aber da er bereits mit seinem gesamten Chipstapel („Stack“) im Spiel ist, keine weiteren Aktionen mehr tätigen kann. Alles Geld, das bis zu dem Zeitpunkt, zu dem der Spieler „All-In“ geht, im Pot liegt, ist das, was er gewinnen kann.

Geld das in den Pot eingezahlt wird, wird in einen gesonderten Pot gelegt. Sollte nun der Alles-oder-nichts-Spieler den Endphase für sich entscheiden, gewinnt er den Hauptpot, der Side-Pot geht an den Spieler mit der zweitbesten Hand. Werfen mehrere Spieler alles auf eine Karte, werden mehrere „Side-Pots“ erstellt. Geht ein Spieler „All-In“ und seine Mitspieler entscheiden, mitzugehen, müssen sie natürlich einen Einsatz in der Höhe seiner gesamten Chips leisten.

Geschichte von Seven Card Stud

Entstand in der Zeit des Amerikanischen Bürgerkrieges. In dieser Zeit (Mitte des 19. Jahrhunderts) wurde Poker immer populärer und einige neue Varianten entstanden, unter anderem Seven Card Stud und Seven Card Stud Hi/Lo. Diese Pokervariante war der absolute Favorit in den Casinos, bis ihr Texas Hold’em in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts den Rang ablief.

Einer der besten Seven Card Stud Hi/Lo Spieler ist Daniel Negreanu. Er gewann im Jahr 2002 das WSOP Seven Card Stud Hi/Lo Main Event.

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